Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Katzen von Montmartre

Rate this book
Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?


257 pages, Kindle Edition

Published October 11, 2016

15 people want to read

About the author

Tessa Korber

52 books11 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
4 (13%)
4 stars
8 (26%)
3 stars
16 (53%)
2 stars
2 (6%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for FiktiveWelten.
38 reviews2 followers
February 6, 2017
DIE KATZEN VON MONTMARTRE – ein wunderschönes Cover, das nicht allein nur Blicke von Katzenfreunden auf sich zieht. Meine letzten Geschichten um vierbeinige Samtpfoten liegen schon einige Jahre zurück, nichtsdestotrotz sind sie in angenehmer Erinnerung geblieben. Nun also habe ich dank TESSA KORBER erneut das Vergnügen, intelligenten Spürnasen bei der Aufklärung Pariser Kriminalfälle zu folgen. Das handliche Taschenbuch umfasst vierunddreißig Kapitel, eingebettet in Pro- und Epilog. Vorangestellt ist eine kurze Übersicht der tierischen Hauptfiguren, ihren Eigenschaften und Besonderheiten. Da wären unter anderem der junge Herumtreiber Matisse, der besonnene Bonnard, der misstrauische Dégas und der Schwarm aller Kater: Grisette. Doch angefangen hat alles mit den frechen Rabauken Pablo und Miró, die auf dem Cimetière de Montmartre über eine Leiche stolpern. Erzählt wird das Geschehen in überwiegend dritter Person Singular aus Sicht verschiedener Charaktere, jeweils als Kapitelüberschrift deklariert. Einzig Bonnards Worte richten sich direkt an die Leserschaft. Der rot gestromte Kater hat schon viele Geschichten und ebenso viele Anekdoten gehört. Bonnard schreitet er über den Friedhof oder liegt auf der schmiedeeisernen Bank, spendet Trost und lauscht Sorgen, Nöten und manch Geheimnissen der menschlichen Besucher. Und er war selbstverständlich dabei, als das junge Mädchen Madeleine am Grab ihrer Familie tot aufgefunden wurde.
Der Kriminalroman versprüht Lokalkolorit, Charme und Esprit. Montmartre ist jedoch nicht nur ein Stadtteil, sondern eine geistige Einstellung, so heißt es. Ganz wunderbar passen hierzu Madame Chauchat in ihrem Kiosk, Madame Valladon in ihrer Pâtisserie, Monsieur Martis in seinem Souvenirgeschäft, Monsieur Moulin in seinem Bistrot und all die Toten und Erinnerungen darum herum. Die Atmosphäre ist sehr dicht und die Figuren besitzen Tiefe. Nostalgisch und ein klein wenig melancholisch arbeitet die Autorin Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse von Mensch und Tier aus. Eben noch flaniert Grisette geltungsbedürftig auf der Mauer nahe des neuen Malers, dem sie gefallen will, im nächsten Moment ist sie Gefangene in einem Sack. So und ähnlich überraschend betten sich erschreckende Vorkommnisse mitten ins Alltagsgeschehen. Zwischen Gegenwart und Vergangenheit liegen Hoffnung und Verzweiflung nahe beieinander. Ein schmaler Grat, den TESSA KORBER mit viel Fingerspitzengefühl und anrührender Sprache meistert.
So grausam die kriminellen Hintergründe auch sein mögen, so wenig wird im vorliegenden Roman auf harte Action und Knalleffekte gesetzt. Viel mehr stehen Beziehungen und Zusammenhänge im Vordergrund. Leise Töne, die bewegen und bisweilen zu Tränen rühren. Und so sind DIE KATZEN VON MONTMARTRE, ihre Menschen und TESSA KORBER eine beeindruckende Entdeckung für mich!

Fazit: DIE KATZEN VON MONTMARTRE ist eine außergewöhnliche Erzählung von Tieren und Menschen zwischen Gegenwart und Vergangenheit – traurig-schön und nachhaltig beeindruckend. Das hätte ich dem schmalen Büchlein gar nicht zugetraut … TESSA KORBER beweist zweifelsohne Geschick für Sprache, Flair und Emotionen. Eine Autorin, die man sich merken sollte. WOW!
Profile Image for SometimesWonderland.
263 reviews2 followers
September 23, 2022
Meine Meinung

Geschichte

Als ich gesehen habe, dass das Buch aus kätzischer Sicht geschrieben wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. In dem Genre lese ich eher weniger, doch Katzen begeistern mich ungemein.
Die Geschichte spielt im französischen Montmartre - wie es der Name schon sagt. Dort leben einige Katzen in freier Wildbahn, einige mit ihren Herrchen (Diener *hust*) und einer, der lebt auf dem Friedhof. Das Leben aus Katzensicht erzählt zu bekommen ist immer wieder neu und die Idee nicht oft benutzt.
Auch der Krimi war sehr spannend. Parallel ist etwas in der Katzen- und Menschenwelt im Busch und die Katzen geben alles, um den zurück gebliebenen Menschen zu helfen und ihre Herrchen wieder glücklich zu sehen - ohne dabei ihr eigene Glück zu vergessen.
Allerdings fehlte mir etwas in der Mitte. In normalen Krimis passiert am Anfang der Mord und dann werden verschiedenste Spuren verfolgt, bis am Ende aufgeklärt wird. Doch diese verschiedenen Spuren haben mir gefehlt. Es wurde durch unzählige Sichtweisen gesprungen und die Geschichte kam gut voran und am Ende wurde es dann spannend aufgeklärt, aber eben erst gegen Ende.

Charaktere

In erster Linie haben wir hier die Katzen, und davon nicht zu wenig. Sie bringen Witz und Flair in die Geschichte. Mit der typischen ignoranten Katzenweise - so wie der Mensch sie sich vorstellt - wird man durchs Buch geleitet und hat ordentlich was zu Schmunzeln. Ich könnte mir vorstellen, dass man dafür nicht einmal Katzenliebhaber sein müsste.
Die Menschen waren alle etwas unnahbar. Man hatte zwar die verschiedenen Facetten, doch wirkten sie im Endeffekt alle ein wenig plump. Man hat zudem diese gewisse französische Eigenart herauslesen können, was ein sehr positiver Punkt ist.

Schreibstil & Sichtweise

Geschrieben wurde das Buch aus der Sicht von gut und gerne sieben Katzen und drei Menschen. (Geschätzte Anzahl.) Somit sind die Kapitel recht kurz gehalten und man springt von Viertel zu Viertel im altbackenen Montmartre. Malerisch würde ich den Ort auf jeden Fall auch nennen, denn durch präzise Beschreibungen der Orte, Sehenswürdigkeiten und Straßen fühlt man sich wie vor Ort.
Auch sehr gekonnt war die Inszenierung durch die Perspektivenwechsel. So wurde aus der Sicht der "Katze in Not" immer in der Ich-Perspektive geschrieben, sodass man die Angst und auch Entschlossenheit besser spüren konnte. Andere Sichtweisen waren in auktorialer Weise geschrieben.

Cover & Titel

Auf dem Titel sind man eine Katze unter einer Laterne in einer dunklen Straße sitzen. Sie ist aufrecht, den Blick starr, sie wirkt, als würde sie aufpassen. In ihrem Revier, in der Stadt. Die Katze wird erleuchtet. Sie ist das Licht der Stadt, die in Dunkelheit schwebt.
Auch den Titel dazu finde ich sehr passend, denn nach der Geschichte wirkt dieser auf mich, als wären die Katzen die Wächter der Stadt und ohne diese, würde nichts seinen richtigen Weg nehmen.

Zitat


"Aber ich kenne das Gefühl eine Maus zu töten und ihr hinterher liebevoll das Fell abzulecken. Gefühle sind eine starke Sache. Stärker als Gedanken."
- Seite 15

Fazit

Ein sehr gelungenes Buch in vielerlei Perspektiven. Die Geschichte war packend, witzig, hatte Flair. Der Schreibstil nimmt einen mit an den fernen Ort und die Autorin spielt herrlich mit ihm, um Atmosphäre zu schaffen.
Da mir nur leider im Mittelteil der gewisse kriminale Werdegang fehlte und ich somit ein wenig ins Ende hineingestolpert bin, gebe ich einen Panda weniger.
Jedoch dringend empfehlenswert!
Profile Image for Em.
152 reviews
November 3, 2018
Die Bewertung dieses Buches fällt mir sehr schwer.
Ich habe es nicht zu Ende gelesen, da es nun schon seit Monaten halbgelesen in meinem Regal steht. Irgendwie werde ich immer von anderen, interessanteren Büchern abgelenkt. Das Buch liest sich eigentlich sehr gut, konnte mich aber bis jetzt noch nicht so richtig in seinen Bann reißen...
Die Geschichte beginnt damit, dass jede Katze des Viertels in Paris vorgestellt wird. So bekommt der Leser eine Übersicht über die Charaktere und Beziehungen zueinander. Danach geschehen plötzlich seltsame Dinge, ein Mädchen wird tot auf dem Friedhof aufgefunden, die Katze Grisette verschwindet und ein junger Maler wird in maffiaähnliche Vorfälle verwickelt...

Ich möchte das Buch auf jeden Fall zu Ende lesen und werde hier ein Update hochladen, sobald ich dies geschafft habe.
Bis dahin gibt es von mir drei Sterne für das Buch, da es bis jetzt eigentlich gut geschrieben war.
112 reviews16 followers
February 4, 2017
In ihrem stimmungsvollen Kriminalroman „Die Katzen von Montmartre“, entführt uns die Autorin Tessa Korber, in den Norden von Paris, in das kleine dorfähnliche Stadtviertel Montmartre. Nach und nach lernt der Leser sechs entzückend gestaltete Katzenpersönlichkeiten kennen, die das Künstlerviertel zu ihrem Revier und Zuhause erkoren haben. Mit viel Liebe zum Detail, beschreibt die Autorin die cleveren und einzigartigen Spürnasen und auch die Lebensgeschichten ihrer menschlichen Mitbewohner, bei denen sich die Samtpfoten nur hin und wieder blicken lassen, werden uns näher gebracht. Durch die Augen der Katzen erleben wir einen interessanten Streifzug durch das beliebte Viertel der Maler und Künstler und entdecken zusammen mit den Vierbeinern so manches Geheimnis, das den Menschen verborgen bleibt.

Als eines Tages auf dem Friedhof von Montmartre, dem Zuhause von Kater Bonnard, ein totes Mädchen aufgefunden wird und zeitgleich die hübsche Katzendame Grisette verschwindet, herrscht große Aufregung in der Katzengemeinschaft. Wer steckt hinter dem traurigen Verbrechen? Wo ist Grisette und gibt es sogar einen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen? Mit ihren feinen Spürnasen begeben sich die Vierbeiner sofort auf Spurensuche und geraten in so einige gefährliche Situationen. In den Kapiteln erleben wir nun abwechselnd die Abenteuer der sechs Samtpfoten und streifen mit den tierischen Protagonisten durch die Gassen von Montmartre.

Als Katzenkenner, war diese Lektüre für mich ein unterhaltsames Vergnügen, denn die unverwechselbaren Katzencharaktere wurden sehr bildhaft und treffsicher beschrieben. Nicht selten konnte ich amüsante Parallelen zum eigenen Vierbeiner erkennen.Die eigentliche Krimihandlung rückte in dem Roman zwar etwas in den Hintergrund, allerdings punktet die Geschichte mit Pariser Flair, viel Katzencharme und auch die Spannung kommt nicht zu kurz.

Für Katzenliebhaber, Paris Fans und als Wohlfühllektüre für Zwischendurch, kann ich das Buch sehr empfehlen und bin schon gespannt, ob wir in Zukunft weitere Abenteuer mit der bunten Katzentruppe erleben können.
Profile Image for Tintenwelten.
814 reviews44 followers
May 11, 2017
Ein Kriminalroman geschrieben aus der Sicht einer Vielzahl von verschiedenen Katzen: Bonnard, der auf dem Friedhof lebt und den Menschen Trost spendet. Suzanne sorgt sich sehr um die melancholische Patissiere, die für sie die Dosen öffnet. Grisette, die allen Katern den Kopf verdreht. Degas, der mysteriöse und kluge Einzelgänger. Matisse, der großes Interesse an einem Straßenjungen zeigt.

Eines Tages verschwindet Grisette ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen. Was ist mit ihr geschehen, befindet sie sich etwa in Gefahr? Doch nicht nur in der Katzenwelt gibt es Anlass zur Sorge. Auf dem Friedhof wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Hier gilt es einen Mord aufzuklären.

Neben den tierischen Charakteren, spielen natürlich auch deren Menschen eine große Rolle. Es zeigt sich jedoch schnell wie viel ausgeprägter die Sinne einer Katze sind. Allein durch ihren Geruchssinn fällt ihr bedeutend mehr auf als den Ermittlern im Mordfall. Humorvoll beschrieben wurde auch die Sicht der Katzen auf den Menschen, die oft ein wenig hochnäsig, aber dennoch liebenswürdig ist. Katzen wissen einfach, wie sie die Menschen um die Pfote wickeln müssen, um ihren Willen zu bekommen. Als Katzen-Mama konnte ich einige Parallelen zu meinen Fellnasen erkennen.

Jede Katze hat ihren eigenen detailliert ausgearbeiteten Charakter mit besonderen Eigenarten und Denkweisen. Man bemerkt teilweise sogar am Schreibstil, dass die Perspektive gewechselt hat. Dies hat einen lockeren, leichten und abwechslungsreichen Lesefluss garantiert.

Im Buch werden allerdings nicht nur die aktuellen Ereignisse thematisiert, auch in der Vergangenheit sind schlimme Dinge passiert, welche die Protagonisten jetzt wieder einholen. Es verweben sich viele Schicksalsfäden zu einem großen Kunstwerk, von denen jeder einzelne einiges an Spannung und teilweise auch Schrecken birgt.

Dadurch, dass die Handlung im Pariser Künstlerviertels spielt, ist es natürlich eine wahre Liebeserklärung an eben jene Stadt. Alles ist sehr authentisch und atmosphärisch dargestellt und versprüht den typischen Pariser Charme.

Für Katzenliebhaber, Krimi-Fans und Verfallene von Paris eine absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Jasbr.
932 reviews13 followers
February 3, 2017
Grundsätzlich ist das Buch ganz anders als die beiden ersten Krimis von Tessa Korber - ich hätte jetzt nicht sofort an sie als Autorin gedacht, wenn ich es nicht gewusst hätte :)

Die Katzenperspektive hat mir sehr gut gefallen. Mal steckt man in der Sicht der einen, mal in der anderen. Probleme, die Tiere auseinander zu halten, hat man beim Lesen gar nicht, da jedes seinen eigenen Charakter hat, den die Autorin sehr gut herausgearbeitet hat. Schön ist außerdem, dass die Katzen am Anfang kurz beschrieben werden. Sollte man sich also mal unsicher sein, um wen es sich gerade handelt, kann man nach vorne blättern.

Toll war es auch, wie Paris bzw. das Viertel Montmartre aus Katzensicht beschrieben wurde. Sie nehmen alles ganz anders wahr - da wünscht man sich wirklich, mal in so einen Katzenkopf schauen zu können :) Man kann richtig gut in die Stadt eintauchen und da ich erst im Sommer in Paris war, habe ich das Flair richtig aufgesogen.

Normalerweise sind Tierkrimis ja eher lustig angelegt, wenn ich zum Beispiel an die Mops-Ermittler in "Alte Ziegenwiese" von Fritzi Sommer denke. Im Vergleich dazu ist Tessa Korbers Buch eher ernst und nachdenklich, komische Situationen gibt es eigentlich keine.

Die Krimihandlung kommt allerdings meiner Meinung nach zu kurz. Zwar passiert ein Mord, den die Katzen mitbekommen und auch eine Katzenentführung ist mit dabei, richtig ermittelt im eigentlichen Sinne wird allerdings nicht. Das fand ich etwas schade, denn hier hätte ich mir mehr Spannung und vor allem mehr Aktivität der Katzen gewünscht.

Insgesamt fand ich das Buch angenehm zu lesen und Paris-Fans sollten es sich zu Gemüte führen. Trotzdem war es für mich kein richtiger Krimi, deswegen gibt es von mir nur 3 Sterne.
Profile Image for Pan Tau Books - Ein Buchblog.
95 reviews3 followers
April 18, 2017
Nachdem ich von dem Schafkrimis Glennkill und Garou von Leonie Swann begeistert war, hat mich an Tessa Korbers Krimi die Idee fasziniert, Katzen zu Ermittlern in einem Mordfall zu machen. Meine Erwartungen waren demensprechend hoch und obwohl mir eigentlich die typisch seichten Romane aus Katzenperspektive gar nicht gefallen, hatte ich beim Lesen von Die Katzen von Montmartre ziemlich viel Spaß.

Das Setting des Romans hat genau meinen Geschmack getroffen: Das Pariser Künstlerviertel Montmartre wird im gesamten Roman sehr authentisch und unverfälscht geschildert, was dazu geführt hat, dass meine Sehnsucht nach Frankreich wiedererwacht ist! Gepflasterte Gassen, dichtgedrängte Künstlerstände, Touristen, Straßenmusiker und gemütliche Cafés prägen das Bild des Montmartre und damit auch die Heimat der vierbeinigen Protagonisten des Krimis. Das Viertel aus Katzenperspektive kennenzulernen war wahnsinnig interessant, denn man lernt nicht nur entlegene Ecken kennen, sondern bekommt auch einen Eindruck von den unglaublich geschärften Sinneseindrücken einer Katze.

"Und da war es wieder, unter dem, was die Menschen Stille nannten: Das ewige Lied der Mäuse und all der Lebewesen, die klein waren und verborgen." (S. 50)

Die Katzen von Montmartre werden zu Beginn der Geschichte nacheinander vorgestellt und gleichzeitig ihre Verbindungen untereinander und zu den Menschen des Viertels deutlich gemacht. Bonnard der Friedhofskater lässt sich gerne die Ängste und Nöte der Friedhofsbesucher erzählen, Suzanne macht sich Sorgen um ihre melancholische Besitzerin Madame Valladou, der junge Kater Matisse verfolgt einen schwarzen Straßenjungen und der Streuner Dégas himmelt die kleine graue Katzendame Grisette an, die sich gerne von einem fremden Künstler malen lassen würde. Korbers Vorgehen hier hat mir sehr gut gefallen, denn obwohl es viele Figuren sind, die man als Leser auf den ersten Seiten kennenlernt, behält man trotzdem gut den Überblick. Alle Katzen sind von Korber mit vielfältigen Charakterzügen ausgestattet worden, was sie gut unterscheidbar und individuell macht. Jede einzelne ist mir während der Geschichte ans Herz gewachsen, denn durch die Perspektivwechsel hat man als Leser die Möglichkeit, sich in jede von ihnen hineinzuversetzen.

"Unwillkürlich fiel er in ihr Geschnurre mit ein. So spannen sie beide ein Netz aus Wohlbehagen, ein dünnes Fädchen der Sympathie, aus dem ein Kokon der Zuneigung wurde." (S.39)

Die Handlung der Geschichte an sich war durchweg ansprechend und spannend. Durch den ständigen Wechsel der Perspektive wurde man zwar immer wieder aus einer Szene heraus- und in die nächste hinein katapultiert, trotzdem ging der rote Faden der Handlung nicht verloren und man hat als Leser permanent versucht, den großen Zusammenhang zwischen dem Mord des Mädchens und dem Verschwinden der Katze zu sehen. Die Aufklärungsversuche der Katzen waren dabei oft einfach witzig. Sehr schön beschrieben war auch, mit welchen Mitteln die Katzen sich die Menschen des Montmartre zu eigen machen und immer das bekommen, was sie von ihnen wollen. Das hat wunderbar gezeigt, wie viel Katzen wahrscheinlich von der menschlichen Psyche durchschauen und hat mich gleichzeitig sehr an meine eigenen Erfahrungen mit Katzen erinnert. Die Auflösung des Falls am Ende war meiner Meinung nach ein bisschen abrupt, trotzdem wurde es letzten Endes noch einmal richtig brenzlig, sodass man mit einem spannenden Höhepunkt aus der Geschichte entlassen wurde.

"Denn nun roch Suzanne es auch, wie ein Kuppel lag es über allem, durchsichtig, hoch unüberwindbar: Der Tod." (S.79)

Tessa Korbers Schreibstil war lebendig und abwechslungsreich, sodass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen hatte. Korber hat es mit Worten geschafft, die Gedankengänge der Katzen so echt und humorvoll wirken zu lassen, dass man als Leser das Gefühl hat, selbst die Katze zu sein, die Gerüche zu riechen, die sie umgibt und die Geräusche zu hören, die sie wahrnimmt.

Fazit & Bewertung

Die Katzen von Montmartre ist ein Krimi, der ohne grausige Szenen und unheimlichen Psychoterror auskommt. Die witzige Zeichnung der ermittelnden Katzen hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung war auch aufgrund der Katzenperspektive vielschichtig und interessant. Ein Krimi, der zwar keine allzu komplizierten Verwicklungen hat, trotzdem mit viel Humor und Spannung punktet.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.