Der Wiener Philosoph Karl Popper rettet sich ebenso über die Ozeane bis nach Neuseeland wie der Dichter Karl Wolfskehl, andere führt ihr Weg aus den Versuchsräumen des Doktor Mengele in Auschwitz über die verschiedensten Stationen bis zu den Maori. Freya Klier schildert die bewegenden Schicksale jüdischer Emigranten, deren Biographien kaum unterschiedlicher sein könnten und die doch eines verbindet: ihre Flucht nach Neuseeland, das Land, das am weitesten von Deutschland entfernt ist und in dem sie endlich Schutz vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten finden. Geschickt verknüpft Freya Klier die Lebenswege der Protagonisten zu einem Stück mitreißend erzählter Weltgeschichte von 1930 bis 1948. Gleichzeitig zeichnet sie die spannende Vergangenheit ihres Zufluchtsortes Neuseeland nach, des Gelobten Landes am anderen Ende der Welt.
„Geschichten, die das Leben schrieb – und die sich besser niemand hätte ausdenken können.“ Süddeutsche Zeitung
Eingebunden in einen historischen Gesamtkontext (berichtet wird von 1930 bis 1948), erzählt Freya Klier von den Einzelschicksalen zahlreicher jüdischer Emigranten, die vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg teils auf Umwegen nach Neuseeland gelangen, um Gewalt, Krieg und Verfolgung auf dem europäischen Kontinent zu entkommen.
Zugegebenermaßen fiel mir der Einstieg etwas schwer... so viele Namen, so viele Geschichten! Bald jedoch konnte ich es kaum weglegen.
Der Autorin gelingt eine gute Balance aus allgemeinen historischen Informationen (Was geschieht gerade in Deutschland, Neuseeland und anderen kriegsinvolvierten Ländern?) und den teils äußerst berührenden Geschichten der Geflüchteten und Flüchtenden. Gelegentlich musste ich das Buch weglegen, weil viel des Beschriebenen kaum zu ertragen ist (und sich leider alles tatsächlich ereignet hat!).
Wenn auch oft - emotional gesehen - schwierig zu lesen, kann ich dieses Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen!