Die Schriftstellerin Márta lebt mit Mann und drei Kindern in einer deutschen Großstadt. Obwohl sie ihre Kinder über alles liebt, kämpft sie jeden Tag darum, in ihrem Leben nicht unterzugehen und ihre Arbeit gegen die Zumutungen des Alltags zu verteidigen. Ihre Freundin Johanna hingegen, mit der sie seit früher Kindheit eine innige Freundschaft verbindet, ist Lehrerin im Schwarzwald und kinderlos. Statt mit ihrer Doktorarbeit über Annette von Droste-Hülshoff weiter zu kommen, kämpft sie mit den Gespenstern ihrer Vergangenheit: mit dem Mann, der sie verlassen hat, mit dem Krebs, den sie überwunden geglaubt hat, mit ihrem Vater, der so jung gestorben ist. Jetzt, mit Anfang 40, liegt die Mitte des Lebens hinter ihnen, sind Lebensweichen gestellt, wichtige Entscheidungen getroffen, ist ein Richtungswechsel nicht mehr vorgesehen. Aber soll das alles gewesen sein? Márta und Johanna schreiben einander E-Mails von großer Tiefe, Offenheit und Emotionalität. Ihre Mails sind ergreifende Dokumente eines täglichen Ringens um Selbstbehauptung, Freiheit und Glück. Beide Frauen wissen, dass sie mehr wollen als noch nicht sterben. Aber was machen sie jetzt mit diesem Leben, dessen Weg sie zur Hälfte schon gegangen sind? Und was macht das Leben mit ihnen?
Márta ist Anfang vierzig, Autorin und Mutter von drei Kindern. Ihre Eltern sind 1956 aus Ungarn nach Deutschland geflüchtet. Mártas Lyrik wurde in mehrere Sprachen übersetzt; als Lyrikerin ist sie international anerkannt und arbeitet zurzeit an einem Band mit Erzählungen. In ihren wenigen freien Stunden pflegt Márta einen intensiven Mailwechsel mit ihrer Jugendfreundin Johanna. Obwohl sich die Reisewege der beiden Frauen theoretisch öfter kreuzen, gelingt ihnen nur selten ein Treffen im realen Leben. Johannas Partnerbeziehung ist an ihrer Krebserkrankung zerbrochen. Sie arbeitet wieder als Lehrerin und an ihrer Promotion über Annette von Droste-Hülshoff. Im Leben der Freundinnen wäre es Zeit für eine Lebensbilanz, doch zumindest Márta wird dazu noch zu stark vom Alltag mit kleinen Kindern ausgelaugt. Das Baby Henri wird noch gestillt und schreit sehr viel. Die Tochter im Grundschulalter erhält Zuwendung aufgrund ihrer Schulprobleme; der ältere Sohn scheint nur Beachtung zu erhalten, wenn er krank ist. Márta findet, wer Kinder habe, könne in dieser Lebensphase nicht schreiben. Objektiv ist Márta als Autorin erfolgreich; sie wird zu Lesungen ins Ausland eingeladen und bekommt Aufträge als freie Mitarbeiterin. Doch anders als ihr Mann kann sie während der Zeitfenster, in denen die Kinder versorgt sind, nicht auf Knopfdruck schöpferisch sein. Mártas Mann arbeitet ebenfalls freiberuflich als Autor. Das gemeinsame Einkommen und die verfügbare Zeit des Paares fallen stets zu knapp aus. Den Umgang mit Zeit erlebt die gestresste Mutter im Urlaub in Ungarn völlig anders, dort ist Zeit einfach da und niemand fragt den anderen: hast du Zeit? Ein wiederkehrender Konflikt zwischen den Partnern ist der gegenseitige Vorwurf, der andere fühle sich zu wenig verantwortlich für die Kinder.
Weitere Figuren erweitern den Blick auf die Lebenssituation der Freundinnen. Mártas Familie wird von der Partnerin des verstorbenen Schwiegervaters unterstützt; die Márta aufgrund von Alter und Krankheit zunehmend Sorgen bereitet. Johanna unterstützt eine Freundin, Mutter mehrerer Kinder, in deren Blumenladen. Obwohl Márta tatkräftige Hilfe von ihren Eltern und Geschwistern erhält, ist sie vom Alltagschaos völlig erschöpft. In Mártas Situation ist das Glas stets halbleer, niemals halbvoll.
Anfangs wirkt die Beziehung der Freundinnen zunächst sehr einseitig, Márta klagt über ihr „verhaktes Leben“, das sich jedoch kaum von der Lage anderer Familien mit kleinen Kindern unterscheidet; Johanna erhält von Márta selten Zuspruch für ihre Doktorarbeit. Innerhalb des drei Jahre dauernden Mailkontakts erobert Johanna sich in der Freundschaft Raum und kann sich mit ihrer Familiengeschichte versöhnen. Die Tonlage zwischen beiden Frauen klingt allmählich kritischer, ichbezogener, obwohl ihre Sprache große Innigkeit vorgibt. Ein klagendes „Du hast es leichter als ich“ führt eine Freundschaft auf dünnes Eis. Márta erkennt das Ungleichgewicht in ihrer Beziehung zu Johanna erst spät. In Atempausen zwischen der unmittelbaren Belastung durch die Kinder hätte ich mir von Márta einen Ansatz von Selbstkritik gewünscht. Wie viel Tunnelblick auf die eigenen Probleme verträgt diese Frauenfreundschaft, wie viel unterschwelligen Neid und wie viel Unverständnis für den jeweils anderen Lebensentwurf, habe ich mich immer wieder gefragt.
Mártas Wahl ihres Buchtitels „Das andere Zimmer“ deutet neben der Anspielung auf ein Zimmer für sie allein zusätzlich eine verborgene Symbolik in ihrer Biografie als Autorin an. Er setzt sich - höchst aktuell in der Vereinbarkeits-Debatte - mit Lebensentwürfen von Autorinnen auseinander, die Mütter sind. Márta dominierte für meinen Geschmack die Handlung zu stark; die sprachliche Annäherung zweier Autorinnen im privaten Gebrauchstext fand ich jedoch sehr fesselnd, besonders das Verstecken von Alltäglichkeiten hinter sprachlichen Rüschen. „Schlafen werden wir später“, (wenn dafür Zeit ist) war durch seinen reinen Umfang und Mártas Persönlichkeit ein anstrengender Roman für mich.
Driewerf hoera, de reidans is voltooid :-) ‘Slapen doen we later’ was op mij niet van toepassing, want o wat viel ik vaak in slaap tijdens het lezen van deze eindeloze briefwisseling. Meerdere keren stond ik op het punt van DNF. Maar uiteindelijk toch blij dat ik heb doorgezet. Vooral vanwege een aantal heel mooie zinnen en beelden - als ik me kon overgeven aan het hypnotiserende taalgebruik.
Zum 3. Mal gelesen und noch immer versinke ich in der besonderen Freundschaft zwischen zwei Frauen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Poetisch und spannend.
Es fällt mir schwer, zu diesem Buch eine Meinung zu formulieren. Die Form des Brief- bzw. Mailwechsels ist gewöhnungsbedürftig und ich bin nicht sicher, ob ich mich trotz der Hunderten von Seiten am Ende daran gewöhnt habe. Die beiden Frauen, Márta und Johanna, sind enge Freundinnen und ganz oft sind die tiefe Verbundenheit und das langjährige Band zwischen den beiden in ihren Mails spürbar. Genauso oft allerdings geht die eine in keinster Weise auf das ein, was die andere geschrieben hat, teilweise auch in sehr kritischen Momenten. Auch telefonieren die beiden regelmässig und sehen sich hin und wieder, und von diesen Momenten erfährt der Leser nur in kleinen Hinweisen, nie im Detail. Ich fand es teilweise irritierend.
Die Geschichte der beiden Frauen beginnt mit einer Mail direkt in den Sorgen von Márta und führt nach unzähligen Mails hin und her über knapp 700 Seiten zu einem in meinen Augen etwas zu seicht geratenen Abschluss. Dazwischen verfolgt der Leser das Leben der beiden Frauen und ihrer engsten Kontakte über rund drei Jahre und kann über viele verstreute Hinweise auch die Vergangenheit der beiden Frauen zusammensetzen. Márta hatte eine einfachere Kindheit als Johanna, die sich bis weit ins Erwachsenenalter noch mit dem Verhalten ihrer Eltern auseinandersetzt und von ihm gekennzeichnet ist. Am Anfang hat Márta drei Kinder und einen Mann, Johanna hat sich vor kurzem getrennt und ist kinderlos. Márta ist Schriftstellerin und schreibt mehr oder weniger konsequent und mehr oder weniger erfolgreich, Johanna ist Lehrerin und führt ein sehr geregeltes Leben. An ihren Zielen und Vorhaben halten beide nur sehr begrenzt fest und verrennen sich immer wieder. Vor allem Márta jammert immer wieder darüber, dass sie nicht genug Zeit und/oder Geld hat. Gleichzeitig führen beide diesen Emailkontakt, in den sie sicher mehrere Stunden pro Woche investieren. Jammern ist übrigens das Stichwort in diesem Buch. Jede hat ihr Lieblingsthema und jammert und jammert und ändert wenn überhaupt nur sehr schleppend und sehr spät etwas. Das empfand ich oft zäh und es war für mich teilweise schwer zu ertragen.
Trotzdem hat dieses Buch etwas Magisches. Das mich immer wieder dazu gebracht, es doch nochmals aufzuschlagen und doch noch eine Mail zu lesen. Die Sprache der beiden zieht den Leser in seinen Bann, was bei einer Schriftstellerin und einer Deutschlehrerin nicht verwundern sollte. Gleichzeitig fand ich es teilweise gekünstelt, wie sich die beiden gegenseitig mit Beschreibungen übertreffen und sich Zitate an den Kopf warfen. Fast als ob eine Konkurrenz zwischen ihnen bestehe, wer es besser kann.
Es ist eine schöne Lektüre, mit Entwicklungen, Veränderungen und Tiefen. Ich für meinen Geschmack wäre aber mit der Hälfte der Seitenzahl zufriedener gewesen.
Wer Jahr um Jahr Gefühle sammeln will in Worthülsen, Wortschalen, hübschen Wortschachteln - dieses Buch ist eine Anleitung dazu, wie es gemacht wird.
Eine Ode an das unspektakuläre, oft so holprige, wunderbar fragile Leben, voller Zartfühligkeit, Banalität, Verlorenheit und Wiederfindung, Lyrik der Jahreszeiten, Aussichtslosigkeit und Kraft.
Fein, fein, fein. Macht melancholisch, aber nicht einsam, auch wenn es aus Einsamkeiten gewoben ist.
Eins nur: Viel zu lang. Die Geschichte liest sich so wie es wäre, heimlich durch ein fremdes Fenster reinzuschauen, abends, bevor die Vorhänge zugezogen wurden - aber so lange bleibt man doch nicht stehen und spähen. Schneller geht man weiter. Einiges wiederholte sich dann deswegen, denn wie eigentlich nicht - das ist ja ein Bericht über das stinknormale Leben, und im stinknormalen Leben wiederholt sich eben immer vieles.
Einzig diese Freundinnenliebe ist erfrischend und hoffnungserfüllt, auch wenn sie so unterschiedlich sind.
Kleiner Spoiler: Interessanterweise schreibt die Schriftstellerin immer vom Alltag, Wäsche, Müdigkeit und kranken Kindern, während die Lehrerin ständig lyrische Ausschweifungen über das Wetter, den Schwarzwald, die Tannen, die Blumen, den Wind zusammendichtet. Warum? Hm.
Meine Leseerfahrung mit "Schlafen werden wir später" unterscheidet sich sehr von Bánks anderen Werken. Aber das ist nicht nur dem für mich neuartigen Genre des Email-Romans zu verdanken. Bánks neuster Roman wirkt auf mich langatmig und sprachlich verkünstelt, besonders was die Montagetechnik der Autorin betrifft. Ihr Stil, der sich bisher immer schon am Rande zum Kitsch bewegte, ist für mich nun endgültig ins Blumig-Süßliche übergeschwappt - beim Lesen kaum noch zu ertragen. Obwohl mir die beiden Frauen Johanna und Mártha im Laufe der Lektüre mit all ihren Gedanken, Höhen und Tiefen ans Herz gewachsen sind, war mit der Lektüreprozess zu langatmig, der Handlungsverlauf zu undurchsichtig und der allgemeine Tenor zu klagend. Das überzeichnet harmonische Ende des Romans hinterlässt nach 700 Seiten der Klagen einen allzu seichten Eindruck.
Ein Roman, der mich zwiegespalten wie selten zurück lässt. Einerseits haben mir die poetische Sprache, die toll ausgearbeiteten Charaktere, die Schauplätze der Handlung und die Form (der Roman besteht nur aus dem E-Mail-Kontakt der Protagonistinnen Marta und Johanna über ca. 3 Jahre) sehr gut gefallen, andrerseits hatte ich auch meine Schwierigkeiten mit den knapp 700 Seiten. Das lag vor allem an der unglaublichen Schwermut, die ca. 90 % des Buchs bestimmt. Johanna und Marta suhlen sich beide- wenn auch aus unterschiedlichen Gründen- im Selbstmitleid und selbst glückliche Momente haben eine unterschwellig depressive Färbung. Der vorherrschende Ton ist grundsätzlich sehr pathetisch. Das empfand ich beim Lesen als sehr bedrückend und anstrengend. "Die hellen Tage" von der Autorin hat mir definitiv besser gefallen.
Hätte dieses Buch ~200 Seiten weniger, würde ich es wohl zu meinen Lieblingsbüchern zählen. So hat es sich doch an sehr vielen Stellen gezogen, teilweise ist 100-200 Seiten lang nicht wirklich was passiert, was ich jedoch nicht nur als zäh, sondern gleichzeitig auch als passend empfunden habe, da das Leben nun mal manchmal so läuft und Bánk so das ,,wirkliche" Leben optimal wiedergegeben hat. Was mir in Erinnerung bleiben wird, ist die Art und Weise, wie Bánk mit der deutschen Sprache umgeht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals ähnlich schöne Sätze gelesen habe - in jedem einzelnen steckte so viel Ausdruck, Metaphorik und Poesie. Das Buch ist melancholisch und hoffnungsvoll zugleich und ich kann es jeder Person weiterempfehlen, die auf der Suche ist nach einem Buch, das sprachlich und inhaltlich ans Herz geht und auch bereit ist, viel Zeit in dieses Buch zu stecken. 4/5
Ich habe das Buch zu Ende gelesen, aber es war eine Qual, denn die beiden Protagonistinnen machen auf fast 700 Seiten nichts Anderes, als sich gegenseitig die Ohren vollzujammern. Im Prinzip besteht die Handlung in Johannas Mails darin, dass sie unglücklich an ihrer Doktorarbeit schreibt, die letzte Trennung noch nicht verwenden hat und ihre Krebserkrankung verarbeitet, während ihre Freundin Marta Mail für Mail den ewig gleichen Sermon über Hausarbeit und Kinderbetreuung plus Eheprobleme und dauernde Geldsorgen herunterbetest. Ach ja, ein bisschen Künstlerproblematik gehört bei ihr auch noch dazu. That‘s it. Und das reicht leider für mich trotz einiger schöner sprachlicher Wendungen für mich nicht aus, um von einem gelungenen Buch zu sprechen.
Was für ein Buch! Mein persönliches Highlight bisher in 2017. Wunderschöne Sprache, in die ich mich zuerst reinlesen musste, die mich dann aber völlig in ihren Bann gezogen hat. Dies ist kein Buch, das ich atemlos verschlungen habe. Dieses Buch habe ich Satz für Satz, Wort für Wort genossen. Habe mich gewärmt, inne gehalten, mich gefreut und getrauert. Johanna und Martha wurden mir zu Freundinnen, ganz nah kamen sie mir. So ähnlich unsere Leben, unsere Gedanken. Und nun ist das Buch zu Ende und ich muss sie loslassen, aber noch begleiten sie mich, noch sprechen sie mit mir und ich mit Ihnen. Und schlafen werden wir später!
First things first: Ich liebe den Schreibstil. Ich liebe die Liebe zu Worten, die einen förmlich auf jeder Seite dieses Buches anspringt. Und eigentlich liebe ich auch die Idee dieses Buches, aber nicht auf 680 Seiten. Irgendwann bekommt die Geschichte Längen, ich frage mich ab Seite 300, warum ich das Buch überhaupt zu Ende lese, weil ich nicht das Gefühl habe, es wird mit einer großen Wendung, einer großen Erkenntnis enden - oder überhaupt richtig "enden". Mir fehlt der rote Faden, mir fehlt ein "Etwas", was dieses Buch erzählen will, mir fehlt diese Sache, die einen dazu bringt, immer weiter und weiter und weiter zu lesen. Die Story würde 2 Sterne bekommen, aber der Schreibstil reißt noch einen dritten raus, denn der ist wirklich allererste Wortliebesahne. Vielleicht ist das Buch auch kein "Abends im Bett schmökern"-Buch, sondern eher ein "Ich habe eine Woche Urlaub und verbringe die Tage am Strand"-Buch, vielleicht.
Ich habe dieses Buch angefangen zu lesen und bin dann auf das Hörbuch umgestiegen. Ich fand die Geschichte eigentlich sehr entspannend, jedoch hat sie sich leider gezogen.
Ich bin jetzt doch selbst von meiner positiven Bewertung überrascht. Über längere Zeit war ich nicht so wahnsinnig begeistert von diesem Buch und ich denke auch jetzt noch, dass es locker um 100-200 Seiten kürzer sein könnte. Trotzdem haben mich die beiden Emailschreiberinnen am Ende so berührt, dass ich ihnen 4 Sterne geben musste.
Dieses Buch spricht so viele zutiefst weibliche Situationen und Lebensbereiche an: die Vor- und Nachteile von Kindern und was beides mit einem Leben anstellen kann, das Ende und der Anfang von Beziehungen und überraschende, tragische Wendungen, die jeden treffen können. Über die drei Jahre, die das Buch den beiden Frauen folgt, schafft die Autorin es sowohl die Nachwirkungen von Krebs und dem Ende einer langjährigen Beziehung, als auch die Realität vom Leben mit Kindern unglaublich realistisch darzustellen. Sie scheut sich nicht aufzuzeigen, wie sehr man sich Freiheit wünschen und Kinder als Fesseln ansehen kann, aber auch Johannas 'freies' Leben ist nicht ideal. Auch das Leben als freie Schriftsteller wird hier sehr realistisch präsentiert, mit allen Entbehrungen und Freuden, die mir als Nichtschriftsteller, so gar nicht bewusst waren.
Ich glaube, dass ich bereits nach einigen Dutzend Seiten das Ziel der Autorin verstanden habe: den Lebensrhythmus der beiden Charaktere nachzuzeichnen, mit all seinen Höhen und Tiefen, Selbstmitleid und Feierstimmung, Veränderungen und doch gleichbleibendem Alltag. Obwohl das Buch dabei teilweise wirklich dunkle Seiten des Familienlebens beschreibt, gleitet es nie allzu sehr in absolute Selbstmitleidstiraden ab - zumindest nicht für lange.
Obwohl ich diese Idee hinter der Geschichte verstehe, kam mir der Roman doch lange vor, v.a. das zweite Drittel. Die Sprache und der Stil waren durchwegs wunderschön, besonders was die Beschreibung der wechselnden Jahreszeiten betrifft. Nichtsdestotrotz habe ich mich als Leser teilweise genauso festgefahren gefühlt wie die beiden Frauen. Wenn das für 50-100 Seiten der Fall ist, um den Leser etwas verständlich zu machen, wunderbar; aber wenn man sich nach 200 Seiten davon SEHR nach dem Ende sehnt, ist es doch ein bisschen unlustig.
Zusammenfassend bin ich trotzdem froh diesem Buch bis zum Ende gefolgt zu sein. Die Geschichte von Johanna und Márta ist berührend und gibt einem viel zum Nachdenken zu unterschiedlichsten Themen, obwohl das Buch einem dabei ziemlich lang vorkommen kann. Es hat mir dabei glaube ich auf jeden Fall geholfen, diesen Roman im Herbst zu lesen, wenn iche eine Ruhe habe, die im Frühling oder Sommer so irgendwie nicht aufkommt. Als Herbstbuch für Leserinnen, die einmal etwas Längeres, Langsameres lesen wollen, würde ich diesen Roman definitiv empfehlen.
Ik ga dit niet uitlezen. Hoewel het overal gerecenseerd is met 5 sterren. Brievenroman tussen Marta en Johanna, oude schoolvriendinnen. De brieven verhalen van de strijd van elk van hen om ruimte te vinden voor het schrijven van gedichten (Martha) resp te promoveren (Johanna). De brieven zijn zo romantisch van aard (in het verlangen naar stilte, naar tijd voor zichzelf en in de natuurbeschrijvingen) dat ik verbaasd was dat ze van 2009 tot 2014 spelen. Dat aan de positieve kant dus; knap gedaan in dit boek. Maar aan de negatieve kant; de reden dat ik afhaak: het gezeur over de 3 kinderen (Martha); de permanente te wijze verwijzingen naar zinnen uit de literatuur (die ik niet ken).
Toch doorgelezen en ik herzie mijn eerdere oordeel. Wat boeide toch? Martha en Johanna geven eigenlijk twee hele gewone levens weer; twee levens van vrouwen in de veertig; voor wie het script al min of meer vaststaat. Gezin... werk... veel zal er niet veranderen. T Is een weergave van de alledaagsheid die reëel is in ieders leven. Er zitten twee pubers verstopt in de brieven (drie keer ik hou van jou; alsof een keer niet volstaat); twee romantische pubers die in de verkeerde tijd geboren zijn. Met een hang naar brieven schrijverij, de natuur, naar hoe het had kunnen zijn.
Heel bewust speelt de schrijfster met plaatsen in Duitsland. Met Hamburg (waar Martha woont) en met het zwarte woud (Johanna). De roman gaat ook over omgaan met verlies, met ouder worden. Ziek worden (Johanna), partner verliezen (Johanna en vervolgens Martha en Kathryn). Er wordt prachtige taal gebruikt met mooie nieuwe vondsten (Martharad waarmee Martha de tredmolen van haar leven beschrijft). Prachtige natuur. Weinig wereldnieuws. Gewoon de eigen kleine levens.
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Rzutem na taśmę postanowiłem pozostać po części w węgierskim klimacie po przesłuchaniu audiobooka Sandora Maraia. W zasadzie, nie do końca w pełni węgierskim, bo Zsuzsa Bank urodziła się w Niemczech, pisze po niemiecku, jej rodzice byli emigrantami węgierskimi. Zsuzsa Bank nie wstydzi się swoich korzeni węgierskich, powszechnie uważana jest jednak za współczesną autorkę niemiecką.
Książki Zsuzsy Bank (nie wiem jak do końca odmienia się to imię) często pojawiają się ostatnimi czasy w niemieckich księgarniach I bibliotekach. Tak właśnie natrafiłem na tego audiobooka, pojawił się kilka tygodni temu na półce "nowości" w bibliotece do której od czasu do czasu uczęszczam. Postanowiłem wyporzyczyć, wgrać do telefonu. Jakoś teraz całkiem spontanicznie postanowiłem sięgnąć po tego audiobooka.
Może skoro już jestem przy Sandorze Maraiu to jeszcze wspomnę co wspólnego ma niniejsza ksiązka Zsuzsy Bank z ksiązkami Maraia które miałem okazje dotychczas poznać. Może to przypadek, a może to cecha która jakoś łączy ze sobą pisarzy wywodzących się kulturowo z Węgier. Nie wiem. Mianowicie, ogólnie mówiąc sporo rzeczy jest też niedopowiedzianych w książce Zsuzsy Bank, możemy się niektóych rzeczy domyśleć, ale nie są one wprost powiedziane, opisane przez narratorki. Poza tym Marai lubuje się w formie dialogu, niniejsza książka to też jeden długi dialog. Właśnie w tych dialogach i u Bank i u Maraia pozostaje sporo rzeczy nie do końca opisanych i czytelnik ma sporo pola do interpretacji, jest sporo insynuacji. Ciekawe. Naprawdę można wysunąć tezę, iż to jakaś cecha węgierska. Ale jestem mimo wszystko ostrożny, bo nie wiadomo czy to reguła, czy tylko zbieg okoliczności.
Dosłowne tłumaczenie tytułu niniejszej książki brzmi: "Spać będziemy później". Cała książka skonstruowana jest w bardzo ciekawy sposób. Autorka dokonuje bardzo ciekawego eksperymentu literackiego. Mianowicie, całość książki to korespondencja mailowa pomiędzy dwoma przyjaciółkami, które są dość bliskie sobie dzielą się ze sobą wszystkim. Także oprócz wymiany mailowej nie ma żadnych opisów komentarzy, nic. Po prostu na przemian czytamy jeden mail za drugim.
Autorki maili, które czytamy to Marta i Johanna. Marta ma trójkę dzieci, jest pisarką, mieszka w wielkiej metropolii niemieckiej, prawdopodobnie Frankfurcie, Berlinie lub Monachium. Jej mąż to też pisarz. Finansowo nie powodzi się im najlepiej, utrzymują się głównie z honorariów które otrzymują za napisane teksty, wiersze, zbiory opowiadań lub też nagrody pieniężne przyznawane w konkursach literackich.
Druga autorka korespondencji mailowej to Johanna, mieszka w małym miasteczku w Schwarzwaldzie, uczy języka niemieckiego, plastyki oraz wychowania fizycznego w prowincjonalnym gimnazjum. Nie ma dzieci, ma partnera, pracuje nad doktoratem.
Maile naszych bohaterek są dość czasem dość krótkie, czasem pisane o dość późnych porach. Obie nasze bohaterki mocno zajęte są sprawami życiowymi, ale znajdują zawsze czas aby korespondować między sobą, zazwyczaj właśnie kosztem snu. Szczególnie w przypadku Marty, która ma trójkę dzieci, jedynie wieczorem, już po zaśnięciu dzieci może ona znaleźć chwilkę czasu przed pójściem spać aby napisać maila do swojej przyjaciółki Johanny.
Korespondencja mailowa do której mamy wgląd w książce jest dość intymna. Obie przyjaciółki piszą otwarcie o tym co leży na sercu, piszą o swoich małych sukcesach, piszą też o zmartwieniach. Pocieszają się nawzajem jeśli pojawia się jakiś kryzys życiowy, ciężka choroba. A te też się pojawiają.
Obie bohaterki są też świadome tego, iż mają za sobą co najmniej połowę życia. Zastanawiają się nad tym jak ta druga połowa, która im jeszcze pozostała powinna przebiegać.
Podczas słuchania miałem wrażenie trochę jakbym układał puzzle. Konstrukcja książki opierająca się na korespondencji mailowej ma to do siebie, że przyjaciółki spotykają się też ze sobą od czasu do czasu, rozmawiają telefonicznie, ale my nie mamy wgląd w nic innego jak tylko w maile. Musimy stopniowo układać sobie fakty jak układankę puzzlę w całość aby lepiej zrozumieć ich sytuacje życiową. Jednak nie jest nam dane poznać wszystkich części tej układanki. Nie jesteśmy w stanie ułożyć sobie całego obrazka. Z punktu widzenia warsztatu literackiego to bardzo ciekawy eksperyment. Chociaż przyznam, że całość czasem się dłużyła podczas słuchania, mimo wszystko to niecodzienna książka i sprawiła mi przyjemność. W internecie znalazłem też spory wywiad z autorką który został nagrany podczas targów książki gdzie autorka opowiada o tej książce. To bardzo wzbogaciło lekturę. Myślę, że powrócę jeszcze do innej książki tej autorki.
"Angeblich geschieht nichts. Ja, muss denn immer etwas geschehen? Immer schreibst Du ihm zu viel 'ein bisschen'. Auch zu viel 'vielleicht'. Na ja, und dann noch mildere Gemeinheiten wie: Nur für Langstreckenleser geeignet. Aber Du bist doch eine Langstreckendichterin!"
Was als Kritik auf die Schriftstellerin Márta Horváth gemünzt ist, trifft auch auf Zsuzsa Bánk zu: Wer hier einen galoppierenden Plot erwartet oder überraschende Wendungen in einfacher Sprache, etwas zum Konsumieren also, hält das falsche Buch in den Händen. 'Schlafen werden wir später' ist eine Ode an die Freundschaft und eine Erinnerung daran, das Leben zu genießen. Das Ganze wird verpackt in Sätze zum Anstreichen, in Worte, die wie Karamellbonbons die Seele streicheln.
Ich bin froh, dass ich mir mit dem Buch Zeit genommen habe und es erst gelesen habe, als die Zeit für mich reif war. Ich konnte mit Márta leiden, lieben und verzweifeln. Mit Johanna durch den schwarzen Wald streifen und auf Meersburg blicken. Für das Buch muss man nicht unbedingt eigene Kinder haben, zwischen einem ausfüllenden Beruf und der Familie hin- und hergerissen sein oder eine schmerzhafte Trennung durchlebt haben. Es hilft jedoch ungemein, sich in die Protagonistinnen hineinversetzen zu können. Und vielleicht nimmt man dabei noch etwas für sich selber mit.
Zsuzsa Bánks Stil ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, für manche zu üppig und verspielt. Für mich jedoch jeden einzelnen der 5 Sterne wert!
\3.5\ Dieses Buch ist ein sehr schön geschriebenes Dokument einer Frauenfreundschaft. Marta und Johanna schreiben sich fast jeden Tag per E-mail über fast vier Jahren. Dieses Buch ist an einigen Stellen sehre gut und an anderen ein bisschen Langweilig. Es hätte kürzer sein können und der anfang und das ende der Briefauschnitten die das Buch zusammenstellen hätten besser gewält sein können. Oder auch nicht. Weil das Leben ist ja nicht speziel gewält. Trotzdem scheint dieses Buch wegen der etwas offener Handlung ein bisschen selbst nachsichtig von der Autorin. Die Sprache ist nachmlich sehr schön aber die gleiche Handvoll von Motifen werden wieder, wieder und wiederbenutzt: nämlich eine repetition von Wörtern und Gefühle dreimal, lyrische Beschreibungen vor allem als Zitate von Maria’s Poesie, wiederholten Konjugieren von Verben und diese Formen (Plusquamperfekt, Futur 1, Futur 2) dannach benenen und diverse versionen vom Titel “Schlafen werden wir später”. Wenn dieses Buch ein bisschen Besser bearbeitet wäre, wäre es wirklich toll. Aber, was dies Buch schon so ausgezeichnet macht: Freundschaft darstellen, Zwei Frauen in Ihren 40-iger Jahren darstellen die Entschieden haben Kinder zu haben oder nicht zu haben — stellt diese Zwei Entscheidungen sehr gut dar, Liebe und Verlust, darstellen wie man trotz vielen Sachen weitergehen kann.
"Schlafen werden wir später" gibt einen guten Zugang zu den zwei Lebensentwürfen, zwischen denen Frauen sich entscheiden können: Kinder haben oder keine Kinder haben. Auf eine authentische und realistische Weise vermittelt der Briefroman ein Gefühl dafür, mit welchen Gedanken, Sorgen, Emotionen und auch realen Existenzbedrohungen ein Leben mit oder eben auch ohne Kinder einhergehen kann. Auch das Infragestellen der Entscheidung, mit oder ohne Kind leben zu wollen, kommt in diesem Roman immer wieder auf. Abgesehen davon, dass der Roman an sich sehr langatmig war mit seinen knapp 700 Seiten, empfand ich es nicht als ermüdend, dass immer wieder auch geklagt wurde. Dieses "Klagen" hat für mich eine natürliche Reaktion auf die herausfordernden Seiten des Lebens (schwere Krankheit, Verlassen werden, Tod, schmerzhafte Kindheitsbiografien...) dargestellt. Es hat es normalisiert. Unter allen von Bànks Büchern hatte ich zu diesem den schwersten Zugang. Mir fehlte ein klarerer Erzaehlsktrang und allem voran das aufeinander Bezugnehmen der beiden Frauen in zentralen Themen, sowohl inhaltlich als auch emotional. Auch der Schreibstil, den ich sonst bei dieser Autorin sehr schätze, erschien mir hier stellenweise zu überzogen und künstlich für einen Brief / Mailkontakt.
Sehr langer Kampf! Wunderschöne Formulierungen, Neologismen und Sprachbilder. Auch tolle Charaktere und an sich interessanter Plot. Doch auf die Rückseite des Buches zu schreiben "Zsuzsa Banks neuer Roman ist eine Feier der Freundschaft und des Lebens." - einfach nein! Der Freundschaft ja, aber das Leben wird auf den über 700 Seiten vielleicht auf den letzten 10 Seiten gefeiert. Davor handelt es sich eher um einen Kampf gegen das Leben. Per Mail heulen die beiden Freundinnen um die Wette, wem es schlechter geht, wem das Leben übler mitspielt. Doch selbst das könnte wunderbar sein - schließlich fühlen wir alle uns mal vom Leben mies behandelt -, wenn es nicht so ausgedehnt wäre. Ein besseres Gleichgewicht zwischen Beschwerde übers Leben (die wir, denke ich mal, alle von Zeit zu Zeit haben) und der Lebensfreude müsste meiner Meinung nach her, damit das Negative nicht so dermaßen überwiegt und die Leselust nimmt. Auch, wenn es im echten Leben nicht immer positiv zu geht, könnte dieser Roman auf diese Weise Mut machen. Stattdessen würde ich Menschen, die gerade eine schwere Zeit durchmachen eher davon abraten, die Seiten dieser Geschichte aufzuschlagen.
It rarely happens that I don't finish reading a book but in this case I just couldn't imagine dragging myself along the 700 pages. It's not that there's nothing redeeming about this book: there is. The writing is poetic, very descriptive, very moody. But that mood is doom and gloom on every line of every single page. It is written in the form of a letter/e-mail exchange between two close friends. Basically it is a competition of whose life is the most horrible, who is the saddest, most miserable out of two very sad, miserable women. The constant and all-encompassing whining and wailing really takes a toll on the reader's mood. In my case, I just couldn't stand it any longer. Even though the reader has access to the most intimate and intricate details of these women's lives, it is very hard to like them or even care about them.
Viel zu langatmig, viel zu larmoyant. Ich wusste nicht, ob ich das bis zum Ende aushalte, wollte dann aber doch wissen, wie es ausgeht - aber es war ein sehr unbefriedigendes Ende. Deine Idee, Dein Wort, diese Einschübe in Johannas Mails haben mich bald zur Weißglut getrieben. Und was soll das Kursive andauernd, wer oder was wird zitiert? Und plötzlich hat Johanna ihren Doktortitel, wie ist das passiert? Warum hat sie sich nicht mailslang vorher reingesteigert in ihre bevorstehende disputatio, obwohl sie sich sonst so ausgiebig über alles und vor allem Markus negativ auslässt? Kein gelungenes Buch, aber hier und da schöne Formulierungen und Gedanken, daher zwei Sterne.
Was ich sehr gerne mochte: Márta und Johannas enge Freundschaft; die probenden Einblicke in das Leben mit und ohne Kinder; wie man als Erwachsener und als Kind mit großen Verlusten (Tod, Trennung, Krankheit) womöglich fertig werden kann; Einblicke in A. v.Droste-H; das schöne Gedicht von Goethe (neu für mich/vergessen).
Was nicht so gut klappte für mich: Das Buch ist überlang und manche der Ergüsse der zwei emailenden Charaktere nicht sehr realistisch. Ich überflog einiges nur, was bedeutete, dass ich aus dem Erzählungsfluss und dem erwünschten Vergessen meines Alltags öfter mal rausfiel. Und wie konnte Johanna ihren Doktor ganz ohne Erwähnung eines Doktorvaters etc machen?
Márta und Johanna sind seit ihrer Kindheit befreundet. Wir begleiten sie über einige Jahre als sie Anfang 40 sind und sich über ihren Alltag, ihre Lebensentscheidungen und ihre Zukunft wundern. Die beiden Frauen sehen sich nur selten, telefonieren etwas häufiger, aber schreiben sich regelmäßig. Der Briefroman ließt sich nicht leicht und schnell, dafür passiert zu viel und zu schnell. Ich bin aber froh, dass ich mir so viel Zeit beim Lesen gelassen habe. So konnte ich viel der wunderbaren Sprache aufsaugen. Die beiden Protagonistinnen stellen sich den wichtigen Fragen im Leben und ich konnte mir die Zeit nehmen, sie mir auch zu stellen.
Keine Nebenbeilektüre, eher etwas zum Eintauchen und Entdecken. Dann aber unbedingte Leseempfehlung.