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Apollokalypse

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Georg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt in zwiegesichtigen Zeiten, immer wieder taucht er auf in Berlin, der Mann aus Westdeutschland, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF? Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre, eine apollokalyptische Zeit, in der das Apollinische mit dem Dionysischen verschmolz im Tiegel der aufregendsten Stadt der Welt. Dem Vergeuden von Jugend, der Ausschweifung jeglicher Couleur und der Hypermobilität stellt er einen rauschhaften Rückverzauberungsversuch der Welt entgegen. Bulgakows »Meister und Margarita« begegnet dem »Ferdydurke« von Gombrowicz und Oskar Matzerath schrammt an Tyron Slothrop, Bruno Schulz und Wilhelm Meister. Die Hauptrolle spielt die Stadt Berlin selbst, haufenweise gehen Künstlerexistenzen an ihrer magischen Gestalt in die Brüche. Und wenn die RAF sich über den BND mit der Stasi berührt, gerät die Zeitgeschichte unter das Messer der Psychiatrie. Am Schluss nimmt der Teufel leibhaftig das Heft in die Hand. Ein mythologischer Roman von unvergleichlicher Sprachmächtigkeit, ein literarisches Ereignis, das alles auf den Kopf stellt, verfasst von einem »der großen deutschen Sprachzauberer«. (Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung).

432 pages, Hardcover

First published September 1, 2016

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for MaggyGray.
673 reviews31 followers
November 9, 2016
Mein Gott, was für ein Gedankenmüll.

Die Beschreibung klang so faszinierend, dass dieses Buch mein zweites für unser Buchpreis-Abo war, und nachdem schon "Warum die Herren Seesterne tragen" für mich ein Reinfall war, ist der zweite Fehlgriff nun noch ein bisschen bitterer.

In Apollokalypse geht es um einen gewissen Herrn Authenriet, der, immer mal wieder von sich losgelöst, zwischen München, Berlin, New York und anderen HotSpots des quirligen Lebens hin und her jettet, um.... ja. Um was eigentlich zu tun? Es wird von falschen Pässen berichtet, von mehreren Identitäten, es gibt Anschläge und die Vorbereitungen dazu, aber man ist irgendwie nie in der Lage, diese einzuordnen. Ist dies nun die Wirklichkeit, oder das verknödelte Schizo-Denken des Protagonisten? Nicht genug dazu, gibt es in diesem ermüdenden Schinken auch noch Büttner, einen psychisch kaputten Künstler, und Pruy, der regelmäßig die- ich nenn es jetzt einfach mal - festen Hinterlassenschaften seiner Toilettenbesuche "wohlwollend" betrachtet und ansonsten überhaupt keine Funktion im Buch zu haben scheint, ausser ein Kackesatzleser zu sein.

Diese Leuchten der fiktiven Gesellschaft bilden ein papierblattflaches Trio Infernale, das sich - bis sich Büttner selbst ausknipst und Pruy sang- und klanglos verschwindet - durch ca. 80% des Buches hurt, und zwar in einer erotischen Ästhetik, die Straßenbauarbeiten auf der A9 ähneln. Logisch, dass den Protagonisten im Allgemeinen und Authenriet im Besonderen gefühlte Scharen von dauergeilen, völlig enthemmten und tabulosen Frauen hinterherrennen und es sich in einer Häufigkeit und auf eine Art und Weise besorgen lassen, dass ich mich schon frage, ob der Autor sein - ähem - Fachwissen aus irgendwelchen Hinterhofpornos bezieht (übrigens an diesen Stellen auch literarisch aus dieser Ecke), oder ob er vielleicht auch hie und da im braunen Orakel liest, wie er es Herrn P. so exzessiv machen lässt.

Bei diesem Buch schmerzt mich jeder Euro, den ich für es ausgegeben habe. So leid es mir tut.

Profile Image for Denise.
7,530 reviews137 followers
April 7, 2020
Impressive writing, incomprehensible plot - if one can even call it that. Seriously, was there an actual point to this book other than showcasing Falkner's undeniable skill in crafting clever, inspired phrases? Because I sure couldn't find one amidst all the sex, shit, and pointless blathering.
Profile Image for yexxo.
908 reviews27 followers
February 13, 2018
Eines ist auf jeden Fall sicher: Gerhard Falkner ist ein Sprachkünstler. Egal, wo man das Buch aufschlägt, auf fast jeder Seite findet man Sätze oder Beschreibungen, die es wert wären, im Gedächtnis zu bleiben (leider sind es einfach zu viele). Zum Beispiel: 'Freundschaft ist ein autochthones Relikt. Geht zurück auf ein Bündnis von Dorfbewohnern. Sie wird von der Mobilität zusammen mit allen anderen hemmenden Werten gerade in großem Umfang entsorgt.' Oder 'Seine überspannten Nerven, das leicht aus dem Ruder geratene Feuern seiner rund hundert Milliarden Neuronen mit ihren bis zu tausend Spikes pro Sekunde, spiegelten exakt die nervösen Energien und die schizoaktiven Schübe einer Stadt (Berlin) wider, die zwischen Wiedervereinigungstaumel, historischer Verstörung, symbolischer Demütigung und Hauptstadtrausch einen genauso durchgedrehten Moment erlebte wie er selbst.' Doch ob der Autor auch ein guter Geschichtenerzähler ist? Hm, tja, ich finde da gibt es Bessere, deutlich Bessere.
Denn die Geschichte um Georg Autenrieths Leben und das seiner FreundInnen in den 80er und 90ern ist zwar schön schräg und durchgeknallt, aber manchmal doch so sehr, dass ich nicht mehr recht wusste, was jetzt eigentlich Sache ist. Georg, die Hauptfigur, hat einen Doppelgänger oder auch nicht, ist in irgendeiner Form kriminell - oder auch nicht. Und scheint selbst nicht so richtig zu wissen, was jetzt ist oder nicht. Besser folgen kann man dem Leben seiner verschiedenen FreundInnen, die aus unterschiedlichen Milieus stammen. Es gibt eine gewisse chronologische Reihenfolge, die jedoch wiederholt unterbrochen wird von Rückblenden, Erinnerungen, Träumen, Phantasien usw. So entsteht immer wieder der Eindruck, es handle sich eher um ein Sammelsurium von Geschichten, als um den Lebensbericht des Georg Autenrieth.
Dennoch werde ich mir den Autor merken und mir auch sein zweites Buch anschauen. Denn seine Sprache ist faszinierend, hat Witz und fordert zum Mitdenken auf. Nicht das Schlechteste, was man von einem Schriftsteller sagen kann. Und wenn er dann irgendwann auch noch eine gute Geschichte erzählet ... ;-)
Profile Image for Vuk Trifkovic.
529 reviews55 followers
Read
January 4, 2017
Giving up. Life's too short for reading half-baked, rambling, insipid Bundesrepublik baby-boomer lit...
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
September 21, 2016
Georg Authenrieth erinnert sich. Soweit er das noch kann, denn vieles ist weg oder nur noch verschwommen da, manches ergibt auch wenig Sinn. Aber vielleicht sind das ja auch nicht seine Erinnerungen, sondern die seines Doppelgängers. Schließlich ist ohnehin alles nur Rekonstruktion. Die Kindheit in Nürnberg, die erste Liebe zu Isabel, das Leben im Berlin der 80er Jahre. Die zweite wichtige Frau, Billy, der Anschlag, der Geheimdienst, die Freunde, die Reisen in die USA und die DDR. Man muss das nehmen, was man hat und so macht es auch Georg oder Georg über den Menschen Georg Authenrieth, der vorgibt, er zu sein und es vielleicht sogar ist.

Gerhard Falkners Roman hat es 2016 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Die Presse hat den Roman bejubelt: ein neues Kapitel der Berlin-Literatur (Süddeutsche), großartig (Deutschlandradio Kultur), fantastisch (Zeit), kunstvoll und komisch erzählt (LiteraturSpiegel). Ich habe mich auf jeder Seite gefragt: was soll das? Was will mir das sagen? Hä?

Ein Erzähler, der sich seiner Erinnerung nicht sicher ist – ok, keine ganz originelle Idee, aber kann man was draus machen. Diskontinuierliche, unchronologische Erzählung – kein Thema, man darf als Leser schon ein wenig gefordert werden. Episodenhafte Erzählungen, lose Verbindungen – auch das kann seinen Reiz haben. Aber hier war mir alles zu lose, zu unverbindlich, zu wenig greifbar. Phasenweise waren zwar Ansätze einer Erzählung vorhanden, diese wurden dann wiederum von absurden Spekulationen über das Sein abgelöst und der Erzähler springt von der ersten zur dritten Person. Wenn alles im Rahmen von Spekulation und Unverbindlichkeit bleibt, wozu dann noch ein Roman? Wenn selbst die Literatur sich nicht mehr in der fiktiven Welt festlegt, wer soll dies denn noch in der Realität tun? Ein Roman, der nichts sagen will, ist für mich letztlich egal und auch irrelevant.

Rechnet man die Idee einer inhaltlichen Aussage raus, könnte der Text immer noch durch seine Konstruktion und die Sprache punkten. Aber auch da erreicht er mich nicht. Insbesondere die Ergüsse im Bereich der Fäkalien sind einfach nur widerlich, die Wortwahl abstoßend und dezidierte Beobachtungen des Stuhlgangs sind für mich keine Kunst, sondern schlichtweg verzichtbar.

Irgendwer scheint den Roman verstanden zu haben, ich offenkundig nicht.
Profile Image for Estrelas.
948 reviews
December 30, 2020
„Apollokalypse“ skizziert das Leben des Protagonisten Georg Autenrieth im Berlin der 80er und 90er Jahre.
Der Roman ist sprachgewaltig inszeniert, doch leider bleibt von der Handlung nicht viel hängen, außer dass es ständig um Sex oder Fäkalien geht. Ersteres reicht mir alleine dann doch nicht aus, um ein Werk genießen zu können, oder, um es aus dem Buch zu zitieren, ist man „‚als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang‘, und es könne ja nicht Sinn eines Romans sein, ‚sich bis zu seinem Ende abzukaspern, einen solchen Zusammenhang zu entdecken.‘ ... Man hat sich im Leben wirklich mit Wichtigerem abzukaspern.“
115 reviews1 follower
December 24, 2022
Genial und wirr - geht so etwas? Ich lasse es ihm durchgehen. Es war kein einfaches Buch - ich musste es immer wieder weglegen. Teilweise aber aus Verblüffung über die brillianten Sätze. Er könnte immerhin berühmt werden.
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