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Die Tagebücher 1963-1979: 1963-1979

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Jede Revolution hat ihre Helden und Mythen. Das gilt im Prinzip auch für die 68er-Studentenrebellion in Deutschland. Wären da nicht die Schrecken des RAF-Terrors gewesen und die enttäuschenden Resultate des "Marsches durch die Institutionen". Rudi Dutschke ist einer der wenigen, die über jeden Zweifel erhaben geblieben sind. Rund ein Vierteljahrhundert nach seinem allzu frühen Tod an den Spätfolgen eines Attentats hat seine Witwe Gretchen nun die Tagebücher des Revoluzzers veröffentlicht. Keine leichte Kost, wie sich denken lässt, wenn man den linksradikalen Schwadroneur noch im Ohr hat. Vom Gutmenschen zum Politzombie und wieder zurück -- die Geschichte erinnert an Harrison Ford, der in einem Hollywood-Streifen nach einem Kopfschuss ein vollkommen anderer Mensch wird. Während uns Dutschke anfangs eher als antiautoritärer Träumer begegnet, für den Jesus Christus der "Welt größter Revolutionär" war, entwickelt er im Zuge seiner Politisierung zunehmend einen Hang zur Unterdrückung der emotionalen, nichtmateriellen Seite seines Wesens. In dieser Phase werden seine Aufzeichnungen praktisch unlesbar -- eine konfuse und unpersönliche Melange aus politischem Terminkalender und ideologischer Stoffsammlung, ein offenes Buch allenfalls für den Psychologen. Nach dem Attentat vom 11. April 1968 die krasse Selbstreflexionen, Gefühle, Anteilnahme, Angst vor Ersetzbarkeit und Entbehrlichkeit. Ordnung in das Chaos bringt Gretchen. Das Nachwort der Dutschke-Witwe, die heute als "politische Aktivistin" in ihrer Heimat USA lebt, entschädigt für vieles. Eine Seele von Mensch und brillant im Urteilsvermögen, liefert sie die passenden Interpretationen. "Rudi beschäftigte sich mit den Islamisten, mit Öl, mit Terrorismus, Krieg und dem Imperialismus. Diese Themen sind auch heutzutage aktuell. Da ich hoffe und auch glaube, daß Rudi uns heute noch etwas zu sagen hat, entschloß ich mich, seine Tagebücher zu veröffentlichen". Ein weit gehend gelungener Versuch, Dutschke auf die Füße zu stellen -- und wegen seiner Bedeutung für die bundesdeutsche Zeitgeschichte nicht nur etwas für APO-Opas. --Roland Detsch

Hardcover

First published March 1, 2003

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About the author

Rudi Dutschke

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Rudi Dutschke born Alfred Willi Rudi Dutschke (March 7, 1940 – December 24, 1979) was the most prominent spokesperson of the German student movement of the 1960s. He advocated 'a long march through the institutions' of power to create radical change from within government and society by becoming an integral part of the machinery. This was an idea he took up from Antonio Gramsci and the Frankfurt school of Cultural Marxism. In the 1970s he followed through on this idea by joining the nascent Green movement.

In 1968, he survived an assassination attempt committed by Josef Bachmann, living for another 12 years until related health problems caused his death. Radical students blamed an anti-student campaign in the papers of the Axel Springer publishing empire for the assassination attempt. This led to attempts to blockade the distribution of Springer newspapers all over Germany, which in turn led to major street battles in many German cities.

On 30th April 2008, part of Kochstraße in Berlin was officially renamed Rudi-Dutschke-Straße. This street leads directly on to Axel-Springer-Straße.

On Dutschke's 68th birthday, the 7th March 2008, the forecourt of the disused railway station in his home town of Schönefeld was renamed Rudi-Dutschke-Platz.

On the Freie Universität Berlin campus there is also a path named after Dutschke, der Rudi-Dutschke-Weg.



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