der weg des menschen führt folgerichtig weitergedacht in den untergang: das ist im grunde keine besondere erkenntnis.
horstmann hat aber in diesem buch auf eindrückliche art und weise nachgewiesen, dass die verklärenden sichtweisen vieler philosophien, mystiker und religionen auf die menschliche gattung, die überwiegend immer noch davon ausgehen, dass das unaufhörliche gewusel und gekämpfe dieser degenerierten affen einen "sinn", "nachhaltigen wert" oder gar eine "spirituelle bedeutung" habe, nichts anderes ist als eine ausgeklügelte strategie zur verschleierung der eigentlichen bestimmung, nämlich dem verschütt gegangenen urwunsch des lebens von beginn an: zu enden.
horstmann schreibt dabei sehr "literarisch" - im unterschied zu den meisten philosophischen texten bleibt sein buch dadurch lesbar und informativ - auch und weil wohl die darin präsentierten umstände für so manchen gehirnbestraften mehrzeller schwer zu schlucken sein werden.
obgleich horstmann alles, was er schreibt "ernsthaft" unterfüttert, musste ich bei diesem buch oft an paul watzlawicks "anleitung zum unglücklichsein" denken, das ja das gegenteil des beschriebenen verkaufen mochte.
denn die lücken im gefüge des buches sind auch offensichtlich: horstmann gesteht dem untier in summe zu viel zu. der mensch mag vielleicht die option der auslöschung seiner gesamten existenz endlich erreicht haben, und das lyrische bild einer mondgleichen erde, die ohne leben, leiden und sinnlosem kampf durch das all treibt hat wirklich enorme sprachliche kraft. - aber auch diese zentrale stellung als letztlich alles erreichte und erreichbare auslöschende spezies stellt den menschen in die mitte, welche zwar so gesehen nicht von licht erfüllt ist; aber eine mitte ist es, und das entlarvt den so schwarz kristallinen humanismus selbst hier als das, was er ist: reinste hybris.
da ich aber dieses buch mehr als literarisches produkt denn als wissenschaftliche arbeit sehe, die vollen fünf sterne. denn horstmann schreibt famos.