Ringel ist ein Siegertyp. Geschickt bewegt er sich in der schillernden Spielewelt, deren Gesetze längst in sämtlichen Bereichen des Lebens gelten. Eine Clique von selbstverliebten Juroren hält das Karussel der Castings und Contests in Gang. Sie sorgen mit drastischen Methoden dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt. Als Ringel sich mit Jo anfreundet, beginnt er am Sinn der strengen Regeln zu zweifeln. Das Mädchen und er gehen auf gefährliche Touren. Was sie dabei hinter den Kulissen der Vergnügungsmaschinerie entdecken, stellt alles Gewohnte infrage. Mit einigen Gleichgesinnten finden sie Zuflucht in einer alten Manufaktur und proben den Widerstand. Aber Detektive sind ihnen bereits auf der Spur. Wird es den Ausreißern gelingen, sich gegen das übermächtige System zu behaupten und ihren eigenen Ideen zu folgen?
Wenn man heutzutage das Wort "Dystopie" hört, weiß man sofort was gemeint ist. Und doch bin ich immer wieder überrascht was für abenteuerliche Ideen sich Autoren einfallen lassen können.
In diesem Buch geht es hauptsächlich um Lovis welcher sich, wie viele andere auch, durch Castings der verschiedenen Art kämpfen muss um Nahrung, eine Wohnung oder gar Schulbildung zu bekommen. Doch es kommt wie es kommt, die Kandidaten , im Buch Castidaten genannt, wollen sich nicht mehr bloss stellen nur um für 3 Monate eine Wohnung zu bekommen und so beginnt der Kampf um Freiheit.
Wir können die Sichtweisen aus mehreren Perspektiven verfolgen und wissen so was gerade bei den Juroren und den leitenden Personen passiert aber auch was die Castidaten oder die Ausgecasteten im Schilde führen. Die Wechsel sind dabei toll getroffen und lassen einen gerade genug erfahren um auf dem laufenden zu bleiben.
Was schnell auffällt sind die Namen der Personen. Da für mich Dystopien immer ein ernstes Thema sind, fand ich diese manchmal zwanghaft auf lustig gemacht. Da man aber bedenken muss das es ein Buch für Jugendliche ist und diese das als durchaus lustig ersehen, hatte ich wider rum Verständnis dafür. Denn Namen wie Quassel Strippe und Kain Maleins sind doch sehr außergewöhnlich.
Die Personen selbst könnten verschiedener nicht sein, aber lassen sich klar unterscheiden. Jede Person hat seine Merkmale und Eigenschaften. Teilweise werden diese mit dem Namen verbunden.
Die Schreibweise fand ich sehr gelungen. Man merkte zwar dass das Buch für Jugendliche gemacht ist. Aber für ein bisschen leichte Lektüre zwischendurch bin ich immer zu haben. Auch fand ich den Ideenreichtum von Frau Richter sehr bemerkenswert. Denn ich fände es garnicht so leicht böse Pläne für die Juroren zu schmieden und gleichzeitig den armen Castidaten das Leben zu verbessern.
Für mich ist das Buch weder Top noch ein Flop. Die Geschichte war gut, die Charaktere auch, nur die Namen störten zwischendurch.Trotzdem hätte man die Geschichte mit mehr Details vielleicht sogar auf ein weiteres Buch verteilen können. Denn gerade die Darstellung der Castings war für mich manchmal doch zu wenig. Auf Grund dessen würde es mich sehr interessieren wie eine Dystopie oder anderes für Erwachsene bei der Autorin klingen würde.
Ein tolle Einsteiger-Dystopie, gerade für Jugendliche und verspielte Erwachsene.
Lovis und Jo leben in einer Welt, die von Castings beherrscht wird. Wenn man das Casting gewinnt, erhält man einen guten Preis. Essen, Wohnung oder Schule, alles kann gewonnen werden. Doch man muss dafür einiges tun. Es geht klassisch, wie z. B. singen, kochen oder mit seinen Talenten angeben. Aber je höher der Einsatz, umso besser auch der Gewinn. Die Welt besteht nur noch daraus, zu bestehen oder gnadenlos unterzugehen. Wer nichts kann, wird ausgemustert. Lovis und Jo wollen ausbrechen und versuchen einen Weg zu finden, sich aus dem System zu befreien und trotzdem ein gutes Leben zu führen.
Für diese Rezension muss ich etwas weiter ausholen. Zuerst war ich überrascht, mit welch "kindlicher" Sprache die Geschichte doch erzählt wird. Nach Beendigung des Buches kann ich deutlich sagen, dass es sich eher um ein dystopisches Kinderbuch handelt. Erwartet hatte ich jedoch eine Dystopie für Teenager bzw. junge Erwachsene. Und mit etwas mehr Härte, Brutalität und "Düsternis".
In kurzen, einfachen Sätzen wird die Story erzählt. Hierbei wird allerdings nicht viel Wert auf die Beschreibung der Umgebung oder der Orte gelegt (außer in der zweiten Hälfte des Buches, aber auch nicht so ausgeprägt wie gewünscht), sondern eher auf das Miteinander der einzelnen Charaktere bzw. die Castings.
Lovis und Jo sind zwei Jugendliche, die sich mit eben diesen Castings über Wasser halten. Diese Castings scheinen allerdings eher Spielshows zu sein, bei denen der Gewinner eben einen Preis erhält, der es ihm möglich macht, seine Zukunft oder seinen Unterhalt zu gestalten. Gewinne sind z. B. eine Wohnung (für einen begrenzten Zeitraum), Essen, Kleidung oder auch ein Schulbesuch. Je "intensiver" das Casting, umso höher auch der Preis. Lovis hat schon einiges gewinnen können, doch zusammen mit Jo, die er bei einem Casting kennenlernt, bei dem es Essen zu gewinnen gibt, versucht er nun, aus dem System auszubrechen und einen Weg zu finden, ein Leben zu führen, ohne ständig an irgendwelchen Spielen teilnehmen zu müssen.
Die Grundidee fand ich sehr ansprechend, nur leider hat es in meinen Augen nicht so mit der Umsetzung geklappt. Dies lag teilweise auch daran, dass das Buch eben sehr kindgerecht gehalten wurde. Auch der Zusatz "Spiel ums Leben" ist für mich falsch gewählt. Denn eigentlich geht es zu keiner Zeit darum, dass jemand sein Leben gefährdet. Gewinnt man nicht, geht man eben leer aus und probiert es bei einer anderen Show.
Lovis und Jo blieben mir auch etwas fremd. Sie sind zwar sehr forsch und auch clever, stürzen sich in Abenteuer und versuchen, ihre Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen, doch konnte ich keinen Bezug zu ihnen herstellen. Sie bleiben blass. Ihr Verhalten war für mich teilweise nicht nachvollziehbar. Auch war es mir unklar, warum die Erwachsenen sich so sehr von den Kindern bevormunden lassen. Wenn Lovis, Jo und deren Freunde eine Idee hatten, wurde diese von den Erwachsenen anstandslos angenommenen und umgesetzt. Die Autorität wurde dadurch untergraben und es kam mir am Ende so vor, als wären die Erwachsenen die "Dummen", die keine Ahnung hätten und auf die Jugendlichen angewiesen sind.
Auch die Entwicklung dieser dystopischen Welt ist mir etwas zu "schnelllebig". Lovis z. B. kann sich noch erinnern, mit seiner Mutter in einem Haus mit Garten gewohnt zu haben. Aber als die Castings überhand nahmen, wurde alles umgekrempelt und Lovis Mutter arbeitet nun in einer Fabrik, hat ein kleines Kämmerchen für sich zum Schlafen und ihr Sohn pendelt munter von einem Casting zum nächsten, um sich über Wasser zu halten.
Aber auch bei den anderen Kindern, die nach und nach auftauchen, ist dies so. Viele haben keine Eltern mehr (warum, wird nie erwähnt). Auch sie schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Wer keine Wohnung hat, muss im Park schlafen. Wer kein Essen hat, muss es sich erbetteln oder stehlen. Und irgendwie scheint alles so einfach gestrickt, jeder nimmt dies wortlos hin. Dass es aber vor kurzem (ich denke in etwa 10 Jahre) noch normal war, dass jeder ein geregeltes Leben mit Dach über dem Kopf und Job hat, ist wie aus dem Gedächtnis gelöscht.
Wie gesagt, die Grundidee ist gut, die Details sind jedoch nicht ausgereift. Als Kind würde ich wahrscheinlich gar nicht so viel Sachen in Frage stellen, weshalb ich das Buch - wie oben schon geschrieben - eher als Kinderbuch ansehen würde. Als Erwachsener fehlen mir jedoch die Tiefe, die Ursache sowie weitreichende Erklärungen zu dem Wieso und dem Weshalb.
Die gewählten Namen der Charaktere waren ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig. Allen voran schon "Lovis", der Name des Hauptcharakters. Aber auch die Castingmenschen hatten Namen, bei denen ich mehrmals den Kopf schütteln musste. Kami Katze, QuasselnStrippe oder gar Herr Kon To waren dann doch zuviel des Guten und ich werte das Buch nun endgültig als eine Kindergeschichte ab.
Die Aufmachung des Buches muss ich jedoch wieder positiv bewerten. Alles ist lilafarben gehalten und der Schnitt ist ebenfalls sehenswert. Er ist in rosa gehalten und so wirkt das Buch von außen her sehr edel aufgemacht.
Das Ende war dann doch etwas überraschend, jedoch viel zu schnell. Auch hier hätte ich mir gerne etwas mehr Erklärung gewünscht.
Fazit: Schade, dass die Idee nicht so gut mit der Umsetzung harmoniert.
Lovis und Jo verbindet etwas, dass für andere ein Kraus, aber für sie etwas Seltenes darstellt. Gemeinsam leben sie in einer Welt, die von einer Clique bestimmt wird, die ein grausames Spiel ins Leben gerufen und mit drastischen Methoden beherrscht wird – Casting! In dieser Spielewelt sind die Regeln längst zum täglichen Lebensziel mutiert und wer sich dagegen sträubt wird zur Not mit Gewalt in die rechte Bahn zurückgelenkt.
Ringel ist ein Gewinnertyp, der sich der Regeln zu trotz gegen die Machenschaften versucht aufzulegen und gemeinsam mit Jo geht er auf gefährliche Touren. Genau solch eine Tour öffnet ihnen die Augen – Sie stellen das Gewohnte in Frage und beginnen an den strengen Regeln zu zweifeln! Schnell befinden sie sich in Lebensgefahr, den ihr Widerstand soll der gerechten Strafe zugeführt werden und das System ist ihnen längst auf den Fersen um dieses umzusetzen!
Meine Meinung:
Zurzeit sprießen Bücher deren Inhalt sich mit der virtuellen Spielewelt auseinandersetzten, förmlich in Mengen aus dem Erdboden. Es ist immer wieder interessant in solch eine Welt abzutauchen, dass Unmögliche zum Möglichen zu wandeln und den Gefahren zu strotzen, denen man sich sonst nicht stellen würde.
So war es sehr interessant aus der Sicht von Autorin Yvonne Richter in solch eine Welt abzutauchen, da sie in Gegensatz zu den anderen sich in der Realität abspielt und nicht im World wide Web.
Mit der Rezension zu diesem Buch habe ich mir ehrlich gesagt etwas schwergetan. Insgesamt ist das Buch recht gutgeschrieben und hat schon etwas Vorstellbares an sich, wenn man die Entwicklung der Technik beachtet. Schnell vermischt sich so das reale Leben und die Welt der Spiele. Sie nehmen mittlerweile schon einen gewissen Bestandteil in der heutigen Zeit ein. So konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es so auch in Wahrheit laufen könnte, wenn man für solche Dinge empfänglich ist.
Die Charaktere sind greifbar und auch authentisch geschildert, so dass man sich sehr gut in sie und ihre Geschichte hineinversetzen und sich in sie einfühlen kann. Am besten gefiel mir den Zusammenhalt der einzelnen Charaktere und die Freundschaften, die daraus resultieren. Ganz nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark!“ stellen sie sich den Gefahren und Herausforderungen, und animieren so den Leser ihrer Geschichte zu lauschen.
Dass sich das Ganze auf einer Art „Spielshow“ abspielt ist es recht interessant zu welchen Taten und Dingen die Menschen bereit sind um ihr Leben auf positivem Wege zu beeinflussen.
Kommen wir nun jedoch zu dem Aber, dass leider in vielerlei Hinsicht überwiegte.
Leider sprach mich der Schreibstil absolut nicht an. Es kam mir zu kindisch geschrieben herüber und machte dieses Buch eher zu einem ausführlichen Kinderbuch ohne Bilder, als zu einem abenteuerlichen Jugendbuch mit spannenden Elementen.
Die Umsetzung der Handlung erschien mir jedoch nicht zu 100% ausgereift, es bleiben viele offene Punkte, denen man eventuell mehr Augenmerk hätte zuwenden können und sie so in dem Vordergrund zu rücken, da sie sehr interessant sind und leider zu wenig thematisiert wurden. So kamen mir etliche Szenen eher oberflächig abgearbeitet vor, statt den gewünschten Tiefgang zu erhalten.
Aber was mich sehr enttäuschte war das trostlose beschreiben der Handlungsorte. Vielleicht bin ich da etwas zu kritisch, aber ich muss mich in die Schauorte reinleben, sie mit Fantasy ausmalen und mir vorstellen können, selbst das gelesene genau an diesem Ort zu erleben. Schade, dass die Autorin erst gegen Ende hin mit einer bildgewaltigen Darstellung dieser auffährt.
Das Cover finde ich jedoch toll gewählt. Hat es etwas von einem endlos leeren Tunnel, der durch erreichen seiner Ziele mit Leben gefüllt wird und dies kann nur geschehen, wenn man eben als Gewinner aus diesem Spiel hervorgeht.
Fazit:
Leider konnte mich dieses Buch nicht wirklich von seinem Inhalt überzeugen. Zu oberflächig abgearbeitet, trostlos wirkende Schauorte und ein kindlicher Schreibstil machten das Wohlfühlen und Erleben der Handlung fast unmöglich. Einzig die Charaktere konnten mit ihrer liebevollen und starken Art überzeugen.
Kann man lesen, aber wenn nicht, dann verpasst man auch nichts…
In der Welt der Zukunft wird das Leben der Menschen durch Castings bestimmt. Es gibt die privilegierte Gesellschaft, die dem Konsum von Castingshows im Fernsehen frönt und es gibt die "normalen" Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Castings bestreiten. Wohnanspruch, Nahrung, Bildung - all das muss ercastet werden, denn einen Anspruch auf solche Luxusgüter hat niemand. Von klein auf wird die Gesellschaft in Castings gedrillt, angefangen mit Baby-Castings bis hin zu dem Lebensabschnitt, in dem man ausgecastet wird. Menschen, die körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage sind, an Castings teilzunehmen, werden zur Zwangsarbeit in Fabriken gesteckt, wo sie für den Rest ihres Lebens für Nahrung und Unterkunft die Gewinne der Castingshows herstellen müssen.
Das System hat sich bewährt, niemand zweifelt an diesem, denn ist es nicht immer schon so gewesen? Lovis ist ein Teenager und bestreitet erfolgreich diverse Castings. Immerhin hat er derzeit einen 3-monatigen Wohnanspruch gewonnen, was viel wert ist, müsste er doch sonst in einem Park übernachten. Derzeit nimmt er an einem Casting teil, in dem es ein großes Essenspaket zu gewinnen gibt - und sich endlich mal wieder richtig satt zu essen, das wäre wundervoll. Jovis ist auf sich allein gestellt, denn seine Mutter wurde bereits vor einiger Zeit ausgecastet. Die Castings sind jedoch nicht kostenlos - nein, die Teilnehmer müssen eine Gebühr bezahlen, um an diesen teilnehmen zu können. Tatsächlich verhält es sich für Lovis so, dass er bei diesem bewussten Casting zwar ins Finale kommt, jedoch von einem Mädchen namens Jo besiegt wird. Dieser Sieg soll Lovis jedoch in Erinnerung bleiben, denn dieses ihm unbekannte Mädchen bietet ihm an, ihren Gewinn mit ihm zu teilen. Schnell schließen die beiden Freundschaft und Lovis lässt Jo heimlich bei sich übernachten (was auf gar keinen Fall gestattet ist) und fortan treten sie zusammen zu Castings an.
Während eines weiteren Castings (wo auch sonst) lernen die beiden ein Mädchen namens Schlawine kennen, die mit allen Wassern gewaschen ist und mit unter auch mal mogelt, um zu gewinnen. Die drei verstehen sich auf Anhieb, ebenso mit Quecke, einem weiteren Mädchen, dass sie durch ein Casting kennenlernen. Die vier treffen immer aufeinander, sind sie doch in derselben Tretmühle gefangen. Zwischen ihnen spinnt sich eine Freundschaft, die weit über Casting-Gefährten hinausgeht. Als die vier bei einem weiteren Casting einen Jungen namens Admiral Kahlo kennenlernen, ist die Gruppe komplett, doch ehrlich - sie haben sowas von die Nase voll von Castings, alle fünf. Immer wieder müssen sie kämpfen, immer wieder sich beweisen, nur um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen und wenn sie es mal nicht schaffen, werden sie fallengelassen - und alles nur, um die Zuschauer an den Fernsehgeräten zu unterhalten. Die fünf beschließen, etwas Unruhe in die geordnete Castingwelt zu bringen und machen dabei eine überaus interessante Entdeckung - es gibt noch ein Leben außerhalb der Castings ...
Nieder mit den Castings! Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet. Ich fand die Welt, die in diesem Buch erarbeitet wurde, ausgesprochen faszinierend, denn so etwas wie Familienverbände oder Gemeinschaften, gibt es nicht mehr und anstelle zu Arbeiten und damit die Wirtschaft voranzubringen, müssen die Menschen immer wieder gegeneinander antreten, um ihre Grundbedürfnisse zu stillen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich hier die Figur der Jo, die von sich aus den ersten Schritt getan hat und bereit war, ihr hart erkämpftes Essen mit einem Unterlegenen zu teilen, den sie bis dato überhaupt nicht kannte. Trotz all der widrigen Umstände, in denen sie lebt (und sie sind wirklich widrig), hat sie sich ein gutes Herz bewahrt. Besonders schön fand ich auch die Namen der Figuren, so zum Beispiel ein gewisser Herr Kon To oder eine gewisse Kami Katze. Den Schreibstil kann ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.
Jovis lebt in einer Welt, in der alles ercastet werden muss. Nur wer gewinnt, bekommt Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Wer nicht mehr mitmacht wird ausgecastet und fristet sein Dasein in einer Fabrik unter miserablen Bedingungen. Nur die herrschende Klasse kennt Wohlstand und bestimmt, welche Casting überhaupt weiterlaufen, denn der Zuschauer entscheidet. Als Jovis in dieser Welt, wo jeder gegen jeden kämpft, Jo trifft und sich mit ihr anfreundet beginnt er, einen Ausweg zu suchen. Einen Weg zu Freundschaft, Familie, Gemeinschaft. Mich hat die Medienkritik sehr interessiert. Sogenannte Castingshows pflanzen sich in der Fernsehlandschaft fort, wie es Kaninchen nachgesagt wird. Ich war sehr gespannt, wie das bei Casting umgesetzt wird. Auch die Zwei-Klassen-Gesellschaft hat mich neugierig gemacht. Nicht zuletzt war es die Frage, wie in einer Welt ohne Vertrauen dennoch Freundschaft keimen kann. Leider wurden die vielen Möglichkeiten der Materie kaum genutzt. Stattdessen gehen viele Fragen schnell in den Leerlauf. Jovis und Jo freunden sich einfach an und finden auch schnell weitere Freunde. Castings gibt es eben. Fabriken gibt es eben. Das System gibt es eben, ohne das Gründe genannt werden. Dabei sind Jovis und Jo keinesfalls einfache Kinder, sondern Jugendliche. Außerdem wird erwähnt, dass die Zeit vor den Castings kaum eine Generation zurück liegt. Jovis kann sich noch daran erinnern, mit seiner Mutter in einem Haus mit Garten gelebt zu haben, bevor die Castings Überhand genommen haben. Trotzdem ist die gesamte Gesellschaft nur noch auf Castings eingestellt, normale Berufe gibt es nicht mehr, die Menschen wissen nicht einmal mehr, wie sie sich um sich selbst kümmern sollen. So gut der Ansatz auch ist, so unvollständig ist die Umsetzung. Beispielsweise gibt es in Museum, in dem Handwerker bei ihrer Arbeit beobachtet werden können. Diese Menschen sind betont alt. Das sticht sich für mich mit der Aussage über Jovis frühe Kindheit. Die Menschen vergessen ja nicht einfach von heute auf morgen ihre Schulbildung und Ausbildung, wenn sie gezwungen werden, bei Castings mitzumachen. Auch der Ausgang der Geschichte ist zwar nett, aber nicht konsequent. Von Profit auf Wohltäter in zwei Seiten. Und die Frage, nach der herrschenden Klasse stellt sich der Roman im Grunde nicht. Wenn alle in Castings sitzen oder für sie arbeiten, wer produziert dann, wer arbeitet, wer schaut fern? Die ominösen Anderen haben jedenfalls keinen Raum im Roman. Auch die Namensgebung erinnert eher an ein humoristisches Kinderbuch. "Quassel Strippe" und "Kon To" agieren neben "Schlawienchen", "Admiral" und "Kami Katze". Das wirkt schnell gezwungen komisch und in einer Dystopie in der Ausprägung auch irgendwie fehl am Platz. Gleiches gilt für den oft sehr einfach gehaltenen Stil, die Aussagen, die sich mitunter widersprechen. Ein wichtiges Beispiel ist für mich Jovis' Mutter, die in einer Fabrik wohnt, weil sie den Castings den Rücken gekehrt hat, von ihrem Sohn aber besucht wird und ihn besucht, und der Überraschung Jovis' als er erfährt, dass "ausgecastete" in Fabriken wohnen. Der Roman ist hier schlicht nicht konsequent, und leider nicht nur hier. Casting. Spiel ums Leben hat einen guten Ansatz und könnte eigentlich auch ein guter Roman sein. Der Stil ist in den Grundzügen gut, allein die Ausarbeitung passt nicht zur Dystopie und dem Genre des Jugendbuchs. Eine kuriose Mischung aus kindlichen Elementen, die hier eher kindisch wirken und Protagonisten, die dem schon entwachsen sind. Casting hat mich leider nicht begeistern können.
Vergesst Katniss und Peta ... dies sibd die richtigen Hungerspiele. In einer gesellschaft wodas supertalent deib leben bestimmt könne. Nur wenige gewinnen. Alles ist ein wettbewerb oder Casting wie es hier genannt wird und die gewinner bekommen kein geld oder n Plattenvertrag nein sie bekommen etwaa zu essen Kleidung oder "Wohnrecht". Das sind Grundbedürfnisse ... keine Prävilegien. Dieses buch ist einfach mal krass. Der unterschwellige Horror dieser Gesellschaft hat mich fertug gemacht. Und innerhalb dieser Konkurrenzgesellschaft schaffen es Lovis und Jo eine Freundschaft aufzubauen ubd sich gegenseitig zu helfen. Ein kleiner Lichtblick. Der schreibstil ist stellenweise seltsam und es fehlen einige Hintergrundinfos am Anfan,aber es ist einfach und schnell zu lesen.
Lovis lebt in einer Welt des Castings. Egal, ob es ums Essen, um Kleidung oder um eine Wohnung geht, für alles muss er sich gegen andere durchsetzen, Aufgaben erfüllen und vom Publikum geliebt werden. Mit Jo, einem kämpferischen Mädchen, findet er eine Verbündete gegen das System. Doch wie sollen sie gegen eine Welt des Wettkampfs ankommen?
„Casting – Spiel ums Leben“ von Yvonne Richter hat mich aufgrund seiner Thematik neugierig gemacht. In Zeiten, in denen auf jedem Sender gefühlt 10 Castingsshows zu allem möglichen und unmöglichen laufen, ist der Gedanke „Was wäre, wenn das ganze Leben ein einziges Casting ist?“ sehr verlockend und beängstigend. So gespannt ich auf das Werk war, so traurig habe ich es auch wieder zur Seite gelegt.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Man folgt hier aber zum Großteil Lovis und Jo auf ihrem Weg durch den komplett durchgecasteten Alltag. Gleich zu Beginn wirft die Autorin ihre Leser mitten in ein Casting, ohne dass man weiß, was los ist. Solche Einstiege liebe ich, da sie mich direkt mitreißen.
Oder mitreißen würden. Denn Yvonne Richter verwendet für ihr Buch eine sehr einfache, schon flache Sprache. Ja, das Buch ist für Jugendliche geschrieben, aber die Sprache ist schon kindhaft einfach. Zudem erfindet die Autorin für ihre Castingwelt eine Menge neue Begriffe. Manche davon sind kreativ, die meisten wirken auf mich aber wie das Fantasiegebrabbel von ABC-Schützen. Und das passte für mich gar nicht. Es störte meinen Lesefluss, ich konnte die wohl spannende Geschichte nicht verfolgen und ärgerte mich Seite um Seite immer mehr. Ich mag es sehr, wenn ein Autor kreativ ist und für seine Welt auch neue Wortschöpfungen erschafft. Dies nahm hier aber überhand und war zudem nicht mehr aus dem Kontext nachvollziehbar. So funktioniert es leider nicht.
Daher legte ich das Buch nach gut 80 Seiten zur Seite. Ich hätte gern gewusst, wie sich Lovis und Jo schlagen, wie sie ihre Träume umsetzen und wie die Castingwelt da mitzieht. Doch wenn die Sprache sich auf Grundschulniveau bewegt, kann ich einfach nicht genießen.
So bleibt als Fazit nur, dass die Idee klasse ist, die Umsetzung aber ein Graus. Sehr schade!
Casting ist ein Buch für Jugendliche - vermutlich jüngere Jugendliche und spielt in der näheren Zukunft. Ich bin leider aus dem Alter der Zielgruppe schon ein wenig heraus, aber die Geschichte ist trotzdem spannend. Als Bild wäre dieses Buch ziemlich bunt - alles ist ein wenig übertrieben; was die Einordnung leicht macht. Die Bösen sind lächerlich, die Guten sind so wie man sie mag. Insgesamt ist die Geschichte Optimistisch, die "Gutmenschlichkeit" unserer Helden ist ein wenig unglaubwürdig (wenn man bedenkt, dass sie in einem knallharten Wettbewerbsklima aufwachsen), aber durchaus liebenswert und der Aufbau von etwas neuem ist immer ein schönes Thema. Anders als andere Rezensenten finde ich das Ende durch passend, es ist glaubwürdig (ok, die "Bösen" sind nicht konsequent böse, aber in diesem Buchgenre ist das erlaubt... ;-), löst das bestehende Problem und öffnet der Phantasie platz für eine "eigene" Zukunft. Weniger gefallen mir die merkwürdigen pseudoanglismen und erfundenen Worte. Manches davon ist ok, vieles schlichtweg albern. Ja, eine Fantasiewelt darf eigene Wörter haben, aber zu häufig meldet sich mein Sprachgefühl mit "Fehler" - schon die Nutzung des Wortes Casting schein mir fragwürdig; für mich sind das einfach Wettbewerbe/-spiele (hm, ja, zugegeben, das ist ein Casting letztendlich auch...). Sowas wie "Wipplounge" ist schon etwas schräg... (ja, es bedeutet im Buch das, wonach es klingt). Auch ist die Welt der Geschichte für mich nicht ganz schlüssig (die ganze Welt würde mit diesem System so nicht funktionieren, eher eine Stadt - aber wie funktioniert die Welt außen herum dann?). Auch haben es die Helden fast ein bisschen zu leicht... Hm, wie gesagt - ich bin halt zu alt... ;-)
Keine Sternbewertung von mir, da ich offensichtlich nicht zur Zielgruppe gehöre; für die könnte das Buch durchaus passen.
PS: Ich habe dieses Buch im Rahmen eines Goodreads Giveaways kostenlos vom Autor bzw. Verlag bekommen (Sorry, die Zielgruppe war mir beim Auswählen des Giveaways nicht klar...).
Die Geschichte spielt in der Zukunft und dreht sich um Casting-Event-Organisatoren, (die zur einer auserlesenen Elite gehören und deren Aufgabe es ist, immer neuere und ausgefallenere Realityshows zu organisieren), „Castidaten“ (normale, junge und noch nicht alte Menschen, die ihren geistigen und leiblichen Lebensunterhalt durch Castings in diesen Realityshows bestreiten müssen) und Gaffer, für die das alles organisiert wird, die vor ihren „Filmrahmen“ hocken und sich an dem Geschehen ergötzen. Es geht, wie so oft, um die Einschaltquote. Lovis und Jo, zwei jugendliche Castidaten, und noch ein paar andere, die es satt haben, ihren Lebensunterhalt so zu bestreiten und denen die Ungerechtigkeit und fehlende Menschlichkeit des Geschehens gegen den Strich geht, versuchen aus dem erniedrigenden System auszusteigen. Schaffen sie es? Eine wunderschöne Geschichte, in der es um Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe und „gemeinsam schaffen wir das“ geht. Ich habe mich sehr über den Schreibstil der Autorin gefreut, der gekonnt auf junge Leser ausgerichtet ist. Sie bringt gelungene Wort- und Namensschöpfungen, oftmals verschlungen mit alteingesessenen Redewendungen, Wortkreationen hinter denen was Gedachtes steckt und die Kinder und Jugendliche zum Nachschlagen, Nachfragen und Diskutieren mit Erwachsenen anregen werden. Ganz besonders hat mir der Dialekt des „Castieners“ Kaspar Scherzinger gefallen und dazu der Gedanke, dass es das „Kulturgut“ Bayrisch bis in die Zukunft geschafft hat – ein wunderschöner und beruhigender Gedanke. Bravo, Yvonne Richter! Ich werde das Buch meinen Enkelkindern zum Lesen geben und freue mich jetzt schon auf deren Reaktion.
Das Cover und der Klapptext haben mich total angesprochen und kaum dass das Buch bei mir angekommen ist, habe ich es auch schon zur Hand genommen. Von Anfang an war ich schon ein wenig verwirrt, denn es war seltsam. Der Satzbau und die Sprache haben mich total irritiert. Also Treppbühe hat mich so verwirrt, dass ich das Wort doch tatsächlich gegooglt habe. Die Grundidee ist wirklich nicht schlecht, es wird sich über die heutzutage so beliebten Castingshows lustig gemacht was ich total nachvollziehen kann ;) Aber an der Umsetzung happert es. Zwar ist das Buch für 10 bis 16 Jährige geschrieben worden, aber ich denke die Zielgruppe ist eher 8-12. Es gibt einfach keine Tiefen. Erst ist alles mist, dann wir das System von Kindern ein wenig über den Haufen geworfen und dann ist alles Friede Freude Eierkuchen. Ich frage mich wie die Fabriken nun funktionieren wenn die Auscasts nicht mehr arbeiten? Egal die Namen waren echt grausam und die Quasselstrippe ohne Gebiss oder der Urbayer. Die Autorin hat die Sätze von dem unten nochmal übersetzt.
Schade eigentlich, ich denke aus der Idee hätte man so viel mehr machen können.