Als ihr Sohn auszieht, bleiben Margret und Gerhard Sandmaier allein in ihrem großen Haus zurück. Sie beschließen, das ehemalige Zimmer ihres Sohnes zu vermieten. Der passende Mieter ist bald gefunden: ein junger Fahrradmechaniker, unauffällig, höflich, wortkarg. Doch als sich die Schlagzeilen über einen Messerstecher häufen, der in der Stadt junge Frauen überfällt, regt sich in Margret ein schrecklicher Verdacht.
Von diesem Buch hatte ich anderes erwartet - nämlich das, was der Klappentext verspricht. Leider bekam ich keine spannende Geschichte über einen Messerstecher, der Frauen attackiert und der im eigenen Haus einzieht. Es ging viel, viel mehr um die Familie selbst, explizit um die Mutter, die ziemlich depressiv zu sein scheint und die sehr viel damit beschäftigt ist, über ihr Leben zu jammern. Wenn ich ein Drama gewollt hätte, etwas Deprimierendes hätte lesen wollen, ein Buch in dem nur Trübsal geblasen wird, dann hätte es mir gefallen. Aber da meine Erwartungen sich in ganz andere Richtungen gedehnt hatten, konnten diese natürlich überhaupt nicht erfüllt werden. Leider war für die andere Entwicklung des Romans auch nicht gerade schön oder positiv überraschend, da das Buch tatsächlich etwas zum Trübsal blasen ist. Der Schreibstil war toll, der Autor hat Talent zum Erzählen und auch Talent, um Emotionen zu transportieren. Aber das hier waren für mich in dem Augenblick die Falschen. Wenn ein Buch mich bloß deprimiert macht und ich auf jeder Seite das Gefühl habe, das Leben ist schlecht, dann finde ich das meist nicht so berauschend. Trotz allem war es natürlich nicht direkt schlecht. Ich würde das Buch allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen, sondern am besten Leser, die auf genau so eine Geschichte abzielen.
Was für ein interessantes Buch. Der Zerfall der Familie, dass Unvermögen aller Beteiligten, über die Bedürfnisse und Empfindungen zu sprechen: klasse beschrieben.
Wieso trifft es die Frau so sehr, weil ihr Mieter ein junger Vergewaltiger ist, der geschnappt wird. Das Verhalten von ihr zu diesem Mann und seiner Mutter ist total unverständlich, man möchte sie schütteln. Ihre zeitweisen Aufenthalt e in der Psyhiatrie scheinen wirklich nötig zu sein. Wäre die Trennung vom Mann sonst schon früher möglich gewesen? Seltsames Buch.