Andrus letzte Nacht ist angebrochen. Er soll als Kriegsverbrecher hingerichtet werden – weil er Feinden zur Flucht verholfen hat. Einer dieser Feinde wird tödlich verletzt zu ihm ins Verlies geworfen, obwohl jeder weiß, wie gefährlich es ist, einem Sterbenden dieses Volkes zu nahe zu kommen. Die Legende besagt, dass derjenige sich dann in einen Ryvan’ar verwandeln könnte; einem Rachedämon, der jeden umbringen wird, der ihm begegnet …
Ca. 33.000 Wörter Im gewöhnlichen Taschenbuchformat hätte diese Geschichte ca. 160 Seiten
Die Bonusgeschichte „Sturmmacht“ hat einen Umfang von etwa 5500 Wörtern, was ca. 27 Taschenbuchseiten entspricht.
Andrus wartet auf seine Hinrichtung, als ein sterbender Feind in seine Zelle geworfen wird. Sein Hass auf Gegner, die so viele Kameraden das Leben gekostet haben, kämpft mit seinem Mitgefühl und seiner Menschlichkeit. Und darf er den Feind überhaupt berühren, oder verwandelt dieser sich dann, wie die Legende es besagt, in einen grausamen Rachedämon? Mit diesem Büchlein hat Sandra Gernt eine kleine, leicht lesbare Fantasy Geschichte zu Papier gebracht. Die Protagonisten sind sympathisch. In Rückblenden erfährt der Leser mehr von ihrem Leben und kann so leicht nachvollziehen, warum die beiden Männer handeln, wie Sie es eben tun. Die Hauptbotschaft, die diese grundsätzlich unterhaltsame und auch etwas romantische Geschichte vermittelt, ist für mich, dass Sie den Irrsinn des Krieges ins Bewusstsein ruft. Nicht die hohen Befehlshaber leiden, die im gemütlichen Palast sitzen und nur Befehle erteilen. Sondern die Soldaten und die Bevölkerung der umkämpften Gebiete, die in der Regel mit dem Ursprungskonflikt überhaupt nichts zu tun hatten. Ich empfehle das Buch gerne weiter.
Ich finde die Grundidee toll, aber es liest sich wie ein unreifer Entwurf. Mir fehlt zudem eine Spannungskurve. Ich habe das Gefühl, alles, was wirklich aufregend ist, passiert im ersten Teil des Buchs, danach wird alles rasch abgehandelt.
Das Buch ist natürlich schon etwas älter und nicht wirklich mit Werken wie "Sayihir" zu vergleichen.
Sandra Gernt hat mir mit ihren Büchern jedenfalls eine schöne Sommerurlaubs-Lesewoche beschert. :)
Das Buch liest sich leider ein bisschen wie ein unreifer Entwurf: mit Sätzen, die einfach nur unverbunden nebeneinander stehen; mit Unmengen unnötiger Einzelheiten, insbesondere detailreichen poetischen Beschreibungen; mit Handlungssträngen, die angerissen, aber nicht zu Ende geführt werden; mit plötzlichen unerfreulich stichwortartigen Schnelldurchläufen; mit Zeitsprüngen, die Tage und Wochen überfliegen; mit ehemals geliebten, nun aber folternden blutrünstigen Bösewichten, die innerhalb von 2 Sätzen dann doch zu treusorgenden Ehemännern mutieren; mit Friede/Freude/Eierkuchen letztendlich überall; und vor allem: mit einer Liebesbeziehung, die dank der bis dahin langen Weltrettung-dank-Superpower-To-Do-Liste unserer beiden Helden eigentlich im letzten Fünftel des Buches erst beginnt (als die große Aktion vorbei ist), aber dann nur flüchtig und viel zu schnell heruntergerattert wird. Das Ende hat mich zwar gefreut, weil ich insbesondere Sorin sehr sympathisch fand, aber es hat mich nicht überrascht. Dafür war das ganze Buch doch trotz Folter und Krieg irgendwie zu schwärmerisch und zu süßlich geschrieben, als dass da noch Tragisches passieren konnte.
Fazit: Die tollen Bewertungen anderer Leser kann ich nicht nachvollziehen. Das Konzept als solches hat mir zwar gut gefallen (4 Sterne für eine gute Idee!), die Ausführung war allerdings höchstens schwache 2 Sterne wert. Sprachlich war das Buch im Bereich 3 Sterne. Alles in allem waren es für mich knappe 3 Sterne - und am besten gefallen hat mir tatsächlich die Bonusgeschichte: von der wünsche ich mir eine Fortsetzung!