Loose widmet sich seit seinem Ausscheiden aus seiner Zeitung, wo er die Kulturseiten zu verantworten hatte, eigenen leider ohne den erhofften Erfolg. Seine Frau Sabine hat inzwischen seinen Posten bei der Zeitung übernommen hat und verdient das Geld. Wie er es auch anstellt, die von ihm fest eingeplanten Bücher werden einfach nicht fertig. Eines Tages wird er völlig unerwartet zu einer Tagung einer Botanischen Gesellschaft, irgendwo in der Provinz, eingeladen. Die Einladung kommt von einem gewissen Professor Maurer, dessen Karriere er durch die Veröffentlichung einiger Artikel maßgeblich gefördert hatte. Loose will absagen, doch ein Zeitungsartikel unter der Rubrik der faits divers hält ihn zurück. Dort ist die Rede von einem geheimnisumwitterten Wald, in dem sich in letzter Zeit unerklärliche Dinge ereigneten, sich Selbstmorde häuften. Von dieser Meldung wird er magisch angezogen. Er beschließt, die Einladung anzunehmen und die Reise anzutreten, denn dieser Wald liegt direkt neben dem Hotel, in dem die Botanische Gesellschaft tagen wird. In der Tat findet Loose vor Ort Anhaltspunkte, die ihn darauf schließen lassen, daß die im Zeitungsartikel geäußerten Andeutungen stimmen müssen. Eine spürbare Bedrohung geht vom Tagungshotel, dem angrenzenden Dorf und vor allem von dem besagten Wald aus. Und Looses Nachforschungen führen ihn an die Grenze zwischen Realität und Wahnsinn. Erst am Ende erfährt der Leser die ganze Wahrheit.
Tief atmosphärisch, durchweg skurril: Eine kafkaeske Reise in die deutsche Provinz. Mich hat die Handlung, auch wenn solche Vergleiche schnell bei der Hand sind, sehr an Kafkas "Das Schloss" erinnert. Auch in "Die Bedrohung" scheinen sich alle gegen den Protagonisten verschworen zu haben, um etwas Undefiniertes, aber Unheilvolles zu vertuschen. Keine fröhliche Lektüre, aber stimmungsvoll und in meinen Augen durchaus originell.