Abgründig und beklemmend: Hochspannung aus Stuttgart
Stuttgart: Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium ein. So kommt Hauptkommissarin Verena Sander auf die Spur einer jungen Frau, durch die sie den Toten aus einem ungelösten Mordfall identifizieren kann. Doch das Verhalten dieser Frau kommt Verena merkwürdig vor. Und das Kind, von dem der Anruf kam, scheint wie vom Erdboden verschluckt. Dann gibt es eine neue Leiche, die Fälle scheinen zusammenzuhängen. Verena muss unbedingt das Kind finden. Und kommt einer an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft stoßenden Tragödie auf die Spur.
Ein anonymer Anruf führt die Polizei Stuttgart wieder auf die Spur eines vor knapp zwei Jahren begangenen Mordes. Der damals getötete Mann konnte bis heute nicht identifiziert werden, doch nun wird der Fall neu aufgerollt. Hauptkommissarin Verena Sander geht den neuen Spuren nach. Dabei deckt sie gemeinsam mit ihrem Team nach und nach grausige Verbrechen auf, die bis in die Vergangenheit hineinreichen und das Vorstellungsvermögen beinahe übersteigen. *** Mein Leseeindruck: Dieses Buch hat mich wirklich sehr mitgenommen. Von der ersten Seite bis zur letzten Seite war ich total gefangen in der Geschichte und mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Zunächst erscheint die Handlung verwirrend (auf eine gute Art!), da man als Leser nicht weiß, ob und wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenpassen. Ich mag es sehr, wenn ich ein bisschen mitraten und –rätseln kann, und das war hier bis zuletzt der Fall. Nach und nach wird natürlich immer mehr aufgeklärt und die Zusammenhänge erschließen sich dem Leser, dennoch lässt die Spannung nie nach. Die Thematik hat mich außerdem sehr gefesselt und auch mitgenommen. Ich habe während der Lektüre viel gelernt und zusätzlich im Internet recherchiert und vieles erfahren, was mir vorher nicht bekannt war. Dieses Buch ist eines der doch relativ wenigen Bücher, die mich noch nachhaltig beschäftigen und mich lange nicht loslassen. Die Geschichte geht wirklich unter die Haut. Ich hatte vorher noch kein Buch von Britt Reißmann gelesen, aber mit „Scherbenkind“ hat die Autorin mich schon voll überzeugen können, so dass ich noch weitere Bücher von ihr lesen werde. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Spannung wird durchgehend hoch gehalten und die Thematik ist einfach mitreißend. Wer einen spannenden und intelligenten Krimi sucht, der sollte sich „Scherbenkind“ auf jeden Fall einmal näher ansehen!
Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium in Stuttgart ein. Der Fall geht an Hauptkommissarin Verena Sander, die durch einen ähnlichen Anruf eine Verbindung zu einem alten Mordfall herstellen kann. Bald ist ein unbekannter Toter aus einer Kleingartensiedlung identifiziert, Spuren führen zu einer regional bekannten Rockband. Das Kind ist zwar immer noch nicht gefunden, aber der Fall wird zunehmend mysteriös. Nebenbei verliebt sich die Kommissarin in einen der Musiker und stößt auf das merkwürdige Verhalten von Sina – ihre Stimme passt zwar nicht zu den Anrufen, aber sie wohnt dort wo der Anruf abgesetzt wurde und bringt die Kommissarin bald auf eine Idee..
Stil, Machart, Meinung
Bei diesem Buch fiel mir die Zusammenfassung etwas schwer, denn die Entwicklungen der Geschichte hätte ich nach der Inhaltsangabe auf dem Buchrücken nicht erwartet. Ehrlich gesagt hätte ich das Buch dann wahrscheinlich auch nicht gelesen, aber man muss ja auch neue Dinge entdecken. So habe ich versucht, hier auch ein wenig die Richtung anzugeben in die es führt, und hoffentlich nicht zu viel verraten.
Die Themen dieses Krimis sind vielfältig. Neben der detailliert geschilderten Arbeitsweise in einem Polizeipräsidium, lustigen Situationen und Dialogen geht es dann doch vor allem um einen schwierigen Fall für Psychologen und die Heavy Metal oder Death Metal Szene (bin da wenig bewandert) und satanische Entgleisungen. Der Arbeitsalltag von Kommissaren und besonders die humorvollen Szenen und Dialoge muss ich hier besonders loben, denn einige Krimis heutzutage wollen unglaublich düster oder literarisch anspruchsvoll sein, sodass das Lesen manchmal auch deprimiert. Hier finde ich die Mischung gelungen. Das psychologische Thema, ich kann hier schlecht mehr verraten, ist auch sehr interessant – meiner Meinung nach nimmt es allerdings zu viel Raum ein. Das Thema mit Band, Groupies und Satanismus ist auch nicht so recht meins, eröffnet jedoch einige Möglichkeiten.
Genau meinen Nerv trifft die Autorin wiederum mit mehreren Verdächtigen und Nachforschungen in der Vergangenheit. Das Ende ist auch gut aufgelöst, kommt für mich im Vergleich zu dem eher ausführlichen Anfang und Mittelteil dann doch etwas zu kurz.
Wir haben hier also einen Kriminalroman, bei dem der Fokus auf der Ermittlungsarbeit und einem interessanten psychologischen Fall liegt.
An dieser Stelle kürze ich lieber etwas. Die vollständige Rezension mit Informationen zu der Reihe und wie immer der Kategorie „was lernen wir daraus?“ gibt’s auf meinem Wordpress - Blog: http://wp.me/p6tREn-1oJxi
Fazit Dem Krimi gebe ich 3 Sterne. Es ist eine solide und interessante Story mit einem Verbrechen, welches gut aufgelöst wird. Am Anfang war ich sehr begeistert, der Mittelteil war mir dann allerdings zu lang und ausführlich, sodass mir die Lust zum Lesen irgendwie etwas abhanden gekommen ist. Der Schluss kam etwas kurz. Im allgemeinen driftete die Geschichte in zwei Themenbereiche ab, die nicht so ganz nach meinem Geschmack waren und mir auch nicht angekündigt wurden (gut, wie auch, ohne zu viel zu verraten…). Für einige wird es genau das Richtige sein, für mich war es solide und macht nicht unbedingt Lust auf mehr. Aber viel zu meckern habe ich auch nicht, manchmal fehlt einfach der gewisse Funke.
Bereits der Prolog hat es ordentlich in sich und fungiert eindeutig als Magnet, der den Leser packt und tiefer ins Buch zieht. Ein junges Mädchen entscheidet sich für den eigenen Freitod - das geht unter die Haut und verursachte bei mir direkt eine Gänsehaut. Auch wenn wir im Prolog noch nicht so viele Informationen erhalten, war mir sofort klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. Das Mädchen wirkte auf mich nicht emotional aufgewühlt oder verzweifelt. Trotzdem handelte es ganz und gar entschlossen.
Protagonistin dieser Krimireihe ist die Hauptkommissarin Verena Sander, die in "Scherbenkind" in ihrem zweiten Fall ermittelt. Ich erfuhr, dass sie alleinerziehende Mutter ist und große Diskrepanzen mit dem Staatsanwalt hat, der ihr nicht nur in ihrem ersten, sondern auch in ihrem zweitem Fall die Arbeit schwer macht. Ich war sehr froh darüber, dass die Autorin keine total kaputte und vom Leben gebeutelte Kommissarin ermitteln lässt, wie man es aus vielen anderen Krimis kennt. Natürlich hat auch Verena ihre Probleme, z.B. mit dem Verhältnis zu ihrer pubertierenden Tochter, aber sie halten sich in Grenzen und scheinen aus dem normalen Alltag gegriffen. So fiel es mir leicht, mich in ihre Lage hineinzuversetzen und ihre Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen.
In "Scherbenkind" wird sie mit einem Thema konfrontiert von dessen Ausmaße und Bedeutung sie zu Beginn der Ermittlungen noch nicht viel ahnt - ganz im Gegenteil zu mir. Als Leserin wurde mir schon sehr frühzeitig aufgezeigt, womit es Verena Sander zu tun bekommt. Anfangs hat es mich etwas gewundert, weil ich diesen Aufbau so nicht gewohnt war. Meist ist es doch so, dass der Leser ebenso lang im Dunkeln tappt wie die Ermittler. In diesem Fall bekam ich einen Wissensvorsprung und konnte mich fast von Anfang an mit dem besonderen psychischen Krankheitsbild, das hier thematisiert wird, auseinandersetzen. Aufgrund der frühen Aufklärung geht natürlich ein Stück weit die Spannung verloren. Nervenkitzel findet man in diesem Krimi wenig, doch trotzdem hat er einen enormen Sog auf mich ausgeübt. Das Thema war unheimlich interessant und ich fand es toll, die Ermittlungsarbeit zu begleiten. So blieb ich dran und konnte die Lesezeit, trotz grausamer Erkenntnisse, sehr genießen.
Mir hat es gefallen, dass ich es in diesem Krimi nicht mit einer Kommissarin zu tun bekam, die sich unüberlegt und leichtsinnig in einem Alleingang selbst in Gefahr bringt. Die Ermittlungsarbeit sowie das besondere Thema, um das es hier geht, stehen ganz klar im Fokus. Da dieses Thema in der Kurzbeschreibung nicht erwähnt wird, obwohl es bereits auf den ersten Seiten zur Sprache kommt, werde auch ich es in dieser Rezension nicht beim Namen nennen.
Zum Schluss möchte ich noch einmal auf den regionalen Bezug zu sprechen kommen, der mich beim Lesen wirklich sehr unterhalten hat. Immer wieder bin ich an mir bekannten Orten vorbeigefahren, habe im Grand Café Planie, in dem wir mit unserem Bücherstammtisch auch schon einige Male zu Gast waren, einen Cappuccino getrunken, mich durch das bekannte Stuttgarter Verkehrschaos gekämpft, einen Blick in die nahe gelegenen Weinberge geworfen und mich über die doofe Ampelschaltung am Pragsattel oder die nervigen S21-Demonstranten aufgeregt. Auch wenn Stuttgart weitaus mehr als das zu bieten hat, habe ich mich tatsächlich ein bisschen heimelig gefühlt und die vielen ortsbezogenen Anspielungen genossen, wie den Biss in eine noch warme Butterbrezel.
Ein wirklich toller Krimi, der ein spannendes und unheimlich interessantes aber auch ebenso erschütterndes Thema behandelt. Es muss nicht immer ein rasanter, actionreicher Plot sein, der einen ans Buch fesselt, auch die ruhigeren Töne können dies schaffen, in diesem Fall sogar mit Bravour. Ein besonderes Schmankerl waren für mich der regionale Bezug aber auch die interessanten Einblicke in die Arbeit der Kriminalpolizei, die uns die Autorin, welche selbst in diesem Bereich arbeitet, aus erster Hand ermöglicht. Eine glasklare Leseempfehlung von mir - ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Stuttgarter Kommissarin!
Ein kleines Mädchen kontaktiert die Stuttgarter Polizei und gibt an zu wissen, wer der Mörder einer unbekannten Leiche ist. Verena Sander und ihr Kollege Katz setzen alles daran, die kleine Zeugin zu finden. Das Mädchen scheint verschwunden. Die einzige Spur führt zu einer wohlhabenden Familie. Deren Tochter ist aber fast 18. Dennoch gibt es dort den entscheidenden Hinweis zum Mord. Doch Verena Sander merkt, dass es um viel mehr geht und enthüllt Schicht um Schicht einen Fall, der größer und bizarrer wird, als sie es je zu träumen wagte...
„Scherbenkind“ ist der zweite Fall von Verena Sander und konnte mich, wie bereits Band 1, komplett begeistern. Britt Reißmann nimmt sich in diesem Krimi einem mehr als schweren, aber totgeschwiegenen Thema an und zeigt auf, wohin Ignoranz und Unverständnis führen können.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man sowohl Verena und ihren Ermittlungen, als auch der Tochter Sina aus gutem Hause. Denn dieses Mädchen birgt ein Geheimnis, dass die Polizei schon bald an der Realität und den eigenen Überzeugungen zweifeln lässt. Sinas Besonderheit möchte ich an dieser Stelle nicht enthüllen, denn es ist für den Leser in meinen Augen zwingend erforderlich, selbst dahinter zu kommen, womit Verena und das Morddezernat zu kämpfen haben.
Die Ermittlungen durch die Stuttgarter Polizei ist in meinen Augen realitätsnah, nicht überzogen und toll verfolgbar. Verena Sander war mir schon im ersten Teil „Blutopfer“ sehr sympathisch und das setzt sich hier fort. Das Tolle: jede Figur hat sowohl Stärken als auch Schwächen. Und gerade das lässt den Krimi so lebensnah erscheinen. Ich hätte Verena zwischendurch gern mal geschüttelt, genau so oft wollte ich ihr aber auf die Schulter klopfen oder ihr sagen, wie gut sie ihre Arbeit macht.
Neben dem Job bekommt man auch wieder einige Einblicke in die Privatleben der Ermittler. Während Verena mit ihren Emotionen und Hormonen zu kämpfen hat, muss ihr Ex-Kollege Micha langsam erkennen, dass er mit seiner Machotour nicht so weit kommt,wie gedacht. Für mich trifft Britt Reißmann genau die richtige Mischung aus privaten Hintergründen und knallharten polizeilichen Ermittlungen. Zudem kommt der Humor nicht zu kurz, denn auch der Staatsanwalt Triberg ist wieder mit an Bord. Und wer ihn kennt, weiß, dass er nicht immer die Katze im Dorf lassen kann.
Die Story selbst verlangte mir als hart gesottene Thrillerleserin dennoch einiges ab. Die Autorin setzt dabei mitnichten auf blutige Details, sondern greift ihre Leser dort an, wo es weh tut: im Herzen und in der Psyche. Auch wenn ich mich mit dem zentralen Thema des Krimis schon mal beschäftigt habe, musste ich so manches Mal tief durchatmen, denn Britt Reißmann hat mit ihren Beschreibungen die Realität knallhart getroffen und nimmt dabei weder ihre Ermittler noch ihre Leser in Schutz. Grandios und wichtig in meinen Augen.
Der Schluss hat mich überzeugen können, auch wenn ich gern bei einem Vorgang mehr Details gehabt hätte. Dennoch ist das Finale logisch hergeleitet, passend und rund. Und das Schöne: endlich mal keine dussligen Einzelaktionen von selbsternannten Helden. So lobe ich mir das!
Der Stil von Britt Reißmann ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist ruhig, detailgetreu und fesselnd, so dass ich mich kaum entziehen konnte, auch wenn mir die Augen abends zufielen.
Fazit: keine leichte, aber umso wichtigere Kost. Klare Empfehlung.
Klappentext Abgründig und beklemmend: Hochspannung aus Stuttgart
Stuttgart: Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium ein. So kommt Hauptkommissarin Verena Sander auf die Spur einer jungen Frau, durch die sie den Toten aus einem ungelösten Mordfall identifizieren kann. Doch das Verhalten dieser Frau kommt Verena merkwürdig vor. Und das Kind, von dem der Anruf kam, scheint wie vom Erdboden verschluckt. Dann gibt es eine neue Leiche, die Fälle scheinen zusammenzuhängen. Verena muss unbedingt das Kind finden. Und kommt einer an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft stoßenden Tragödie auf die Spur.
Die Autorin Britt Reißmann war Intarsienschneiderin und Sängerin. Seit 1999 arbeitet sie bei der Mordkommission Stuttgart, eine Erfahung, die auch in ihre Krimis einfließt. Für ihren Roman Der Traum vom Tod wurde sie mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet.Scherbenkind ist ihr zweiter Krimi im Diana Verlag. Britt Reißmann lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.
Meine Meinung
Story Nach langer Zeit hatte ich mal wieder Lust auf einen Kriminalroman und so entschied ich mich für Scherbenkind. Worum es genau geht, könnt ihr im Klappentext lesen. Der Einstieg in den Roman begann schon mit einem spannenden und vielversprechenden Prolog. Leider hatte ich aber schon nach wenigen Seiten eine Vorahnung, die später leider bestätigt wurde. Britt Reißmann hat hier einen guten Ermittlerroman hervorgebracht, der spannend ist und sich mit dem Thema der Persönlichkeitsspaltung befasst, was die Autorin meiner Meinung nach gut recherchiert hat. Zudem führt die Autorin uns ein wenig in die Musik/Rocker Szene ein, was das Buch etwas aufgelockert hat. Man bekommt als Leser einen guten Einblick in die Ermittlungen der Kriminalpolizei und wie Verena und ihre Kollegen es mehr oder weniger gut schaffen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Für mich ein solider, durchschnittlich guter Krimi,
Schreibstil Das Buch ist leicht zu lesen. Zu Anfang hatte ich ein wenig Probleme mit den vielen Namen und diese richtig zu zuordnen. Dennoch ein guter, flüssig lesbarer Roman mit tolle Wendungen und hochaktuellen Themen
Charaktere Die Charaktere in dem Roman waren gut dargestellt und sehr authentisch. So richtig für einen bestimmten begeistern konnte ich mich aber nicht. Was sicherlich am Genre Krimi liegt, welches ich nicht so oft lese. Trotzdem passten die Charaktere gut in die Handlung hinein. Vielleicht fehlt mir einfach das Wissen aus dem ersten Band "Blutopfer", um mir die Charaktere noch besser vorstellen zu können.
Mein Fazit
Für mich, die selten Krimis liest, ein guter, solider und gut recherchierter Krimi. So richtig packen konnte es mich aber dennoch nicht, was nicht am Buch, sondern an meinen Lesegewohnheiten lag. Britt Reißmann hat sich an ein schwieriges Thema gewagt und dieses gut eingearbeitet. Von Schizophrenie, über Missbrauch bis hin zum Mord ist alles vorhanden. Ich gebe dem Buch eine gute durchschnittliche Bewertung mit 3,5 von fünf 5 Leseratten/Sternen und eine Empfehlung für alle Leser, die gerne deutsche Ermittlungthriller lesen.
Als erstes ein Dank an das Bloggerportal, da ich Scherbenkind als Rezensionsexemplar zugesandt bekommen habe.
Mir fällt es gerade ein wenig schwer eine kurze Zusammenfassung zum Buch zu schreiben ohne euch etwas zu verraten.
Bei Scherbenkind handelt es sich um den zweiten Band der Ermittlerin Verena Sander. Sie arbeitet bei der Stuttgarter Polizei. Diese haben vor kurzem einen Anruf eines kleines Mädchen erhalten, das sie wisse wer der Mörder ist der den Mann in der Schrebergartenanlage umgebracht hat. Doch das Mädchen ist nicht auffindbar. Sanders Kollege Messmer ist sich sicher diese Stimme bereits bei den Ermittlungen zum Mordfall gehört zu haben. Die Ermittlungen führen wieder zum Hause der Familie Lohmann. Wieder einmal. Denn bereits beim ersten Anruf wurde herausgefunden, dass dieser vom Anschluss der Familie Lohmann getätigt wurde.
Doch in dieser Familie gibt es kein kleines Mädchen. Selina ist zwar die Tochter, doch diese ist volljährig. Herr Lohmann seine Liebe zur Tochter geht weit hinaus, so das er sie vor allen Gefahren beschützen möchte. Frau Lohmann hingegen liebt mehr ihre Hunde anstatt die Tochter. Diese Familie ist keine wirkliche Familie.
Mehr möchte ich nun wirklich nicht zum Inhalt schreiben, da wie bereits zum Beginn erwähnt alles weitere nur noch viel mehr spoilern würde.
Nach Blutopfer ist Scherbenkind der zweite Fall für Verena Sander. Den ersten Band kenne ich bis dato nicht. Das Vorwissen ist für den Fall auch nicht zwingend erforderlich. Es wird wohl so sein das ein wenig Wissen um die Protagonistin fehlen wird, was beim lesen aber nicht störte. Ab und an wurde ein wenig im Buch davon angerissen, aber genaueres wird man hier erfahren wenn man mit Band 1 regulär beginnt.
Verena Sander kam mir hier recht sympathisch rüber. Mutter einer Tochter, dazu alleinerziehend, die den Spagat zwischen Job und Kind versucht zu meistern. Da ihre Tochter Mona einige Tage beim Vater verbringt und dort den neuen Erdenbürger begrüßen möchte, kommt Verena der aktuelle Fall gelegen. Sie kann sich ihre Arbeitszeit so legen wie es ihr am besten passt.
Auch die Kollegen machten alle einen soliden Eindruck. Thea Engel versucht ihren Freund und Kollegen Messmer an sich zu binden. Der Staatsanwalt kommt hier hingegen bissig rüber. Die Sticheleien zwischen ihm und Verena brachten einen so manches Mal zum schmunzeln.
Der Schreibstil der Autorin hat mir hier gefallen. Das Buch ließ sich leicht lesen und die Spannung wurde kontinuierlich aufrechterhalten. Das Thema ließ einen so manches Mal schlucken und man musste erst einmal durchatmen. Man konnte aber auch, so finde ich darüber mehr erfahren und dazu lernen.
Manch ein verstecktes Geheimnis der Personen wurde hier an Tageslicht befördert.
Ich kann hier nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen.
Buchinfo Scherbenkind - Britt Reißmann Taschenbuch - 448 Seiten - ISBN-13: 978-3453358744 Verlag: Diana Verlag - Veröffentlichung: 08. August 2016 EUR 9,99 Kurzbeschreibung Abgründig und beklemmend: Hochspannung aus Stuttgart Stuttgart: Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium ein. So kommt Hauptkommissarin Verena Sander auf die Spur einer jungen Frau, durch die sie den Toten aus einem ungelösten Mordfall identifizieren kann. Doch das Verhalten dieser Frau kommt Verena merkwürdig vor. Und das Kind, von dem der Anruf kam, scheint wie vom Erdboden verschluckt. Dann gibt es eine neue Leiche, die Fälle scheinen zusammenzuhängen. Verena muss unbedingt das Kind finden. Und kommt einer an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft stoßenden Tragödie auf die Spur. Bewertung „Scherbenkind“ von Britt Reißmann ist der zweite Fall für Verena Sander. In diesem Buch geht die Autorin intensiv auf die Psyche des Menschen ein. Hauptsächlich auf die „multiple Persönlichkeit“. Britt Reißmann muss hierfür intensiv recherchiert haben. Beim lesen merkt man, dass sie weiß wovon sie da schreibt. Über dieses Buch habe ich mir noch viele Gedanken gemacht. Den Einblick, den man durch die Geschichte über die menschliche Psyche bekommt, auch in deren Abgründe, beschäftigen einen nicht nur während des Lesens. Der Schreibstil von Britt Reißmann lässt sich wunderbar lesen. Man ist von der ersten Seite an gefesselt. Indem die Autorin mit der Psyche des Lesers spielt, ist großes Blutvergießen unnötig. Für jede Menge Gänsehaut ist auf jeden Fall gesorgt. Mit den unterschiedlichen Charakteren ist der Autorin eine tolle Mischung gelungen. Manch einer ist sehr sympathisch, dafür ein anderer nicht wirklich. Aber alle sind authentisch und glaubhaft. Mit Verena ist Britt Reißmann eine ganz besondere Protagonistin gelungen. Dieses Buch hat mich wirklich tief beeindruckt. Fazit: Spitzenklasse! Hierfür kann ich nur meine absolute Leseempfehlung geben!
Scherbenkind hat mich schon vom Prolog an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war von vorne bis hinten gut durchdacht und äußerst mitreißend gestaltet, die Charaktere sehr genau beschrieben und ausgearbeitet und der Schreibstil angenehm und spannend. Das Thema, dass Britt Reißmann sich für ihren Kriminalroman ausgesucht hat, ist mehr als komplex und kann, wenn es nicht gut ausgearbeitet ist, schnell in die Hose gehen. Doch in Scherbenkind steckt viel Nachforschung und Kenntnis über alles, was im Buch passiert und gerade das macht diesen Krimi so unglaublich realistisch, schockierend und spannend. Die Charaktere sind ebenfalls sehr detailliert erdacht und haben mich sofort zum mitfiebern und miterleben gebracht, was gerade bei Krimis ein eher seltenes Phänomen für mich ist. Vor allem die Hauptkommissarin Verena war mir von Anfang an sehr sympathisch und auch die Hauptzeugin Sina hat mein Interesse mit ihrem komplexen Charakter sofort geweckt. Aber auch Nebenrollen wie der nervige Staatsanwalt Triberg haben mich immer wieder zum Lachen oder Schreien bringen können, was das Lesen wirklich amüsant gemacht hat. Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, da er aus den Sichtweisen verschiedener Personen erzählt und damit Einblicke in verschiedene Gefühlslagen und Charaktere gewährt, was die Verbindung zwischen Leser und Charakteren nur noch stärkt. Einziger anzumerkender Makel von meiner Seite ist die Länge der Kapitel, die meistens um die 50 Seiten umfassen, was mir persönlich leider eindeutig zu lang ist und mich normalerweise eher dazu bewegt, das Buch früher wegzulegen als ich es bei kürzeren Kapiteln tun würde. (Versteht man, was ich sagen will?!)
Abgesehen davon ein super packender und erschütternder Krimi mit tollen Personen und einer super Thematik. Respekt an die Autorin, wie gut sie dieses komplexe Thema umgesetzt hat! Ich muss unbedingt mehr von dir lesen, Britt!