Was tut ein Schriftsteller, der seit Monaten unter Schreibblockade leidet, wenn er auf der neuen Festplatte seines Computers einen fast vollständigen Roman vorfindet? - Er gerät in Versuchung. Der aufgefundene Roman spielt in einer Parallelwelt, wo weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg stattgefunden haben. Die dortige Gegenwart ist eine Weiterentwicklung des wilhelminischen Zeitalters und der k. u. k. Monarchie. Der schriftstellernde Ich-Erzähler beschließt, das Opus unter eigenem Namen zu veröffentlichen, es trifft sich gut, daß ein geheimnisvoller Verleger aus Liechtenstein Interesse dafür zeigt. Indessen: Geistiger Diebstahl lohnt sich nicht, und auch Paralleiwelten sind nur angenehm, wenn das (weibliche) Personal bleibt, wo es hin-erfunden wurde. Aber die Grenzen werden plötzlich durchlässig, es kommt zu onthologischen und erotischen Verwicklungen. Die Realitätsebenen vermischen sich, je weiter diese Verwicklungen fortschreiten - das Erfundene wird wirklich und das Wirkliche zur bloßen Möglichkeit vor dem Hintergrund eines uralten Kampfes zwischen Licht und Dunkelheit, Verstehen und Vergessen. Science Fiction Deutsche Erstausgabe
Faszinierender Alternativwelten-Roman. Wobei es gibt zwei Wirklichlkeiten: Unsere Gegenwart und eine Welt, in der weder der erste noch der zweite Weltkrieg stattgefunden hat. Was bedeutet, der miefige Wilhelminismus ist noch nicht überwunden und die Technologie ist noch nicht auf dem Stand wie in unserer. Zwei Beschäfigte eines Radiosenders erleben seltsame Phänomene, und auch die in einer Famlie unsere Welt gibt es sonderbare Zwischenfälle. Wie man sich denken kann, hängen beide irgendwie zusammen. Der große Einfluss in den frühen Werken von Christian Mähr war klar Philip K. Dick. Fatous Staub wurde auch mit dem Deutschen Science Fiction Preis ausgezeichnet. Ich habe es gerne gelesen, es hatte Spannung und auch ein wenig Erotik. Das Ende habe ich allerdings nicht so gut in Erinnerung. Also eher 3,5 Sterne denn 4.