Berlin, 1956: Als seine Mutter stirbt, ist Frank dreizehn Jahre alt. Außer den Freunden Elvis, Uwi, Zacke und Kalle und natürlich Gisela, die ihn mag und zu ihm hält, hat er noch Willi, seinen Stiefvater, mit dem er sich nicht versteht. Immer häufiger kommt es in der "Gemütlichen Ecke", der Kneipe, in der Frank aufwächst, zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden. Frank zieht sich auf die Straße zurück, er ist im Osten und im Westen der zweigeteilten Stadt zu Hause und muss sich in einer schwierigen Zeit zurechtfinden. - Die Geschichte eines Jungen, der lernen will, eigene Wege zu gehen, un der Menschen findet, die ihm dabei helfen.
Klaus Kordon (* 21. September 1943 in Berlin-Pankow) ist ein deutscher Schriftsteller im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.
Klaus Kordon wuchs im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg auf. Da sein Vater im Krieg umgekommen war, wurde er alleine von seiner Mutter erzogen. Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1956 lebte Kordon in verschiedenen Heimen. Klaus Kordon absolvierte in der DDR eine Ausbildung als Fernsehmechaniker, arbeitete in verschiedenen Berufen und machte schließlich das Abitur. Nach einem Fernstudium zum Exportkaufmann unternahm er berufliche Reisen, die ihn unter anderem nach Indien, Indonesien und Nordafrika führten. Zu dieser Zeit begann er mit dem Schreiben. Seine zunehmende Distanz zur politischen Praxis in der DDR mündete 1972 in einem Fluchtversuch über Bulgarien in den Westen. Kordon wurde festgenommen und in das zentrale Untersuchungsgefängnis des MfS im geheimen Sperrgebiet von Berlin-Hohenschönhausen eingeliefert; er blieb ein Jahr in Stasi-Haft. 1973 kaufte ihn die Bundesrepublik Deutschland frei. Sein erstes Buch, der Jugendroman Tadaki, erschien 1977. In seinem autobiographischen Roman Krokodil im Nacken verarbeitete er die Hafterfahrung.
Klaus Kordon ist Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.
Kordon schreibt Romane, Erzählungen, Märchen und Gedichte. In seinen Büchern verarbeitet er geschichtliche Stoffe. Seine Akteure sind meist Arbeiter oder von der Gesellschaft marginalisierte Gruppen. Andere Werke sind von seinen Reisen inspiriert. Mit Die Zeit ist kaputt schrieb Kordon eine Biografie von Erich Kästner für Jugendliche und Erwachsene.
Wieder einmal schafft Klaus Kordon eine wunderbare Geschichte über einen Berliner Jungen zu erzählen und immer wieder bin ich davon begeistert, wie er es schafft, seine Charaktere lebendig werden zu lassen. Alle Schwierigkeiten die Frank überwinden muss, sind sehr brillant auserzählt und man hat dieses gewisse Feeling, dass einen in die Zeit versetzt. Ein guter Figuren Mix und und eine kurze knackige Geschichte aus der Geschichte.
Auch der letzte Band der Frank guck in die Luft Trilogie ist einfach nur wunderbar! Frank ist inzwischen 13 Jahre alt, d.h. der Band spielt 6 Jahre nach "Brüder wie Freunde" und 3 Jahre nach "Tage wie Jahre". Das Buch beginnt kurz nach dem zweiten großen Schicksalsschlag für Frank: dem Tod seiner Mutter. Klaus Kordon stellt Franks Entwicklung vom Kind zum "Erwachsenen" sehr einfühlsam dar. Es fällt auch hier absolut nicht schwer sich in die Geschichte - und somit in Frank und seine Gedankengänge und Gefühle - hineinzuversetzen. Für mich ein sehr gelungener Abschluss der Trilogie! Ich bin froh, dass ich mich entschieden habe die Frank-Bücher noch einmal zu lesen. Sie haben mich daran erinnert, warum Klaus Kordon als Kind mein Lieblingsschriftsteller war und, dass ich die anderen Bücher von ihm unbedingt auch noch einmal bzw. zum ersten Mal lesen sollte. ;)
So ein bisschen sehr erklärend ist Klaus Kordon schon, auch sind die Situationen immer gleich analysiert, was ich unrealistisch finde. Weiß nicht, wie Jugendliche das sehen. Zwischendurch werden auch ganze Monate überspringen, auf sie wird nicht eingegangen - mir fehlte da ein bisschen der Fluss der Geschichte, empfand das Buch eher als Skizze.