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Liberty Bell - Das Mädchen aus den Wäldern

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Sie ist siebzehn Jahre alt. Sie kennt kein Internet und kein Facebook, keine Hochhäuser und keine Autos. Liberty Bell ist im Wald aufgewachsen, fernab von jeder Zivilisation. Und Ernesto ist der erste Junge, den sie zu Gesicht bekommt. Ein mitreißender Roman über eine zarte Liebe zwischen zwei Jugendlichen, die den ungewöhnlichen Umständen trotzen und für ihre ganz persönliche Freiheit kämpfen.

376 pages, Paperback

First published June 1, 2013

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24 (17%)
4 stars
44 (31%)
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2 stars
22 (15%)
1 star
8 (5%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Diana von Dinchen´s Welt.
360 reviews20 followers
January 1, 2018
3,5 Sterne
Anders als erwartet, aber dennoch gut.
Die Story ist zu Beginn etwas verwirrend, aber es wird stetig spannender.
Interessant waren die Rückblicke in die Vergangenheit.
Lediglich der Schreibstil war nicht ganz so mein Fall.
Für so ein ernstes Buch war es zwischendurch zu jugendlich geschrieben.
Profile Image for Aisling.
82 reviews14 followers
October 16, 2013
Die Geschichte von Libery Bell und Ernesto wurde uns auf der Leipziger Buchmesse im März von Arena vorgestellt und hat mich neugierig gemacht. Das Buch wurde von einer der renommiertesten, deutschen Autorinnen unter Pseudonym geschrieben, die mit diesem Roman ein neues Genre ausprobieren möchte.

Es ging mal nicht um eine dieser fantastisch angehauchten Liebesgeschichten, wie man sie in den letzten Monaten zuhauf gelesen und gesehen hat. Sondern sie spiegelt den neuen Trend von sogenannten “Contemporary”-Texten (realen Geschichten) wieder. Ich habe mich also auf eine reale Geschichte mit zarter Liebe eingestellt. Umso überraschter war ich über die Wendungen des Buches.

Erster Satz: Eine frühsommerliche Hitze lag über der Stadt.


Idee: Wenn man den Klappentext und auch die Zusammenfassung vom Einband liest, erwartet man eine ‘zarte Liebesgeschichte’ zwischen einem Jungen und einem Mädchen, das fernab von Zivilisation aufgewachsen ist. Alleine diese Idee bietet genug Stoff und Spannung, um damit einen Jugendroman zu füllen. Aber daraus einen Thriller zu stricken, der an Verwirrungen und Verstrickungen nur so strotz, macht das Ganze noch mal eine Nummer interessanter, vielschichtiger und tiefer.

Als uns Arena den Text im März vorstellte, dachte ich in der ersten Sekunde an den Film “Nell” bei dem ebenfalls ein Mädchen in den Wäldern gefunden und in die Zivilisation gebracht wird. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das vielleicht ein kleines Bisschen als Ideengrundstein der Autorin gedient hat.



Plot: Ernesto und seine Freunde fahren in den Wald, um ein Mädchen, was einer der Jungs durch Zufall “entdeckt” und beim Nacktbaden gefilmt hat, zu suchen. Sie finden sie, verschwinden aber wieder, als sie sehen, wie es eine Art Bisamratte tötet und häutet.

Ernesto kann das Mädchen aus dem Wald aber nicht vergessen und fährt ein zweites Mal hin. Dort angekommen findet er nicht nur Liberty Bell, sondern auch einen seiner Kumpels (Jaden) mit seinem Cousin, die sie in die Ecke drängen und dabei filmen. Es kommt zu einem Unfall, bei dem Liberty Bell den Cousin schwer verletzt und flüchtet. Nachdem Ernesto die Nacht bei ihr im Wald verbracht hat, um es nicht alleine zu lassen, werden sie “Dank” des verletzten Cousins gefunden. Liberty Bell wird in das örtliche Krankenhaus gebracht und unterliegt fortan ständiger Überwachung. Kaum ist das Mädchen in der Stadt, geschieht ein blutrünstiger Mord an einem alten Mann. Kurz darauf stirbt Ernestos Kumpel Jaden bei einem Unfall…

Und plötzlich steht man mit beiden Beinen in einem waschechten Thriller, bei dem man sich immer wieder fragt, welcher der braven Bürger des Städtchens ist nun der Mörder beziehungsweise Täter.

Mit der Erwartung einer zarten Liebesgeschichte bin ich in das Buch gestartet, die man auch im Grunde bekommt, aber dazu noch eine Hintergrundgeschichte, die verworrener nicht sein kann. Im Laufe des Buches nimmt der Fokus auf die Liebesgeschichte zwischen Liberty Bell und Ernesto immer mehr ab, um viel mehr auf den Grund, Warum sich Liberty Bell überhaupt im Wald aufgehalten hat, zu schwenken.

Im ersten Moment war ich enttäuscht, aber dann wollte ich wissen, warum plötzlich Charaktere starben, die offensichtlich nicht in näherer Verbindung mit der Hauptprotagonistin standen.

Und alles lässt sich auf die beiden Rückblenden zu Beginn des Buches zurückführen.



Schreibstil: Erzählt wird aus der Sicht von Ernesto, mal etwas anderes (und Erfrischendes), als immer nur aus der Sicht einer starken Heldin zu lesen. D.h. Liberty Bell lernt man nur durch Ernestos Erzählungen kennen und man befindet sich (fast ausschließlich) im Kopf des Helden. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich in die Geschichte eingefunden hatte. Vor allem die Dialoge sind sehr umgangssprachlich geschrieben, sodass ich einige Sätze doppelt lesen musste. Die einzige Erklärung, die ich mir selbst dafür geben kann, ist die, dass aus der Sicht des männlichen Protagonisten erzählt wird, und Jungs immer anders ‘erzählen’ (cooler, selbstsicherer usw.) als Mädchen. Das ist mir damals auch schon in ‘Unschuld’ von Usch Luhn aufgefallen, da war auch aus der Sicht des männlichen Protagonisten erzählt. Ich finde diese Art der “Sprache” immer sehr schwierig, denn es verlangsamt den Lesefluss und ermüdet. Ich mag eine flüssige Schreibe, die sich gut runterlesen lässt, ohne ins Stocken zu geraten. Aber vielleicht braucht man gerade diese, um die Jugendlichen zuerreichen – um anzudocken.

Charaktere: Die Autorin schmeißt Charakter um Charakter in die Geschichte, dass ich von Anfang an den Überblick verloren habe. Selbst jetzt, beim anschließenden Resümee, kann ich nicht mehr sagen, wer alles dabei war, und welche Rolle der oder diejenige gespielt hat (oder ob er oder sie überhaupt eine Rolle hatte). Ich gehe sogar soweit zu behaupten, ein oder zwei Charaktere weniger, hätten der ganzen Geschichte keinen Abbruch getan und würden den Leser nicht so überfordern. Leider führt genau diese Charaktervielfalt dazu, dass sämtliche Nebencharaktere sehr blass erscheinen und sich nicht (außer durch Namen) voneinander unterscheiden. Was bei mir zum Schluss dazu geführt hat, dass es mir “egal” war, wer da gerade gesprochen hat, weil ich sie sowieso nicht auseinanderhalten konnte.



Zu der ganzen Charaktervielfalt kommen dann noch die verschiedenen Orte hinzu. Es gibt zwei Restaurants/Bars, ein Krankenhaus, diverse Jungenzimmer, Häuser und andere Schauplätze, bei denen man aber soweit gut mitkam.

Ernesto, der Hauptprotagonist, ist siebzehn und einziger Sohn des plastischen (halb querschnittsgelähmten) Chirurgen des Ortes. Er hat die Schule fast beendet und soll ab dem Herbst (wie nicht anders zu erwarten) Medizin studieren. Auch jetzt im Nachhinein kann ich nicht wirklich sagen, wie Ernesto “ist”. Sobald es aber um Liberty Bell geht, kämpft er für sie und will sie beschützen. Er fühlt sich für sie verantwortlich, was ihn sehr sympathisch macht.

Liberty Bell ist das Mädchen aus dem Wald. Man lernt sie nur durch ihre Reaktionen und das, was Ernesto über sie denkt, kennen. Das machte es mir als Leserin sehr schwer, mich mit ihr zu identifizieren oder sie “zu verstehen”. Sie ist mutig und entschlossen und lässt sich nicht kleinkriegen. Etwas, was ich sehr an ihr mochte.



Auch Ernestos Einstellung gegenüber seiner Familie finde ich seltsam. Es wird war alles als kühl und unterkühlt bezeichnet, aber als Sohn (mega)reicher Eltern sollte er entweder eine richtige ‘Scheissegal’-Einstellung haben, oder etwas mehr Interesse zeigen, zumal er sich nicht als der widerspenstige, aufsässige reiche Chirurgensohn darstellt, dem langweilig ist und der nicht weiß, was er mit seiner Freizeit anstellen soll. Stattdessen wird nur berichtet, dass er selten mit seinem Vater spricht (weil er viel arbeitet) und noch weniger mit seiner Mutter. Das ist in meinen Augen ein wenig dünn.

Über den Antagonisten will ich nichts schreiben, denn wenn ich das täte, müsste ich nur spoilern und das würde doch ziemlich viel der Spannung rausnehmen. Nur so viel: Bis zum Schluss ist nicht klar, wer der Täter ist.

Hintergrund: Ich mag gut durchdachte, stimmige Geschichten und Hintergründe.



Zwei Situationen, die unterschiedlicher nicht sein können und doch unmittelbar miteinander verknüpft sind. 21 Jahre später wird in Oregon ein 17-jähriges junges Mädchen im Wald gefunden und in die Zivilisation gebracht. Was folgt, ist ein toter Vietnamveteran, der auf den ersten Blick so gar nichts mit dem Ereignis zu tun hat. Erst langsam, Schritt für Schritt wird klar, was damals ,1991, wirklich passiert ist.

Ganz ehrlich: Thriller sind nicht mein Genre.

Genauso wie bei Filmen, mag ich “Hollywood”-Geschichten, die einfach “schön” sind und mich mit einem Lächeln das Buch am Ende weglegen lassen. Bei Thrillern habe ich nicht dieses Gefühl, eher das Gegenteil ist der Fall. Bei Thrillern wird man mit “kranken Köpfen” konfrontiert, die es durchaus auch in der Realität geben kann. Ich frage mich auch immer wieder, wie man sich als Autor eine solche Geschichte einfallen lassen kann, denn gerade bei Thrillern steht und fällt die Geschichte mit einem “perfekt bösen” Antagonisten. Und weil ich einfach die heile, schöne Welt mag, gibts bei mir auch selten so “perfekt böse” Charaktere.

In dieser Geschichte haben wir einen “perfekt bösen” Antagonist, der mir einen Schauer nach dem Nächsten über den Rücken laufen lässt. Das macht einen guten Thriller aus – das macht ‘Liberty Bell – Das Mädchen aus dem Wald’ aus.



Außerdem sind für mich einige Fragen nicht gelöst worden. Wie ist Libby zu Annie gekommen? Wo hat sich Ruby all die Jahre aufgehalten? Was genau hatte Flavio mit allem zu tun? Es wird zwar klar, warum der Antagonist tut was er tut, aber auch hier ist mir die ein oder andere Verstrickung zu viel eingebaut.

Fazit: Ein absolutes Überraschungsei. Es täuscht durch einen plätschernden Anfang, um dann mit einem blutigen und spannenden Ende zu enden. Dazwischen gibt es, viel Spannung, ganz viel Rätsel, eine Menge Blut und eine zarte Liebe.

Wer also nach einer rosa-roten Liebesgeschichte sucht, sollte einen großen Bogen um ‘Liberty Bell’ machen, denn das ist nichts für das schwache, liebesgeschichtenhungrige Mädchen (oder auch Jungen). ‘Libery Bell – Das Mädchen aus den Wäldern’ ist ein Jugendthriller mit ganz vielen kaputten Charakteren und einem (in meinen Augen) ziemlich pervers, kranken Antagonisten.
Profile Image for Clara.
133 reviews1 follower
May 6, 2026
Ganz spannend und keine absolute Katastrophe aber wie viele Fragen willst du am Ende unaufgeklärt lassen? Johanna Rosen so: "Ja!"

Was meinte Jaden mit "Hochmut kommt vor dem Fall"? Warum hat sich Annie Lyford Liberty Bell als Neugeborenes angenommen und wie kam es überhaupt dazu? Weshalb hat Ruby Kyriacou die ganze Misere mitangeschaut unter falscher Identität ohne auszupacken? Und was ist mit Ernestos verdammten Vater passiert. Ist er eingebuchtet, ist er auf freiem Fuß- auf freiem Rad oder was ist jetzt? Ist doch alles egal, Hauptsache der Typ hat die große Bösewichts-Erklärung seiner schändlichen Taten abgegeben! Seid ihr alle geschockt? Dann stirbt jetzt noch Ernestos Mutter und wir können das Buch beenden. So funktioniert das nicht!!
Profile Image for Annika M..
Author 11 books6 followers
December 24, 2020
The beginn was kind of confusing but I really liked the end of the book.
Profile Image for Annika.
Author 32 books7 followers
June 29, 2013
Old Town ist eine verschlafene Kleinstadt in Oregon, umgeben von Wäldern, Wäldern und ... ja, Wäldern. Für Ernesto und seine Freunde gibt es hier nicht allzuviel zu tun. Als Ronan ihnen dann ein Handyvideo von einem nackten Mädchen im Wald zeigt, braucht es natürlich nicht viel Überzeugungskraft um die anderen Jungs dazu zu überreden, sich das Mädchen genauer anzusehen.

Nach einem ersten Ausflug, bei dem die Jungs beobachten, wie das Mädchen eine "Ratte" tötet, beschließen sie ein zweites Mal dorthin zu fahren und mit ihr zu reden. Das Los hierfür fällt auf Ernesto. Doch das Mädchen fühlt sich in die Ecke gedrängt und greift ihn an. Dennoch ist Ernesto fasziniert von ihr. Als die Jungs erfahren, dass einer ihrer Freunde mit seinem brutalen Cousin noch einmal alleine in den Wald gefahren ist, macht Ernesto sich auf den Weg, um dem Mädchen zu helfen. Während er sich in der folgenden Nacht mit ihr anfreundet und herausfindet, dass hinter dem nackten, wilden Mädchen steckt, als sie geahnt haben, wird der Aufenthaltsort von Liberty Bell verraten. Fernsehteams und Krankenwagen rücken an und Liberty Bell muss die Einsamkeit der Wälder, die einzige Welt, die sie je gekannt hat, verlassen und wird in die Schattenwelt, wie ihre Mom sie nannte, geworfen. Doch hier lauern noch größere Gefahren als Autos und die moderne Technik. Denn Liberty Bells auftauchen bringt dunkle Geheimnisse ans Licht und das sonst so beschauliche Old Town wird zum Tatort in einigen Mordfällen. Welches Geheimnis umgibt Liberty Bell? Und wer ist bereit, dafür zu töten? Die Wahrheiten, die sich offenbaren werden, sind so dunkel und düster wie die Wälder Oregons und werden Liberty Bells Weltbild noch weiter auf den Kopf stellen, als es der erzwungene Aufenthalt im Krankenhaus schon tut ...


"Liberty Bell" ist wieder eines dieser ruhigeren Bücher. Zu Beginn der Vorstellung von Ernesto und seinen Freunden fühlte ich mich an Filme wie "Stand by Me" erinnert und diese Erinnerung überkam mich während des Lesens immer wieder (was absolut nicht negativ gemeint ist, ich liebe "Stand by Me", der heute leider viel zu selten im Fernsehen kommt). Die Ruhe, mit der die Geschichte erzählt wird, passt zu den ernsten Themen, die hier verarbeitet werden. Die Geheimnisse, die sich Stück für Stück lüften und am Ende in einem großen, düsteren Finale ans Licht kommen, sind bedrohlicher und beängstigender als vieles, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.

Dabei ist die wirkliche Bedrohung lange kaum wahrzunehmen. Liberty Bells regelrechte "Gefangenschaft" im Krankenhaus, die Hilflosigkeit, die sie – und auch Ernesto – in dieser Situation spürt, hält einen in Atem und macht einem das Herz schwer, während sich im Hintergrund ein noch größere, beinahe unglaubliche Bedrohung aufbaut. Und das gruseligste daran: Es ist kein Fantasyroman, keine Dystopie. Das Grauen ist hier kein Monster, keine Regierung, die ihre Macht ausnutzt. Nein, der Roman spielt in der Realität. Er ist sehr real. Und dadurch so viel beängstigender.

Wir erfahren die Geschichte von Liberty Bell hauptsächlich aus Ernestos Sicht, Liberty Bell selbst sehen wir von außen, erhalten Informationen über ihr Aussehen, ihre Reaktionen, nicht jedoch ihre Gedanken, wenn sie sie nicht ausspricht. Passenderweise bleibt uns die titelgebende Figur dadurch ein wenig fremd, so wie es unsere Welt für sie auch tut. Sie passt sich recht schnell an (was wohl auch daran liegt, dass ihre Mom ihr stets Bücher aus der "Schattenwelt", wie sie die moderne Zivilisation nennt, mitbrachte, um ihr Lesen und Schreiben beizubringen), doch gibt es ständig und überall Dinge, die erst noch lernen und begreifen muss. Genauso ergeht es dem Leser mit ihr. Wir erfahren nach und nach Dinge über sie, lernen sie kennen und trotzdem wahrt sie noch einige Geheimnisse. Wie gesagt, ich finde das in dieser Situation sogar sehr passend und es ist mir tatsächlich erst gegen Ende des Buches aufgefallen – gestört hat es mich zu keiner Zeit.

"Liberty Bell" regt zum Nachdenken an, es wühlt auf und bewegt und lässt einen auch über das Ende hinaus nicht einfach so los. Natürlich kommt am Ende die Wahrheit ans Licht. Ob es jemand als Happy End bezeichnen kann, wage ich nicht zu beurteilen. Versteht mich nicht falsch: Das Ende der Geschichte ist gut und passend. Es ist das richtige Ende für diese Geschichte. Ich frage mich eher, ob es bei dieser Handlung, bei den Geschehnissen in diesem Buch überhaupt möglich ist, von einem Happy End zu reden.

"Liberty Bell" ist keine leichte Lektüre, die man mal eben am Strand lesen kann und alle paar Kapitel zur Seite legt. "Liberty Bell" zieht einen in seinen Bann, hält einen fest und lässt einen so schnell nicht mehr los. Selbst nach dem Lesen bleibt die Geschichte im Gedächtnis. Und das ist auch gut so. Denn die Geschichte hinter "Liberty Bell" ist wichtig und sollte uns allen im Bewusstsein bleiben. Dafür, dass es Johanna Rosen geschafft hat, bekommt das Buch von mir volle fünf Punkte.
148 reviews3 followers
June 21, 2013
Liberty Bell. Das Mädchen aus den Wäldern ist eines der Bücher, die ich unbedingt lesen wollte, weil mich die Thematik (Mädchen kennt die Zivilisation nicht) sehr interessiert hat. Klingt es nicht spannend, dass ein Mädchen im Wald aufwächst, fernab von Internet, Fernsehen, Kino und sonstigen Lebensbereicherungen? Sie kennt keine Waschmaschine und keinen Elektroherd, keine Dusche und trotzdem hat sie 17 Jahre überlebt in ihrer kleinen Welt. Das geht so lange gut, bis sie irgendwann "gefunden" wird und genau an dieser Stelle beginnt die Geschichte von Liberty Bell.

Tausend Fragen schossen mir beim Lesen durch den Kopf. Wer ist dieses Mädchen? Wie kommt sie in die Wälder? Was hat sie 17 Jahre dort gemacht (so ganz ohne Unterhaltung)? Was machte sie bei Krankheiten und wie hat sich ernährt? Die Autorin Johanna Rosen hat es geschafft, mich von Beginn an an das Buch zu fesseln, weil ich unbedingt hinter das Geheimnis von Liberty Bell kommen wollte. Spannend ist auch die Frage, wie sie sich nach ihrer Entdeckung wohl in der Welt zurechtfindet, die sie bisher nur aus Erzählungen kennt. Und so war es trotz Überraschungen gleich auf den ersten Seiten durchaus eine hochspannende Geschichte.

Ich bin froh, dass die meisten Fragen innerhalb des Buches aufgeklärt werden, auch wenn mir der Fokus nicht immer genug auf diesem Thema lag. Liberty Bells Reaktionen konnte ich leider ab und an gar nicht nachvollziehen. Ihre Entwicklung ging mir zu schnell und reibungslos. Sie gewöhnte sich innerhalb von ein paar Tagen an das Leben in der Stadt und an Ernesto und dann verflüchtigt sich immer mehr, wie es Liberty Bell eigentlich geht. Vermutlich lag es tatsächlich am Klappentext, in dem von dem Jugendthriller nichts zu lesen ist, der aber einen Großteil der Handlung ausmacht.

Die Autorin hat es geschafft, mich gleich mehrfach zu überraschen. Der erste Überraschungsmoment war, als ich erkannte, dass das Buch aus der Sicht von Ernesto geschrieben wurde. So wird dem Leser nicht etwa das Innenleben von Liberty Bell vorgestellt, sondern nur, wie Ernesto sie wahrnimmt und vor allem, wie er auf die Situation reagiert. Für mich war das eine gelungene Abwechslung von den ganzen starken Heldinnen, die man oft in Jugendromanen findet.
Ernesto und seine Freunde wandern irgendwann aufgrund eines Videos in die Wälder. Sie wollen das Mädchen, das dort lebt, mit eigenen Augen sehen. Ernesto war für mich zum großen Teil die einzige Figur aus dieser Gruppe, die ich mochte. Die Namen der Jungs sind so außergewöhnlich, dass ich sie mir dauerhaft nicht merken konnte und ich auch immer durcheinander kam, wer nun wie zu Ernesto steht. Ich hätte mir an dieser Stelle mehr Klarheit gewünscht, weil man mit den Charakteren im Verlaufe der Handlung viel konfrontiert wird. Insgesamt blieben die Charaktere leider recht blass, was aber durch Ernesto einigermaßen aufgefangen wird.

Anders als im Klappentext angedeutet, konzentriert sich die Geschichte nicht nur darauf, wie Liberty Bell in einer zivilisierten Gesellschaft zurechtkommt. Das war die zweite Überraschung für mich. "Nebenbei" passieren kriminelle Machenschaften in der Stadt, in der Ernesto lebt. Nach und nach entwickelt sich das Buch daher immer mehr weg von der Liebesgeschichte und fokussiert sich mehr und mehr auf diese Geschehnisse. Dabei nimmt die Autorin meist keine Rücksicht, sondern beschreibt ausführlich und vor allem direkt, wie Tiere gehäutet werden oder Menschen sterben. So bleibt die Handlung natürlich voller Spannung, wenngleich sie auch auf andere Weise als erwartet erzeugt wurde. Ich hätte mir anhand des Klappentextes gedacht, dass es eher dramatisch wird, weil Liberty Bell Schwierigkeiten hat, in der Welt zurecht zu kommen. Aber nein, es geschehen Morde und die Gruppe von halbstarken Jungs gerät in Gefahr. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, war das Buch halt anders als erhofft, aber trotzdem gut.

Bewertung
Liberty Bell. Das Mädchen aus den Wäldern hat mich überrascht. Ich hatte mit einer Liebesgeschichte gerechnet und dass der Fokus auf Liberty Bells Eingewöhnung in die Gesellschaft liegt. Das ist beides nicht wirklich der Fall. Vielmehr entwickelt sich die Geschichte nach und nach zu einem recht intensiven Jugendthriller, was mir aber - nach einer kurzen Orientierungsphase - fast genauso gut gefallen hat. Leider bleiben die Nebencharaktere recht blass und Liberty Bell reagiert manches Mal nicht so, wie man es sich vorgestellt hätte. Sonst ist Liberty Bell. Das Mädchen aus den Wäldern aber spannend und atmosphärisch sehr packend geschrieben.
Profile Image for Ricarda Scola.
474 reviews10 followers
August 29, 2013
Inhalt:

Ernesto und seine Freunde stoßen durch Zufall auf ein Mädchen, das nackt im Wald herumläuft. Ist sie eine Touristin? Gehört sie einer Sekte an? Oder schlimmeres? Diese und noch mehr Fragen plagen die Jungs seit dem Tag ihrer Entdeckung. Als einer der Jungs beschließt, die Story des „Mädchens aus dem Wald“ höchstbietend zu verkaufen, kommt es zur Eskalation zwischen den Freunden und trotz all seiner Bemühungen, konnte Ernesto Liberty Bell nicht vor der Presse und der Polizei retten. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht, wo sie aufgepäppelt und danach rehabilitiert werden soll. Ernesto gibt sich alle Mühe, ihr beizustehen, doch dann nimmt eine Mordserie ihren Lauf und alle fragen sich, inwiefern das mit Liberty Bell zusammen hängt…

Eigene Meinung:

„LibertyBell – Das Mädchen aus den Wäldern“ von Johanna Rosen ist ein Buch, das polarisiert. Ich selbst hatte das Buch eigentlich schon wieder von meinem Wunschzettel geschmissen, nachdem ich all die negativen Rezensionen gelesen hatte, doch dann wurde es mir so wärmstens empfohlen, dass ich mich fragte, wie kann das sein?

Sogleich stolperte ich über den schwierigen Einstieg, da Rosens Schreibstil doch sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ein auktorialer Erzähler, der vor allem zu Beginn ständig in die verschiedensten Köpfe guckt, kann ganz schön verwirren. So angenehm ihr Schreibstil in der Erzählform ist, so nervig wird dieser bei den Dialogen. Eine zu häufige und vor allem falsche Verwendung von Bindestrichen und anderen Satzzeichen machten das Lesen zur Qual. Rosen beschrieb jedes Gespräch so, als würden alle Teilnehmer stottern.

Die Charaktere bleiben erstaunlich flach. Liberty Bell und einige andere Figuren waren definitiv interessant und facettenreich, aber der Einzige, der einigermaßen plastisch erschien, war Ernesto. Erstaunlich ist das Ganze deshalb, weil so viele Persönlichkeiten eine wichtige Rolle spielen. So viele, dass auch das am Anfang zu Verwirrung führen kann.

Die Geschichte ist ganz anders als erwartet. Ehrlich gesagt, konnte ich mir an keiner Stelle so wirklich vorstellen, worauf das Ganze hinausläuft. Zugegeben, nach dem ersten Mord sucht man natürlich nach dem Täter, aber Rosen eröffnet so viele Baustellen, die alle nicht miteinander zusammen zu hängen scheinen, dass ich ab einem gewissen Punkt schon richtig neugierig war. Einer der größten Kritikpunkte für viele Leser ist der Schwerpunkt, der auf dem eigentümlichen Leben in der Kleinstadt „Old Town“ und den facettenreichen Familiengeschichten der Jungs liegt. Dabei ist das nicht nur wichtig für die Story, sondern für mich auch interessant, konnte Rosen ihren flachen Figuren so doch wenigstens etwas Farbe verleihen. Mich hat es mehr verstört, dass die sogenannte „Fäkalsprache“ (anders kann ich es nicht bezeichnen, tut mir Leid!) so gerne verwendet wurde und Sex so ein großes Thema war. Schon klar, Jungs in dem Alter sind so, aber irgendwie war mir das Thema zu dominant.

Die Liebesgeschichte ist sehr dezent und wirklich schön. Ernesto ist so ein guter Übermittler für all die Gefühle, die Rosen vermitteln will, dass man einfach nur begeistert sein kann.
Das Cover ist schön und definitiv ein Eyecatcher. Die Farbgebung ist harmonisch und ansprechend, allerdings hätte ich niemals auf einen Thriller getippt!

Fazit:

Johanna Rosens „Liberty Bell – Das Mädchen aus den Wäldern“ ist ein sehr eigentümliches Buch, dessen Geschichte so unvorhersehbar ist, dass man einfach gefesselt sein muss – wenn man sich drauf einlässt. Dabei ist Rosens Schreibstil eine schwere Hürde, die man nehmen muss, verschandelt sie die wörtliche Rede doch mit so vielen, falsch verwendeten Satzzeichen – bevorzugt Bindestriche –die dem Leser das Gefühl vermitteln, so ziemlich jeder Sprecher hätte eine Sprachstörung. Die eigentümlich Familiengeschichten und natürlich das besondere Waldmädchen geben dem Buch eine außergewöhnliche Atmosphäre. Der Thriller-Anteil kommt nicht zu kurz, ist aber auch nicht zu dominant, obwohl die Spannung allgegenwärtig ist und sich zum Schluss zu einem Showdown entwickelt, der sich sehen lassen kann. Ich glaube zwar nicht, dass dieses Buch etwas für Jedermann ist, aber ich fühlte mich gut unterhalten und kann es durchaus empfehlen – gute 4/5 Bücher!
Profile Image for Jan (lost pages).
291 reviews62 followers
June 19, 2013
Inhalt:
Als Ernesto das Mädchen zum ersten Mal sieht, ist er sowohl erschrocken, als auch fasziniert - wer ist diese "Wilde", die abgelegen in einer Hütte haust, so ganz allein, mitten im tiefen Wald? Mehr und mehr kann er ihr Vertrauen gewinnen, bis Liberty Bell eines Tages aus ihrer Welt entrissen wird!

Gefangen in der Zivilisation ist für Liberty alles neu und fremd und sie fühlt sich allein - nur bei Ernesto geht es ihr anders, geht es ihr besser. Auch er kann sich dem Mädchen nicht mehr entziehen und Stück für Stück gelingt es ihm, Libertys Herkunft zu entschlüsseln, die jedoch aus wirren Geheimnissen zu bestehen scheint, von dem eines ganz besonders dunkel ist...

Meinung:
Der Titel und das Cover haben mich gleich angesprochen und auch der Klappentext war genau nach meinem Geschmack. Also habe ich mit freudigen Erwartungen begonnen, die Seiten zu erklimmen, musste aber schon sehr früh feststellen, dass alles so gar nicht nach meinem Geschmack abläuft!

Was hatte ich erwartet? Worauf hatte ich mich gefreut? Erst einmal den Wald, als Kulisse der Geschichte. Der Titel lässt ja unschwer darauf vermuten, doch leider hat sich der Großteil der Geschichte überhaupt nicht auf der "naturellen" Seite abgespielt. Viel mehr war dieser Ort immer nur eine "Zwischenstation", die zu Beginn angefahren und gelegentlich im Verlauf der Handlung aufgesucht wird. Sehr schade, denn ich hatte mich auf ein besonderes Walderlebnis gefreut.

Viel Zeit lässt uns die Autorin dagegen mit der Clique von Ernesto verbringen. Wie es scheint, ein wild gewürfelter Haufen von Jungs, an die ich mich alle schon gar nicht mehr erinnern kann, was zum Teil auch an den sehr sehr komischen Namen liegt. Zum anderen, weil die Charaktere kaum ausgearbeitet sind und man so gut wie überhaupt nichts von ihnen erfährt. Ich könnte auf Anhieb keinen beschreiben und wüsste nur, dass einer einen Hund besitzt, der drei Beine hat. Mit nur mäßig ausgearbeiteten Nebencharakteren könnte ich aber noch gut leben, wenn die Hauptfiguren mich wenigstens überzeugt hätten - aber auch hier Fehlanzeige!

Liberty Bell ist so gar nicht das Mädchen, das ich mir vor dem Start vorgestellt hatte. Irgendwie platt und leer und ihre Reaktionen, wie zum Beispiel auf die ihr fremde Welt (Zivilisation), sind schon mehr als verwunderlich und in den seltensten Fällen nachvollziehbar. Zudem passieren einige Dinge, in Bezug auf Liberty, die in meinen Augen einfach zu unvorstellbar und unlogisch sind. Von Ernesto bekommen wir da schon mehr zu sehen. Sein zerrüttetes Familienleben erhält mehr Klang und dadurch erscheint uns der Junge nicht mehr so farblos und wirkt realer.

Aber auch das hilft nicht darüber hinweg, dass die "Liebesbeziehung", die sich im Laufe der Geschichte zwischen den beiden entwickelt, absolut unscheinbar, emotionslos und in einigen Handlungssträngen schon wieder unglaubwürdig wirkt. Liberty hat zu viel kaputt gemacht - leider!

Darüber hinaus lässt sich das Buch aber gut und flott lesen und auch die humorvolle Ader der Jungs, brachte mich das ein oder andere Mal zum Lachen.

Wirklich überrascht haben mich die letzten einhundertfünfzig Seiten. Mensch, warum konnte das gesamte Buch nicht so toll sein? Hier war wirklich fast alles da. Überraschende Wendungen, Spannung bis zum Abwinken - ich konnte gar nicht anders, als mich gebannt auf die Seiten zu konzentrieren!

Der letzte Abschnitt lässt stark darauf vermuten, dass eine Fortsetzung möglich wäre. Aber würde ich da zugreifen? Ich glaube eher nicht!

Fazit:
So wunderschön das Buch auch aussieht, "Liberty Bell" konnte mich den Großteil der Geschichte kaum überzeugen. Besonders die unausgearbeiteten Charaktere - allen voran die Protagonistin Liberty Bell, haben vieles kaputt gemacht. Einige Handlungsstränge kamen schon sehr unglaubwürdig und unlogisch daher und haben mein Lesevergnügen zusätzlich gemindert. Nichtsdestotrotz lässt sich der Roman gut und flott lesen und Begeisterung ist in den letzten einhundertfünfzig Seiten dann doch noch aufgekommen. Hier hat mich die Handlung mit überraschenden Wendungen und spannenden Momenten bezirzen können.
Profile Image for Sophie.
201 reviews12 followers
June 12, 2013
Äußeres Erscheinungsbild:
Na wenn das nicht mal ein bildschönes Cover ist, dann weiß ich auch nicht. Zu sehen sind der Wald, in dem Liberty Bell lebt. Die roten Farben, machen das Ganze sehr spannend, wie ich finde.
Auch der Titel und der Untertitel machen Lust auf Mehr. Und die Schriftart des Namens ist auch total klasse.


Eigene Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um das erste Buch, dass ich als Rezensionsexemplar angefragt habe und der Arena Verlag war so freundlich mir doch tatsächlich ein Exemplar zukommen zu lassen. Vielen lieben Dank, Sie haben keine Ahnung wie glücklich an dem Tag war. :)

Wir werden heutzutage von so vielen elektrischen Medien und anderem Klimbim überrannt, dass ich die Idee nach einem Leben fernab dieser Massenmedienwelt wirklich spannend finde. Unbewusst hatte ich die 11.Klasse Sozialkunde vor Gesicht, wo wir die Wolfsmädchen Amala und Kamala behandelt haben (*klick*). Recht schnell habe ich dann mitbekommen, dass Liberty Bell nicht viel von einem verwilderten und verwahrlosten Mädchen hatte. Wäre das so, dann wäre wahrscheinlich auch die Geschichte eine ganz andere gewesen. Gut, sie kennt keine Handys, läuft nackt herum und bezeichnet unsere Welt als Schattenwelt, aber sie lebt sich dann auch recht schnell in der Welt voller Hochhäuser und Autos ein. Meiner Meinung nach etwas zu schnell.

Die Handlung finde ich besonders am Anfang und am Ende sehr gelungen. In der Mitte befinden sich einigen Längen, die sich aufgrund der guten Schreibe jedoch recht flott weglesen lassen. Während bei mir am Anfang die Neugierde auf das Mädchen geweckt wurden ist, so kam am Ende Spannung und auch ein bisschen Nervenkitzel auf.

Wie gesagt, die Schreibweise finde ich gut. Am Anfang war das Ganze erstmal ungewohnt und ich brauchte ein paar Seiten um reinzukommen, aber dann konnte ich das Ganze gut wegschmökern. Ein bisschen verwirrt haben mich am Anfang spontane Orts- und Szeneriewechsel, doch auch da habe ich mich dran gewöhnt.

Ja, dann wären da noch die Charaktere.
Liberty Bell finde ich eigentlich ganz süß. Wäre sie ein Mädchen, das ganz zivilisiert aufgewachsen wäre, dann wäre sie das typische Mädchen von nebenan. Nun ist sie das aber nicht und die Abgrenzung zu den anderen Personen hat mir etwas gefehlt. Ich hätte gern mehr über sie und ihr Leben im Wald erfahren.
Ernesto ist der liebe Freund, den man gerne um sich hat und der immer für einen da ist. Aber auch er erfragt mir zu wenig und nimmt einfach hin.
Bei den Nebencharakteren hingegen hatte ich das Gefühl, dass Johanna Rosen so viele verschiedene Figuren unterbringen wollte wie nur möglich. Es war zu viel auf einmal. Dadurch sind sie alle etwas untergegangen und ich hatte Schwierigkeiten sie auseinanderzuhalten. Sie blieben mir zu flach.

Die Beziehung empfinde ich als etwas zwiegespalten, während ich Liberty Bell und Ernesto im Einzelnen ganz gut finde, so gefallen sie mir zusammen nicht so doll.
Ihre Liebe passiert mir viel zu schnell und besonders Liberty Bells Anziehung zu ihm, die ja nie andere Menschen außer ihrer Mutter kannte, kann ich nicht nachvollziehen. Die Möglichkeiten wurden nicht optimal ausgeschöpft.

Das Ende hat mir hingegen richtig gut gefallen. Es kommt Spannung auf und endlich wird die Verwirrung, die die Autorin gekonnt bei mir aufgebaut hat gelöst. In diesem Fall ist es eine positive Verwirrung, denn es geht ja um die Aufklärung diverser Mord- und Todesfälle. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war begeistert, was die Autorin hier konstruiert hat.


Fazit:
Ein Buch, das nicht ganz halten kann, was es verspricht. Punkten kann es in puncto spannendem Finale und mit einer klasse Idee, ein paar Punkten einbüßen tut es hingegen bei den Figuren. Alles in allem ein solides Buch, dass mich gut in seine Welt eintauchen ließ.
3,5/5
Profile Image for katia.
517 reviews27 followers
June 19, 2013
Ein Mädchen im Wald. Nackt. Abgeschieden von der Welt. Vollkommen allein.
Als Ernesto und seine Freunde durch Zufall auf das Mädchen stoßen, lösen sie damit eine Kettenreaktion aus, die ihr aller Leben von Grund auf verändern wird.

Denn mit dem Mädchen, Liberty Bell, kommen Geheimnisse ans Licht. Geheimnisse, die jemand mit aller Macht weiter im Dunkeln lassen will.

Nach dem Lesen der letzten Seiten von "Liberty Bell - Das Mädchen aus dem Wäldern" musste ich erstmal kräftig durch atmen. Und auch jetzt, Tage nach dem Lesen, schwirren meine Gedanken immer noch um die Geschichte herum.

Die Geschichte um Liberty Bell und Ernesto ist außergewöhnlich, berührend, schockierend und absolut süchtigmachend. Ich würde das Buch mit einem Sommergewitter vergleichen. Man spürt zuerst nur, dass etwas Dunkles und Gefährliches in der Luft liegt. Es braut sich immer mehr was zusammen und du siehst hier und da einige Blitze zucken, bis es dann mit Gewalt über dich herein bricht.

Der Anfang ist vielleicht ein wenig verwirrend wegen den vielen neuen Namen und Orten. Aber nach und nach bekommt der Leser immer mehr das Gespür für die Charaktere und die Geschichte. Auch die Sogkraft des Buches nimmt von Seite zu Seite immer mehr zu, bis man gar nicht mehr anders kann als einfach nur zu lesen um endlich zu erfahren, was genau geschehen ist und noch geschehen wird.

Johanna Rosen hat es geschickt verstanden, den Leser Stück für Stück mit Einblenden in die Vergangenheit, auf eine Fährte zu locken, die sich aber nicht unbedingt als richtig herausstellen muss. Das Katz-und-Maus-Spiel mit dem Leser liegt der Autorin definitiv im Blut. Ich bin so manches Mal drauf reingefallen. Was natürlich sehr zur Unterhaltung beiträgt, da so die Spannung enorm steigt.

Die Charaktere, natürlich insbesondere Liberty Bell, waren alle interessant und jeder hatte sein eigenes Merkmal, etwas was die Figur ausmacht. Im Positiven und natürlich auch im Negativen. Und auch hier hat es die Autorin geschafft mich zu überraschen. Ich war über so manche Entwicklung erstaunt und habe es so zu Anfang nicht kommen sehen.

Der Schreibstil der Autorin ist einem Jugendbuch angepasst, wie man an der Umgangssprache der Charaktere schnell feststellt. Daher lässt es sich sehr leicht und flüssig lesen. Aber es ist trotzdem auch eine gewisse Schwere für mich vorhanden gewesen, was nicht zuletzt an der tragischen Thematik des Buches lag.

Denn wenn man sich nur nach der Kurzbeschreibung des Buches richtet, erwartet den Leser eine ziemliche Überraschung. Das Buch macht einem Jugendthriller alle Ehre. Aber lasst euch am besten selbst überraschen ;)

Das Ende ist ein gewaltiges Donnerwetter, welches den Leser durch schütteln wird. Als die Tragweite all dessen ans Licht kam, war ich wie erstarrt und musste so manches Mal hart schlucken. Johanna Rosen hat mich auch dort wiedermal sprachlos gemacht.

Fazit:

"Liberty Bell - Das Mädchen aus den Wäldern" ist ein außergewöhnliches Buch, welches schockiert, fesselt und den Leser tief bewegt.
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June 21, 2013
Ernesto und seine Freunde stehen kurz vorm Schulabschluss. Was genau sie später machen wollen, wissen sie noch nicht und so genießen sie erst mal ihr junges Leben. Als sie eines Tages im Wald ein junges Mädchen entdecken, das dort zu leben scheint, ist Ernesto neugierig. Er und Liberty Bell, das Mädchen aus den Wäldern, kommen sich langsam näher und verlieben sich. Denn Liberty Bell kennt nur den Wald und muss sich erst langsam an die neue Welt gewöhnen. Morde, Unfälle und ungelöste Geheimnisse kommen ans Tageslicht und Ernesto weiß nur eins: es hat alles mit Liberty Bell zu tun.

Auch wenn ich zu Anfang ob der vielen Namen etwas verwirrt war und einige Zeit brauchte, um herauszufinden, wer denn nun zu wem gehört und mit wem befreundet ist, war ich doch gleich in der Story gefangen, was auch sehr an dem Schreibstil der Autorin lag. Sie hat eine sehr einfühlsame Art, die Geschichte von Ernesto und Liberty Bell zu erzählen.

So konnte ich mich mehrmals sehr gut in Liberty Bell hineinversetzen, obwohl mehr aus Ernestos Sicht erzählt wird. Mein Kopfkino hatte jedoch so sehr zu tun, dass mich das Buch sogar bis in den Schlaf verfolgt hat. Ich grübelte, versuchte die Fakten zu ordnen und mir ein Bild von der Gesamtsituation zu machen. So kam ich sehr früh darauf, wer der eigentliche Übeltäter war, war jedoch trotzdem gespannt, wie Ernesto und Liberty Bell auf die letztendliche Lösung kommen.

Liberty Bell ist eine starke Persönlichkeit, auch wenn sie seit ihrer Geburt im Wald gelebt hat. Ihre Mutter hat sie zu einer real denkenden Person erzogen, welche um ihr Überleben kämpfen kann und nichts unversucht lässt, ihre Freiheit zu erhalten. Zeitweise denkt man, sie wirkt etwas zu erwachsen für ihre 17 Jahre, doch dann wird einem wieder ins Gedächtnis gerufen, dass sie 17 Jahre im Wald gelebt hat, fernab der Zivilisation und aller technischen Dinge.
Ernesto allerdings ist mit allem aufgewachsen, was es gibt. Seine reichen Eltern haben ihm jeden Wunsch erfüllt, ihm aber nicht das gegeben, was er am dringendsten gebraucht hat. Liebe und Geborgenheit.
So bin ich froh, dass er seine Freunde hat, die zu ihm stehen und ihm helfen, wo es nur geht. Und dann auch Liberty Bell, die ihm beibringt, was Liebe ist.

Etliche Verwirrungen werden gestiftet, Morde geschehen und Unfälle passieren. Manche Szenen sind in kursiver Schrift getätigt und sind Moment aus der Vergangenheit oder Gegenwart anderer Personen.

Gerade die letzte Szene und hier der letzte Satz des Buches hat mir die Tränen in die Augen getrieben und ließ mich dann hoffend zurück.

Das Buch hebt sich meiner Meinung nach vom Mainstream sehr ab und sticht vor allem durch die schon erwähnte gefühlvolle Art der Erzählung heraus.

Fazit:
Das Mädchen aus den Wäldern bringt einem zum Nachdenken...
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