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106 pages, Paperback
First published January 1, 1975
… sie hat ihn seitlich gelegt, so daß er, wenn er die Augen offen hat, zu uns schauen muß, ob er will oder nicht, und so schaut er also, während wir Kaffee trinken, zu uns, liegt, ohne zu schreiben, seitlich und nachdenklich da und beginnt langsam Kaspar zu heißen.
Was er sagte, hätte über weite Strecken von einem Kommunisten oder Sozialisten sein können, sein Haß auf die Banken, die Spekulation, die Großindustrie, das interessenvertretende Parlament erntete sozusagen ersatzweise Zustimmung, fast bei jeder seiner Forderungen wurde applaudiert, nur als er persönliche Freiheit für jeden forderte, klatschte niemand. Mit großem Erfolg zählte er echte Feinde auf, also die modernen Vögte hinter den Banktresoren oder die Planer, die unser Land verplanen. An diesem Punkt kam dann auch die politische Abzweigung nach rechts, indem er sämtliche sozialisierenden Maßnahmen ablehnte und die Schweiz der Zukunft als ein genügsames Land schilderte, das von bescheidenen Gewerbetreibenden und Kleinhändlern bewohnt wird und wieder sich selbst gehört, und nicht den Ausländern. Er betonte immer, daß wir selber zum Rechten sehen müssen und schloß mit einem Zitat von Gottfried Keller.
[…]
Mit diesem Ruf zog eine Gruppe von Blue-Jeans-Leuten unterhalb des Denkmals durch. Von der Anhöhe herunter stürzten sich nun Männer mit Knüppeln und Fahnenstangen auf das Züglein, das unter ihren Hieben bald auseinanderstob, und das alles sah von weitem unter den Klängen der Landeshymne, mit dem höchst farbigen Wurm von Menschen, der sich vom Hügel herunterwand, und den weißen Hemden der Kämpfer, die in der Sonne morgartenhaft leuchteten, äußerst lieblich aus.
Beim Sanitätszelt rieb man sich die Hände.
[…]
Mitten auf dem Weg stand ein Alphornbläser, der die Töne nie gleich traf, und neben mir sagte jemand im Hinabgehen: Die Soubruet isch halt überall.