Liechtenstein - elf Gemeinden, ein Dutzend Banken und ein Fürst. Armin Öhri, mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichneter Schriftsteller, beschreibt sein Heimatland. Mühelos spannt der Autor einen weiten zeitlichen Bogen über das Leben seiner Protagonisten. In einem fesselnden Roman von ungeheurer Zugkraft nimmt er seine Leserschaft mit auf eine Reise durch ein turbulentes Jahrhundert, mit Auftritten von A wie Adolf Hitler bis zu Z wie Zotow. Eine mitreißende Saga und zugleich der erste große Roman über das Fürstentum.
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öhri vereint drei, ja eigentlich vier, Handlungsstränge, die gekonnt-verschlungen Reales mit Fiktivem verweben. Den einen realen Handlungsstrang bildet die Aufarbeitung seiner Krankheit, die Öhri seit Kindertagen mehr oder weniger intensiv im Griff hat. Im Nachwort benennt er sie als „Hirnschlag mit retrograder Amnesie“. (S. 488)
Im Vordergrund sollen vielmehr zum einen Schlaglichter aus der Geschichte des kleinen Fürstentums im 20. Jahrhundert stehen sowie zum anderen ein Auftrag – fiktiv oder real oder gar verfremdet real, das ist hier immer wieder die Frage – an den Schriftsteller Öhri, das Leben des greisen Patrons eines sogenannten Advokaturbüros in einer Festpublikation aufzuschreiben.
Öhri selbst zur letzteren Erzählebene: „Mein Protagonist Wilhelm Anton Risch, dessen Leben für einen Parforceritt durch die neuere Geschichte des Fürstentums herhalten mußte, steht paradigmatisch für das Leben und den Werdegang des 'typischen' Liechtensteiner Treuhänders. Jede Ähnlichkeit mit toten Personen ist beabsichtigt und nicht zufällig. Sollten sich lebende Personen in der Figur oder in ihren Handlungen wiedererkennen, so ist dies nicht intendiert, sondern zu 100 Prozent unvermeidlich.“ (S. 489-490) - In diesem Erzählstrang vereinen sich wiederum zwei Handlungsebenen.