Jump to ratings and reviews
Rate this book

Jeder Mensch hat seinen Abgrund: Spurensuche in der Seele von Verbrechern

Rate this book
Wie Verbrecher faszinierende Einblickein die Welt der forensischen PsychiatrieProstituiertenmörder, Briefbombenleger, Kinderschänder, Akteure im Schon viele Menschen haben Norbert Nedopil einen tiefen Einblick in ihre Seele gewährt. Ein grundlegendes Interesse an der menschlichen Psyche lässt den bekanntesten forensischen Psychiater Deutschlands auf Spurensuche Welche Faktoren führen dazu, dass ein Verbrechen geschieht? Wann muss ein Täter ins Gefängnis, wann in die Psychiatrie? Was passiert nach dem Strafvollzug? Pointiert entschlüsselt Nedopil die gesellschaftlichen und psychologischen Dimensionen des Verbrechens und gibt Einblicke in seine spektakulärsten Fälle.

321 pages, Kindle Edition

Published September 26, 2016

3 people are currently reading
27 people want to read

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
11 (33%)
4 stars
16 (48%)
3 stars
3 (9%)
2 stars
1 (3%)
1 star
2 (6%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for SabiAnnika.
297 reviews1 follower
November 14, 2025
Nedopil beschreibt in seinem Buch überwiegend die Grundlagen der (forensischen) Psychiatrie, wobei er anhand von Beispielen aus seinem Berufsalltag verschiedene psychologische Phänomene erklärt. Er widmet sich vertieft der Frage, wie eine Person zum Straftäter werden kann, was eine Person dazu bewegen kann und was eine Haft mit einer Person macht. Dabei bedient er sich vielen pointierten Aussagen, weshalb ich das Buch eher als Unterhaltungsliteratur denn wirklich wissenschaftlicher Arbeit einstufen würde. Phasenweise wirlt das Buch ein wenig unstrukturiert und repetitiv.
Profile Image for Esther.
Author 3 books50 followers
March 4, 2021
Die Faszination des Bösen... und doch der Glaube an das Gute im Menschen.
Dieses schlaue, einfühlsame und raffinierte Sachbuch erfüllt tatsächlich beides!
“Ich weiss, dass kein Mensch nur Abgrund ist, und ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen neben ihren Abgründen auch Inseln der Zivilisation bewahren. Wer aber die Augen vor den eigenen Abgründen verschliesst – und ebenso vor jenen, die uns täglich begegnen -, wird kaum die Notwendigkeit erkennen, das Eis zu stabilisieren, um es vor dem Brechen zu schützen.”

Abgesehen von unglaublich viel Wissen und einer Darstellung, die immer lehrreich aber nie besserwisserisch oder überheblich wirkt, haben mich einige Punkte ganz besonders überrascht oder berührt.
Hierzu zählt die Angabe: “Tatsächlich sind viele Kindesmissbraucher nicht pädophil.” Über solche Erkenntnisse regt das Buch zum Nachdenken an.
Auch die Theorie der “Ohnmacht-Macht-Umkehr” mit der Aussage, dass viele der gewalttätigen Täter selbst einmal Opfer waren, sollte doch in der Praxis gezielt zur Prävention einsetzbar sein, denkt man sich.
Die 4 Sätze zur Deeskalation einer riskanten Situation (1. “Du hast recht, ich stimme dir zu”, 2. “Können wir das in Ruhe besprechen?”, 3. “Können wir irgendwo hingehen, wo wir uns gegenseitig ins Gesicht sehen können?” 4. “Ich mache uns einen Kaffee”) werden mir (hoffentlich) in Erinnerung bleiben.

Für psychologisch interessierte (oder versierte) Leser beleuchtet Prof Dr. Norbert Nedopil die Entstehung von kriminellen Laufbahnen bereits anhand der Bindungstheorie, also dem Vertrauen, das sehr kleine Kinder in die ersten Bezugspersonen setzen können – oder eben nicht. Er erklärt anschaulich und nachvollziehbar wie das natürliche Verhalten eines Säuglings oder Kleinkindes unter widrigen Umständen zu seinem Nachteil führen kann statt ihm die erhoffte Versorgung zu bringen.
Auch seine Erklärungen zur Entstehung von sexuell deviantem Verhalten war eine willkommene Auffrischung meiner Kenntnisse.

Die Viktimologie (“Aber welchen Typ Mensch wählen solche Täter nun instinktiv aus?”), die relativ am Ende des Buches für mich persönlich breiter hätte dargestellt werden dürfen, war ein für mich neues Themenfeld, das mich sehr reizt weiter zu erkunden.

Dass die Berichterstattung und die Medien von Herrn Nedopil scharf kritisiert werden, fand ich auch sehr wichtig und mutig. So möchte ich die von ihm gerne wiederholte Zahl auch in meiner Rezension noch einmal wiederholen: “Die Zahl der angezeigten Tötungsdelikte von 1993 bis 2010 ging von 1500 auf 540, also um fast zwei Drittel, zurück.” Trotz der Faszination des Bösen scheint es uns glücklicherweise immer weniger direkt zu erreichen.

Prof. Dr. Norbert Nedopil über seine Karriere als Gutachter: “Es reicht aber nicht, in der Forschung immer mehr Wissen zu sammeln. Ich möchte diese Erkenntnisse weitergeben an Gerichte und Politiker, um dazu beizutragen, dass Straftaten vermieden und die Strafen für die Täter sinnvoll werden...”.
Mit diesem für die breite Öffentlichkeit konzipierten Sachbuches könnte ihm das auch über die Gerichtssäle hinaus gelingen.

Und wer nach all dem noch nicht genug von Prof Dr. Norbert Nedopil hat, dem empfehle ich noch folgendes Interview, denn ihn in Farbe und Person zu erleben, rundet das Leseerlebnis wunderbar ab.
Displaying 1 - 2 of 2 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.