"Das war vielleicht das Schwierigste am Aufwachsen in der Wendezeit: zu sehen, wie hilflos und gekränkt die Eltern waren. Wie soll man einen Platz in der Welt finden, wenn diejenigen, die einem dabei helfen sollen, selbst verloren waren?"
Tolles Buch mit vielen Einsichten in den Alltag der DDR und die Neuordnung nach dem Mauerfall. Unbedingte Leseempfehlung!
Erste Hälfte Schulzeit & Jugend in Eisenhüttenstadt, zweite Hälfte Coming-of-Age bei den Evangelikalen... Und das ganze verbrämt mit Anklängen an die NSU-Gewalttaten, heute würde man vielleicht von Clickbait sprechen, denn was hat der Nazi-Scheiß mit den Irrwegen von Sabine Rennefanz zu tun? Ich finde den Zusammenhang ziemlich konstruiert, der kleinste gemeinsame Nenner die nicht vorhandene Ambiguitätstoleranz, die ihr vom ersten echten Freund attestiert wird?
Vielleicht ist der Essay, für den sie den Deutschen Reporterpreis gewonnen hat, etwas verdichteter und lohnenswerter als das Buch. Dass sie ihren ersten Job in einer Redaktion bei der Petra hatte, liest man jedenfalls irgendwie noch raus. Die Sätze bleiben leicht verdaulich. Der Inhalt seltsam flach und klischeehaft, selbst ihre Erfahrungsberichte als Missionarin in Russland (2 Monate) und dem kranken Irrsinn der Freikirchen sind leider nicht besonders plastisch beschrieben. Dafür ist man schnell durch.
Unbehagen nicht nur in Iron Hut City Mittlerweile wird sie auch wissenschaftlich aufgearbeitet: die Wut der zur Wende zwischen acht und fünfzehn Jahre alten DDR-Kinder. Sabine Rennefanz ' persönlicher Blick zurück ist nun in der TB-Ausgabe um ihre Erlebnisse auf Lesereisen erweitert. >>> Besprechung ... >>> Weitere Bücher April ...