Willkommen in Schwabylon! Spießig, sparsam, kleinkariert – typisch schwäbisch, typisch deutsch? Egal, wo man hinhört, den Schwaben eilt kein guter Ruf voraus. Bärbel Stolz setzt dem Schwabenhass mit ihrer Kultfigur der "Prenzlschwäbin" die Krone auf und hält allen den Spiegel den empörten Berlinern, den besserwisserischen Schwaben und allen, die sich frei von spießigen Klischees fühlen. Wer diese Geschichten liest und sich beim Lachen und Nachdenken ertappt, wird Bärbel Stolz lieben.
Bärbel Stolz, Schwäbin, zieht von der Schwäbischen Alb nach Berlin. Sie begegnet Vorurteilen und einer ganz neuen Welt :) Ich bin weder Schwäbin noch Berlinerin, aber ich fand das Buch super! Sehr unterhaltsam, humorvoll und kurzweilig.
Sehr lustig, und man fühlt sich sofort mit der Protagonistin verbunden. Kann ich sehr empfehlen, wenn jemand etwas unterhaltsames und lockeres sucht. :)
Für dieses Buch habe ich mich interessiert, da ich ein Kind des Prenzlauer Bergs bin und bis heute fast mein ganzes Leben in diesem Berliner Stadtteil verbracht habe. Man sollte wissen, für alle Nicht-Berliner, dass der Prenzlauer Berg ein familienfreundlicher, sicher und wunderschöner Stadtteil im Herzen Berlins ist. Viele Einheimische aber mögen den großen Zuzug der Schwaben in speziell diesen Stadtteil nicht besonders.
Bärbel Stolz erzählt, wie sie damals vor ca. 20 Jahren nach Berlin Prenzelberg kam und wie es ihr dann als Prenzelschwäbin so erging. Das Buch ist als Satire und Comedy zu sehen und schafft es mir alle paar Zeilen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.
In viele kurzen Kapiteln greift sie unterschiedliche Themen auf, wie z.B. "Frühstücken gehen" und "Radler". Diese Kapitel fand ich mit am Besten. Gerade bei "Frühstücken gehen" habe ich mich selbst wieder erkannt. In dem Kapitel beschreibt sie wie sich in Berlin ´96 zum ersten Mal zum Frühstücken verabredet und dann ab 8 Uhr wartet, bis sie herausfindet das Frühstücken in Berlin bis 16 Uhr gehen kann. Zu früh gibt`s in dieser Stadt nicht... :D
Ich hätte wirklich nicht gedacht das mich das Buch so unterhalten würde, aber ich hatte wirklich meinen Spaß. Und als nächstes werde ich es meiner Mutter (einer echten Prenzelmutti) geben und die wird wahrscheinlich noch mehr Freude daran haben. Denn es geht vor allem in diesem Buch um die berühmten Prenzelmutti`s und das Familienleben.
Fazit
Natürlich werden hier eher außergewöhnliche Geschichten erzählt und nicht das Tagesgeschehen im Prenzelberg. Ich fand es besonders gut da mir vieles bekannt vorgekommen ist und ich auch bei jedem Bild im Buch genau sagen kann, wo es aufgenommen wurde. ;) Daher weiß ich nicht, ob es auch für Nicht-Berliner (oder Nicht-Schwaben) interessant ist. Doch jeder Berliner Mutti kann ich es nur wärmsten empfehlen!
Bärbel Stolz, ausgebildete Schauspielerin und Wahlberlinerin, kommt eigentlich „von dr Alb ra“. Aufgewachsen in einem Dorf auf der Schwäbischen Alb, hat sie nach Ende der Schulzeit des Schauspielstudiums wegen Baden-Württemberg den Rücken gekehrt und ist in die Hauptstadt gezogen. Erste Station Dunckerstraße, Prenzlauer Berg, damals noch ein wilder, ursprünglicher Kiez, mittlerweile aber seit einigen Jahren das bevorzugte Habitat der solventen Exilschwaben.
Auch wenn in Berlin Multi-Kulti Programm ist, werden die zugezogenen Schwaben von den Hauptstädtern nicht unbedingt mit herzlichen Sympathiebekundungen bedacht. Ganz im Gegenteil. In deren Augen sind sie für (fast) alle Übel der Berliner Welt verantwortlich, hauptsächlich aber für die Gentrifizierung ehemals gewachsener Stadtteile und den damit einhergehenden steigenden Mieten.
Es ist dieser Gegensatz zwischen Berlinern und Schwaben, aus denen Bärbel Stolz ihre Anregungen sowohl für ihre Prenzlschwäbin-Comedy-Clips auf YouTube als auch für ihr Buch „Isch des bio?“ bezieht. Ob nun es nun die überkandidelten Prenzlmütter mit ihren drei-Vornamen-Kindern, die brummigen Berliner Taxifahrer oder die nervenden, schwäbischen Apothekenkundinnen sind, hier bekommt jeder sein Fett weg. Natürlich arbeitet sie mit Klischees, aber immer mit einem Augenzwinkern, denn offenbar kann die Schwäbin auch über sich und die den Schwaben zugeschriebenen Eigenschaften lächeln, was man von den Berlinern (und das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen) nicht unbedingt behaupten kann.
„Isch des bio?“ bietet kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, die wahrscheinlich am besten bei denjenigen Lesern ankommt, die mit der schwäbischen Lebensweise vertraut sind. Oder fragen Sie mal einem Norddeutschen, was die Kehrwoch‘ ist…
Meine Meinung: Als Oberschwäbin aus der schönen Stadt Ravensburg, war ich neugierig, was Bärbel Stolz so alles in Berlin erlebt. Es ist ja nicht immer einfach. Verständigungsschweirigkeiten, die Suche nach der richtigen Kindererziehung und welche Früherziehung ist die Richtige. Braucht man als Kind schon mehrere Sprachen oder andere Weiterbildungen? Bärbel Stolz macht sich Gedanken wie man als Schwabe in Berlin ankommt. Man wohnt auf dem Prenzlauer Berg. Da läuft man ständig anderen Schwaben über den Weg. Das Mitmenschen, das Müllsystem eher lapidar sehen und auch mal Plastik in normal schmeißen, geht gar nicht. Bärbel Stolz weiß wie es geht und wird nimmer müde „Des find ich jetzt net so gut“ anzubringen, wenn ihr etwas gegen den schwäbischen Strich geht. Es hat schon was, wie Bärbel Stolz über die Unzulänglichkeiten von Schwaben, Berlinern und den Mitmenschen an sich schreibt. Es ist wie ein Spiegel den sie uns Allen vorhält. Bissig, Humorvoll und mit einem Augenzwinkern, beschreibt sie das Leben in Berlin. Berichtet aber auch von ihren Ausflügen in die alte Heimat. Ihre Schreibweise ist flüssig und man denkt sich oft, des isch jetzt net wahr. Für mich fehlt bei all dem Humor, und den wirklich großartigen Erzählungen aber die Tiefe und das Gefühl wirklich mit ihr durch Berlin zu wandern.
Mein Fazit: Mit viel Humor geschriebene Geschichten, die das Zusammenleben von Schwaben mit Nichtschwaben auf die Schippe nehmen.
Also meine Erwartungen an das Buch waren andere - irgendwie mal wieder ein Youtuber oder Youtuberin, die ein Buch rausbringt. Gelockt haben eher Geschichten aus Berlin.
Das Buch entpuppte sich aber als richtig gute Urlaubslektüre. Bärbel Stolz schreibt witzig und interessant. Ich erkenne mich in vielen Erzähungen wieder - obwohl kein Berliner und nur ein Naigeschmeckter im Schwabenland. Denke, es ist einfach typisch Generation X (Y).
Werde es unbedingt weiterempfehlen und hoffe auf mehr Geschichten oder Romane.