Auf diese Reihe stieß ich dank Nicole Böhm, deren Chroniken der Seelenwächter ebenfalls im Greenlight Press erscheinen. Neugierig durch den Titel und das Cover der ersten Episode aus der ersten Staffel, kaufte ich mir vor Monaten das eBook. Erst jetzt komme ich dazu es zu lesen und war sehr gespannt auf die Welt, die Andreas Suchanek erschaffen hat.
Zu Beginn der Geschichte fand ich mich in den Gedanken des männlichen Protagonisten Alex wieder, der enttäuscht, ja verzweifelt in die Nacht hinaus schrie und von einer Sekunde auf die Andere eine Veränderung in seinem Inneren wahrnimmt. Er hatte bis dahin wirklich einen mehr als schlechten Tag verbracht, so dass er alle möglichen Gefühle, von Enttäuschung, Verzweiflung, Verwirrung, Angst bis Unglaube, Ablehnung usw. durchmachen muss, bis er auf die weibliche Protagonistin, Jen, trifft. Sie ist vom ersten Augenblick an nicht sehr angetan von ihrem neuen zukünftigen Partner, was ich in dem Moment aber relativ gut nachvollziehen konnte. Da sie gerade ihren alten Partner in der letzten Mission verloren hatte, fiel ihr der Gedanke ein Ersatz zu erhalten nicht leicht. Beide Figuren empfinde ich als authentisch und glaubwürdig sowie kann mich in ihre jeweiligen Gefühlslagen gut hineinversetzen.
Den Einstieg in die Geschichte empfand ich als sehr angenehm, brauchte aber wie Alex ein bisschen Zeit, um mich in der großen Menge an Informationen erst einmal selbst zurechtzufinden. Das zeigt lediglich die Komplexität der gesamten Welt an sich, was mir sehr gefällt, aber wie gesagt, anfangs musste ich mich erst einmal selber in den Geschehnissen zurechtfinden. Das tut der Geschichte aber nichts in Punkto Lesefluss ab, sondern, im Gegenteil, es erhöhte bei mir eher die Spannung während der Lektüre. Die Idee vom ‚Erbe der Macht‘ finde ich richtig spannend sowie überzeugend; ich bin gespannt inwiefern sich diese Idee in den folgenden Episoden noch entwickeln wird! Die Erzählperspektive wechselt zwischen der Sicht von Alex, dem Rat der Lichtkämpfer und dem dunklen Rat, was zusätzlich die Spannung steigert und die Dynamik damit fördert.
Die Tatsache, dass Johanna von Orléans (bzw. Jeanne d’Arc, die Jungfrau von Orléans) sowie Leonardo da Vinci bedeutende Plätze in der Episode einnehmen, ließ mein Historiker-Herz höher schlagen und sorgte für zusätzliche Begeisterung beim Lesen. Das fand ich einfach sehr cool! Zudem empfand ich den Umgang der einzelnen Figuren miteinander als sehr familiär und auch sehr humorvoll, was mir zusätzlich sehr zusagt.
Das Genre (Urban Fantasy) kann insofern Nachteile mit sich bringen, als es den Leser an die Eine oder Andere bereits existierende Story erinnern kann, so auch bei mir. Ich fühlte mich in der ersten Hälfte der Geschichte einige Male an andere Bücher erinnert, aber ich weiß auch, dass man das Rad eben nicht neu erfinden kann. Auch bin ich ein wenig skeptisch, was die (kommenden) Episoden und Staffel(n) anbelangt, weil ich bis jetzt die Erfahrung gemacht habe, dass je länger die Serie wird, die Spannung und Dynamik nicht immer gehalten werden kann, sie teilweise sogar leider reduziert werden. Aber dieses ist u.a. ein weiterer Grund weiterzulesen und zu schauen, ob der Autor es nicht anders macht und die Leser weiterhin an die Seiten fesselt.
Das Erbe der Macht. Aurafeuer von Andreas Suchanek hat mir bezüglich der authentischen Figuren, in die ich mich gut hineinversetzen konnte sowie auch der Welt und der Geschichte gut gefallen und ist meiner Meinung nach ein gelungener Auftakt dieser Urban-Fantasy-Reihe. Ich hatte unterhaltsame Stunden mit der ersten Episode, nicht zuletzt dank gewisser historisch bedeutender Persönlichkeiten, die in den Verlauf der Geschichte eingebaut wurden, dem vertraut familiären Umgang der Lichtkämpfer miteinander sowie auch dem wunderbaren Humor, der dauerhaft die Seiten begleitete. Ich freue mich auf die Fortsetzung trotz gewisser Bedenken, was die künftigen Episoden und Staffeln anbelangt und ob die Spannung weiterhin gehalten werden kann!