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Bildnis eines Unsichtbaren

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272 pages, Hardcover

First published January 1, 2005

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About the author

Hans Pleschinski

31 books6 followers
Hans Pleschinski, geboren 1956, lebt als freier Autor in München. Zuletzt erhielt er u.a. den Hannelore-Greve-Literaturpreis (2006), den Nicolas-Born-Preis (2008) und wurde 2012 zum Chevalier des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. Hans Pleschinski ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste.

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Kirsten.
3,398 reviews11 followers
April 19, 2026
Der Franzose Serge war seine erste große Liebe. In einer Zeit. Die Begegnung war eher zufällig, aber daraus entstand etwas Besonderes, das dem jungen Mann aus der kleinen deutschen Stadt eine neue Welt eröffnete. Aber der Mann, der die meiste Zeit seines Lebens an seiner Seite stand, war ein anderer.

Hans Pleschinksi erzählt die Geschichte einer Beziehung vor dem Hintergrund einer bewegten Zeit. Von einer Lebensfreude, die Ende des 20. Jahrhunderts noch unschuldig war. Die Menschen wussten noch nichts von der Krankheit, die sich schon unter ihnen ausbreitete. Wenn man die vielen Namen der Menschen liest, die der Autor im Lauf der Jahre verloren hat, macht es diesen Rückblick umso trauriger.

Eine Konstante in seinem Leben ist der Mann, der an seiner Seite stand. Gemeinsam mit ihm hat der Autor viel durchgemacht: Es waren Jahre der Gegensätze: Armut und Reichtum, Ruhm und Abstieg und immer wieder Krankheiten, die nicht nur seinen Partner, sondern auch die Beziehung belasten.

Ich habe mich beim Lesen gefragt, wer in der Geschichte der Unsichtbare war. War es der Mann. der so lange an seiner Seite war, dass er nicht mehr bewusst gesehen wurde? Oder war es die Krankheit, die leise das Leben von ihm und seinen Freunden getreten war und die man erst wahrgenommen hat, als es schon zu spät war?

Der Autor erzählt keine einfache Geschichte. Aber die Art, wie er sie erzählt, nimmt ihr ein wenig den Stachel. Für mich ist es trotz des schwierigen Themas bis jetzt eines der Lesehighlights in diesem Jahr.
Profile Image for Maria.
92 reviews2 followers
July 24, 2018
Personal note: The first book I finished in what feels like a century.

Good-good bohemian rhapsody of art and theatre crowd reminiscence. Very poignant portrait of a dear person lost (along with other things, like people caring for high culture). (Maybe Hans Pleschinski is just channeling his hero or maybe he is actually one of those guys.)

All in all, 10/10 if you’re into very readable bohemian life memoirs. It’s not just that, but it is mostly that and I am not half as articulate as the author (I can’t even type “a” on my phone on the first try).
Profile Image for Hannah.
94 reviews
May 9, 2026
gleich zu beginn muss ich mal vorwegnehmen dass meine lese experience getrübt wurde von einem ebook das eine katastrophe war - ganz komische umbrüche, teilweise bin ich sicher dass seiten oder absätze gefehlt haben, sehr seltsam
aber auch abgesehen davon hab ich mich eher drum bemüht, schnell fertig zu sein und hab ganze absätze übersprungen.
bewegt hat’s mich echt gar nicht, ich fand es eigentlich sehr wirr und man wusste nicht wo man grad ist, ich kanns gar nicht zeitsprünge nennen weil um einen zeitsprung zu machen muss man mmn lang genug in einer zeit bleiben um springen zu können und das ist hier nie passiert
das permanente name dropping von irgendwelchen long dead künstlern hat’s auch nicht getan für mich, aber maybe that’s an age problem on my part
schade
Profile Image for Johanna Berger.
154 reviews7 followers
March 29, 2026
Der Geliebte ist tot. Der Zurückbleibende schreibt einen Text über ihn, über die Beziehung, über das Kennenlernen, die Herkunft des einen und des anderen. Es ist eine Totenklage und die Erinnerung an ein gemeinsam verbrachtes Leben, eine literarisch gestaltete Biographie eines schwulen Lebens und einer Liebe in München.

„Ich bringe es nicht über mich, seine Telefonnummer zu löschen. Die Display-Auskunft gelöscht, das elektronische Geräusch wäre die Salve eines Hinrichtungskommandos. Man kann niemanden löschen.“

Aus dem Schmerz entsteht die Darstellung beider Leben, einer dreiundzwanzigjährigen Liebe und das Bild einer Ära bis zum Einbruch der tödlichen Krankheit: die 70er und frühen 80er Jahre – die heiteren, kreativen, promisken Zeiten, als München wieder einmal leuchtete. Das Datum des Knalls am Ende ist genau bezifferbar. AIDS zerreißt die Leben vieler. Die Todesgefahr schwebt über der Community.


Pleschinski erzählt von seiner ersten Liebe, der Jugend in Celle, mit großer Wärme und viel Witz von dem Zivildienst in einem Altenheim, in dem vorwiegend alte Adlige aus dem ehemals deutschen Osten ihre letzten Jahre verbrachten. Er lässt seine Anfänge in München wieder aufleben, die wilde Zeit mit einer Wiener Schauspielerin, die vielen schwulen Affären.

Er erzählt auch vom Aufwachsen des achtzehn Jahre älteren Geliebten in der Nachkriegszeit, von dessen Anfängen als Galerist, von Erfolg und Misserfolg, von der letzten Unternehmung: dem Ausstellungsprojekt für Werke des Malers Edgar Ende (des Bruders des Schriftstellers Michael Ende) und von Krankheit und Tod von Volker Kinnius.

Beim Kennenlernen und im Diskurs über das Theater Becketts besteht der junge Pleschinski darauf: „Man muss Geschichten erfinden, die über den Abgrund führen.“ Das hat er mit seinem Buch getan. Er hat das Schwere immer wieder mit Humor durchkreuzt.

Lesenswert für alle, die eine vergangene Ära in München besichtigen wollen, die über eine große schwule Liebe lesen wollen, und für alle Pleschinski-Leser sowieso.

Das Buch ist erstmals 2002 im Carl Hanser Verlag erschienen und 2026 bei C. H. Beck mit einem Nachwort des Autors und einem Nachwort der Schriftstellerin Anja Kampmann versehen wieder aufgelegt worden.

Kleine Bemerkung am Rande: Im Text sind ein paar Fehler zu viel stehen geblieben.

Mehr auf www.kultursalon.blog (auch zum Roman „Der Flakon“)
Profile Image for Jana.
248 reviews12 followers
April 26, 2026
Das Buch und ich wurden leider nicht so warm. Dabei lese ich gerne Biographien und auch Homoxsexualität und AIDS finde ich interessant zu lesen. Gerade am Anfang vom Buch wurde mir bewusst wie viele Menschen an der Krankheit gestorben sind. Wie die Angst sich anzustecken sich ausbreitet, man zunehmend veruteilt wird für seine Homosexualität. Dazwischen ein Paar das sich Jahre lang begleitet hat, mal mehr oft weniger monogam. Es finden sich auch wirklich schöne Formulierungen wieder.
Nur bin ich schon kein Fan von Büchern ohne Kapitel. Ich finde es anstrengend zu lesen, vor allem weil die Geschichte in der Zeit hin und her springt. Gleichzeitig konnte ich mich auch nicht wirklich in die Personen hineinversetzen. Die kulturellen Gespräche werden wohl so stattgefunden haben, helfen mir aber nicht dabei eine emotionale Verbindung aufzubauen.
Dennoch habe ich Respekt, das der Autor seine persönliche Geschichte geteilt hat und es gibt auch einen guten Rückblick in das Zeitgeschehen vor meiner Zeit.

Danke netgalley für die Ausgabe
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