Jump to ratings and reviews
Rate this book

"Es muss noch etwas anderes geben als Angst und Sorge und Herrn Hitler": Die Liebesgeschichte von Artur und Grete

Rate this book
Immer wieder gibt es Geschichten aus der Zeit des nationalsozialistischen Deutschland, die man kaum glauben kann. Eine davon hat Gerhard Spörl, langjähriger «Spiegel»- Autor, in der eigenen Familie gefunden: die Liebesgeschichte der Großeltern seiner Frau.
Gegen den Widerstand ihrer Familie heiratet Grete, reiche deutsche Tochter aus bestem Haus, im November 1932 ihre große Liebe Artur, einen jüdischen Autoverkäufer. Sie sehen genau, was auf sie zukommt, aber sie lassen sich nicht beirren oder voneinander trennen. Artur verliert als Jude seine Stellung, doch mit geradezu Schwejkscher Beherztheit und Schläue gelingt es ihm, seine Grete und die gemeinsamen Kinder durch die Nazizeit zu bringen. Artur weigert sich, Opfer zu sein; trotz aller Verbote findet er immer noch eine Lücke im System der Verfolger, er wird Handelsreisender und Erfinder. Er und Grete trotzen den widrigen Umständen ihr Glück ab. So gelingt es Artur mitten im Krieg, als die Nationalsozialisten sich anschicken, alle Juden zu ermorden, für sich und die Seinen in Görlitz ein Haus zu bauen. Wie die beiden ihre Liebe durch das mörderische Regime retten, mit Mut und Einfallsreichtum der Verfolgung die Stirn bieten und am Ende siegen – das ist großartiger Lesestoff. (Amazon.de)

336 pages, Hardcover

First published January 1, 2016

Loading...
Loading...

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
2 (100%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Antje.
695 reviews62 followers
February 5, 2017
Es handelt sich hierbei in der Tat um eine außergewöhnliche Geschichte darüber, wie der Jude Artur Schlesinger und seine arische Gattin Grete den Schreckensterror der Nazis weitgehend zu umlaufen verstanden.
Hierbei erstaunte mich insbesondere die Tatsache, dass es Artur wie offenbar auch Anderen gelang, seinen Status als "Volljuden" in den eines "Halbjuden" zu ändern. Und das, in dem seine Mutter einen Antrag beim Sippenamt stellte, dass er aus einer außerehelichen Beziehung mit einem arischen Offizier entstanden sei. - Ferner bewundere ich den Mut und Zweckoptimismus dieses Paares, die sie in dieser lebensbedrohlichen Zeit an den Tag legten. Um so mehr gefielen mir auch die fiktiven, aber durchaus möglichen Dialoge zwischen den Beiden sowie ihre individuellen Grübeleien.
Mir gefiel auch der bewusste Einsatz von Kapiteln, in denen sich die Enkelin zu Wort meldet und dadurch direkten Kontakt zum Leser aufnahm. Reizvoll war zudem, dass diese Geschichte in Görlitz geschah und nicht, wie so oft in Berlin, Dresden oder anderen bekannten Großstädten. So erfuhr ich Interessantes über die Zustände während und nach des Krieges dort. Auch wenn ich mir detailliertere Informationen gewünscht hätte. Die sechs Kriegsjahre kommen vergleichsweise kurz im Buch weg. Von Fliegeralarm oder Lebensmittelknappheit war nie die Rede. Und wie sie es Anfang des Krieges schafften, ein Einfamilienhaus zu bauen, kann ich noch immer nicht nachvollziehen. Aber vielleicht tickten die Uhren in Görlitz doch anders. - In einem ansonsten aufschlussreichen Nachwort ist dem Autoren leider ein kleiner Rechenfehler unterlaufen, in dem er die immerhin 48-Jahre-währende Ehe der Schlesingers kurzerhand um zehn Jahre verlängerte. - Alles in allem ein lohnenswertes Buch für alle, die sich für diese Zeit interessieren.
Displaying 1 of 1 review