Paatelamu Antigone Reini jõel oli kuulunud pensionärist kooliõpetajale, kuni selle romantilise elupaiga omandas kohaliku linnateatri intendant. Nüüd leiti lõhutud ja verepritsmeis paatelamu mõned kilomeetrid Baselist allavoolu, kuid jäljetult olid kadunud teatrijuht ja tema tantsijannast kaaslane.
Intendandi laip tõmmati kuue nädala pärast Reinist välja, tantsijannat ei suutnud Baseli saamatud politseijõud enne leida, kui pensionile saadetud komissar Peter Hunkeler asjasse selgust toob.
Mein erster Hunkeler-Krimi und dann noch Teil 8. Denke aber, er ist gut auch als Einzelroman zu lesen. Atmosphärisch durch den Lokalkolorit erzählt, keine Mördersuche, sondern eher assoziativ Hunkeler in die Rente folgend. Als Theatermensch ist natürlich das Setting spannend, die Meinungslage, die hier über das Theater dargelegt wird, ist sehr amüsant und wohl auch wahr. Das ist schon ein Grund für diese nette, kleine, entspannende Lektüre für Zwischendurch.
Nur noch 6 Wochen sind es, bis Kommissär Peter Hunkeler in Pension geht, als es einen neuen, große Fall gibt: Der Direktor des basler Theaters, Bernhard Vetter, ist verschwunden. Da nicht klar ist, ob der Fall bis zu Hunkelers Pensionierung geklärt ist, bekommt bereits sein Nachfolger die Leitung übertragen. Hunkeler jedoch, wird noch immer gebraucht denn in jungen Jahren hatte er einige Kontakte zum Theater und hat daher noch so einige alte Bekannte in der basler Theaterwelt. Als das havarierte Hausboot gefunden wird, mehren sich die Hinweise, dass es sich nicht nur um ein Verschwinden, sondern möglicherweise um einen Mordfall handelt, das ist jedoch ohne Leiche schwer zu beweisen. Hat Vetters Verschwinden oder Tot mit der skandalösen Aufführung des Ödipus von Sophokles zu tun?
Ich kenne des Roman nicht, der diesem Hörspiel zugrunde liegt, sondern nur die Verfilmung des schweizer Fernsehens, diese jedoch hat erneut herzlich wenig mit dem Hörspiel zu tun, bis auf wenige Motive. Hier handelt es sich um komplett andere Konstellationen und Motive und auch komplett andere Täter. Erstaunlich, wirklich, denn beide Varianten funktionieren sehr gut. Die Fernsehversion ist deutlich einfacher gestrickt, der Hörspiel dafür verzwickter, vielschichtiger und komplexer. Erneut bleibt es spannend bis zum Schluss, obwohl nichts verschwiegen wird. Die Ermittlungen sind sauber durchgeführt und man kann problemlos miträtseln. Der Trick, den der Autor anwendet, ist so einfach wie genial. Erneut mischen sich verschiedene Fälle, die sich überschneiden. Motive, Gründe und Ursachen müssen zugewiesen werden, damit klar wird, was jeweils für welche Tat Motiv und Ursache war. Hunkeler ist auch deutlich intelligenter und gebildeter als in der Verfilmung. Da wird er von seiner Freundin ins Theater geschleppt und ist bereits Rentner. Im Hörspiel (und wohl auch im Buch), liebt Hunkeler das Theater, genießt die provokative Aufführung (die im Film deutlich zensiert wurde) und liest und zitiert Hölderlin. Natürlich ist man auch diesmal nicht wirklich vor Klischees gefeit. Die Vorgesetzten und Nachfolger Hunkelers sind dümmer und arrogant, das wahre Genie ist der einsame Wolf, der geniale Ermittler Hunkeler, der oldstyle Cop, der noch mit Zetteln arbeitet und keinen PC verwenden kann oder will.
Die Sprecher sind hervorragend, alles topp Profis, nie fällt einer unangenehm auf. Die Vertonung, Abmischung und Umsetzung ist auf höchstem Niveau, Kino für die Ohren. Das ist auch kein Wunder, Hunkeler ist der schweizer Wallander, für ihn ist das Beste gerade gut genug. Die Dialektpassagen halten sich in diesem Hörspiel in Grenzen, es ist also auch soweit für Norddeutsche und Zuhörer geeignet, die nicht im Dreiländereck Schweiz/Frankreich/Deutschland beheimatet sind. Auch wenn man die früheren Fälle von Hunkeler nicht kennt, kann man dem Fall problemos folgen. Dieser Fall ist in sich abgeschlossen und funktioniert komplett für sich allein.
Hansjörg Schneider schickt Kommissär Hunkeler in Hunkeler und die Augen des Ödipus in die wohlverdiente Pension. Dessen letzter Fall dreht sich um den verschwundenen Theaterintendanten Vetter. Der Fall wird nicht mehr zur Dienstzeit des Kommissärs gelöst und so macht er sich als Privatmann auf, um im Theater- und im Hafenmilieu auf eigene Faust zu recherchieren. Das Buch liest sich gut, die Sprache ist flüssig und recht einfach gehalten. Schneider kreiert interessante Charaktere, die allerdings nicht alle zu überzeugen wissen. Etwas nervig ist, dass Hunkeler permanent in irgendeine Kneipe einkehrt, egal wann, egal wo und des Öfteren von nicht nachvollziehbaren Gemütsschwankungen heimgesucht wird; vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass er gerade eine große Veränderung in seinem Leben durchmachen muss. Schneider wählte für dieses Buch mit dem Basler Theater und dem Rheinhafen im Dreiländereck interessante Milieus und kann diese auch gut beschreiben. Dabei legt er gar nicht so viel Wert auf die Lösung des Falles, die eher in den Hintergrund tritt, als viel mehr auf die Charakterstudie der beteiligten Personen. Wer also einen spannenden Krimi erwartet sollte sich nach anderen Büchern umsehen. Insgesamt halte ich das Buch für einen soliden Roman - jedoch keinen lesenswerten Krimi, was der Klappentext eigentlich aussagt - der vor allem reizvoll ist, wenn man die beschriebene Umgebung Basels zumindest ein wenig kennt.