Jump to ratings and reviews
Rate this book

Cooper

Rate this book
Es ist ein Tag wie jeder andere. Eine junge Familie fährt in das neue kleine Wochenendhaus auf dem Land. Doch wer ist dieser böse, abweisende Junge an der einsamen Tankstelle? Was geschieht der Mutter, Lisa, als sie plötzlich den schweren schwarzen Schatten im Rücken spürt, allein im Haus? Was wird aus ihrem Mann Jakob und den beiden Töchtern, als die helle, freundliche Welt auf einmal ins Schreckliche kippt? Der schlimmste Angriff des Schicksals steht ihnen noch bevor. Mit sparsamsten Mitteln und größter Intensität erzählt Rathgeb von der tiefen Unsicherheit, die in jedem Leben ist und auf die Angst nicht die einzige Antwort sein muss. Wenn Lisa weiterleben will, muss sie eine andere finden.

144 pages, Kindle Edition

Published July 25, 2016

11 people want to read

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
4 (16%)
4 stars
6 (24%)
3 stars
7 (28%)
2 stars
5 (20%)
1 star
3 (12%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for JoBerlin.
360 reviews40 followers
August 4, 2016
Was habe ich mit diesem Buch eigentlich gelesen. Eine Novelle? Einen Thriller? Ein Psychogramm? Zen-Meditationen über ein naturverbundenes einfaches Leben? Esoterisches Geschwätz?

Zunächst beeindruckt der Roman mit einer ausgesprochen schönen, poetischen Sprache:
“Die Nacht war vergessen, verschwunden in der Masse der ereignislosen Nächte, aus denen das gewohnte Nichts besteht, das dunkle, verhangene Leben”. Das gefällt und so macht die Lektüre einfach nur Freude.
Aber nicht nur künstlerisch fein ziseliert ist diese Sprache, mit seinem ruhigen Ton versteht der Autor es ausgezeichnet, eine bedrohliche, über allem schwebende Stimmung zu erzeugen. Und das ist der Plot: Mutter, Vater, Kinder besuchen ein neu erworbenes Ferienhaus auf dem Land. Der Ort, die Dorfbewohner wirken seltsam, oder sind sie nur distanziert? Rathgeb beschreibt viele unheilverkündende Vorzeichen, er erzählt von einer sich langsam entfaltenden Geschichte auf den “zahlreichen achtlos überschlagenen Seiten im Dossier des Lebens, deren spätere Folgen nicht mehr zu übersehen sind, jetzt da ein Unglück geschehen ist” - ja, etwas Verderbliches schwebt über der Familie.

Doch leider - die ständig geradezu beschwörerischen Andeutungen des drohenden Unheils verkehren sich nach und nach in ihrer Wirkung. Gelangweilt lese ich weiter, ich erwarte das Unglück nur noch halb so dringlich, mit zunehmenden Abgleiten ins Mystische nimmt mein Interesse ab. Zwar passiert dann ein Unglück und es wird weiter in schöner Sprache zum Beispiel über damit zusammenhängende Depressionen geschrieben (so spricht Rathgeb vom ansteigenden Wasserspiegel des schwarzen Flusses der Traurigkeit, von der Angst, die unbemerkt wie ein großer Vogel hoch oben in der Baumkrone saß, die Flügel ausbreitet und sich vor die Sonne schiebt), doch mich kann das alles nicht mehr wirklich erreichen und auch die späte Einführung des geheimnisvollen Cooper in die Geschichte ist mir zu diesem Zeitpunkt schon ganz egal.

Der Schluss des Romans, etwas an Marlen Haushofers “Die Wand” erinnerend, verliert sich schließlich endgültig in einer verquasten “cooperschen” Esoterik: da ist dann vom Übergang auf die “andere Seite” die Rede, der Lebenslauf ist Vorsehung, das Schicksal ist vorher beschlossen, der Mensch selbst hat daran kein Zutun noch Schuld, er zieht auf seiner Bahn dahin wie die Gestirne am Himmel, der Wille ist eine Notlüge des Lebens, nur in der Natur liegt das Gute und die Gerechtigkeit.
Für mich ist das alles unerträglicher, spiritistischer Quatsch, so bin ich am Ende froh, das kleine Büchlein aus der Hand legen zu können. Im letzten Absatz lese ich dort “ O Gott, wie ist mir kalt, es tut so weh”. Ja, ganz genau so empfinde ich auch.
Profile Image for yexxo.
909 reviews27 followers
July 25, 2016
Wir leben in einer Zeit und einem Land, wo es fast schon selbstverständlich zu sein scheint, dass die Menschen ein zufriedenes und teilweise sogar glückliches Leben führen. Wir müssen uns keine Gedanken darüber machen, wie man am nächsten Tag sich und die Familie mit Essen und Trinken versorgt; wo wir Brennmaterial für die nächste Kälteperiode bekommen; wer einem Stoffe oder sogar Kleidungsstücke besorgen kann. Die wichtigsten Bedürfnisse sind in unserer Gesellschaft (und vielen anderen) einfach zu stillen, sodass es nur noch selten zu solchen fast schon existentiellen Situationen für Manche kommt. So verbringen wir Tag für Tag mit der Selbstverständlichkeit und scheinbaren Sicherheit, dass es schon immer so war und immer so sein wird: Dieses Leben in Ruhe und Frieden ohne die ganz großen Ängste und Sorgen. Dass dies überhaupt nicht selbstverständlich und sicher ist, ist Vielen von uns vielleicht gerade in letzter Zeit deutlich geworden. Doch immer noch scheinen diese plötzlich auftretenden Einbrüche im Leben vor allem Andere zu betreffen und von uns glücklicherweise noch weit entfernt zu sein - auch wenn sie näher rücken.
In dem schmalen Roman 'Cooper' (gerade einmal 124 Seiten) erzählt Eberhard Rathgeb von einer Familie, die ein solch zufriedenes, wenn nicht sogar glückliches Leben lebt. Doch das Unheil steht bereits in Lauerstellung, auch wenn Vater, Mutter und zwei Töchter nichts davon ahnen. Bei strahlendem Sonnenschein fahren sie gemeinsam ins Wochenende und nichts deutet auch nur im Geringsten darauf hin, dass ihnen ein Schicksalsschlag unmittelbar bevorsteht.
Es ist bewundernswert, wie es dem Autor gelingt, die Lesenden so in die Geschichte hineinzuziehen, dass man bei jedem noch so schlichten Ereignis mit angehaltenem Atem darauf wartet, dass es jetzt, genau jetzt passiert. Und auch wenn sich nichts ereignet und der Besuch einer Tankstelle sich wirklich nur als der Besuch einer Tankstelle herausstellt, wartet man voller Spannung und auch Furcht auf das Unglück, das da kommen wird. Rathgeb erreicht dies, indem er zwischen die eigentliche Geschichte immer wieder kurze Absätze setzt, die deutlich machen, wie wenig es braucht, um aus dem normalen Leben ins völlige Chaos zu stürzen. Und dass der pure Wille allein nicht immer ausreicht, sein Leben so zu leben wie man es möchte.
Der titelgebende Cooper ist ein späterer Nachbar von Lisa, der Ehefrau und Mutter, der ihr nahebringt, das Leben so zu nehmen wie es kommt. Es scheinen schlichte Wahrheiten zu sein, doch mit ihnen lässt es sich überleben.
Ein kleiner Roman, der es in sich hat, auch wenn die Sprache auf den ersten Blick etwas sperrig zu sein scheint. Nicht abschrecken lassen, es lohnt sich!!!
390 reviews
July 25, 2016
Der Stil könnte polarisieren

Das Glück ist ein zerbrechliches Gefühl. Während im einen Moment alles in bester Ordnung scheint und man glaubt das Heft in der Hand zu halten, bahnen sich Geschehnisse an, die man nicht erwarten konnte, oder vielmehr nicht erwarten wollte. Genau so ergeht es dem Paar Lisa und Jakob und ihren Kindern Carlotta und Nora.
Die Stimmung ist von Beginn an recht düster, obwohl wir mit Hilfe eines allwissenden Erzählers eine scheinbar glückliche und zufriedene Familie bei ihrer ersten Fahrt zum neuen Ferienhaus begleiten. Doch irgendwas stimmt nicht, läuft ganz anders als erwartet. Die Familie weiß es noch nicht und auch der Leser rätselt noch, denn vieles wird nicht direkt ausgesprochen, was das Ganze noch dramatischer werden lässt. Dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu.

Der Schreibstil ist besonders, da er beispielsweise ohne wörtliche Rede auskommt und einerseits reduziert ist, andererseits scheinbare Kleinigkeiten erörtert. Die Personen im Buch erscheinen beliebig austauschbar, da sie wie reine Platzhalter, nicht wie echte Charaktere erscheinen, doch das werte ich positiv. Signalisiert es doch nur, dass es theoretisch von jetzt auf gleich, genauso ergehen kann, wie den Personen im Buch. Man muss zwischen den Zeilen lesen, interpretieren und offen für die philosophische Bedeutung des Buches sein. Zwischendurch kam auch immer mal wieder der Gedanke auf, ob ich die Katze oder den bösen Jungen von der Tankstelle „richtig“ interpretiere. Diese Sorgen waren nicht nötig, denn obwohl vieles, ähnlich dem Cover, im Nebel liegt, führt der Autor jeden aufmerksamen Leser zu den richtigen Schlüssen. Wer beim Auslöschen einer Familie an Brutalität denkt, liegt hier falsch (je nach Ansicht ist das ja positiv oder negativ zu werten) und trotzdem entwickelt das Buch Spannung.
Ich denke, dass der Stil sehr polarisierend ist und empfehle daher vorab eine Leseprobe. Ich konnte das Buch jedenfalls nicht mehr weglegen, als ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte. Die knapp 140 Seiten flogen nur so dahin und ließen mich zwischendurch immer wieder Erschauern oder tief durchatmen. Die Erzählung konnte mich fast durchweg gut unterhalten, allerdings fand ich das Ende sehr deprimierend.
Das Buch legt man vielleicht zur Seite, aber die Erinnerung daran bleibt…
Profile Image for Jasbr.
932 reviews13 followers
July 28, 2016
Dieses Buch ist was besonderes, denn es ist anders als die Bücher, die ich bisher gelesen habe.
Das Genre lässt sich meiner Meinung nach schlecht einordnen. Es ist ein Roman - aber dann wird es schon schwierig :) Es geht sehr dramatisch zu, es passieren Dinge, die nicht zu erklären sind, aber dennoch ist es für mich kein Mystery. Alles in allem ist es kein Standardbuch und das empfand ich als positiv.
Auch der Schreibstil ist herausstechend: Die Sprache ist sehr bildhaft, es werden viele Vergleiche angestellt und hat schon etwas poetisches. Auch die Dialoge sind nicht reine wörtliche Reden wie man sie kennt, sondern in den gesamten Text eingebettet. Beim Lesen muss man sich ganz schön konzentrieren, einfach mal das Buch nebenbei zu lesen funktioniert nicht. Dazu enthält es zu viele Bilder und Anspielungen. Man muss sich Zeit nehmen und auch darauf einlassen.
Das habe ich auch wirklich versucht. Allerdings ist mir das nicht immer leicht gefallen, denn es fiel mir schwer, dem Geschehen immer zu folgen. Teilweise wird sehr lange über "Nichtigkeiten" bzw. für mich banale Dinge geschrieben, dann wiederum werden für mich relevante Dinge nur angerissen. Dadurch entstehen beim Lesen viele Fragen im Kopf, die auch am Schluss noch offen bleiben.
Der Titel des Buches ist für mich nach dem Lesen etwas unpassend, denn der genannte Cooper spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle bzw. taucht erst kurz vor Schluss auf. Aber vielleicht sollte das ein weiteres Rätsel des Autors sein.
Insgesamt hatte das Buch viele Dinge, die ich gut fand, weil sie so außergewöhnlich waren. Andererseits fiel mir das Lesen aber teilweise sehr schwer und zu viele Dinge blieben offen. Deswegen gibts von mir 3 Sterne.
25 reviews
August 2, 2016
Das Cover, auf dem der Nebel schwer drückend auf der Umgebung liegt, wirkt mysteriös und macht neugierig auf das Buch. Das Motiv passt auch sehr gut zu der oft melancholisch drückenden Geschichte des Romans.

Fängt die Geschichte noch recht fröhlich, mit einer Familie die Ihren Wochenendausflug zum neuen Wochenendhaus auf dem Land plant, an so führt das Buch im weiteren Verlauf immer mehr dazu wie das Schicksal dem Leben mitspielen kann, wie Ereignisse das ganze Leben verändern können. Eine recht nachdenkliche Geschichte die den Leser nicht kalt lässt auch wenn vieles im Nebel bleibt und nicht komplett ausformuliert wird aber das ist auch gar nicht nötig.

Rathgeb benutzt hier eine sehr beschreibende Sprache. Wortgewaltiger, einnehmender und fesselnder Schreibstil mit vielen Vergleichen, weiterführenden Gedanken und selbst bei kleinen Situationen kommt eines zum nächsten und man landet von einer Nichtigkeit ausgehend bei einer interessanten Erkenntnis. Mich hat vor allem diese Sprache an dem Buch begeistert. Sehr Stimmungsvoll und alles andere als Oberflächlich.

Ich könnte mir vorstellen das das Buch gerade durch den Schreibstil polarisiert. Wenn man jedoch Freude an literarischen Romanen hat, die Raum zur Interpretation lassen, wenn man gerne auch zwischen den Zeilen liest und philosophischen Ansätzen nicht abgeneigt ist sollte man hier einmal reinlesen.
Profile Image for Childerich III.
53 reviews4 followers
February 24, 2017
Die Rezensionen in der Presse waren ja eher durchwachsen. Auch hier sehe ich viele kritische Stimmen. Viele der Punkte, die bemängelt werden, kann ich auch gut nachvollziehen. Die Sprache ist etwas geschwollen, fast schon blumig. Die Katastrophe(n) dieses Buches ereignen sich mit Ansage. Und welche Rolle spielt eigentlich dieser titelgebende Cooper? Keine Einwände. Und trotzdem hat mir das Buch große Freude bereitet. Gerade die Tatsache, dass das Buch zunächst keinen anderen Zweck zu verfolgen scheint, als auf eine (übrigens nicht explizit benannte) Katastrophe zuzulaufen, sodass der Leser schon weiß, dass diese nahezu unausweichlich ist, hat mir sehr gut gefallen. Man bekommt als Leser im Grunde die Rolle des Voyeurs, der durch den Erzähler in Kenntnis gesetzt wird, dass etwas Schlimmes passieren wird. Man giert als Leser schon fast danach, Zeuge dieses Ereignisses zu sein. Dieses Wissen um die nahende Katastrophe ist Teil des Reizes, den das Buch auf mich hatte. Ebenso die Sprache, die tatsächlich zunächst etwas schwülstig daherkommt, aber in dem orakelhaften, schicksalumwabernden Tonfall in meinen Augen doch sehr passend ist. Nicht für jeden Geschmack etwas, das gebe ich zu. Aber das Buch ist ja recht kurz, sodass es dann auch wieder kein großer Lebenszeitverlust ist, wenn es einem am Ende nicht gefallen haben sollte.
Profile Image for WarmerSommerregen.
144 reviews
August 22, 2016
Wenigstens hatte es nicht viele Seiten…

Ein weißes Haus – hell, warm und übersichtlich – wartet, an einer Landstraße gelegen und von Obstbäumen umzingelt, auf seine neuen Bewohner. Diese zelten nachts im Garten, da das Haus noch so leer ist.
Schon bald haben die Kinder das Land in Besitz genommen, wie sie sich ausdrücken, und bereits erste Verstecke hinter Farn ausfindig gemacht.
Am nächsten Morgen beschließen Jakob und die Kinder, zum nahe gelegenen See zu gehen, Linda jedoch besteht darauf, beim Haus zu bleiben, um in den leeren Zimmern aufzuräumen… Während sich Carlotta und Nora darüber unterhalten, wer von beiden nun Recht hat, ob ihre Mutter letzte Nacht geweint hat, ist Linda gerade mit dem Putzen der Fenster fertig geworden. Was dann folgt breitet Dunkelheit über den zuvor so sommerlich-freundlichen Tag aus: Brutal wird sie ermordet, auf blutrünstige Art und Weise. Sie vermutet, dass der Täter muskulös und groß sein muss, kann jedoch keinen Blick mehr auf ihn erhaschen. Aber irgendwie auch nicht, denn als ihre Familie, einem unguten Gefühl folgend, zum Haus, welches nun tot wirkt, zurückkehrt, liegt Lisa tränenüberströmt am Boden und wimmert. Etwas Schlimmes muss passiert sein, meint Jakob, Lisa ist allerdings noch am Leben.
Aber anstatt das Haus, welches sie unter Inkaufnahme hoher Schulden erworben haben, zu verkaufen, kommt für die Familie trotz der Ereignisse nicht infrage, sodass sie bald beginnen, es wohnlich einzurichten.
„Der Wille ist eine Notlüge des Lebens , weil wir das Unrechte zu tun in der Lage sind, aber die Vorstellung vom alleserschaffenden Willen wird dem Leben nicht gerecht.“ (S. 125) Wenn wir alle dann, als Handwerker beschrieben, Gestirnen gleich unsere Bahnen ziehen, während die Gegenwart den Wendepunkt darstellt, breitet sich bei mir die ohnehin schon herrschende Verwirrung endgültig aus. Mit den vielen Parabeln (?) konnte ich ebenso wenig anfangen: „Schau dir die Bauern an, wenn sie auf ihren Maschinen über die Felder fahren, ohne Sinn für das reiche Leben in der Erde unter ihnen. Sie sitzen wie Könige auf ihren Kolossen und sehen stur geradeaus, dorthin, wo der Feind steht, die Zeit, deren Übermacht sie fürchten.“ – und so weiter… Auch „der liebe Gott“ (S.137) wird über viele Seiten behandelt, denn Lisa redet auf ihn ein und erhält erneut bahnbrechende Erkenntnisse, die ich nicht nachvollziehen kann…

Die ganze Zeit über habe ich das Buch als sehr verwirrend wahrgenommen und hatte das Gefühl, jeder Charakter lebe in einer vollkommen anderen Welt. Zu Beginn habe ich mich noch gefragt, was denn nun wirklich vorgefallen ist, wenn beispielsweise ein Junge mit einer Wassermelone nach Jakob wirft, als wäre es ein Basketball, obwohl sonst niemand den Jungen hat sehen können… Oder wenn eine einäugige Katze an einem Ort auftaucht, an dem sie sich keinesfalls aufhalten kann, da sie nicht so viel Weg wie nötig wäre in so kurzer Zeit hinter sich bringen könnte – sie müsste schneller als ein Auto sein… Doch irgendwann war es mir dann einfach zu viel, denn Menschen die ermordet werden oder tödliche Unfälle haben und kurz darauf mit Kühlschränken im Garten reden, sind mir schlicht weg suspekt…
Darüber hinaus empfand ich den Schreibstil als sehr anstrengend und ermüdend, denn, auch wenn überaus viel wörtliche Rede verwendet wird, ist diese nie als solche gekennzeichnet. Bei langen Dialogen erfährt man als Leser deswegen nur in den seltensten Fällen, wer gerade welche Äußerung macht oder ob etwas gedacht oder gesagt worden ist.
Außerdem ist das Gesagte auch nicht wirklich mein Fall, da die Unterhaltungen der Kinder bei mir erneut Verwunderung auslösen. Ich bin mir noch immer nicht sicher, wie alt sie sein sollen. Zwar gehen sie zur Schule, allerdings sind ihre Aussagen meines Erachtens nicht stimmig: Mal wirken sie wie Kleinkinder, dann als seien sie bereits sehr alt und erfahren.
Aufgrund der schwierigen Erzählweise, mit ellenlangen Sätzen, die jedoch nichts ausdrücken, habe ich am Anfang des Buches auch nicht so wirklich verstehen können, von wem die Geschichte nun handelt. Personen werden ja nicht genannt – weder bei Unterhaltungen noch sonstigen Beschreibungen. Da war es schon ein kleines Erfolgserlebnis, als ich die Namen der Protagonisten entdecken konnte. Wer Cooper jetzt so genau ist, habe ich allerdings nicht verstanden… Eine Erscheinung? Der Nachbar? Der Vorbesitzer des Hauses?
Mir bleiben nach der Lektüre des Buches noch immer zu viele Fragen offen, wobei ich mich nicht wirklich mit ihnen auseinandersetzen mag. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob Eberhard Rathgeb sie selber beantworten könnte… Ich habe mich wirklich durch das Buch gequält und bin froh, dass es lediglich 139 Seiten umfasst… Für mich ein sehr unbefriedigendes Leseerlebnis, das einen merkwürdigen Eindruck hinterlässt…

Und so vergebe ich einen einsamen Stern
Profile Image for Elke.
1,916 reviews42 followers
August 2, 2016
Cooper begleitet eine Familie auf einem Stück ihres Lebensweges: Alltägliches, glückliche Momente in den Ferien und plötzliche Schicksalsschläge. Das Besondere an diesem Roman ist die Schreibweise: unglaublich lange, verschachtelte Sätze und eingebettete Dialoge ohne Anführungszeichen. Belanglosigkeiten, Freude und Leid werden im gleichen eintönigen Stil dargestellt. Das verlangt dem Leser einiges an Konzentration ab, denn läßt man sich einlullen, verpaßt man womöglich wichtige Stellen, da diese sprachlich und spannungstechnisch kaum herausstechen.

Allein durch dieses Stilmittel gelingt es dem Autor, die Beliebigkeit und Unabänderlichkeit des Lebens zu veranschaulichen - läuft im einen Moment noch alles in geregelten Bahnen, kann in der nächsten Sekunde bereits das Unheil zuschlagen. Die Zeit läuft unbeirrt und erbarmunglos weiter, ein endloser Strom, und die Wellen, die ein einzelnes Schicksal schlägt, gleichen höchstens einem Sandkorn, das nur im allernächsten Umfeld kleine Kreise zieht, bevor es gleich wieder in Vergessenheit gerät.

Vor allem deprimierend ist dieser Roman, veranschaulicht er doch die Gewissheit, dass der Mensch dem Leben ausgeliefert ist, dass das Schicksal jederzeit und jederort ganz nach Belieben und ohne Rücksicht zuschlagen kann. Aber es gibt auch einen kleinen Hoffnungsschimmer, wenn der titelgebende Cooper seine einfachen Weisheiten teilt, was er zum Glück gegen Ende des Buches tut.

(Ich habe das Buch im Austausch gegen eine ehrliche Rezension erhalten)
78 reviews1 follower
August 7, 2016
So, wie es scheint, haben die Eltern Lisa und Jakob ein Wochendhaus auf dem Land gekauft und fahren mit ihren Töchtern Nora und Carlotta, die davon nichts wissen, am Wochenende dorthin.

Von Anfang an besteht diese Geschichte aus einem Wirrwarr von Erlebnissen, Gedanken und Gesprächen, die der Leser beobachtet und das, was einen roten Faden ausmachen könnte, befindet sich deutlich in der Minderheit. Die Personen ( und Steine oder ein Kühlschrank...) reden sehr viel, meistens ohne mir wirklich etwas zu sagen und ich finde es sehr anstrengend, dass dafür keine Anführungszeichen benutzt wurden. Wie ein Wasserschwall, von Hölzken auf Stöcksken, wird geredet und gedacht und erreicht mich doch nicht wirklich. Ständig ist von Schicksal, Unheil, Phantasien, Ansammlung von Zufällen, Ahnungen, Ängsten und Ausreden die Sprache und ich vermag gar nicht zu unterscheiden, was da wirklich passiert sein soll; gab es zwei Unfälle oder leidet Laura an einer Wahrnehmungsstörung und lebt in einer Anstalt? Bezieht die Geschichte hierzu eine eindeutige Stellung? Für mich nicht; ich würde das Statement von S. 121 bevorzugen: „Es kommt immer darauf an, wie du eine Sache betrachtest, von welcher Seite du sie siehst.“

Sehr gut gefallen haben mir viele der Methaphern; vielleicht soll ja auch die ganze Geschichte eine sein? Der immer wieder betonte Zusammenhang der Dinge hat mich nicht wirklich erreicht oder gar fesseln können.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.