Nach jahrzehntelanger Suche weiß Megan Fairchild nun endlich, wer wirklich ihr Vater ist. Und so beschließt sie voller Vorfreude am 1. Weihnachtstag zusammen mit Inspektor Grant nach Applecross zu fahren, um ihn kennenzulernen. Doch statt Meerblick und Eierpunsch erwartet die Beiden ein halbes Dutzend schwer bewaffneter Polizisten, die gerade Megans Vater abführen, der angeblich seine Ehefrau brutal ermordet haben soll. Natürlich sind für Megan die Indizien alles andere als eindeutig. Und so stürzt sie sich mit Grant schon bald wieder Hals über Kopf in abenteuerliche Ermittlungen, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen und den wahren Mörder zu finden ...
Eigentlich wäre dieses Buch fast das beste in der Reihe gewesen, aber das Ende braucht dringend einen Editor. Grant hat Megan‘s Vater gefunden und just in dem Moment, wo sie ihm gegenüber treten möchte, wird er wegen des Mordes an seiner Frau verhaftet. Die hieb und stichfesten Beweise sind zwar bestenfalls Schall und Rauch, aber Megan versucht die Wahrheit herauszufinden.
Bis zum Ende ist das Buch eigentlich recht gut. Die Dialoge passen wieder und beim Realismus muss man in dieser Serie soundso ein Auge zudrücken. Anhand zweier Beispiele versuche ich zu schildern, warum das Ende so schlecht ist. Erstens: Grant und Megan suchen einen versteckten Keller. Mit Stöcken stechen sie durch die Schneedecke, bis sie auf eine Holztür stoßen. Diese buddeln sie dann aus und betreten den Keller. Wie immer werden sie von einem Bösewicht überrascht, bis auf dass sie diesmal ausnahmsweise vorher die Kollegen gerufen haben. Der Bösewicht sagt selbst, dass er sich in einem Nebenraum des Kellers versteckt hatte. In diesem ist er anscheinend durch die Kraft des Teleportation gelangt, da unsere Helden die Falltür ja zuerst minutenlang ausbuddeln mussten. Die Polizisten selbst ziehen ab, da ein Komplize, der dann nie wieder vorkommt, inzwischen die vorher gefundene Leiche weggeschafft und außerdem gemeldet hatte, dass sie woanders unter Beschuss seien. Obwohl ihr Auto noch da ist. Danach kommt wieder eine Bond-Szene, in der Megan und Grant festgebunden und ein Feuer entfacht wird, damit sie ersticken. Nach Megan‘s Ohnmacht aus Sauerstoffmangel schafft es Grant immerhin noch im gefesselten Zustand mit Hilfe eines Maßbandes ein Werkzeug herbeizuschaffen, dich und Megan zu befreien und dann auch noch Megan die Treppe rauf durch die Falltür ins Freie zu schaffen ohne zu atmen. Was für ein toller Hecht! Mit dem Maßband hat er sich wahrscheinlich das Teleportationsinstrument des Bösewichts geangelt.
Zweitens enthält einen Spoiler. Es erklärt nämlich - oder auch nicht, wie man es nimmt - warum der Täter das Tablet der Töten gesucht hatte. Diese hatte auf dem Tablet einen App, welche ihre Joggingrouten aufzeichnete. So eine App installiert man zwar normal nicht auf einem Tablet, aber sei es drum. Sieh hat diese auch benutzt, als sie zum Standort gefahren ist, an dem sich der Keller befand, wo das eigentliche Verbrechen begangen wurde, stattfand. Und dass, obwohl sie auf dem gleichen Tablet auch die Adresse gespeichert hatte. Wäre die Autorin bei der ursprünglichen Erklärung, dass der Täter Beth wegen dieser Adresse umgebracht hatte, geblieben, hätte das Ganze zumindest mehr Sinn ergeben. Aber woher hätte der Täter wissen sollen, dass Beth diese App installiert geschweige denn genutzt hatte. Und das Ende enthält ziemlich viele solcher unsinnigen Sachen. Mangelnden Realismus kann ich verkraften, ich schaue mir ja schließlich auch Actionfilme an, aber mangelnde Logik kann ich nicht leiden.