What do you think?


Am Ende
Ellis Leben geht zu Ende. Zusammen mit Paul, ihrem durch einen Schlaganfall gelähmten und stummen Mann, hat sie Haus und Garten gegen eine"altersgerechte"Wohnung eintauschen müssen, das Essen wird gebracht, ab und an kommt die Putzfrau. Die pragmatische Fürsorge verspricht Erleichterung. Doch für Elli bedeutet sie den schleichenden Verlust ihrer Würde und des Glaubens an sich selbst.
Herrad Schenks Roman beschreibt das Älter- und Altwerden, schildert eine Erfahrung, die wir alle direkt oder indirekt teilen, und porträtiert eine Frau, die nicht aufgibt, die gegen den Verlust von Selbstbestimmung und für ihre Eigenständigkeit kämpft.
Mit großem Einfühlungsvermögen dringt Herrad Schenk in die innere terra incognita des alten Menschen vor.
Herrad Schenks Roman beschreibt das Älter- und Altwerden, schildert eine Erfahrung, die wir alle direkt oder indirekt teilen, und porträtiert eine Frau, die nicht aufgibt, die gegen den Verlust von Selbstbestimmung und für ihre Eigenständigkeit kämpft.
Mit großem Einfühlungsvermögen dringt Herrad Schenk in die innere terra incognita des alten Menschen vor.
208 pages, Paperback
First published April 30, 2006
About the author
Herrad Schenk
32 booksHerrad Schenk is a German social scientist and author.
She lives in Pfaffenweiler, Baden-Württemberg.
She lives in Pfaffenweiler, Baden-Württemberg.
Ratings & Reviews
Friends & Following
Create a free account to discover what your friends think of this book!
Community Reviews
Displaying 1 - 1 of 1 review
October 9, 2024
Ein überaus leicht lesbarer Roman (was nicht leichtgewichtig heißen soll) von einer deutschen Autorin, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Wie der Titel schon sagt, verspricht die Geschichte um das betagte Ehepaar Elli und Paul in ihrer Entwicklung nichts Gutes. Aus einer radikal subjektiven Perspektive von Elli setzt die Erzählung nach einem schweren Schlaganfall von Paul ein, der ihn, den ehemals eloquenten Autoren und preisgekrönten Journalisten, seine Mobilität und sein Sprachvermögen kostet. Fortan zieht Elli sich mehr und mehr von ihrer einzig verbliebenen Schwiegertochter Ines (aus einer Verbindung Pauls aus erster Ehe) zurück. Ines versucht indes zu helfen, soweit sie kann, doch Elli verharrt in einer Haltung von Einzelkämpfertum und Verdrängung. Den einzigen Trost schenken ihr ihre liebevoll gezüchteten Blumen auf ihrem Balkon, die sie umhegt und pflegt wie ihr ein und alles. Als Paul erneut ins Krankenhaus muss, nehmen die langsam aber stetig sich herausbildenden Demenz-Schübe Ellis beängstigende Formen an.
Wie Herrad Schenk ab dieser inhaltlich einscheidenden Zäsur die innere Wahrnehmung der über 80jährigen Elli vor uns aufblättert als eine alptraumhafte, fast surreal gestaltete Erinnerungs-Kaskade, in stakkatohaften Bildern frühe Poly-Traumatisierung durch Krieg, Vertreibung und Verlust geliebter Menschen darstellt, das ist großartig und auf eine stille und unprätentiöse Weise bitter (und bis zu einem bitteren Ende) erzählt.
Seltsam, von diesem dunklen und äußerst lesenswerten Roman von 1994 um die Themen Alter, Zerfall und Sterben, erst jetzt, 30 Jahre später zu erfahren. Der frische Eindruck, den der Text auch 2024 noch immer auf mich machen konnte, zeigt aber auch, wie wohltemperiert und klug auskomponiert Herrad Schenk (die heute selbst schon 74 ist) diese universelle Thematik (Angst vor dem unausweichlichen Ende) in ihrer Geschichte vom traurigen Ende (das kein Abschiednehmen ist, weil es ohne innere Befriedung bleibt) eines erfüllten Lebens erzählt.
© by Andreas Richartz for phenomenon_corporation 10/2024
Wie Herrad Schenk ab dieser inhaltlich einscheidenden Zäsur die innere Wahrnehmung der über 80jährigen Elli vor uns aufblättert als eine alptraumhafte, fast surreal gestaltete Erinnerungs-Kaskade, in stakkatohaften Bildern frühe Poly-Traumatisierung durch Krieg, Vertreibung und Verlust geliebter Menschen darstellt, das ist großartig und auf eine stille und unprätentiöse Weise bitter (und bis zu einem bitteren Ende) erzählt.
Seltsam, von diesem dunklen und äußerst lesenswerten Roman von 1994 um die Themen Alter, Zerfall und Sterben, erst jetzt, 30 Jahre später zu erfahren. Der frische Eindruck, den der Text auch 2024 noch immer auf mich machen konnte, zeigt aber auch, wie wohltemperiert und klug auskomponiert Herrad Schenk (die heute selbst schon 74 ist) diese universelle Thematik (Angst vor dem unausweichlichen Ende) in ihrer Geschichte vom traurigen Ende (das kein Abschiednehmen ist, weil es ohne innere Befriedung bleibt) eines erfüllten Lebens erzählt.
© by Andreas Richartz for phenomenon_corporation 10/2024
Displaying 1 - 1 of 1 review


