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Ovid

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Man kommt nicht um ihn herum. Welches Museum, welches Schloss wir auch betreten: irgendwo hängt immer ein Gemälde, das die Stoffe illustriert, denen er in seinen »Metamorphosen« die prägende Gestalt gegeben hat, ob es nun der Mythos von Daedalus und Ikarus ist oder die amourösen Abenteuer des alten Schwerenöters Jupiter. Generationen von Lateinschülern haben sich durch seine brillanten Hexameter gequält, nur um später – mit etwas mehr Begeisterung – seine Liebeslehren zu verschlingen.Dating-Coach, Frauenversteher, Geschichtenerzähler: Melanie Möller porträtiert den Dichter Ovid und verortet ihn in seiner Zeit. Sie stellt seine Werke vor und zeigt, wie sie später rezipiert wurden. Und sie versucht Antworten auf bis heute diskutierte Fragen, darunter: Hatte Ovid wirklich etwas mit der Affäre der Augustus-Enkelin Julia zu tun – und musste deshalb in die Verbannung gehen? Und hat er dort, im Exil am Schwarzen Meer, wirklich seine Zeit mit dem Schreiben von Lehrbüchern über das Angeln zugebracht?

100 pages, Paperback

First published January 1, 2016

8 people want to read

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Michael.
1,609 reviews210 followers
March 16, 2017
Mit dem vorliegenden Bändchen wollte ich ein paar Zusatzinfos zu Ovid, nachdem ich Hanjo Kestings abendfüllenden Aufsatz zu den METAMORPHOSEN gehört und gelesen habe. Auch bei Melanie Möller stehen die METAMORPHOSEN im Mittelpunkt, offenbar bin ich aber ziemlich verwöhnt von den literarischen Essays von Michael Maar und Hanjo Kesting, an die Melanie Möller weder stilistisch noch inhaltlich anschließt.
Eine wissenschaftliche Arbeit sind diese 100 Seiten Ovid nicht, können sie nicht sein. Zu begeistern, mitzureißen vermögen sich mich als populärwissenschaftlicher Text aber auch nicht, und die albernen "Infografiken" sind nicht nur überflüssig, sondern regelrecht peinlich (z.B. "Die fünf raffiniertesten Liebestipps für Frauen", bei denen es unter Punkt 5 heißt: "Hast du mal keine Lust, dann täusch sie vor", oder Punkt 4 der "5 Tipps bei Liebeskummer": "Stell den/die Ex öffentlich bloß"). Auch wenn die Autorin für diese sogenannten Infografiken nicht verantwortlich ist, leidet das Ansehen der 100 Seiten schon alleine an dieser Peinlichkeit.
Profile Image for Lea.
1,113 reviews299 followers
May 19, 2017
Zwei knappe Punkte, weil es mir doch ein wenig über Ovid beigebracht hat (war nicht schwer, denn ich wusste nix). Aber der Stil war wirklich anstrengend und auch die Informationsdichte eher bescheiden.

Ein besonderes Ärger-Highlight war für mich allerdings der Kommentar der Autorin zu Trigger Warnungen. Ich bin denen selbst gegenüber kritisch eingestellt. Aber ihre Schlussfolgerungen, dass Leute die auch beim Inhalt von literarischen Texten manchmal vorsichtig sind, zu unterstellen, sie wären einfach nicht in der Lage zwischen Literatur und realer Welt zu unterscheiden, ist schon einfach lächerlich. Ich hatte das Buch eigentlich nur schnippische Kommentare zu allen möglichen nicht-Ovid-bezogenen Themen in die Hand genommen....
Profile Image for Bücherangelegenheiten.
189 reviews44 followers
December 15, 2020
spes est, quae pascat amorem.
 
Die Professorin Melanie Möller hat das Unmögliche versucht: Auf 100 Seiten einen Abriss des Lebens von Publius Ovidius Naso (Ovid) und seines Werkes zusammenzufassen. Die Kunst in diesem Fall besteht darin, das Unwichtige weg zu lassen und sich auf das Wichtige zu Konzentrieren. Aber gelingt das?
 
Zunächst gibt Möller eine kleine Einführung in das rhythmische Lesen der lateinischen Sprache und hält ein flammendes Plädoyer dafür, dass man Ovid am besten im lateinischen Original lesen sollte. Wie bei fast allen Übersetzungen, ist das Übersetzen eines Textes ja auch immer eine Bearbeitung und Interpretation des Textes, so hat Möller vollkommen Recht, dass das Orginal besser ist. Aber als ehemaliger Latein-Schüler kann ich sagen, die deutsche Übersetzung tut es für den Anfang auch.
 
Es flogt ein kurzer Abriss des Lebens von Ovid. Das Hauptaugenmerk des Buches, widmet sich aber der Ars amatoria (Liebeskunst) und den Metamorphosen (Bücher der Verwandlungen), den wichtigsten Werken Ovids. Möller stellt beide Werke kurz vor und fasst den Inhalt gut zusammen. So erfahren wir zum Beispiel, dass beide Werke bereits zur Erscheinung „Bestseller“ waren oder wie wichtig der Einfluss Ovids auch heute noch für unsere Kultur und Literatur ist.
 
Ist es Möller nun gelungen Ovid auf 100 Seiten ausreichend zu würdigen? Ich würde sagen Ja und Nein.
Für alle die anfangen möchten sich mit Ovid, seinem Leben und seinem Schaffen auseinander zu setzen, ist das genau das richtige Buch. Sollte man sich schon ein bisschen mit Ovid befasst haben, schadet es auch nicht dieses Buch zu Lesen, man sollte aber nicht damit rechnen, viel Neues zu erfahren. Ziel des Buches ist es aber nicht ein allumfassendes Nachschlagewerk zu sein, es soll eher anregen sich intensiver im Ovid zu befassen.
 
Ein Buch das man lesen kann, jedoch nicht unbedingt muss.
Profile Image for Hieronymus.
21 reviews1 follower
March 9, 2017
Melanie Möller gibt auf 100 Seiten eine kurze Einführung in Leben und Werk des Ovid - soweit nichts besonders.
Doch sie versucht sich mit ihrem Buch von anderen dieser Art zu unterscheiden, mal mehr und mal gar nicht gelungen. So ihr Drang - vielleicht auch um die Bedeutung eines antiken lateinischen Autors zu steigern - tagespolitsche Themen wie die Flüchtlingskrise und die Diskussion um die kulturelle Identität Europas mit Ovid zu verknüpfen. Glücklicherweise nur in der Einleitung und am Schluß. An beiden Stellen lässt sie ihre persönliche Einstellung offensichtlich einfließen und verläßt dabei den sicheren Grund des Sachlichen und damit auch des Wissenschaftlichen. Dies mag bei einer populärwissenschaftlichen Publikation durchaus erlaubt sein, sollte jedoch angemerkt werden.
Geistreich und weitsichtig kritisiert Möller die aktuellen Gender-Dabatten an US-amerikanischen und englischen Universitäten, die Ovids Metamorphosen nur mit Warnhinweisen zur Lektüre empfehlen wollen. Da in den Verwandlungsgeschichten vornehmlich weibliche Wesen von vor allem männlichen Göttern vergewaltigt werden. Hierzu schreibt sie treffen: "Wer identifikatorisch liest, den Unterschied zwischen Kunst und Leben also nicht begriffen hat, der möge sich am besten ganz von Literatur fernhalten" (S. 57). Im letzten Kapitel bemerkt sie dazu erstaunt, wie "Ovids Texte auch unsere 'aufgeklärten' Zeiten noch düpieren können" (S. 97).
Im Übrigen gibt sie einen guten Überblick über Ovids Schaffen und zeigt dabei ihre scharfe Beobachtungsgabe. Dementsprechend vielseitig ist ihre Sprache, die einen erstaunlichen Ambitus im Vokabular wie im Ausdruck zeigt, von 'frigid', 'intrikat', 'tumb', 'arbiträr' bis hin zu 'aus dem Ei kriechen lassen' (S. 74) und 'in die Pfanne hauen' (S. 75) sowie 'Hotsellern' (S. 80), um nur einen kurzen Einblick zu geben.
Der Spagat zwischen Gegenwartsbezug, beispielsweise mit dem anschaulichen Vergleich von Annalen mit TV-Rückblicken zum Jahresende (S. 77), und Fachtermini ist leider nicht stets gelungen.
Darum ist das Buch nicht ohne weiteres für Schüler geeignet, da nicht alles für diese Zielgruppe ausreichend erklärt ist, sondern ein gewisses literaturwissenschaftliches-altphilologisches Niveau vorraussetzt. Unter diesen Umständen eignet sich dieses Büchlein für Studenten, Lehrer und Personen mit entsprechender Vorbildung bestens als Einführung oder Auffrischung zu Ovid und gibt einen guten Einstieg in das Ovid-Jahr 2017, für welches es offenkundig geschrieben wurde.
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