Ein altmodisch gekleideter Mann auf einer verwilderten Rasenfläche. Mit raschen Schritten folgt er einem unsichtbaren Ball und versucht ihn mit einem imaginären Schläger zu treffen. Daniel Käfer schaut staunend zu und ahnt noch nicht, dass auch er bald in ein Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit geraten wird. Käfers erfolgreiches Berufsleben als Chefredakteur ist seit wenigen Wochen Vergangenheit. Jetzt will er im Ferienparadies seiner Kindheit, dem steirischen Salzkammergut, die Bilder von damals wieder leuchten lassen und über seine Zukunft nachdenken. Er findet sich in einer nur vordergründig harmonischen Welt der Gegensätze wieder: uralte Strukturen der Salzwirtschaft und die bemühte Eleganz jener Freizeitarchitektur, die vor über hundert Jahren den Wandel zum Kurort gebracht hatte. Daniel Käfers Spurensuche im Ausseerland lässt bald auch seine persönliche Vergangenheit in einem anderen Licht erscheinen. Wie war es wirklich um die sorgfältig gepflegte Tradition der gut bürgerlichen Familie bestellt? Vor allem das Schicksal jener verleugneten, verdrängten Mizzi Käfer, der „Ausseerin“, passt nicht ins wohl geordnete Bild. Ihr sehr bescheidenes Leben als Dienstbotin, zuletzt in der Villa der Frau Hürsch, und ihr rätselhafter Tod geben den Blick frei in eine Welt der Ausbeutung und des Elends. Aber auch märchenhafte Schicksalsfügungen waren möglich... Komareks erster Roman aus dem Salzkammergut erzählt spannend und facettenreich. Und er bietet die ebenso hintergründige wie pointierte Sicht auf eine der interessantesten Kulturlandschaften Österreichs.
Eine nette anspruchslose Geschichte. Ein Mann auf der Suche nach seiner Kindheit und einem Teil der Familiengeschichte. Ein Heimatroman, etwas langsam, mit einer unscheinbaren Ende, nicht ganz nachvollziehbar.
Der Roman erzählt eine romantische Geschichte über die Suche nach einem verlorenen Paradies, eingebettet in eine Handlung, die viele an die Sommer ihrer Kindheit in Österreich erinnert. Eine Lektüre, die man am besten auf Reisen und bei Aufenthalten im steirischen Salzkammergut liest.
Vorbei ist es mit der Karriere von Daniel Käfer. Die Zeitschrift, die er betreute, wurde eingestellt und den Posten in der Verwaltung des Verlages will er nicht. Da nimmt er lieber die Abfindung mit und privatisiert erstmal. Dazu führt Käfers Weg in die Gegen des Ausseer Landes im Salzkammergut, wo er in der Kindheit die schönsten Ferientage verbracht hat. Fremd fühlt er sich nicht dort, aber ein Einheimischer ist er auch nicht. Gut aufgenommen fühlt er sich und seine Neugier wird geweckt als er herausfindet, dass wohl eine entfernte Verwandte als Dienstbotin in dem Ort gearbeitet hat.
Alfred Komarek ist vielleicht besser bekannt von seinen Romanen um Simon Polt und so ist es eine kleine Entdeckung, dass sein Werk noch wesentlich reichhaltiger ist als angenommen. Die vier Jahreszeiten um Daniel Käfer bilden durchaus einen Kontrast. Liebevoll beschrieben wird das Salzkammergut, da treten die Geschehnisse um Käfers Vorfahrin fast ein wenig in den Hintergrund. Ausgezeichnet nach zu empfinden, ist das Wehklagen, dass ein Fremder, der kein Tourist mehr ist, noch lange nicht zum Einheimischen werden kann. Nur wenn man dort geboren ist, kann man den richtigen Einblick haben, wie der Hase läuft. So ähnlich als wolle man als Erwachsener einen Dialekt erlernen, immer wird es als nachgelernt erkennbar sein. Und ein Zugereister bleibt eben auch immer erkennbar.
Daniel Käfer genießt jedenfalls zunächst den Verlust seiner Arbeit und gibt sich irgendwie phlegmatisch aber doch neugierig einem Ausseer Sommer hin, der ihm die Auffrischung alter Bekanntschaften bringt und die Entdeckung eines Familiengeheimnisses. Beinahe als sei man selber träge in der Sommerhitze genießt man die Wanderungen Käfers durch das Salzkammergut, gewaltfrei und doch spannend. Sogar verfilmt wurde der Roman im Jahr 2004 erstmalig erschienene Roman bereits.
Der 40jährige David ist nach dem Verlust seines Jobs auf einer Reise in die Vergangenheit ins Ausseerland auf den Spuren der Kindheitsurlaube und seiner Großtante Mizzi.
Komarek beschreibt virtuos und sehr treffend die verschworenen noch immer fast an Inzucht gemeinenden Dorfgemeinschaften in einigen österreichischen Alpentälern und Landstrichen, in denen Familien, die vor hundert Jahren zugewandert sind, noch immer als "die Fremden" bezeichnet werden. Dass dies nicht im Gegensatz zum Tourismus und zum Grundstücksverkauf an die intellektuelle Schickaria der Hauptstadt (Weanaseea = Wiener der sich als Ausseer fühlt) stehen muss, ist wahrscheinlich eine Besonderheit des Salzkammerguts. Auch die Fremden spielen dieses Spiel mit, indem sie verzweifelt und vergeblich versuchen, als Dorfmitglied anerkannt zu werden und den Respekt der Einheimischen zu gewinnen. Die große Story einer unerwiederten Liebe.
Da ich nicht weit vom Schauplatz des Romans als Fremde in Ischl 5 Jahre zur Schule gegangen bin und meine beste Schulfreundin aus dem Ausseerland war, habe ich mich besonders wohl gefühlt mit diesem Buch - Habe alte Verhaltensmuster, Kaffeehäuser, Bars und andere Schauplätze meiner Teenagerzeit wiedergetroffen und darüber geschmunzelt.
Einzig der Schluss des Buches hat mir nicht gefallen er verpufft irgendwie.
Ach ja wenn jemand irgendwann diese Seele von Aussee schnell einfangen will, dann empfehle ich das Ausseer Bierzelt Anfang September: Heimatroman, Sex, Liebe, Gewalt, Streit, Verrat, Geschäft, Touristen, Einheimische, Weanaseea, Zirbenschnaps und Vollrausch als Katalysator - alles auf ein paar Quadratmetern Stoffzelt als Laborexperiment zusammengepfercht - so habs zumindest ich damals erlebt.