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Für niemand

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"Du wirst frei sein. Ohne Angst. Ohne Erinnerung. Ist schließlich dein Leben. Wenn man schon nicht gefragt wird, ob man geboren werden will, ist es nur fair, dass man das ende selber bestimmen darf."

Sie nennen sich Train, Whsiper und Sailor. Sie zählen ihre Tage und verbringen die Nächte im Netz; kommunizieren in ihrem eigenen, geschützten Chatroom. Ohne einander zu kennen, in ihrer Hoffnungslosigkeit aber umso ehrlicher und kompromissloser.
Und dann schmieden sie einen Plan:
Genau ein einziges Mal wollen die drei sich treffen - um gemeinsam in den Tod zu springen. Nur mit einem haben sie nicht gerechnet: dass jemand heimlich ihren Chat mitliest...

176 pages, Paperback

First published January 1, 2011

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About the author

Tobias Elsäßer

18 books2 followers

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Community Reviews

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13 (14%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
426 reviews22 followers
September 26, 2011
Nachdem ich dieses Buch einmal in der Buchhandlung gesehen hatte, war ich relativ überzeugt davon, dass es mich fesseln würde. Die Geschichte klingt vielleicht nicht unbedingt außergewöhnlich (wenn man den Inhalt von dem Film "The Virgin Suicides" kennt), dennoch irgendwie anders als Bücher, die man sonst so findet. Als ich es dann in der Bibliothek entdeckte, musste ich es einfach ausleihen und fing auch relativ bald mit dem Lesen an.
Leider wurden meine Erwartungen etwas enttäuscht.
Die Geschichte um drei Jugendliche, die Selbstmord begehen wollen, hatte ich mir irgendwie überzeugender vorgestellt, auch wenn Selbstmord zu den sensiblen Themen gehört, an die man immer vorsichtig herangehen muss, um sie gut transportieren zu können. Erschreckenderweise blieb ich beim Lesen dieses Buchs jedoch fast gleichgültig.
Das mag vielleicht auch daran liegen, dass das Buch aus so vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Zum einen sind da die vier Hauptcharaktere - drei Jugendliche, die vorhaben, sich umzubringen, und ein Junge, der davon mitbekommt -, daneben aber auch viele andere Charaktere, die für einen kurzen Moment mit der Geschichte der vier verbunden sind. Diese Wechsel könnten durchaus gut sein, aber irgendwie waren sie alle in dem gleichen Ton geschrieben, mit sehr ähnlicher Wortwahl, sodass sie sich von der Art und Weise kaum unterschieden. Darüber hinaus waren diese Abschnitte immer jeweils so kurz, dass man sie fast Momentaufnahmen nennen könnte. Der Einstieg in diese Momentaufnahmen fiel mir immer etwas schwer, ob des abgehackten Stils und der Charaktere, zu denen ich keine Verbindung aufbauen konnte - und hatte ich dann einmal hineingefunden, war der Abschnitt auch schon vorüber und der nächste Teil - natürlich aus der Sicht eines anderen Charakters - begann.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits war der abgehackte Stil, den ich bereits erwähnt habe. In einer Kurzgeschichte finde ich solch einen Stil nicht schlimm, man kann wundervoll mit ihm experimentieren oder man lässt ihn in einem Roman bestimmte Stimmungen unterstreichen. In diesem Roman wurde er jedoch durchgägngig angewendet, was irgendwann sehr nervig und unvorteilhaft für den Stimmungsaufbau war, weil man als Leser mit Eindrücken praktisch bombardiert wurde und kaum Zeit hatte, sie auf sich einwirken zu lassen.
Die Charaktere gehörten zu den eher positiven Dingen in diesem Buch. Denn sie waren verschieden. Irgendwie einzigartig, wobei das durch den Stil nicht gerade geschickt vermittelt wurde. Auch der Verlauf der Geschichte war nicht schlecht, wenn auch irgendwie verwirrend an einigen Stelle. Dennoch konnte auch er mich nicht wirklich überzeugen, denn die Motive, die die Hauptfiguren zum Selbstmord antreiben, erfährt man erst sehr spät, sodass man eben auch kaum eine Verbindung zu ihnen aufbauen kann.

Das Thema Selbstmord wurde insofern nicht ganz nach meinen Vorstellungen vermittelt, weil es mich kalt ließ. Ich halte nicht viel von überspannten, kitschigen Büchern, doch gerade bei solchen Themen ärgert es mich, wenn ich nach dem Lesen mit dem Buch in den Händen da sitze und das Gefühl habe, nichts mitgenommen zu haben. Leider war das hier der Fall.

Dieses Buch bekommt von mir also keine Empfehlung. Das Konzept klang wirklich gut, doch die Umsetzung fand ich eher lückenhaft.
Profile Image for Birgit.
505 reviews56 followers
December 7, 2019
Leider kamen durch die wenigen Seiten die Charaktere etwas zu kurz und ich konnte keine Sympathien aufbauen. Trotzdem bewegt einen das Buch und regt zum nachdenken an. Etwas wurde ich aber auch an den Film "Chatroom" erinnert.
Profile Image for Brina.
2,050 reviews122 followers
July 29, 2011
Das Leben meint es nicht immer gut mit den drei Jugendlichen Nidal, Sammy und Marie. Alle drei haben in ihrem Leben Erfahrungen machen müssen, die sie nicht mit sich vereinbaren können. Im Alltag tragen sie eine Maske, die sie niemals ablegen. Zu groß ist die Angst vor Abweisung und Unverständnis.
Nidal eröffnet einen Chat, an dem er jedoch nur Sammy und Marie teilnehmen lässt, denn sie haben seine Ansprüche erfüllt. Sie dürfen mit ihm gemeinsam sterben.

Was sie dabei nicht ahnen: Yoshua, ein weiterer Jugendlicher, hat sich in das Chatsystem gehackt und nimmt als stiller Beobachter an ihren Gesprächen teil. Aber ist er auch dazu in der Lage, Nidal, Marie und Sammy zu retten?

Wow, was für ein Buch!
Tobias Elsäßer hat mit „Für niemand“ ein absolutes Meisterwerk geschrieben, dass mich von der ersten Minute an fesseln, schockieren und begeistern konnte.

Eigentlich wollte ich das Buch zunächst nur kurz anlesen und es dann für später aufheben, allerdings konnte ich nach nur wenigen Seiten schon nicht mehr aufhören.

Der Schreibstil ist grandios. Die Geschichte wird sehr einfühlsam und wortgewandt in mehreren Episoden erzählt. Was zunächst ein wenig wirr erscheint, macht im Verlauf der Geschichte immer mehr Sinn und immer mehr erkennt man, wie gut sich doch alles zusammenfügt.
Obwohl das Thema direkt auf den ersten Blick klar ist, kommt doch alles anders, als man denken könnte. Kein einziges Kapitel war vorhersehbar.

Die Sätze sind recht kurz, aber dafür sehr intensiv. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Nidal, Marie, Sammy und Yoshua geschrieben, allerdings kommen auch andere Personen, wie Psychologen, Journalisten oder auch Nidals Freund Patty zu Wort.

Die Charaktere wirken lange unnahbar und ich habe ihre Vorgehensweise nicht durchschaut, doch je mehr man von ihnen erfährt, desto besser konnte ich sie in mein Herz schließen. Ihre Gedanken sind zum Teil sehr wirr, aber am Ende macht alles Sinn.
Vor allem Sammy ist mir in dieser Geschichte ans Herz gewachsen. Von allen ist sie die lebhafteste und legt viel Sarkasmus an den Tag. Aber auch Maries Gedanken und Vorgehensweisen haben mich zum Teil beeindruckt, aber auch schockiert.

„Sie schließt kurz die Augen. Pulsierende Schmerzen schieben in Wellen durch ihren Körper. Sie fragt sich, ob diese Schmerzen tatsächlich existieren. Vielleicht ist es wie bei einem Menschen, dem man ein Bein amputiert hat. Phantomschmerzen. Brennend. Unsichtbar, aber dennoch vorhanden. Und wenn das Leben eine Täuschung ist? Wenn sie das alles nur träumt? Die Gerüche, die Farben, die Gebäude, ihre Familie. Seltsamerweise macht ihr diese Vorstellung Hoffnung. Alles nur ein Spiel, denkt sie. Alles nur ein großes Theaterstück. Und jetzt ist es an der Zeit, für die letzte Rolle vorzusprechen…“ [Seite 41]

Interessant ist auch die Vorgehensweise, wie die Jugendlichen untereinander kommunizieren. Während Yoshua lediglich ein stiller Beobachter ist und ständig darauf wartet, dass die anderen wieder miteinander chatten, verbieten sich Marie, Sammy und Nidal gegenseitig, anderweitig Kontakt zueinander aufzunehmen. Auf der einen Seite sind sie neugierig aufeinander und interessieren sich für ihre Beweggründe, auf der anderen Seite wollen sie aber selbst nichts preisgeben und sich erst recht nicht vorher treffen, da sie die Angst haben, sich evtl. anzufreunden und so wieder etwas zu entdecken, für das es sich zu leben lohnt.

Die Covergestaltung ist schlicht und bildet eines der Mädchen ab. Besonders passend ist hier der leere Blick des Mädchens, dass sehr gut für die Einstellung und das Leben der einzelnen Protagonisten steht.

„Für niemand“ behandelt das Thema Selbstmord mit dem nötigen Respekt und schockierte mich zutiefst. Empfehlenswert ist dieses Buch jedoch nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, denn dieses Thema geht jeden von uns etwas an. Unbedingt lesen!
Profile Image for Inga.
1,608 reviews63 followers
October 28, 2012
Selbstmord bei Jugendlichen ist ein hartes Thema. Aber es ist wichtig, es nicht zu verdrängen.


Der Verlag (auf dessen Seite es auch Videotrailer zum Buch (!) gibt) fasst den Inhalt von Tobias Elsäßers Für Niemand wie folgt zusammen:

"Drei Jugendliche, drei Schicksale. Sie kennen sich nicht, aber sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Selbstmord.
In einem Internetforum verabreden sich Sammy, Nidal und Marie, um gemeinsam zu sterben – ohne allerdings zu ahnen, dass sie beobachtet werden. Yoshua ist heimlicher Mitleser des Chats und versucht, das Ereignis zu verhindern. Tatsächlich gelingt es ihm, die Identität, die hinter den Nicknames steckt, herauszufinden. Doch als er zum vereinbarten Treffpunkt kommt, ist es für einige schon zu spät..."

Elsäßer erzählt episodisch aus den unterschiedlichen Perspektiven der Jugendlichen, unterbrochen von Aussagen anderer Beteiligter bzw. durch die Chatprotokolle. Als Jugendlicher hat man so sicher eine Chance, sich zumindest in einige der Personen hineinversetzen zu können. Für mich als Erwachsene ist es teilweise schwer, die Beweggründe der drei für ihre Selbstmordpläne nachzuvollziehen. Sie bleiben teils klischeehaft, teils unkonkret. Manchmal schimmert aber auch das Leiden an der Welt hindurch, an das ich mich durchaus erinnere. Eine Welt der Masken und Rollen, in der es unmöglich scheint, man selbst, ehrlich und glücklich zu sein oder zu werden.
Der Roman bleibt undramatisch, so scheint es, selbst das Ende. Vielleicht muss dies zu sein, um Jugendliche zwar zu berühren, sie aber nicht zu sehr in die Richtung eigener selbstmörderischer Gedanken zu drängen.
Eine Behandlung im Unterricht stelle ich mir sehr schwer vor, wenngleich ich das Thema für höchst brisant und wichtig halte. Aber da stellt sich die Frage, ob dies nur meiner eigenen Angst geschuldet oder eine rationale Gefahreneinschätzung ist.

Tobias Elsäßer, Für Niemand. Sauerländer, Mannheim 2011.
Profile Image for Susanne.
398 reviews
September 27, 2014
I really enjoyed this book. It tells a lot of different perspective of a lot of different people.
I enjoyed reading it though I think the author could have gone even deeper with the topic of suicide.
1 review
January 2, 2021
Coole Idee... Keine Triggerwarnung. Das Ende kommt zu früh... Tobias Elsäßer hat es auf 164 Seiten geschafft, dass ich zu jedem Protagonisten eine Bindung hatte.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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