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Klassenbuch

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Sie sind erwachsen und sind es nicht: Sie sind in jeder Hinsicht »dazwischen«, zwischen Schule und wirklicher Welt, zwischen Gegenwart und Zukunft, Vereinzelung und der unfreiwilligen Gemeinschaft einer Klasse.
John von Düffel folgt neun ganz unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern an entscheidenden Punkten ihrer Entwicklung. Es sind Hochbegabte und Schwänzer, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Computernerds, Selbstdarsteller und Unsichtbare, deren Realität mit der digitalen Welt verschwimmt. Was als Kranz isolierter Perspektiven beginnt, verwandelt sich immer stärker zu einem fein verästelten Gesamtgebilde, in dem alles auf überraschende und erschütternde Weise interagiert. Die vielen Möglichkeiten, die anfangs offenzustehen scheinen, verdichten sich dabei allmählich zu einem gemeinsamen Schicksal.
›Klassenbuch‹ ist ein Kaleidoskop detailscharfer Momentaufnahmen einer Lebensphase, die wohl wie keine andere auf der Kippe zwischen Aufbruch und Absturz steht. Von Düffel gelingt es virtuos, jedem seiner Antihelden eine unverwechselbare Stimme zu geben. Am Ende wird man ihnen so nahe gekommen sein, dass man sie nie wieder vergisst.

350 pages, Hardcover

Published March 21, 2017

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John von Düffel

38 books16 followers
John von Düffel is a German dramatist, translator, and author.

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Community Reviews

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2 stars
6 (24%)
1 star
3 (12%)
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Viola.
40 reviews9 followers
April 30, 2020
Ich glaube, dieses Buch muss man zwei Mal lesen. Ich mag verworrene Perspektivwechsel grundsätzlich sehr gern (erinnert mich immer an "253"), vor allem wenn sie wie hier mit so gekonnt unterschiedlichen Schreibstilen verbunden sind. Alle Zusammenhänge beim ersten Lesen zu erfassen ist natürlich nicht ganz einfach, macht aber zugleich den Reiz aus. Einige Passagen in Teil II (vor allem in Eriks und Stankos Kapitel) fand ich unglaublich stark — allein dafür lohnt sich das Buch.

Ich bin mir nach dem Fertiglesen nur nicht ganz darüber im Klaren, was jetzt eigentlich passiert ist. Ich erwarte keine endgültige Klärung aller Fragen, ganz im Gegenteil, das Buch ist ja kein Krimi. Dieser Abschluss lässt mich etwas ratlos zurück. Generell gilt für Teil II, ist doch etwas melodramatisch. Das hatte das Buch nicht nötig; die leiseren Tönen stehen ihm besser.

Empfehlenswert, wenn man starke Charakterisierungen einem klaren Plot vorzieht und an auch schrägeren Perspektiven Spaß hat.
Profile Image for Buchdoktor.
2,365 reviews190 followers
April 5, 2017
In Frau Höppners Deutschunterricht trifft das reale Leben in Form eines Grillenzirpens auf „Die Grille und die Ameise“ als Aufsatzthema. Erik reagiert beschwingt auf das sommerliche Aufsatzthema, passt dessen Leichtigkeit doch perfekt zu seinem Selbstbild als Frauenversteher. Erik wirkt wie der klassische Held eines Coming-of-Age-Romans, der noch nicht weiß, ob er sich im richtigen Körper befindet und was überhaupt von ihm erwartet wird. Von neun Schülern einer elften Klasse berichtet John von Düffel; über Stanko, dessen Eltern vor dem Jugoslawienkrieg flüchteten, Emily, der eloquenten Jahrgangssprecherin im Kampf gegen das Schul-Catering-Unternehmen, Beatrice, der eine Essstörung unterstellt wird, und Annika, die bisher verbergen konnte, dass sich zuhause niemand um sie und ihren Bruder kümmert. Nachdem alle Figuren aufgetreten sind, scheint es, als würde es im Buch mehr Identitäten als Personen geben. Lenny (Lennart) jongliert in seiner eigenen Gamer-Welt mit verschiedenen Leben und schreibt sein persönliches Skript ins Handy – bei ihm wunderte es nicht, wenn auch sein Avatar mit am Esstisch sitzen würde. Wenn im Internet virtuelle Identitäten geschaffen, Profile gestohlen, umgearbeitet und von anderen benutzt werden können, muss die Zahl der Identitäten vermutlich offen bleiben und evtl. auch, wer real und wer virtuell erzeugt ist. Alle Schüler haben offenbar ein besonders inniges Verhältnis zu Frau Höppner. Eine Weile habe ich angenommen, dass es sich um eine Förderklasse problematischer Jugendlicher handeln könnte. Meine Vermutung, warum Frau Höppner mitten im Schuljahr überraschend von einem anderen Lehrer abgelöst wird, musste ich mehrmals neu ein-norden. Bis dahin ging es u. a. um Perspektivwechsel, den Frau Höppner offensichtlich besser beherrschte als der neue Lehrer Herr Tretner. Von ihr kann ich mir jedenfalls vorstellen, dass sie akzeptiert, wie ein Gamer Aufsätze schreibt oder ein begabter Comic-Zeichner wie Stanko. Der arme Herr Tretner muss einem geradezu leidtun, weil er nur eine Form von Realität wahrnehmen kann. In Eriks Klasse gibt es jedoch eigene, fremde, gemeinsame, virtuelle und gestohlene Formen von Realität – mindestens. Die einzelnen Stories verselbstständigen sich, beginnen ein Eigenleben zu führen. Nicht alle Schüler kann John von Düffel seinen Lesern gleichwertig nahebringen.

Durch die Multiperspektivität in Kombination mit virtuellen Identitäten wirkt der Plot angesichts seiner jugendlichen Figuren künstlich verkompliziert, als hätte John von Düffel ein Tarnnetz über die Handlung gebreitet. Vertraute Probleme junger Erwachsener häufen sich hier zu extremen Extremen auf. Wer sich für Identitäten und Identitätsklau in der virtuellen Welt interessiert und sich nicht daran stört, zwischen den 9 + x Identitäten Identitäten ab und zu den Faden zu verlieren, liegt hier richtig.
Profile Image for Monika.
59 reviews2 followers
February 17, 2018
Mühsame Lektüre, trotz des prinzipiell ja interessanten Themas.
Displaying 1 - 3 of 3 reviews

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