Es sind die Themen unserer Zeit: Klimawandel, Migration, Terrorismus, Atomwaffen, rassistische Gewalt. Es sind die Themen, die Barack Obama in acht Jahren als US-Präsident wie kein anderer Staatsmann verfolgt hat. In seinen Reden zieht er unaufgeregt und konzentriert Lehren aus einer fehlgeleiteten Politik der Vergangenheit und richtet den Blick auf die Zukunft. Barack Obama ist aber nicht nur ein scharfsinniger Politiker, er ist einer der Menschen, die sich nicht scheuen, Mitgefühl zu zeigen, Verzweiflung und Trauer. Unvergessen seine Rede beim Begräbnis von Nelson Mandela oder seine spontane Äußerung zu dem Attentat in Orlando. Auf seinen Reden gründet sich sein Vermächtnis, Ideale auch angesichts einer schwierigen Realität nicht zu verraten.
Barack Obama was the 44th president of the United States, elected in November 2008 and holding office for two terms. He is the author of two previous New York Times bestselling books, Dreams from My Father and The Audacity of Hope, and the recipient of the 2009 Nobel Peace Prize. He lives in Washington, D.C., with his wife, Michelle. They have two daughters, Malia and Sasha.
Birgit Schmitz hat in diesem Buch 25 Reden von Barack Obama, die er zwischen 2004 und 2016 zu den unterschiedlichsten Anlässen hielt, versammelt. Ob es seine größten Reden gewesen sind, steht mir fern zu beurteilen. Aber als "große Reden" würde ich sie als beinahe alle bezeichnen.
Insbesondere beeindruckten mich seine Worte, die er am 4. Juni 2009 in Kairo an die muslimische Welt richtete; seine Gedenkrede zum Tode Nelson Mandelas, seine wirklich großartige Rede in Addis Abeba vor der Afrikanischen Union im Jahre 2015, seine Worte an das Kubanische Volk in Havanna 2016 sowie sein Auftritt während der Gedenkfeier in Dallas 2016. Als krönenden Abschluss empfand ich Michelle Obamas Rede während des Wahlkampfs von Hillary Clinton am 13. Oktober 2016, bei dem sie auf die sexistischen Äußerungen des Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Seite Bezug nimmt. Sein Name wird nie genannt, aber wir kennen ihn inzwischen alle.
Ja, Barack Obama gehört zu den wenigen Politiker, die es durch Intelligenz, Eloquenz, Verantwortungsgefühl und Menschlichkeit schaff(t)en, mich zum Zuhören und Nachdenken zu bewegen. Bei ihm fällt mir insbesondere auf, dass er weniger wie ein Staatsmann als vielmehr ein Prediger die Bühne betritt und zu den Menschen spricht. Und genau darin liegt meines Erachtens das Geheimnis seiner faszinierenden Persönlichkeit. Er vergisst das einfache Volk nicht. Er malt allein für sie große, aber durchaus authentische Bilder. Er nennt ihre Namen und erzählt aus ihrem Leben. In keiner seiner Reden fehlt der Bezug zu seinem Glauben an Gott und in das Gute im Menschen und dessen Fähigkeit aus historischen Katastrophen zu lernen und sich in Toleranz zu üben. - Natürlich schwingt hier und da auch der für die US-Amerikaner charakteristische Hang für Pathos und Heldentum mit, vor allem in seinen Reden innerhalb seines Landes. Aber die Quintessenz einer jeder seiner Ansprachen lohnt sich in sich aufzunehmen.
Was mir jedoch beim Lesen fehlte, waren Querverweise der Herausgeberin. Ich hätte mir gewünscht, dass sie Bezug zu bestimmten Aussagen in so mancher Rede genommen und mich darüber informiert hätte, welche Vorhaben Obama letztlich verwirklichen konnte oder wie die Worte vom Publikum aufgenommen wurden. Oder aber auch ein Vorwort, auf das ich für gewöhnlich gern verzichte, wäre hier durchaus berechtigt gewesen, in dem sie erklärt, wieso sie gerade diese Reden gewählt hat und über ihre Motivation dieses Buch herauszugeben. Außerdem fehlt ebenso der Hinweis darüber, in wie weit seine Worte aus eigener und/oder fremder Feder stammen. Schade!
Alles in allem war es für mich eine aufschlussreiche Lektüre, bei der ich den Bleistift zum Unterstreichen prägnanter Passagen nie weglegen konnte.