Seit der Again- Reihe bin ich ein rießen Fan von Mona Kasten.
Für mich hat diese Autorin einfach so einen locker leichten Schreibstil, dass man geradezu durch die Seiten fliegt und vom ersten Wort an in der Geschichte steckt.
Leider hat man hier danach vergeblich gesucht.
Ich muss gestehen ich bin reichlich enttäuscht.
Der gewohnte Schreibstil von Mona Kasten kommt hier gar nicht durch, stattdessen geht das ganze eher schleppend voran und kann einen gar nicht so richtig packen.
Gerade anfangs tat ich mich sehr schwer mit der Hauptcharakterin Raven.
Raven stellt den typischen Mutanten dar. Falsch verstanden, hat jemanden der ihm nahe steht verloren, wurde für Experimente missbraucht, vertraut niemandem und vor allem ist unbesiegbar.
Sie legt merklich wert auf ihr Training, möchte stark und unabhängig sein, doch kaum geht die Geschichte los, muss sie gerettet werden.
Wer einen starken unabhängigen Charaktere möchte muss dieses bitte auch so spielen.
So oft wie Raven in dieser Geschichte weinend zusammengebrochen ist, gerettet werden musste, zu erschöpft war um zu laufen oder verletzt wurde, ist sie für mich keine besonders starke Person.
Das fand ich schade, ich hätte mir schon gewünscht das sie einfach mehr zu bieten hat.
Ein bisschen mehr biss hat.
Ihr Bruder Knox war ziemlich farblos.
An mir ist irgendwie auch total vorbei gegangen wie alt die beiden eigentlich sind.
Vor allem spielt sich Raven auf wie seine Mutter, ist aber seine Schwester. Was bedeutet der Altersunterschied zwischen den beiden dürfte ja jetzt nicht so gewaltig sein.
Warum geht sie dann los und arbeitet und er sitzt zuhause und macht einen Online- Abschluss?
Und wenn er ein Teenager ist, warum benimmt er sich dann null wie einer?
Ich fand ihn äußerst langweilig.
Die Beziehung zwischen beiden war sehr innig, was zu erwarten ist den sie haben ja nur sich.
Interessant wäre auch zu wissen, wo Knox sich eigentlich aufhielt als Raven bei AID war.
Verwandte gab es ja nicht und sie war Tag und Nacht da eingesperrt.
Warum hat es ihr Bruder eigentlich auch nicht merkwürdig gefunden das sie sich freiwillig meldet, er sie aber dann gar nicht mehr zu Gesicht bekommt?
Normalerweise dürfen auch Testpersonen Besucher empfangen oder?
Hier war das ganze einfach nicht richtig stimmig.
Im laufe der Geschichte treffen sie auf Waden, der Raven schon einige zeit beobachtet hat und sie nun überreden will sich der Untergrundorganisation anzuschließen.
Mir war von vorne rein klar das diese Geschichte von der Idee her den X- Men ähnelt.
Allerdings lass sich die Geschichte wie eine Fanfiction von den X- Men.
Hier wurde mächtig abgekupfert.
Es war keine Anlehnung mehr und das störte mich massiv.
Wenn ich eine X- Men Geschichte lesen möchte dann lese ich eine X- Men Geschichte und nicht eine billige Kopie davon.
Die Kräfte von Raven erinnert sehr an Phoenix, auch wie schwer sie sich immer damit tat diese Gabe anzunehmen und als Teil von sich zu akzeptieren.
Ihr Deckname in der Bar war Quinn. Na wer erkennts?
Lief sie in kurzen Shorts und tiefem Ausschnitt rum um so unscheinbarer zu wirken. Obwohl dieses Outfit nicht zwingend war. Sie lief freiwillig so rum.
Das war ja irgendwo noch vertretbar.
Aber dann der erste Mutant auf den sie trifft, der Wind erzeugen kann.
Und wenn er diesen heraufbeschwört färben sich seine Augen weiß.
Hallo Storm … ehm ich meine unbekannter neuer Mutant.
Und Wade …. den Namen kennen wir ja von dem Antihelden Deadpool.
Zwar ist Wade nicht unsterblich, aber kann etwas sehr ähnliches was ihn schwer treffen lässt.
Dann gibt es die Reiche Gönnerin die ein Hotel hat in dem die ganzen Mutanten wohnen.
Mit Wohnbereich, Trainingsräumen, Unterrichtsräumen, Kantine, Krankenstation und Dachterrasse mit Pool.
Zwar keine schicke alleinstehende Villa, aber doch ganz praktisch.
Sie möchte das Menschen und Mutanten friedlich nebeneinander leben können (wie eben die X- Men).
Und dann haben wir noch die AID, die Experimente an Mutanten durchführt, (oder auch bekannt als Weapon X).
Natürlich gibt es Überschneidungen wenn man sich als Idee die X- Men vornimmt.
Allerdings waren es hier einfach zu viele.
Man hätte sich einfach bewusst andere Fähigkeiten ausdenken können, Grenzen sind der Fantasie hier ja nicht gesetzt!
Und außerdem hätte man sich bei den Namen dann auch gleich mal mehr Mühe geben können.
Aber das nur mal zu den Charakteren, kommen wir zur Story.
Anfangs kommt die ganze Geschichte nur schwer ins Rollen.
Es dauert seine Weile bis man in der Geschichte wirklich drinnen ist.
Vor allem stört es mich das scheinbar alle großen Drogendealer ihre Geschäfte ganz zufällig in dieser Bar abhalten und sie so alles mitbekommt.
Als ob die sich so treffen würden.
Sie lauscht also dem Gespräch der beiden Dealer, dass ein Container ankommt, die Nummer des Containers hört sie leider nicht, aber zum Glück hat der eine das aufgeschrieben und schiebt das zu dem anderen rüber.
Sie startet ein Ablenkungsmanöver und klaut diesen Zettel.
Was natürlich den beiden auch hinterher nicht auffällt.
Komisch.
Sie kann das ganze also verhindern und plötzlich steht einer der beiden in ihrer Wohnung, die sie unter einem ganz anderen Namen führt und ist total sauer weil er jetzt wegen ihr voll den Ärger hat.
Sie gibt sich unglaubliche Mühe sich zu verstecken, aber so ein dahergelaufener Typ weiß zum einen das sie, die Dame aus der Bar, auch gleichzeitig diejenige war die den Auftrag vereitelt hat und ihn der Polizei ausgeliefert hat, nein er entwischt der Polizei und findet raus wo wie wohnt.
Ehm … wenn das so leicht herauszufinden ist, dann hat sie sich wirklich grauenhaft schlecht versteckt.
Das fand ich alles einfach viiiel zu einfach.
Danach wurde die Geschichte eher langweilig, da sie ist mit dem Training beschäftigt ist und eigentlich keine wirkliche Interaktion mit den anderen Mutanten tritt.
Man lernt also die anderen Leute dort gar nicht kennen.
Auch ist nicht wirklich erwähnt wie viele Mutanten dort untergebracht sind.
Sie greifen AID an, wo sie unglaublich wenig Gegenwehr zu erwarten haben.
Es hat wirklich den Anschein als würde dort NIEMAND arbeiten.
Erst die letzten 50 Seiten wurden spannend, aber das konnte es dann leider auch nicht mehr reißen.
Eine platte Story, die leider viel zu sehr nach X- Men klang um noch neu und spannend zu sein.
Ich bin bitter enttäuscht.