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Hunde. Neue Erkenntnisse über Herkunft, Verhalten und Evolution der Kaniden

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Rare Book

372 pages, Hardcover

Published September 1, 2003

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Profile Image for Andre.
1,424 reviews107 followers
December 11, 2016
Dieses Buch war teilweise eine Qual. Nicht weil es kompliziert wäre, ganz im Gegenteil, es ist sehr einfach geschrieben und der Autor scheint auch von seinen Annahmen überzeugt zu sein.
Das Problem ist nur, dass dieses Buch nicht mal in sich schlüssig ist und der Autor die Schwächen seiner eigenen Theorien scheinbar gar nicht zu erkennen scheint. Zudem bin ich mir z.B. bei der Abstammungstheorie nicht sicher ob er die der künstlichen Selektion nur widerlegen oder doch eher lächerlich machen will (bei anderen Themen ist das ähnlich). Vieles was seiner Meinung nach dagegen spricht, spräche auch gegen seine Theorie der Anpassung an den Abfallhaufen bzw. viele seiner Beweise" dafür würden auch für die der künstlichen Selektion sprechen. Zudem sind viele seiner Annahmen schlicht und ergreifend schon damals durch Fakten widerlegt worden bzw. andere Hunde (wildlebende wohlgemerkt) zeigten ein ganz andere Merkmale. Und es ist fraglich was er z.B. als Hunde- oder Wolfsverhalten ansieht. Außerdem widerspricht er sich auch und zieht viel zu oft voreilige Schlüsse und geht von heutigen Gegebenheiten aus. Weiterhin sagt er schlicht zu oft nicht wo er seine Beobachtungen her hat bzw. worauf seine Schlussfolgerungen beruhen. Laut ihm ist es fraglich ob eine Hündin genug Futter hervor würgen kann um Welpen groß zuziehen (wenn das stimmt, wieso gibt es dann Hundepopulationen die ihre Welpen groß kriegen obwohl sie sich ihren Unterhalt erjagen). Sie brauche es auch gar nicht, da Welpen auf dem Abfallhaufen (an den Hunde ja angepasst wären) selber Futter finden könnten. Aber kann ein Hundewelpe von 3 oder 4 Wochen wirklich alleine Nahrung, vor allem genug Nahrung, finden? Müssten sich Hundewelpen dann nicht schneller als Grauwölfe entwickeln und eher Kojoten ähneln? Auch ist es fraglich warum gewisse Verhaltensweisen (wie aktive Jagd von sich aus) auch unter Nicht-Jagdhunden immer mal wieder vorkommt, es dürfte laut seiner Argumentation nicht vorkommen. Bibikov berichtete von der Praktik Herdenschutzhunde kaum zu füttern und dass diese sich selber versorgen müssten. Coppinger erwähnt so etwas gar nicht.
Und damit kommen wir zum nächsten Problem. Wie gut hat Coppinger seine eigenen Ansichten hinterfragt? Was war ihm bekannt und was nicht, wie gut hat er das Material von anderen recherchiert? Denn gemessen am Erscheinungsjahr des Buches hätte er z.B. die Ergebnisse der Zuchtexperimente an Pudeln, europäischen Grauwölfen, Goldschakalen und Kojoten in Kiel (siehe Feddersen-Petersen Hundepsychologie" oder Zimen Der Hund") schon kennen können aber sie werden nicht erwähnt. Auch seine Ansichten dazu was eine Art ist oder nicht ist zweifelhaft (was wenn eine Wolfspopulation nur noch Abstauberverhalten zeigt, sind das dann keine Wölfe mehr; oder was ist mit Dingos, sind das keine Haushunde?). Er scheint dem biologischen Artbegriff (basierend auf Fortpflanzung) zuzustimmen, meint aber dennoch es wäre besser den Hallstromhund als eigene Art anzusehen. Und dass soll weniger verwirrend sein? Auch bei vielen seiner Kritikpunkte ist fraglich wie begründet sie wirklich sind und ob seine Ansichten so positiv sind wie er denkt (von den negativen Auswirkungen will ich garnicht erst reden).
So einiges aus dem Buch stimmt wohl, aber dass kann ich nur sagen, weil andere (unabhängige) Quellen dies bestätigt haben. Bei allem anderen ist es daher fragwürdig, auch weil er oft keine echten Beweise nennt.
Aus all den genannten Gründen (und dass sind noch lange nicht alle) bin ich der Meinung, dass dieses Buch schlecht ist und keineswegs positiv. Es ist wie für Anfänger geschrieben aber ich würde es guten Gewissens keinem Anfänger geben. Um in diesem Buch die Spreu zuverlässig vom Weizen trennen zu können muss man sehr viel Fachwissen, Erfahrung und eigenständiges Denken haben und jemand der über diese Qualitäten im ausreichenden Maße verfügt, braucht diese Buch nicht mehr.
Daher komme ich zudem Schluss, dass dieses Buch im besten Fall nutzlos und im schlimmsten Fall schädlich ist. Es ist klar nicht zu empfehlen und für Anfänger gibt es bessere Bücher, weit bessere. Ich würde jedem raten besser die Finger davon zu lassen, es sei denn man geht von vornherein kritisch an die Sache ran und achtet auf alles was er so schreibt und was nicht.
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