In kurzen Essays werden philosophische Fragen behandelt, die in der Star Trek Originalserie thematisiert werden. Ist Spocks Ansicht, dass das Wohl vieler schwerer wiegt, als das Wohl eines einzelnen, der richtige (logische) Weg? Anhand verschiedener Episoden der Originalserie werden Themengebiete bearbeitet, wie die Balance zwischen "Gut und Böse" , ob der Mensch tatsächlich immer im Zentrum stehen muss, ob die "neuen Wege in der Kriegsführung" wirklich ein echter Fortschritt sind oder McCoys Angst vor dem Beamen.
Achtung! Das hier ist keine Parodie auf das Star Trek Universum, sondern vielmehr eine wirklich tiefgründige Betrachtung der Metaphern, die und Gene Roddenberry durch seine Serie mit auf den Weg geben wollte. Aber keine Angst, auch wenn es keine leichte Lektüre ist so macht das Lesen trotzdem unglaublich viel Spaß. Ich habe jedes Kapitel gefeiert! Man kann das Buch auch gut in Etappen lesen – immer wieder ein Kapitel wenn man gerade die Muße dafür hat.
Ich finde die Schlußfolgerungen der Autoren wunderbar, nachvollziehbar und zum Nachdenken anregend. Es geht um Regierungsformen der fremden Welten – die unseren auf der Erde erschreckend ähneln, es geht um Freundschaft und es geht um Nachhaltigkeit… Auch die Huldigung meines Lieblings Mr. Spock hat mein Herz hüpfen lassen!
„Das Leben ist wie ein Garten. Perfekte Momente können erlebt, aber nicht bewahrt werden, außer in der Erinnerung“ (Leonard Nimoy)
Kennt ihr den Dokumentarfilm For the Love of Spock? Gedreht von seinem Sohn – keine trockene Doku, sondern ein einfühlsamer Film über einen großartigen Schauspieler, der seine Rollen wahrhaft gelebt hat! Absolute Empfehlung (Taschentücher bereithalten)!
Genau so wie den Film empfehle ich auch das Buch Die Philosophie in Star Trek – für Fans ein Muss – für nicht Fans ein Geheimtipp! 5 von 5 Lieblingslesesessel!
Es stimmt, Star Trek TOS Episoden und auch die Filme mit der TOS-Crew enthalten viele philosophische Probleme, verpackt in spannende Geschichten. Kirk und Co. treten für die Freiheit und Gleichwertigkeit eines jeden vernunftbegabten Wesens ein, gegen Formen des Zwangs und der falschen Einstellung zur Welt. Spock als Logiker ist prädestiniert für den philosophischen Blick vor allem auf den Menschen. Aber die Lektüre dieses Sachbuchss war für mich doch unbefriedigend. Nichts gegen TOS, Hegels Philosophie oder den Autor als Experten für Hegel. Aber es gibt viel Redundanz, und zu viel Hegel und zu wenig Star Trek. Ich weiß jetzt einiges über Hegel, und da ich mich auch mit Humor philosophisch beschäftigt habe, was dieser Philosoph dazu zu sagen hat. Aber die Beschränkung nur auf TOS ist ein Manko. Und von Logik wurde viel geschrieben, aber so gar nichts über Dialektik. Steckte den in Plots der ST-Episoden so gar nichts Dialektisches?! Dabei war das dialektische Denken das wichtigste, das ich von Hegel wusste. Nun dann muss wohl der dialektische Prozess zwischen diesem Buch und mir stattfinden... Ich bin enttäuscht. Da helfen auch nicht die netten Illus von Comic-Schöpferin Olivia Vieweg.
Beinahe hätte 'Star Trek' nicht ausgestrahlt werden können. Denn als Gene Roddenberry das Konzept seiner Sendung präsentierte, wurde es vom Sender als 'zu intellektuell' abgelehnt. Das muss man sich einmal vorstellen! Der Sender traute seinem eigenen Publikum keine größeren Gedankensprünge zu. Ob er damit recht behalten sollte oder nicht lässt sich nur schwer feststellen, denn obwohl Star Trek wenig später trotzdem das Licht der Welt erblickte kann man über sein Publikum nur schwer absolute Aussagen machen.
Fest steht jedenfalls, dass Star Trek ein tatsächlich intellektuelles Betätigungsfeld in den Mittelpunkt seines Konzepts gestellt hat: Die Philosophie. Im Grunde waren die Geschichten rund um Raumschiff Enterprise nichts weiter als eine anschauliche Philosophie-Sendung im Weltraum. Jede einzelne Episode der Originalserie befasst sich mit einem ethischen Problem und gibt (zumeist jedenfalls) Antworten, deren Interpretation selbst dann dem Zuseher zur Bewertung überantwortet werden. Roddenberry war es stets wichtig eine solche auf die Frage: "Worum geht es in dieser Folge?" zu haben. Merkt man.
Mit 'Die Philosophie in Star Trek' liegt nun ein weiteres Buch vor, das sich mit genau dem auseinandersetzt, was im Titel schon steht. Wie in den meisten so gestalteten Werken steht (natürlich) die Figur des Spock im Mittelpunkt, der sich mit seiner strengen Logik-Lebensgrundlage am Besten dafür eignet. Allein sein bekannter Leitspruch über das Wohl der Vielen, das schwerer wiege als das von Wenigen (oder eines Einzelnen) ist legendär - und ein Leitspruch der Denkrichtung des Utilitarismus.
So beschreiben die Autoren auch seine Welt und die Welt seiner Schlüsse. Sie bewerten dabei weniger sein Verhalten (wie es die Fernseh-Zuseher machen) sondern erläutern die Wege, die ihn schließlich zu seinen Handlungen treiben - entlang von Kant, Shaw und Hegel.
Einige Episoden werden dabei immer wieder genauer untersucht und jeweils in ihrer philosophischen Bedeutung erläutert. Man liest immer wieder aus dem Text, dass die Autoren selbst Fans sind - und das finde ich (persönlich) ausgesprochen sympatisch. Bestimmt ist das Buch nicht das allerbeste Werk zum Thema - es braucht sich aber ganz bestimmt nicht hinter anderen Werken zu verstecken. Und die darin abgedruckten Illustrationen bieten zwischendurch Erinnerungswert und Auflockerung zugleich.
Wer sich noch nie mit dem Thema Philosophie in Star Trek auseinander gesetzt hat, der findet in diesem Buch bestimmt einen tollen Start in eine ihm bis dahin verschlossene (aber erkundenswerte) Welt! :)
Es war nur logisch, dass der bekannte Hegel-Experte Klaus Vieweg, ein Buch über Star Trek und den Hegel-Epigonen Spock schreibt. Vulkanische Philosophie habe "eine faszinierende Ähnlichkeit mit dem philosophischen und logischen Denken von Hegel", analysiert Vieweg. Spock und Hegel teilen die Maxime, dass nur die Vernunft Grundlage für echtes Wissen sein kann und nur durch sie richtige Entscheidungen getroffen werden können. Freiheit contra Tyrannei; die Überwindung des Teufelskreises der Rache und des Krieges; die Freiheit des Willens – kaum ein brennendes Philosophen-Thema wird in der Serie ausgelassen. "Und überall sehe ich Ähnlichkeiten zu Hegels Denken", sagt Vieweg. Falls Hegel noch leben würde, wäre er sicherlich Star Trek Fan. Ausgehend von einzelnen Episoden der Originalserie spaziert der Jenaer Philosoph auch durch die Welt von Kirk und Kant und offenbart, wie vielschichtig Figuren und Motive in Star Trek sind. Schon die Zusammensetzung der Besatzung veranschaulicht die Idee des Universalismus, die im Star-Trek-Universum herrscht. Da die schwarze Kommunikationsoffizierin Uhura und der russische Pilot Checkov bilden da Kontrapunkte im tiefsten Kalten Krieg der 60er Jahre. Ein Buch, das nicht nur dem Star Trek Fan Spaß macht offenbart auch für alle, die sich für Philosophie interessieren tiefe Einblicke in philosophisches Denken. Viewegs Tochter Olivia hat den Band mit witzigen Karikaturen und Sketchen aufgeheitert, alles in allem ein gelungener Band zum 50jährigen der Serie Star Trek...
Auch wenn ich bisher nur das Reboot kenne, entwickle ich doch eine immer grössere Faszination für Star Trek. Deshalb liess ich mich auch nicht davon abhalten, im Ausverkauf dieses Buch mit nach Hause zu nehmen.
Philosophie und Star Trek? Was mich da wohl erwarten wird? Normalerweise ängstige ich mich vor Spoilern, aber hier habe ich eine Ausnahme gemacht. Ich bin automatisch davon ausgegangen, dass das Buch mich eher noch neugieriger auf die Originalserie machen wird.
Und ich lag richtig.
Natürlich gibt es Spoiler - die Autoren gehen davon aus, dass man sich die Serie bereits angesehen hat. Aber ich durfte feststellen, dass Vorwissen gar nicht gross nötig ist. Das, was ich bisher über Star Trek wusste, reichte völlig aus.
Auch in Philosophie muss man nicht grossartig bewandert sein. Man sollte aber dennoch ein gewisses Interesse an philosophischen Konzepten mitbringen, ansonsten ist die Lektüre wohl eher überflüssig. Denn die Philosophie steht eindeutig im Mittelpunkt. Wobei ich überrascht bin, wie viel Hintergedanken in dieser Serie stecken und wie viel Lebensweisheit hier vermittelt wird.
Für ungeübte Leser könnten die philosophischen Erläuterungen teilweise jedoch problematisch werden. Also am besten in kleinen Portionen geniessen, damit einem das Buch nicht verleidet. Wer sich darauf einlässt, hält hier eine kleine Schatzkiste in den Händen.
Nicht nur habe ich viel über die Philosophie im Allgemeinen, Star Trek und dessen Geschichte gelernt, sondern auch ein paar neue Konzepte entdecken können. Das Buch bringt einen dazu, gewisse Dinge zu überdenken und neu zu entdecken. Auch das ein grosser Vorteil der Philosophie.
Ausserdem will ich nun mehr denn je Star Trek gucken.
Die Zeichnungen sind toll. Die Texte hingegen interpretieren sehr viel rein und sehr wenig heraus. Außerdem befassen sie sich nur mit einzelnen Szenen und ihrer Parallelität zu unserer Welt. Hier wird leider nicht versucht, die Philosophie zur Zeit Star Treks zu ergründen (also auf einer Nicht-Meta-Ebene), sondern nur lange tote Denker irgendwie darauf anzuwenden. Neues Wissen, neue Gedankenspiele, werden nicht generiert.
Auch schade ist der ständig erhobene Zeigefinger. Obwohl ich in vielen Punkten sogar der gleichen Meinung bin, fand ich das sehr unangenehm zu lesen. Stark moralisierend, ohne über tote Denker hinaus Argumente oder gar Zahlen und Statistiken zu bringen. Ja, Philosophie ist keine Empirie. Aber dann sollte man sie auch nicht als schlagendes Argument behandeln.
Ein schönes, leicht lesbares Buch, welches einem anhand ausgewählter Beispiele der Star Trek Original Serie aus den 1960'er Jahren die Philosophie vor allem Georg Wilhelm Friedrich Hegels näher bringt und beleuchtet, warum auch heute noch Gene Roddenberrys Vision der Zukunft aktuell ist.