“Die Linke hat zu oft das Muster vorherrschender deutscher Einstellungen, das zurückzuweisen sie angetreten war, reproduziert.” (Moishe Postone, Brief an die westdeutsche Linke, 1985)
Die Reflexion darüber, was es heißt, in Deutschland links zu sein, gilt weithin als abseitig. Dies um so mehr, als Kampf gegen die Globalisierung, Palästinasolidarität oder Protest gegen den Irak-Krieg Mobilisierung verheißen. Gegen den grassierenden Zeitgeist versammelt dieses Buch die Interventionen Postones aus einem Vierteljahrhundert. Neben einer erweiterten Fassung seines Essays Nationalsozialismus und Antisemitismus enthält es einige erstmals in deutscher Sprache veröffentlichte politische Interventionen; dazu einen aktuellen Beitrag zum arabischen Antisemitismus nach dem 11. September 2001.
Inhalt:
Vorwort Logik des Antisemitismus: ein theoretischer Versuch Stammheim und Tel Zaatar Thesen zu Fassbinder, Antisemitismus und Deutschland Bitburg, 5. Mai 1985 und danach. Ein Brief an die westdeutsche Linke Nach dem Holocaust “Die deutsche Linke muß anerkennen, nunmehr Opposition in einer Großmacht zu sein.” Das Ende der Nachkriegszeit und die Wiederkehr der Vergangenheit Kritische Theorie und die Problematik der Geschichte des 20. Jahrhunderts Der Holocaust und die Verlaufsform des 20. Jahrhunderts
Moishe Postone was a Canadian Western Marxist historian, philosopher and political economist. He was Professor of History at the University of Chicago, where he was part of the Committee on Jewish Studies. Moishe Postone, son of a Canadian Rabbi, received his Ph.D. from University of Frankfurt in 1983. His research interests included modern European intellectual history; social theory, especially critical theories of modernity; twentieth-century Germany; anti-Semitism. Postone was the Thomas E. Donnelley Professor of Modern History and co-director of the Chicago Center for Contemporary Theory.