Zu meinem Leidwesen kenne ich mich mit der Philosophie der alten Griechen (und zugegebenermaßen in der Philosophie allgemein) bei weitem nicht so gut aus, wie ich es gerne hätte. Bisher habe ich auch leider öfters festgestellt, dass manche Fachbücher, die sich mit dieser Thematik befassen, manchmal nur so gespickt sind mit Fachworttiraden und den Müttern aller Schachtelsätze. Das macht den Einstieg nicht gerade leicht. So gesehen fand ich dieses kleine Büchlein sehr bereichernd, da es wirklich eine grundlegende Übersicht über die Philosophen liefert, die unter dem Namen 'Vorsokratiker' zusammengefasst werden.
Im Aufbau ist es dabei immer gleich: zuerst erfährt man ein paar Lebensdaten (irgendwie waren sie alle immer 40 Jahre), dann werden die wichtigsten Thesen und Denkmodelle der Philosophen thematisiert. Dies geschieht vor allem durch Textzeugnisse, soweit diese erhalten sind. Viele Schriften sind, wenn überhaupt, nur in Fragmenten überliefert oder durch die Berichte von Dritten für uns noch zugänglich.
Zusätzlich gibt es kurze Kommentare, die helfen, das Geschriebene besser einzuordnen. Alles in allem fand ich sie sehr hilfreich, wenn an manchen Stellen aber auch etwas knapp. Überhaupt ist das hier ein Buch für den groben Überblick.
Nichtsdestotrotz, interessant fand ich den kleinen Abstecher ins antike Griechenland allemal. Es ist faszinierend, welche unterschiedlichen (und teilweise auch abgedrehten) Ideen über die Welt und ihre Zusammensetzung gelehrt wurden und gleichzeitig wie nah manche der Wahrheit bereits waren. Mir war zum Beispiel nicht bekannt, dass Pythagoras' Anhänger diesem schon eine fast kultische Verehrung haben zukommen lassen und einen ganzen Benimmregelkatalog aufgestellt haben. Ein bisschen was zum Schmunzeln gibt es neben den Existenzfragen also auch.
Ich habe auf jeden Fall Lust bekommen, mich mit ein paar Philosophen näher zu beschäftigen, besonders mit Parmenides und seinen Schülern.