Hässliche Bauern und böse Ritter
Meine Vorurteile gegenüber Mittelalter-Comics wurden zu Beginn fast bestätigt: Der böse Ritter, der die arme Bauernmagd begrapscht, die dann vom armen Maurer, der sie liebt und nicht haben darf, gerettet wird... hach ja. Doch dann kriegt sich der Band ein, dreht um 180°, zeigt, dass hungernde Bauern nicht edel und gönnerhaft sein können, dass man nicht automatisch zur blonden Fee wird, wenn man in einem zugigen Schloss wohnt, dass man sich Heldentum erst mal leisten können muss, und dass man mit einer Behinderung kaum mehr einen Job findet und dann halt nehmen muss, was kommt - das ganze mit sehr beeindruckenden zeichnerischen Darstellungen des allgegenwärtigen Hungers, Leids und der Hässlichkeit einer unhygienischen Zeit. Um es mit Ovid zu sagen: "Sollen andere die gute alte Zeit loben; ich bin froh, in dieser geboren zu sein."