Uwe Timm, geboren 1940 in Hamburg, ist einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Geschichten faszinierten ihn schon als Kind, gebannt lauschte er den Erzählungen seiner Tante und ihrer Gästeschar im Hamburger »Gängeviertel«. Uwe Timm gehört zu den wichtigsten Vertretern der 68er-Generation. Die Aufarbeitung dieser Zeit sowie der deutschen NS-Vergangenheit ist ein wesentlicher Aspekt seines Schaffens. Außerordentlich erfolgreich wurde er auch als Kinderbuchautor. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2001 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Bekannte Werke sind u.a. ›Am Beispiel meines Bruders‹ und ›Die Entdeckung der Currywurst‹.
An Schriftsteller-Biografien hat mich schon immer interessiert, welches Kind ein Autor/eine Autorin früher war, mit welchen Geschichten dieses Kind aufwuchs und wer sie erzählte. Diese Frage beantwortet der Literatuwissenschaftler und Lektor Martin Hielscher in seiner Timm-Biografie. Uwe Timm (*1940) gehört zu der Generation, deren Väter Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs waren und sich nach ihre Rückkehr privat und beruflich nur schwer in der Nachkriegszeit orientieren konnten. Lesenswert ist allein schon, wie aus einem Schulkind, für dessen außergewöhnliche Fantasie die Schule der Nachkriegszeit keinen Raum bot, auf dem zweiten Bildungsweg der Student und später der Autor Timm wird. Martin Hielscher skizziert - von der Studentenbewegung bis zur Wiedervereinigung Deutschlands - den historischen Hintergrund, vor dem Timms Bücher verfasst wurden. 2007 erschienen, umfasst Hielschers Biografie Timms 1972 bis 2005 publizierte Werke und endet mit "Der Freund und der Fremde" (2005). Diese Biografie erläutert Timms Rolle als Chronist der deutschen Nachkriegsgeschichte und weist auf zahlreiche biografische Bezüge hin, die neben dem Auftreten von Vater, Onkel, Bruder, Mutter, Tante und Freund in Timms Romanen zu finden sind. Enthält eine Zeittafel, zahlreiche Fotos und Dokumente, Bibliografie und Hinweise auf weiterführende Lieratur.