Ich habe nicht besonders viele Wilder-Filme gesehen. Die, die ich gesehen habe, fand ich nur teilweise gut, "Double Indemnity" hat mir aber sehr gefallen, "Sabrina" fand ich sehr unterhaltsam. Auch wenn ich kein grosser Conaisseur seines Werkes bin, kann ich annerkennen, dass dieser Mann wichtig die die Geschichte Hollywoods war. Karasek laesst Wilder so lebendig erzaehlen, dass ich mich nun auch fuer die anderen Filme von Wilder interessiere.
Gleichzeitig ordnet Karasek die Filme immer in das Gesamtwerk des Regisseurs ein und auch in den Kontext der Zeit. Ich muss damit nicht immer konform gehen. Auch bin ich nicht sicher, ob Karasek nicht stellenweise etwas lax mit seinen Bewertungen umgeht. Er feiert fast alle Filme von Wilder ab. Und den Big Sur an der kalifornischen Kueste als schwer zugaenglich zu bezeichnen ist grotesk.
Auffaellig ist Karaseks altbackene Sprache, die Zeiten innerhalb der Saetze mischt und viel zu viele Artikel verwendet. Er schreibt dann von "der" Paramount" oder "den" MGM. Das ist amuesant.
Insgesamt ist das ein wunderbares Buch, das lebendig von einem spannenden Leben erzaehlt. Gegen Ende hangeln sich die beiden etwas zu sehr an den Filmen entlang. Das erlebe ich leider oft so bei biografischen Buechern, dass dann das Leben nur noch anhand der Werke erzaehlt wird. Aber eigentlich muesste es ja umgekehrt sein.