Maria-Gabriele von Ilgafer wird als "letztes Pünktchen" der Familie ( tagga-tips) zärtlich Tipsy genannte. Bei der Hochzeit einer Freundin passiert ihr ein peinliches Mißgeschick; aber mit diesem Mißgeschick beginnt ihre sonderliche Liebesgeschichte.
Ich wusste bis zu diesem Buch wirklich rein gar nichts über die Deutsch-Balten, ehrlich gesagt nicht mal, dass sie existiert haben. Den Einblick in Else Hueck-Dehios unbeschwerte Kindheit in Estland fand ich ganz hinreißend und sehr anrührend. So unschuldig und süß die Geschichte auch ist, schwang beim Lesen aber doch die ganze Zeit ein bittersüßes Gefühl mit, was natürlich Sinn macht, wenn man sich mehr in dem Thema einliest. Was für eine interessante Kultur! Ich war besonders angetan davon wie multikulti das alles war. Das deutsche Kindermädchen, die französische Mademoiselle, der russische Nachhilfelehrer, der englische Tennisplatz, die estländischen Ausdrücke und Sprachfetzen in den deutschen Dialogen. Tipsy ist eine entzückende Protagonistin, die extrem behütet aufwächst und deren Liebesgeschichte wirklich komplett unschuldig und süß ist. Auch das "sonderliche" in ihrer Liebesgeschichte hat für mich erstaunlich gut funktioniert, wobei ich immer wieder überrascht bin welche extremen Altersunterschiede früher als völlig akzeptabel galten. Ein interessantes Stück Zeitgeschichte und eine Erinnerung an eine verlorene Kultur.
..lai gan lasīšanas gaitā domas bieži svārstījās, galu galā lieku 3, nevis 2 zvaigznes, jo kaut kas šajā darbā man tiešām patika. īpaši jau sākums, kurā tiek stāstīts par to, kas tiks pastāstīts :)
Eine rührende Novelle, die mir nicht nur sehr viel über die vergangene Kultur der Deutsch-Balten beigebracht, sondern mich überhaupt erst über deren Existenz aufgeklärt hat. Auf sehr liebevolle Weise wird die Kindheit und Jugend der in der Nähe von Dorpat (Tartu) aufwachsenden Maria-Gabriele erzählt, die von allen nur Tipsy genannt wird. Laut der Autorin basiert die Novelle auf einer wahren Geschichte und mir kamen auch alle darin auftretenden Figuren sehr lebensecht und greifbar vor.
Aus heutiger Sicht ist die Art wie Tipsy aufgezogen wird - sehr arglos und in Watte gepackt im Vergleich zu ihren Brüdern, die Studieren dürfen und sie nicht ernst nehmen - und wen heiratet eher kritisch zu bewerten. Wenn die Geschichte allerdings einen anderen Verlauf genommen hätte im beliebten Stil von "rebellische junge Frau, die ohne jegliche Ressourcen und Verbündete alle gesellschaftlichen Grenzen sprengt", wäre sie mir aber vermutlich ahistorisch und wenig glaubwürdig erschienen.
So bin ich dankbar für dieses kleine, schillernde Zeitzeugnis auf das ich ohne unseren geliebten Bücherschrank niemals gestoßen wäre.
Wurde mir zu Weihnachten geschenkt, bevor ich mein Auslandssemester in Estland begonnen habe. Hab das Buch mitgenommen und während einem kleinen Roadtrip durch Estland gelesen. Mochte die Kurzgeschichten über estnische Frauen der Vergangenheit und deren Leben im nördlichen Estland sehr gerne!
Ganz lustig und die Spache ist auch schon. Das Ende lautet mir ganz wie ein schones neues Marchenschluss: "Wichtig ist, dass wir uberhaupt hellhorig werden fur die Winke des Lebens und dass wir aus den Anstossen, die wir empfangen, etwas Gutes erwachsen lassen.""