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Sophie Schelling #1
Never Say Anything
Die Journalistin Sophie Schelling hatte sich auf eine ganz normale Dienstreise eingestellt. Doch manchmal ist man zur falschen Zeit am falschen Ort: Sophie sieht etwas, das sie nie hätte sehen dürfen. Immer tiefer verstrickt sie sich in das Netz eines übermächtigen Gegners, bis ihre Suche nach Wahrheit zu einem blutiger Kampf ums Überleben wird.
Der Bestsellerautor Michael Lüders führt den Leser auf die dunkle Seite der Macht und stellt seine Heldin vor eine Gewissensfrage: Wie weit bist du bereit zu gehen, um die Wahrheit herauszufinden? Würdest du dafür deine Zukunft aufs Spiel setzen? Oder vergisst du lieber, was du erlebt und erfahren hast? Dieser Thriller ist eine höchst aktuelle Auseinandersetzung mit Geheimdiensten und entfesselter Moral. Erzählt aus der Sicht einer mutigen Frau, die ihren Beruf als Journalistin ernster nimmt als ihr guttut. Der Inhalt ist fiktiv, doch Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit sind unvermeidlich!
Der Bestsellerautor Michael Lüders führt den Leser auf die dunkle Seite der Macht und stellt seine Heldin vor eine Gewissensfrage: Wie weit bist du bereit zu gehen, um die Wahrheit herauszufinden? Würdest du dafür deine Zukunft aufs Spiel setzen? Oder vergisst du lieber, was du erlebt und erfahren hast? Dieser Thriller ist eine höchst aktuelle Auseinandersetzung mit Geheimdiensten und entfesselter Moral. Erzählt aus der Sicht einer mutigen Frau, die ihren Beruf als Journalistin ernster nimmt als ihr guttut. Der Inhalt ist fiktiv, doch Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit sind unvermeidlich!
- GenresFiction
368 pages, Paperback
Published January 1, 2016
About the author
Michael Lüders
28 books65 followersMichael Lüders ist ein deutscher Politik- und Islamwissenschaftler, der als Publizist sowie Politik- und Wirtschaftsberater tätig ist.
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Community Reviews
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
February 5, 2020
Politthriller können sehr packend sein. Jeder kennt Autoren, denen Geheimdienstgeschichten leicht gelingen. Michael Lüders ist – zumindest nach diesem Buch beurteilt – keiner davon. Er ist Orientalist und schreibt bekannte Sachbücher zu diesem Thema. In „Never say anything“ versucht er, den Orient mit Amerikas (teils fragwürdigem) Kampf gegen den Terror und den Ermittlungsmethoden der NSA und anderen Behörden zu verbinden.
Wohl, um auf sicheres Terrain zu kommen, startet die Geschichte im Orient, in Marokko. Dieser Teil macht Lust auf mehr und man hat das Gefühl, dass aus den ersten Abschnitten ein packender Thriller werden kann. Zu Beginn werden Drohnenattacken in den Mittelpunkt gestellt und die Arbeitsweise amerikanischer Truppen angeprangert. Soweit so gut. Mit der Verlage der Handlung nach Deutschland ändert sich der Eindruck, den man von dem Buch bekommt. Die Geschichte wandelt sich oft, flacht teilweise ab, zieht dann wieder an und wird aber mit zunehmender Länge immer verwirrender und unlogischer.
Das liegt nicht zuletzt an der Wahl der Hauptperson. Sophie Schelling ist Mitte 30 und Journalistin. Doch sie handelt fast das ganze Buch über zu naiv und impulsiv. Sie steht sich durch ihre falsch eingesetzten Emotionen (zu viel, wo es unnötig ist, zu wenig, wo jeder andere emotional wäre) selbst im Weg. Wie ein Wunder überlebt sie die psychische und physische Hetzjagd, die auf sie gemacht wird, weil sie in Marokko Zeugin eines illegalen Angriffs der Amerikaner auf ein unbescholtenes Dorf wird.
Mit seinem – wohl auch von bisherigen Veröffentlichungen geprägten – nüchternen, verkürzenden Schreibstil versucht der Autor wohl, nicht von der Geschichte abzulenken. Leider gelingt das nur teilweise, denn durch die Verknappung gibt es verwirrende Sprünge in der Handlung, Charaktere werden nicht oder kaum greifbar. Leider bleibt vieles (unter anderem das Ende) offen, Schicksale werden nicht geklärt, keine Begründungen für Handlungsweise oder anderes eingebracht.
Gegen Ende hat man das Gefühl, dass noch viele Ideen auf wenige Seiten gequetscht wurden, außerdem wird es ganz plötzlich noch actionlastig, was auch nicht nötig gewesen wäre und nicht so recht in die Geschichte passen will.
Die Grundideen sind interessant und könnten durchaus einen guten Thriller abgeben, leider wurde bei der Umsetzung zu viel gewollt. Weniger (unwichtige) Handlungsstränge und Personen hätten es möglich gemacht, sich besser mit den Geheimdienst- und Cybermachenschaften zu befassen und ohne Action nur durch diesen Wettlauf der Institutionen und der Aufdecker den Thrill entstehen zu lassen (vgl. Edward Snowden, Julian Assange).
Das Cover ist passend, auch der Titel wird gegen Ende des Buches erklärt.
Wohl, um auf sicheres Terrain zu kommen, startet die Geschichte im Orient, in Marokko. Dieser Teil macht Lust auf mehr und man hat das Gefühl, dass aus den ersten Abschnitten ein packender Thriller werden kann. Zu Beginn werden Drohnenattacken in den Mittelpunkt gestellt und die Arbeitsweise amerikanischer Truppen angeprangert. Soweit so gut. Mit der Verlage der Handlung nach Deutschland ändert sich der Eindruck, den man von dem Buch bekommt. Die Geschichte wandelt sich oft, flacht teilweise ab, zieht dann wieder an und wird aber mit zunehmender Länge immer verwirrender und unlogischer.
Das liegt nicht zuletzt an der Wahl der Hauptperson. Sophie Schelling ist Mitte 30 und Journalistin. Doch sie handelt fast das ganze Buch über zu naiv und impulsiv. Sie steht sich durch ihre falsch eingesetzten Emotionen (zu viel, wo es unnötig ist, zu wenig, wo jeder andere emotional wäre) selbst im Weg. Wie ein Wunder überlebt sie die psychische und physische Hetzjagd, die auf sie gemacht wird, weil sie in Marokko Zeugin eines illegalen Angriffs der Amerikaner auf ein unbescholtenes Dorf wird.
Mit seinem – wohl auch von bisherigen Veröffentlichungen geprägten – nüchternen, verkürzenden Schreibstil versucht der Autor wohl, nicht von der Geschichte abzulenken. Leider gelingt das nur teilweise, denn durch die Verknappung gibt es verwirrende Sprünge in der Handlung, Charaktere werden nicht oder kaum greifbar. Leider bleibt vieles (unter anderem das Ende) offen, Schicksale werden nicht geklärt, keine Begründungen für Handlungsweise oder anderes eingebracht.
Gegen Ende hat man das Gefühl, dass noch viele Ideen auf wenige Seiten gequetscht wurden, außerdem wird es ganz plötzlich noch actionlastig, was auch nicht nötig gewesen wäre und nicht so recht in die Geschichte passen will.
Die Grundideen sind interessant und könnten durchaus einen guten Thriller abgeben, leider wurde bei der Umsetzung zu viel gewollt. Weniger (unwichtige) Handlungsstränge und Personen hätten es möglich gemacht, sich besser mit den Geheimdienst- und Cybermachenschaften zu befassen und ohne Action nur durch diesen Wettlauf der Institutionen und der Aufdecker den Thrill entstehen zu lassen (vgl. Edward Snowden, Julian Assange).
Das Cover ist passend, auch der Titel wird gegen Ende des Buches erklärt.
March 11, 2017
Outland
Eine Reiseberichterstattung über Marokko sollte es werden. In einem abgelegenen Grenzort allerdings geraten die Journalistin Sophie Schelling und ihr Begleiter in einen Hinterhalt. Viele Menschen kommen um und Sophie überlebt nur mit viel Glück und Hilfe von Unbekannten. Zurück in Berlin versucht sie die Erlebnisse zu verarbeiten, muss aber zu Ihrem Entsetzen feststellen, dass der Vorfall in der Presse völlig anders dargestellt wird als sie ihn erlebt hat. Sophie Schelling will nun die Wahrheit enthüllen. Konsterniert fühlt sie sich als ihr klar wird, dass nicht jeder an der Wahrheit interessiert ist. Nur nach und nach wird der Reporterin klar, dass sie sich durch ihre Nachforschungen in Gefahr begibt.
Nach den schrecklichen Ereignissen, mit denen dieser Roman beginnt, setzt sich die Handlung erstmal etwas gemütlich fort. Natürlich will Sophie Schelling berichten, dabei geht sie vorsichtig vor, um keine Angriffsfläche zu bieten. Wer legt sich schon gerne mit mächtigen Gegnern an. Doch nachdem sie mehr in Erfahrung gebracht hat und es Eingriffe in ihr eigenes Leben gab, spürt sie, dass sie eine Konfrontation nicht mehr vermeiden kann. Sophie überwirft sich dabei mit fast allen und kommt vielen anderen in die Quere. Sie versucht, sich selbst treu zu bleiben, ihr Durchhaltevermögen wird jedoch auf eine harte Probe gestellt. Ihre Gegner schrecken vor fast nichts zurück.
Immer steht während der Lektüre die Frage im Raum, wie nah an der Realität sich der Roman bewegt. Man befürchtet, es könne doch sehr nahe sein, obwohl man es lieber nicht glauben würde. So wie sich die Schlinge um Sophie Schellings Hals mehr und mehr zuzuziehen scheint, so bekommt man immer mehr ein Gefühl der Beklemmung. Gewisse Organisationen machen möglicherweise vor nichts halt, um ihre Ziele zu erreichen, und sei es nur das Ziel, gewisse Aktionen geheim zu halten. Je weiter man liest, desto mehr könnte man sich eine analoge Welt zurückwünschen, in der es doch etwas aufwendiger war, das Leben auch von unbescholtenen nur vielleicht unliebsamen Menschen negativ zu beeinflussen.
Ein Buch, dass nach und nach immer mehr fesselt und verstört. In so einer Welt möchte man nicht leben. Oder lebt man etwa schon in so einer Welt?
3,5 Sterne
Eine Reiseberichterstattung über Marokko sollte es werden. In einem abgelegenen Grenzort allerdings geraten die Journalistin Sophie Schelling und ihr Begleiter in einen Hinterhalt. Viele Menschen kommen um und Sophie überlebt nur mit viel Glück und Hilfe von Unbekannten. Zurück in Berlin versucht sie die Erlebnisse zu verarbeiten, muss aber zu Ihrem Entsetzen feststellen, dass der Vorfall in der Presse völlig anders dargestellt wird als sie ihn erlebt hat. Sophie Schelling will nun die Wahrheit enthüllen. Konsterniert fühlt sie sich als ihr klar wird, dass nicht jeder an der Wahrheit interessiert ist. Nur nach und nach wird der Reporterin klar, dass sie sich durch ihre Nachforschungen in Gefahr begibt.
Nach den schrecklichen Ereignissen, mit denen dieser Roman beginnt, setzt sich die Handlung erstmal etwas gemütlich fort. Natürlich will Sophie Schelling berichten, dabei geht sie vorsichtig vor, um keine Angriffsfläche zu bieten. Wer legt sich schon gerne mit mächtigen Gegnern an. Doch nachdem sie mehr in Erfahrung gebracht hat und es Eingriffe in ihr eigenes Leben gab, spürt sie, dass sie eine Konfrontation nicht mehr vermeiden kann. Sophie überwirft sich dabei mit fast allen und kommt vielen anderen in die Quere. Sie versucht, sich selbst treu zu bleiben, ihr Durchhaltevermögen wird jedoch auf eine harte Probe gestellt. Ihre Gegner schrecken vor fast nichts zurück.
Immer steht während der Lektüre die Frage im Raum, wie nah an der Realität sich der Roman bewegt. Man befürchtet, es könne doch sehr nahe sein, obwohl man es lieber nicht glauben würde. So wie sich die Schlinge um Sophie Schellings Hals mehr und mehr zuzuziehen scheint, so bekommt man immer mehr ein Gefühl der Beklemmung. Gewisse Organisationen machen möglicherweise vor nichts halt, um ihre Ziele zu erreichen, und sei es nur das Ziel, gewisse Aktionen geheim zu halten. Je weiter man liest, desto mehr könnte man sich eine analoge Welt zurückwünschen, in der es doch etwas aufwendiger war, das Leben auch von unbescholtenen nur vielleicht unliebsamen Menschen negativ zu beeinflussen.
Ein Buch, dass nach und nach immer mehr fesselt und verstört. In so einer Welt möchte man nicht leben. Oder lebt man etwa schon in so einer Welt?
3,5 Sterne
August 14, 2021
Hier wieder ein Beispiel für ein Buch, dessen Ende für mich die Qualität des gesamten Buchs runtergezogen hat, da noch so viele Fragen offen blieben und die ganze Story irgendwie kein Ende gefunden, sondern einfach aufgehört hat.
Dennoch habe ich in diesem Buch viel über Politik mitgenommen und war teilweise echt schockiert. Manche Dinge wirkten so absurd, dass ich kaum glauben will, dass sie so passieren, aber wahrscheinlich sind genau das die Situationen, in denen sich einige Menschen im realen Leben immer wieder befinden. Insgesamt sehr lehrreich, wenn auch zum Schluss eher schwach
Dennoch habe ich in diesem Buch viel über Politik mitgenommen und war teilweise echt schockiert. Manche Dinge wirkten so absurd, dass ich kaum glauben will, dass sie so passieren, aber wahrscheinlich sind genau das die Situationen, in denen sich einige Menschen im realen Leben immer wieder befinden. Insgesamt sehr lehrreich, wenn auch zum Schluss eher schwach
December 22, 2021
While this is a fictional book, the plot could still be a very tragic reality. The author manages to make the reader really think about western politics, especially the american defensive strategies. Drone wars really are a topic that people rarely hear about or read in the news, yet they are still happening behind closed doors.
The only downside of the story that I could think of was the fairly abrupt ending. 5 stars otherwise.
The only downside of the story that I could think of was the fairly abrupt ending. 5 stars otherwise.
January 5, 2022
Sehr spannende Geschichte. Als Autor von Sachbüchern weiß Lüders, wovon er schreibt: Drohnenkrieg und die Rolle US amerikanischer Dienste im internationalen Kontext. Leider sind aber die meisten Figuren in der Geschichte zu einfach gestrickt. Und das Ende der Geschichte wirkt hölzern und wird der ausgerollten Handlung eher nicht gerecht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
January 5, 2018
Uuuuuuu-unbefriedigend
Journalistin Sophie Schelling ist beruflich in Marrakesch, sie will, fast schon touristisch, über die sogenannte „Himmelstreppe“ berichten, die ein Mann in seinem kleinen Dorf gebaut hat. Ein einheimischer Kollege fährt sie eher widerwillig; aus der Region wurden terroristische Aktivitäten gemeldet. Vor Ort erlebt die Journalistin zuerst Drohnenaktivitäten, dann eskaliert die Situation in einem Massaker. Doch die Täter sind keine Islamisten. Verletzt entkommt Sophie und sieht sich zurück in Berlin noch viel größeren Gefahren gegenüber, noch dazu will ihr niemand zuhören.
Welche Aktionen sind mit dem Krieg gegen den Terror zu rechtfertigen? Das ist die Hauptfrage, mit der sich Autor Michael Lüders und seine Protagonisten in diesem Buch auseinandersetzen. „Hätten Russen oder Chinesen den Angriff in Marokko geflogen, wären wir alle miteinander rechtschaffen empört.“ S. 170 Ja, damit hat er schon Recht. Und, ja, natürlich ist der Terrorismus zu bekämpfen. Aber: natürlich müssen Gesetze eingehalten werden. Wie lässt der Autor Sophies marokkanischen Kollegen Hassan sagen: „…ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Europa. Einerseits das große Freiheitsversprechen, andererseits die Kumpanei mit unseren Königen und Präsidenten.“ S. 23 Die Auswirkungen in Form des sogenannten „arabischen Frühlings“ haben wir alle in den Medien gesehen – aber auch, wie wenig von dem ursprünglichen Enthusiasmus blieb. Urlaub in der Region, zum Beispiel in Ägypten, egal, ob dort diktatorisch oder demokratisch geherrscht wird? Dafür interessierte sich dann schon kaum jemand, soll doch Urlaub sein.
Soweit hat sich Lüders da ein brandaktuelles Thema ausgesucht. Mich erinnert das ganze dennoch stark an die sehr ähnlich anmutende Thematik im Mafia-Umfeld, David gegen Goliath, auch hier schlägt man der Hydra einen Kopf ab und zwei neue wachsen nach. Der rechtschaffene Bürger hat nicht wirklich eine Chance, im besten Falle gelingt ihm ein „Patt“, unter Hinterlegung wichtiger Dokumente, zur Veröffentlichung im Falles seines Todes - ähnliche Filme mit Julia Roberts und Denzel Washington „Die Akte“ oder mit Tom Cruise in „Die Firma“, lustigerweise beide nach John-Grisham-Büchern. Beide enden ähnlich unbefriedigend, durchaus realistisch, aber halt unbefriedigend, ernüchternd.
Der Autor schreibt zwar gut, lässt sich flüssig lesen, spart aber zu Beginn nicht an etlichen Sätzen von geradezu prophetischem Charakter „Auch ohne Hassans Übersetzung beschlich sie eine dunkle Vorahnung.“ S. 26, die weiße Katze gerät unter die Räder, etc. Das ist mir etwas zu dick aufgetragen, gibt sich zum Glück aber fix. Den Überfall durch Vera Chochrane in der Disko fand ich hingegen etwas zu lapidar abgehandelt, das „kaufe“ ich nicht, gegenüber keiner Frau. Auch, dass der kleine Bruder bei der Mordkommission ist, ist mir etwas zu passend. Damit könnte ich leben, auch wenn das Buch um die Mitte herum für mich einige Längen hatte.
Was mich eher stört: ich meine eine gewisse Bitterkeit aus dem Text zu lesen. Vielleicht durchaus nachvollziehbar, der Autor schreibt auch Sachbücher zur Region Nahost, aber selten fühlte ich mich von einem Buch stärker herausgefordert, dieser Bitterkeit zu widerstehen und entweder in emotionale Distanz zum Buch zu gehen oder reichlich deprimiert das Buch zuzuschlagen. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht so naiv, nichts mitbekommen zu haben zwischen Edward Snowden, Wikileaks und diversen Abhöraffären, aber, ganz banal, ich mag einfach nicht. Dafür dann doch lieber ein Sachbuch (nicht, dass die zu Geheimdiensten, Terrorismus oder Nahost positiver stimmen würden).
Ich würde durchaus ein anderes Buch von Michael Lüders lesen, weil mir der Schreibstil zusagte. „Never Say Anything“ blieb für mich seltsam blutleer (selbst bei den Attacken), unbefriedigend. 3 Sterne.
Journalistin Sophie Schelling ist beruflich in Marrakesch, sie will, fast schon touristisch, über die sogenannte „Himmelstreppe“ berichten, die ein Mann in seinem kleinen Dorf gebaut hat. Ein einheimischer Kollege fährt sie eher widerwillig; aus der Region wurden terroristische Aktivitäten gemeldet. Vor Ort erlebt die Journalistin zuerst Drohnenaktivitäten, dann eskaliert die Situation in einem Massaker. Doch die Täter sind keine Islamisten. Verletzt entkommt Sophie und sieht sich zurück in Berlin noch viel größeren Gefahren gegenüber, noch dazu will ihr niemand zuhören.
Welche Aktionen sind mit dem Krieg gegen den Terror zu rechtfertigen? Das ist die Hauptfrage, mit der sich Autor Michael Lüders und seine Protagonisten in diesem Buch auseinandersetzen. „Hätten Russen oder Chinesen den Angriff in Marokko geflogen, wären wir alle miteinander rechtschaffen empört.“ S. 170 Ja, damit hat er schon Recht. Und, ja, natürlich ist der Terrorismus zu bekämpfen. Aber: natürlich müssen Gesetze eingehalten werden. Wie lässt der Autor Sophies marokkanischen Kollegen Hassan sagen: „…ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Europa. Einerseits das große Freiheitsversprechen, andererseits die Kumpanei mit unseren Königen und Präsidenten.“ S. 23 Die Auswirkungen in Form des sogenannten „arabischen Frühlings“ haben wir alle in den Medien gesehen – aber auch, wie wenig von dem ursprünglichen Enthusiasmus blieb. Urlaub in der Region, zum Beispiel in Ägypten, egal, ob dort diktatorisch oder demokratisch geherrscht wird? Dafür interessierte sich dann schon kaum jemand, soll doch Urlaub sein.
Soweit hat sich Lüders da ein brandaktuelles Thema ausgesucht. Mich erinnert das ganze dennoch stark an die sehr ähnlich anmutende Thematik im Mafia-Umfeld, David gegen Goliath, auch hier schlägt man der Hydra einen Kopf ab und zwei neue wachsen nach. Der rechtschaffene Bürger hat nicht wirklich eine Chance, im besten Falle gelingt ihm ein „Patt“, unter Hinterlegung wichtiger Dokumente, zur Veröffentlichung im Falles seines Todes - ähnliche Filme mit Julia Roberts und Denzel Washington „Die Akte“ oder mit Tom Cruise in „Die Firma“, lustigerweise beide nach John-Grisham-Büchern. Beide enden ähnlich unbefriedigend, durchaus realistisch, aber halt unbefriedigend, ernüchternd.
Der Autor schreibt zwar gut, lässt sich flüssig lesen, spart aber zu Beginn nicht an etlichen Sätzen von geradezu prophetischem Charakter „Auch ohne Hassans Übersetzung beschlich sie eine dunkle Vorahnung.“ S. 26, die weiße Katze gerät unter die Räder, etc. Das ist mir etwas zu dick aufgetragen, gibt sich zum Glück aber fix. Den Überfall durch Vera Chochrane in der Disko fand ich hingegen etwas zu lapidar abgehandelt, das „kaufe“ ich nicht, gegenüber keiner Frau. Auch, dass der kleine Bruder bei der Mordkommission ist, ist mir etwas zu passend. Damit könnte ich leben, auch wenn das Buch um die Mitte herum für mich einige Längen hatte.
Was mich eher stört: ich meine eine gewisse Bitterkeit aus dem Text zu lesen. Vielleicht durchaus nachvollziehbar, der Autor schreibt auch Sachbücher zur Region Nahost, aber selten fühlte ich mich von einem Buch stärker herausgefordert, dieser Bitterkeit zu widerstehen und entweder in emotionale Distanz zum Buch zu gehen oder reichlich deprimiert das Buch zuzuschlagen. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht so naiv, nichts mitbekommen zu haben zwischen Edward Snowden, Wikileaks und diversen Abhöraffären, aber, ganz banal, ich mag einfach nicht. Dafür dann doch lieber ein Sachbuch (nicht, dass die zu Geheimdiensten, Terrorismus oder Nahost positiver stimmen würden).
Ich würde durchaus ein anderes Buch von Michael Lüders lesen, weil mir der Schreibstil zusagte. „Never Say Anything“ blieb für mich seltsam blutleer (selbst bei den Attacken), unbefriedigend. 3 Sterne.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews






