The motto of the civilian population is just to go on as if nothing had happened.
Please note that I put the original German text at the end of this review. Just if you might be interested.
I have read the book a few years later. As a result, the lack of consequences and improvements has become all the more obvious. There is not much to add to the story because of its fame. Except that the Nobel Peace Prize should perhaps not have been handed over to the President, but to the public enemy.
The fact that the scandal has no consequences implies a different story than the initial indignation. From politics and economy, nothing else was to be expected. Too many negative associations and implications. But nobody would have expected that all of civil society would be impassive to the hustle and bustle. It is reminiscent of industrial scandals, war crimes, corruption scandals, etc. Just that these are limited to one act. Such a severe and irreversible intervention in the lives of all human beings is a border crossing of unprecedented dimensions.
Concerning the media, it is a prime example of the messenger being made a scapegoat. Instead of finding and punishing those responsible for the worst threat of Western democracies for decades, the bearer is stigmatized. Even if he is, rarely, glorified, it is counterproductive. The facts he has revealed are explosive, not the person himself.
The same mechanism can be found with politicians and wars. It is not reported on the politics, the party, the system and the intricate and complex interdependencies. But about what dress his wife wore at a state reception and what kind of pet he held himself. It is not reported about the warring parties, the alliances or the geo strategic motivations, but a war diary led. So and so many deads, attacks, material losses and, of course, victories! What would we be without victories?
However, people love simple, emotional stories about a demonized or martyred intelligence worker, a charismatic statesman, or a massive battle with sleek killing machines and thrilling firefights. It is a bit like sports, except that they are all for the same team. Woe, the home team once does not win. Then there are economic sanctions.
Also, while one is well entertained, an out-of-control intelligence apparatus creates a state in the state. Without any legitimacy constraints, monitoring instances or legal barriers.
The early admonishers were long given a prize to the ridicule or condemned as dangerous conspiracy theorists. After showing that they were right, there was fire on the roof for a few weeks or months. As with all news, this undermining, erosion, and destruction of democracy lost its charm and people became tired of it. Constitutionalists were good enough to promote the hype. It looked entertaining when activists were serious about their years of initiatives and civil rights movements. Now the public listened to them. However, they always talked the same thing, demanding strenuous initiative and, worse, thinking and commitment. Therefore one forgot them again fast.
Besides, critics and activists could hear something new. Everyone said that he or she already knew it. "The political system is not just corrupt, but also curious. Can not do anything about it. It is so." All right as long as ones eat, drink, consume and have four walls around. Into that, one can place different stultification devices which wash brains with system propaganda.
It would be excusable if already drastic restrictive measures would threaten. Prison, torture and disappear. The justification for wanting to protect one's own life. But not an ethical, but profound reason prevents commitment. Simple apathy.
One can try so many metaphors in this context. The frog in the slowly hotter getting water. The three monkeys. Anyway primates in general.
It seems that with the end of media attention, the fact has either disappeared from people's perceptions. Or they would be completely indifferent. The rulers do not even have to hide it, which also saves costs. They oversee all people, run networks of secret prisons, build private armies, etc. It's not a big deal. All these admonishing writers in the past always have exaggerated scenarios so that they have a hanger.
It is the sheer coincidence of the place of one's birth that we still live in a happier version of "Brave New World." All we have to do is consume well and avoid conspicuous militant and media-effective resistance, so as not to get into the focus of the investigators. Too much commitment to nature conservation, animal rights, alternative forms of economy, etc. could bring one into the focus of a generously defined anti-terrorist paragraph.
If instead, we had seen the light of day in the Orient instead of in the Occident Big Brother had already often laughed in the cradle.
Too often people have slept peacefully in an enlightened democracy and have woken up in a dictatorship again. By the sound of breaking the door at the most psychologically favorable time of the early morning hours. By agents of the former constitutional state.
Die Devise der Zivilbevölkerung ist, einfach so weiter zu machen, als wäre nichts passiert.
Ich habe das Buch mit ein paar Jahren Verspätung gelesen. Dadurch ist der Mangel an gezogenen Konsequenzen und Verbesserungen noch umso augenscheinlicher zu Tage getreten.
Zur Geschichte selbst bleibt aufgrund ihrer Bekanntheit nicht viel zu sagen. Außer, dass der Friedensnobelpreis vielleicht nicht an den Präsidenten, sondern an den Staatsfeind überreicht hätte werden sollen.
Dass der Skandal keinerlei Konsequenzen nach sich zieht, steht auf einem anderen Blatt als die anfängliche Empörung. Von Politik und Wirtschaft war nichts anderes zu erwarten. Zu viele negative Assoziationen und Implikationen.
Aber dass die gesamte Zivilgesellschaft dem Treiben teilnahmslos gegenüber stehen würde, hätte doch keiner erwartet. Es erinnert an Industrieskandale, Kriegsverbrechen, Korruptionsskandale, etc. Nur dass diese auf eine Tat beschränkt sind. Ein so schwerwiegendes und irreversibles Eingreifen in die Leben aller Menschen ist eine Grenzüberschreitung nie dagewesener Dimension.
Hinsichtlich der Medien ist es ein Musterbeispiel dafür, dass der Bote zum Sündenbock gemacht wird. Anstatt die Verantwortlichen für die schlimmste Bedrohung der westlichen Demokratien seit Jahrzehnten zur Rechenschaft zu ziehen, wird der Überbringer stigmatisiert.
Selbst wenn er, eher selten, glorifiziert wird, schadet dass der Sache. Der Sachverhalt, den er aufgedeckt hat, ist von Brisanz und nicht die Person selbst.
Denselben Mechanismus findet man bei Politikern und Kriegen. Es wird nicht über die Politik, die Partei, das System und die komplizierten und vielschichtigen Verflechtungen berichtet. Sondern darüber, was für ein Kleid seine Frau bei einem Staatsempfang trug und was für ein Haustier er sich hält. Es wird nicht über die Kriegsparteien, die Allianzen, die geostrategischen Motivationen oder gar die Strippenzieher berichtet, sondern ein Kriegstagebuch geführt. So und so viele Tote, Anschläge, Materialverluste und, natürlich, Siege! Was wären wir ohne Siege.
Aber Menschen lieben einfache, emotionale Geschichten von einem dämonisierten oder zum Märtyrer erhobenen Geheimdienstmitarbeiter, charismatischen Staatsmann oder einem richtig großen Gefecht mit schnittigen Tötungsmaschinen und spannenden Schusswechseln. Ein bisschen wie beim Sport, nur dass alle fürs das gleiche Team sind. Wehe, die Heimmannschaft gewinnt einmal nicht. Dann gibt es Wirtschaftssanktionen.
Und während man bestens unterhalten ist, erschafft ein außer Kontrolle geratener Geheimdienstapparat sich einen Staat im Staat. Ohne jegliche Legitimationszwänge, Überwachungsinstanzen oder gesetzliche Schranken.
Die frühen Mahner wurden lange der Lächerlichkeit Preis gegeben, als Verschwörungstheoretiker verlacht oder als gefährlich eingestuft. Nachdem sich zeigte, dass sie recht hatten, war für ein paar Wochen oder Monate Feuer am Dach. Wie bei allen Nachrichten verlor diese Unterminierung, Aushöhlung und Zerstörung der Demokratie ihren Reiz und die Menschen wurden ihrer überdrüssig. Verfassungsschützer waren gut genug, um den Hype zu fördern. Es sah gut aus, wenn Aktivisten ernst dreinblickend über ihre jahrelangen Initiativen und Bürgerrechtsbewegungen sprachen. Jetzt hörte man ihnen die Öffentlichkeit zwar zu. Aber sie redeten immer das gleiche und forderten noch dazu anstrengende eigene Initiative und, noch schlimmer, denken und Engagement. Daher vergaß man sie lieber wieder schnell.
Zusätzlich konnten sich Kritiker und Aktivisten auch etwas Neues anhören. Man nahm sie ja jetzt ernst und sagte stattdessen, dass man es schon wisse. Das politische System sei halt nicht nur korrupt, sondern auch neugierig. Kann man nicht ändern. Ist so. Alles gut, solange wir zu fressen, zu saufen, zu konsumieren und 4 Wände um uns haben. In die können wir uns einen Lebenszeitfresser stellen, der uns mit Systempropaganda das Gehirn wäscht.
Es wäre entschuldbar, wenn bereits einschneidende restriktive Maßnahmen drohen würden. Gefängnis, Folter und verschwinden lassen. Die Rechtfertigung, das eigene Leben schützen zu wollen. Aber nicht ein zwar ethisch streitbarer, aber profunder Grund verhindert Engagement. Sondern schlichte Apathie.
Man kann in diesem Kontext so viele Metaphern bemühen. Der Frosch im langsam heißer werdenden Wasser. Die 3 Affen. Überhaupt Primaten im Allgemeinen.
Es scheint, als wäre die Tatsache mit dem Ende der medialen Aufmerksamkeit entweder aus der Wahrnehmung der Menschen verschwunden. Oder es wäre ihnen vollkommen gleichgültig. Die Herrschenden müssen es nicht einmal mehr verheimlichen, was auch wieder Kosten spart. Sie überwachen alle Menschen, betreiben Netze von Geheimgefängnissen, bauen Privatarmeen auf, usw. Ist doch keine große Sache. Diese ganzen mahnenden Schriftsteller in der Vergangenheit haben sie Szenarien immer so übertrieben, damit sie einen Aufhänger haben.
Es ist der reine Zufall des Orts der eigenen Geburt, dass wir noch in einer fröhlicheren Version von "Brave New World" leben. Wir müssen nur brav konsumieren und sollten zu auffälligen militanten und medienwirksamen Widerstand vermeiden, um nicht in den Fokus der Ermittler zu geraten. Zu viel Engagement für Naturschutz, Tierrechte, alternative Wirtschaftsformen etc könnte einen schon in den Fokus eines großzügig ausgelegten Antiterrorparagraphen bringen.
Hätten wir stattdessen im Orient statt im Okzident das Licht der Welt erblickt, hätte und Big Brother bereits häufig in die Wiege gelacht.
Schon zu oft haben Menschen in einer aufgeklärten Demokratie selig geschlummert und sind in einer Diktatur wieder aufgewacht. Vom Geräusch des Aufbrechens der Tür zur psychologisch günstigsten Zeit der frühen Morgenstunden. Durch Agenten des ehemaligen Rechtsstaats.