Von den unaussprechlichen Taten des Nicolas de Flandre sei gesagt, sie hätten wohl den rauschenden Zwanzigern ein Ende bereitet, wären sie in ihrem ganzen Ausmaß erzählt worden. Doch dem geschah nicht und jenen, von dem man sagt, er sei auf absonderliche Weise im Jahre 1898 geboren, vertilgten die Geschichten um ihn so schnell, wie er gegangen war. Nicht jedoch, bevor diese infame wie düsteren Gestalt verstanden wird, denn es sei nicht weniger in seinem Besitz gewesen als etwas, dass schon alten Kulturen einen schnellen Untergang bereitet hatte.
Geboren im Jahre 1898 ist Nicolas de Flandre einer der unangefochtenen Couturemeister des Paris der 1920er. Keiner ahnt, wer er in Wahrheit ist. Um seinen Traum von der ewigen Schönheit zu erfüllen, scheut er vor nichts zurück und entdeckt dabei etwas, was ich wohl als den Schlüssel zu Macht und Euphorie nennen würde. Szenerie: Paris, Venedig um 1920 Neapel um 1600 (ca.40 Seiten) Als jemand, der gelungene Immersionen sehr schätzt, muss ich sagen, dass die Zeit wirklich sehr gut nachempfunden wird. Mann muss schon Ahnung haben um zu wissen, dass etwa das Bordell Le Chabanais einen Höhleneingang hatte. Das Laster dieser Zeit, die Prostitution, ist gefühlvoll und bitter inszeniert. Die penible Recherche macht die Zeit extrem lebhaft. Gleiches kann vom Neapel des 17. Jahrhunderts behauptet werden. Wo es um die Hinterlassenschaft eines Alchemisten geht. Sprache: Ich darf Zitieren: ''Über den Dächern eines Atriums durchsetzten spitze, lichtvolle Flocken die Luft.'' ''Besaß man etwas Zeit, ließ sich kaum jemand den Anblick des Blumenmarktes entgehen, denn seine Farbenglut erzartete selbst viele der finsteren Seelen.'' Das Buch setzt Weiteres auf Farbwörter wie salzweiß, bitterrot oder teerschwarz. Was mit der Begabung/Sichtweise von dem Protagonisten im Zusammenhang steht. Rezension In dieses Buch wird man hineingeworfen. Es ist kein Groschenroman, soviel steht fest. An dieser Stelle sei gesagt, dass spätestens an den leidenschaftlichen Ausartungen de Flandres für Jugendliche Schluss ist. Das Buch lässt tief in die Menschlichen Abgründe blicken. Weshalb die dekadenten 1920er sehr gut gewählt sind. Gewöhnungsbedürftig ist die Erzählstruktur. Man muss sich einlassen auf ein fließendes Mosaik, dass sich am Ende des Buches erst zusammenfügt. Eingesetzt als ein Dramaturgiewerkzeug überzeugt die Schreibweise nur, wenn man am Ball bleibt. Ein bisschen Lesen, vergessen und wieder ein bisschen lesen ist nicht drin. Man muss alles "mitnehmen". Auch Venedig ist gut beschrieben. In meinen Augen wird es dargestellt als ein Zentrum der vergangenen Macht mit all ihren Geheimnissen. In diesem Teil des Buches intensivieren sich die Mordgelüste des Protagonisten. Dabei bedient er sich ausgeklügelten Methoden, Giften und einem blinden Jungen, der noch eine ganz wesentliche Rolle spielen wird. Ich will hier nicht mehr verraten und gehe über zum Fazit: Mit der Figur des Nicolas de Flandre ist Niel Flemming meiner Meinung nach etwas großes gelungen. Ich habe etwas vor mir, dass ich so noch nicht gelesen habe.
Zunächst muss ich etwas klarstellen. In der Bewertung vom 3. April stimmen schon einmal zwei Dinge nicht. Zum einen beherrscht Nicolas de Flandre nicht alle Farben. Er kann sie sehr viel differenzierter wahrnehmen als ein gewöhnlicher Mensch. Ein großer Unterschied. Zum anderen drückt der Autor sich nicht per se puristisch aus. Eher ist hier das genaue Gegenteil der Fall. Zu der Review von Herrn Lindtburgh: Der Protagonist ist kein Protagonist sondern ein Antagonist. Die Rolle des Protagonisten nimmt hier der Junge René ein.
Zur Illustration:
Es wäre interessant zu erfahren, ob es sich bei der Darstellung um einen Kristallschädel handelt. Die Assoziation zu dem Stichwort 'alte Kulturen' wäre damit gegeben. Allerdings ist dies eine Legende und nicht wenige, mich eingeschlossen, vermuten den Antiquar Boban hinter diesen Objekten. Wenn wir also außer Acht lassen, dass die Schädel in Wahrheit nichts mit fremden Kulturen zu tun haben, eine gefällige Abbildung.
Analyse:
Grammatikalische und rechtschreibliche Qualität: Ab und an Beistrichfehler, selten grammatikalische Fehler. Die Qualität gleicht der Lektorierung eines guten Verlagshauses.
Der Satzbau hat insbesondere mit den Kombinationen aus abstrakten Adjektiven wie etwa mutterrot einen klaren Wiedererkennungswert. Er ist somit authentisch.
Gattung: Das Buch ist eine Tragödie, die Ihren Lauf mit der Geburt des Nicolas de Flandre im Venedig des Jahres 1898 nimmt.
Erzählweise und Struktur:
Das Buch ist dreigeteilt und beginnt nicht mit der Geburt von Nicolas de Flandre. Eine erste Ebene beschäftigt sich mit dem Jungen René, der sich in ärmlichen Verhältnissen an der Seite seiner sich prostituierenden Mutter im Paris der 1920er durchkämpft und die Realität eines Lebens am unteren Ende der Gesellschaft erlebt.
Die Zweite Ebene beschäftigt sich mit de Flandre und handelt sowohl in der Zeit Renés, als auch in den zurückliegenden Erinnerungen de Flandres, die er als psychotischer Charakter in seinen Träumen erlebt. Dies ist die Hauptebene.
Die dritte Ebene fußt auf der Entdeckung eines Buches aus der Jugendzeit de Flandres. Darin beschrieben die Geschichte einer Giftmischerin aus dem Italien der 1680er. Die aus dem Buch gewonnenen Erkenntnisse lassen de Flandre zum einen auf eine Suche begeben, zum anderen nutzt er das Wissen dieses Buches für seine tragischen Gelüste.
Die Dialoge sind meist dicht geschrieben. Ausgetragen wird der Text von einem neutralen Erzähler.
Zum Inhalt:
Wer von der Erzählung nichts verraten bekommen möchte, der sollte diese Rubrik inklusive das Ende überspringen.
Ich beginne mit der Abfolge, die auch im Buch vorzufinden ist. Denn Anfang macht eine Erzählung der Lebensumstände im alten Paris. Es liest sich wie die Eröffnung von Raum und Gefühlen. Es ist jedoch keine Einleitung in die Thematik des Buches, sondern beschränkt sich lediglich auf eine Erklärung der damaligen Gegebenheiten. Nahtlos greift die Perspektive auf Cole und ihren Sohn René über. Die beiden Figuren befinden sich auf einem Leidensweg. Während Cole in die Prostitution gedrängt wird, versucht der Junge René eine Arbeit zu finden. Sein Ziel ist es genug Geld anzusparen um seine Mutter aus den Fängen der Madame Rondelet, die die Besitzerin eines Bordelles ist, freizukaufen. Auf der Suche nach einer Anstellung begegnet er in der gehobenen Gegend der Rue de Lille dem Couturehaus Monin, dessen Besitzer der begnadete Nicolas de Flandre ist. Wie es der Zufall will sucht de Flandre einen Stoffburschen. Somit erhält René Zugang zum Couturehaus. In einem Perspektivenwechsel erfahren wir nun etwas über Nicolas de Flandre. Bis zu diesem Zeitpunkt profilieren sich die Hauptcharaktere wie folgt:
Cole: hilflos, schutzlos, hoffnungslos; René: Mutig, verletzlich, hoffnungsvoll wenn auch stark mitgenommen; Nicolas de Flandre: begnadet weil einzigartig begabt, gefühlskalt;
Der Leser erfährt wie de Flandre durch die Straßen von Paris spaziert. Dabei wirkt er undurchdringlich, während er auf einen Blumenmarkt aufmerksam wird. Eine Blume aus tausenden nimmt er an sich, denn sie war jene mit der reinsten Nuance und von makelloser Gestalt. Hier ist nun ein erstes Mal zu erkennen was de Flandre für eine Begabung hat. Weiteres verrät uns die Blume als Sinnbild für die Schönheit das erste Leitmotiv. De Flandre selbst ist jedoch nicht in der Lage zu entscheiden wonach er strebt. Als Opfer seiner eigenen Begabung ist er zwanghaft und gnadenlos. Der Hauptcharakter ist deswegen nicht zu durchschauen und nur an seinen unmittelbaren Handlungen einschätzbar. Im Gegensatz etwa René, der durch seine moralische Psyche Entscheidungen trifft die Einfühlsamkeit erfordern.
In der nächsten Szenerie wird genauer darauf eingegangen wie de Flandre seine Umwelt wahrnimmt. Es stellt sich heraus, dass er in seiner Boutique im verborgenen Frauen nachstellt und ihnen, sofern er sie betörend findet, Nachrichten zusenden lässt. Weil es sich bei de Flandre um einen der berühmtesten Schneider in Paris handelt kommen die Damen allesamt diesen Einladungen nach. Anfänglich weiß man nicht genau in welchen Kontext man dieses Verhalten bringen soll. Denn de Flandre sucht zunächst eine Frau mit der er mutmaßlich auf diese Weise Bekanntschaft gemacht hat und die er in dem Dschungel von Paris verloren hat. Als er sie nach einer intensiven Suche in einem Dorf in der Normandie findet, löst sich dieser Umstand auf. Er, Nicolas de Flandre, ist ein Mörder und er begehrt an den Frauen ihre Haut, weil er zum einen damit vermeintlich glaubt etwas von ihrem Körper durch Gerbeprozesse vor dem Zerfall erhalten zu können, und zum anderen beweist er durch sein Handeln aller Welt das er im Recht ist. Denn er fertigt aus den übrigen Stücken Handschuhe und diese sind die gefragtesten der ganzen Stadt. Somit begreift man das Motiv Nummer zwei. Die Schönheit vor ihrem Zerfall bewahren. Leider ist dies erst der Beginn von de Flandres maliziösem Schaffen. Der Grund hierfür ist ein einfacher. Seine Methode ist nicht perfekt. Auch gegerbte Haut vergeht. Damit bleibt ihm nichts anderes übrig als seine Methoden zu perfektionieren. Seine konkrete Idee wird nicht verraten. Man weiß nur, dass er sich zu seinem alten Meister nach Venedig begibt.
Noch bevor der erste Mord geschieht passiert in der Boutique in der Abwesenheit de Flandres etwas schreckliches mit René. Kurz wird darauf eingegangen, dass er durch die Prügel seines Vaters seit langem schwere Kopfschmerzen hat. Linderung verschafft er sich durch Alkohol. Gezwungenermaßen stiehlt er etwas davon aus de Flandres Besitz. Zu seinem Leid war es Methanol und so erblindet er. De Flandre, der tags darauf von seinem Mord zurückkehrt, entlässt René ohne Erbarmen, weil er für ihn nutzlos geworden ist.
In Venedig tritt de Flandre in einen Geheimbund ein, der sich der Befriedigung der Gelüste nach Lust und Kunst widmet. Die Vereinigung hat laut Buch de Flandre schon seit längerer Zeit beobachtet und möchte ihn aufnehmen, weil de Flandre durch die Qualität seiner Kunstwerke seine Befähigung bewiesen hat. Hinzu muss noch erwähnt werden, dass ihm die Mitgliedschaft angeboten wird. De Flandre sucht auch nach seinem alten Lehrmeister, den er in einer Gläserei findet. Der Meister Villoresi nimmt ihn wieder auf als seinen Schüler. Bevor de Flandre jedoch Zugang zu tieferem Wissen erhält, schickt ihn Villoresi zu seinem Freund Mendel, der für ein Fest, möglich ist das Festa della Sensa, zum Beweis seiner Kühnheit ein Schiff ganz aus Glas fertigt. Während der gewaltigen Arbeiten bemerkt de Flandre dass er beobachtet wird. Schon bald besucht er Villoresi zu finden, jedoch ist er nicht auffindbar und auch die Halle zu Mendel`s Schiff ist verschlossen. In seinem Wahn lässt dieser Vorfall de Flandre keine Ruhe. So versucht er hinter die Beobachtungen zu gelangen und bemerkt dabei, dass sich jemand Zugang zu seinem Haus verschaffen will. Den Verfolger stellt er indem er einer Pulverspur folgt, die nur in seinem Garten vorkommt. Bevor er jedoch näheres erfahren kann stellt ihn die Polizei, weil sie die Verfolgungsjagd bemerkt hat. Glücklicherweise konnte de Flandre den Handlanger sehen und als er nach einer Nacht im Kerker wieder entlassen wird, sucht er die ganze Stadt nach einer Nuance ab, die er an dem Mantel des Fliehenden entdeckt hat. Die Nuance stellte sich als Zutat eines berauschenden Tee`s dar, der nur an einem Ort in der Stadt gehandelt wird. Dort wartet er auf seinen ehemaligen Verfolger und stellt ihn. Als Handlanger von Mendel enttarnt überlässt de Flandre Gounod dem Tod, weil er in dem Raum einen Hinweis auf Villoresis Verbleib gefunden hat. Es ist eine Miniatur von Villoresis Geburtshaus. Tatsächlich trifft er ihn dort an. Villoresi wirkt jedoch wie in Trance und als de Flandre mehr von seinem Meister erkennt, entdeckt er, dass er auf ein Buch starrt. Auf der offenen Seite befindet sich eine Farbe, die de Flandre niemals zuvor gesehen hat. In einer Kurzgeschichte wird erklärt, dass es sich um den Farbstoff eines alten Gewächses handelt, dass die Menschheit schon weit vor unserer Zeitrechnung wegen seiner Schönheit ausgerottet hat. Der Farbton sei derart schön, dass er hypnotisierend wirkt. Wenige jedoch können dieser Wirkung widerstehen, so auch de Flandre. Von seiner Macht überwältigt reißt er die Seite an sich und isst sie auf. Daraufhin erwacht Villoresi, der zunächst keine Erinnerungen hat. Villoresi wusste um den Inhalt des Buches, da er sich jedoch nicht erinnern kann, belügt ihn de Flandre, indem er behauptet es sei nichts besonderes daran gewesen. Weiter erfährt de Flandre, dass Villoresi das Buch von Mendel gestohlen hat und Mendel deswegen an vielen Orten nach ihm gesucht hat.
Um Villoresi zu schützen und an sein Wissen zu gelangen wartet de Flandre den Augenblick der Fertigstellung des Glasschiffes ab und sabotiert es. Am Tage der Einweihung bricht es auf See in Stücke und tötet Mendel. Damit ist de Flandres Weg frei Villoresi nach der Zeit des Wartens, der Gefallen und der schweren Arbeit zum Verrat seiner Techniken zu zwingen. Letztlich gelingt es de Flandre über den Künstler Padron auf Murano an ein Gerät zu gelangen, dass von Menschen, Tieren und Figuren Glashüllen fertigen kann.
Da die Maschine nicht alleine zu bedienen ist nutzt de Flandre Renés Erblindung aus und lässt ihn durch Hublot und Izak, die sein Geschäft in Paris übernommen haben, suchen und nach Venedig bringen. In der Hoffnung, er könne mit einem guten Verdienst seiner kranken Mutter helfen willigt er ein. De Flandre beginnt mit dem Wissen eine beispiellose Mordserie und beraubt die Stadt seiner schönsten Frauen. Bevor er seine Taten verübt beschattet er sie und fertigt aus Stein exakte Skulpturen von ihnen an. Mit dem Stein macht er Abdrücke und erhält so gläserne Schutzhüllen. Nach verübtem Mord schließt er sie unter seinem Haus innerhalb einer angefertigten Kältekammer weg. De Flandre ist Herr über den Alterungsprozess geworden.
Bald unterläuft ihm ein Fehler, der zu seiner Ergreifung führt. Nach Möglichkeit soll er hingerichtet werden, doch da er weiß, dass die Kammer entdeckt wurde und so sein Lebenswerk vernichtet wurde, will er den Henkern zuvorkommen und stürzt sich aus dem Gerichtsgebäude. Zu seinem Leid überlebt er den Sturz und er wird in einem Kerker dem Tod überlassen. Ein letztes Mal kreisen seine Gedanken um die Schönheit. An jede erinnert er sich, dann hat er eine Erscheinung.
Er beobachtet die Türschlüssel des Wärters und formt aus einem Stück seiner Holzbank eine Kopie.
De Flandre gelingt es nach Paris zu flüchten, wo er Hublot mit dem Bau einer neuen Kältekammer beauftragt. Das Geld dafür nimmt er aus einem Versteck. Bald ist klar welches Opfer das Nächste sein wird. Es ist der Junge, von dem er unwissentlich seine Güte und seine Zuversicht begehrt. Da de Flandre jedoch nicht im Stande ist wahrhaft Liebe zu spüren hält er seine Gefühle abermals für den Drang die Schönheit konservieren zu wollen. Sein fataler Fehler kostet ihm alles, was ihn als Rest zu einem kümmerlichen Menschen gemacht hat. Das Kind ist tot und de Flandre verliert sich in Legenden. Zum einen wird behauptet, er sei an das Iuvenulum gelangt, andere sagen er habe sich in Felsen gestürzt.
In diese komplette Geschichte ist nun noch folgendes eingebaut. De Flandres Jugend, die er in seinen Träumen erlebt.
De Flandre hat eine fatale Jugend. Der Vater quält ihn, die Mutter ist ihrem Mann nahezu ausgeliefert. Als sie stirbt macht der junge Nicolas den Vater für diese Tragödie verantwortlich und tötet ihn mit einem Gift. Dieses Gift stammt aus einer Erzählung, die der Junge im Keller des Hauses fand. Hierbei handelt es sich um ein Geschmacks- wie Geruchloses Gift, weswegen alle Zweifel nach dem Tod des Vaters in den Wind gestreut werden.
Die Geschichte um dieses Gift handelt von der jungen Teofania und dem Alchemisten Veritoff. Veritoff ist im Jahre 1680 auf der Suche nach dem Elixier der absoluten Schönheit. Teofania ist seine Begleiterin, die er zu sich genommen hat als ihre Eltern ermordet wurden. Sie muss in der Stadt Neapel ausgesuchten Bürgern heimlich ein Mittel verabreichen. Was es ist, dass erfährt man am Ende des Buches, denn es ist Veritoff tatsächlich gelungen eine Formel für die absolute Schönheit zu erlangen. Aus Angst vor Missbrauch hielt er seine Entdeckung jedoch geheim. Denn hat die richtige Frau dieses Elixier in seinem Körper, so gebärt sie Nachkommen von solcher Schönheit, dass die Menschen den Anblick nicht ertragen können und den Nachwuchs augenblicklich töten.
Um hier einen kurzen Überblick zu schaffen. Beide Teile des Buches können nur grob von mir angerissen werden. Genauere Angaben würden meinen Zeitrahmen bei weitem sprengen.
Das Ende
Wie schon beschrieben handelt das Ende von de Flandres scheitern und von der geheimgehaltenen Entdeckung Veritoffs. Veritoff selbst ist in gewisser Weise somit der Entdecker von dem, was de Flandre sein ganzes Leben gesucht hat. Das besagte Iuvenulum ist eine Art Jungbrunnen. Es befand sich im Besitz der Familie Ferrant, einem Meisterjuwelier des 17.Jahrhunderts und wurde durch seinen Schüler Maracas gestohlen.
Analyse
Das Buch ist deutlich in Allegorien angelegt, die nicht auffallen, wenn man nicht achtsam liest. Das Buch hat damit eine weitere Ebene, die es zu Besprechen gilt. Ich erhebe keinen Anspruch auf eine Vollständigkeit dieser Aufzählung.
Allegorie Nummer 1
Der Warenfabrikant Der Warenfabrikant ist eine Allegorie für die Ausbeutung des Menschen. Der Mensch wird nur mehr als reiner Geldwert betrachtet.
Allegorie Nummer 2
Die geheime Gesellschaft
Diese ist eine Allegorie der Sitten. Die Gesellschaft, die wegen ihrer eigenen Moralvorstellungen nicht frei leben kann.
Allegorie Nummer 3
Hublot ist eine Allegorie, weil er nach der Armut wieder versucht an seinen Reichtum anzuknüpfen. Eine Allegorie für die Gesellschaft, die es nicht versteht das System zu ändern. Das Problem ist somit nicht die Armut selbst.
Allegorie Nummer 4 Nicolas de Flandre
De Flandre müsste meiner Einschätzung nach für die Beziehung der Menschheit zur Schönheit stehen.
Allegorie Nummer 5
Der Tod des René Die Seele steht über der Schönheit.
Allegorie Nummer 6
Das Gespräch zwischen Tendre und Fauré. Obwohl beide die Probleme der Gesellschaft kennen sind sie unbekümmert weil es ihnen selbst gut geht.
Unklarheiten Nach der Verschlingung der Buchseite zeichnet de Flandre Kunstwerke, die bei Betrachtung Euphorie wecken. Unklar ist mir somit ob er diese Eigenschaft durch das Pigment erhält, oder es seiner Begabung zuzuschreiben ist.
Neben den Allegorien ist es eine gut geschriebene tragische Geschichte von einem brillanten Kopf und einem einfühlsamen Kind.
Bewertung
Persönlich kann ich nur sagen, dass mir das Buch zugesagt hat. Es regt zum Nachdenken an und hat eine eigene Sprache. Meine bescheidene Meinung. Die Allegorien sind da, werden aber zu wenig wahrgenommen und von noch wenigeren verstanden, geschweige denn entdeckt werden.