Sinti und Roma leben seit dem Mittelalter in Europa, doch bis heute sind sie eine benachteiligte Minderheit, die allerorten auf Vorurteile von einem lustigen, aber auch andersartigen "Zigeunerleben“ stößt und ihre eigene Sprache zu verlieren droht. Karola Fings erzählt knapp und anschaulich die Geschichte der Sinti und Roma. Sie erklärt, warum der nationalsozialistische Völkermord so lange verharmlost wurde und welche Perspektiven sich Sinti und Roma heute bieten.
Sehr gute kleine Einführung, mit umfassender Bibliografie (primär und sekundär) zum Weiterlesen in ein viel zu selten beachtetes Thema. Sorgfältig recherchiert und ohne wissenschaftliche Arroganz geschrieben. C.H.Beck Wissen von Karola Fings für die, die mehr wissen wollen.
In dem Werk zeichnet die Autorin ein übersichtliches Bild über die Ursprünge der Sinti und Roma und wie diese seit ihrer Einwanderung nach Europa vor ca. 1000 Jahren und ständiger Assimilierung und Integration – und somit seit langem fester Teil der europäischen Kultur und Gemeinschaft – meistens doch bloß auf Vorurteile und Klischees basiert fälschlicherweise als herumziehende Kriminelle gebrandmarkt werden. Weiterhin schildert die Autorin die systematische Verfolgung, Zwangssterilisation und Ermordung vieler Angehörigen der Ethnien, welche erschreckenderweise auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Ausnahme der systematischen Ermordungen langsam bis gar nicht aufhörte und sich in Deutschland wie auch in anderen Teilen Europas in Form von struktureller Diskriminierung bis heute zieht.