Frauen dürfen heute alles – und kommen trotzdem nicht voran. Geblendet von einigen Beispielen erfolgreicher Karrierefrauen, übersehen wir, dass Frauen heute keineswegs vorpreschen, sie treten auch nicht auf der Stelle, sie rudern viel eher zurück. Frauen Feigheit vorzuwerfen, ist allerdings zu kurz gedacht. Vielmehr handelt es sich um Mechanismen, die ihnen von klein auf anerzogen werden und wie ein inneres Korsett wirken. Zwar werden Mädchen dazu ausgebildet, beruflich durchzustarten, zugleich wird von ihnen jedoch erwartet, liebevoll und fürsorglich zu sein. Umsicht und Sanftmütigkeit helfen ihnen aber im Arbeitsleben – und auch in Auseinandersetzungen mit dem eigenen Partner – nicht weiter. Maßnahmen wie beispielsweise die Frauenquote haben nur begrenzten Einfluss, denn sie setzen viel zu spät an. Dieses Buch zeigt, wie Mädchen in der Pubertät ihr Selbstvertrauen verlieren und Frauen immer noch durch uralte Rollenbilder ausgebremst werden.
Dr. Bärbel Kerber, geboren 1963 in Stuttgart, ist freie Journalistin, Buchautorin und promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Die Themen Chancengleichheit, weibliche Rollenbilder und Vereinbarkeitsfragen sind seit vielen Jahren Schwerpunkte ihrer journalistischen Arbeit. 2006 gründete sie das Onlinemagazin MissTilly.de, das den Spagat der Frauen zwischen modernen und traditionellen Rollenerwartungen im Fokus hat. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Berlin.
Dr Baerbel Kerber, born in 1963 in Stuttgart, Germany, is an economist, author and freelance journalist. The main topics she writes about are equality, gender, women's studies and the struggle juggling work and motherhood. With her husband and her four children she lives in Berlin, Germany.
An sich war das Buch wirklich nicht schlecht, enthielt aber wenig Neues. Gut fand ich, dass es deutschlandspezifisch Missstände aufgezeigt hat. Allerdings habe ich mich immer wieder gefragt: was muss getan werden und welche Konsequenzen sind erforderlich? Eigentlich sind die beklagten Probleme Sache jeder einzelnen Frau: welche Medien sie konsumiert, welche Prioritäten sie setzt und welchen Beruf sie ergreift. Zwar stimme ich zu, dass im Kindesalter einige Erziehungsmodelle überdacht werden müssen. Andererseits müssen Frauen ab einem gewissen Alter selbstbestimmt Lebensentscheidungen treffen. Dies kann ihnen auch keiner abnehmen. Ähnliche Probleme stellen sich durchaus auch Männern, die ebenfalls entscheiden müssen, wie viel Karriere sie wollen.
Unbedingt lesenswert - allein schon um dieses diffuse Gefühl mit Fakten untermauern zu können. Die Autorinnen nehmen häufig Bezug auf verschiedene Studien, die Aussagen haben also wirklich Hand und Fuß. Ich hätte mir lediglich mehr "Handlungsempfehlungen" gewünscht, wobei mir durchaus klar ist dass die sich nicht einfach so formulieren lassen.
Feminismus 101! Eine sehr gute Grundlage, um sich einzulesen, auch mit fundierten Statistiken und so weiter, was sehr hilfreich ist. Allerdings wird sehr wenig auf andere gender identities oder race eingegangen, leider ein bisschen "white feminist"-ig. Aber auf jeden Fall ein gutes Buch, um mal einen Überblick darüber zu kriegen, was so alles schief läuft.