Ein Deutscher, der aus Frust seine Heimat verlässt. Ein Syrer, der vor dem Krieg flieht. Auf einer griechischen Fähre treffen beide aufeinander. Was folgt, sind lange Gespräche und der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft, die beiden Männern völlig neue Perspektiven eröffnet. Durch die Augen des Flüchtlings Soumar, der auf der Suche nach einer neuen Heimat in Deutschland ist, lernt Autor Florian Schmitz sein eigenes Land neu kennen.
„Auch für Soumar ist das Leben in Deutschland nicht einfach. Vorurteile und Angst schlagen ihm ebenso entgegen, wie Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit ihm zuteilwerden. Dabei aber vergisst er nie das Gute. Er lässt sich ein auf meine Heimat, nimmt sie, wie sie ist. Eine Heimat, die ich so nicht kannte und die ich erst durch die Augen eines Fremden wirklich verstehen lerne.“
Ein Buch, das – intelligent und voller Denkanstöße – die Themen Flucht und Heimat aus einer ganz neuen Perspektive beleuchtet.
Es war sehr faszinierend über Soumar zu lesen. "Ein anderes Mal sitze ich im Bus und zwei Männer reden von 'Scheiß Flüchtlingen'. Ich habe mich dann eingemischt und gesagt: 'Wir sind auch nur Menschen.' Daraufhin haben sie mich verdutzt angeschaut und gefragt, ob ich verstünde. 'Ich habe alles verstanden', habe ich geantwortet." "Vor ein paar Tagen war ich auf dem Weg nach Hause. Es war ungefähr zehn Uhr abends. Eine Frau hat mich auf Deutsch angesprochen und nach dem Bahnhof gefragt. Ich habe auf Englisch geantwortet. Daraufhin hat sie mich gefragt, wo ich herkomme. 'Aus Syrien' , habe ich gesagt. Dann hat sie sich umgedreht und ist gegangen, ohne Danke zu sagen. Das kenne ich aus Bremen nicht. Eigentlich sind die Menschen immer sehr höflich." "Das Problem ist, dass die meisten Leute keine Ahnung haben, wen sie meinen, wenn sie über Geflüchtete reden", erklärt Soumar. "Vor allem nach Paris und der Silvesternacht in Köln. Weißt du, erst war in den Medien überall diese 'Welcome-refugee-Stimmung' und alle Menschen waren offen. Dann hat sich der Ton geändert. Jetzt stellt man uns als Aggressoren dar.""
Aber Florian Schmitz Wortwahl ist so schlecht, dass ich es nicht über 30 Seiten geschafft habe "Wenn ich jetzt zu Besuch bin, dann denke ich: "Hermannplatz". Aber ich fühle: "Krass! Hermannplatz!"" - Es hätte sicher bessere, einfallsreichere Wortwahl gegeben um diese Gefühle zu beschreiben. "Es ist etwa neun Uhr abends. Keine Menschenseele auf der Straße. Der gut erzogene, deutsche Haushund hat sich selbst begraben." - was zum Geier? "Wer in ihm einen Islamisten sucht, wird tief in der Ignoranzkiste graben müssen" "Ich frage mich, ob seine beinahe kindliche Euphorie dem Mangel an Routine entspringt, die sich nach vier Monaten in der Stadt noch nicht eingestellt hat" - nach 4 Monaten keine Routine hahahaha "Ich nehme die Blätter in die Hand und sehe meine eigene Handschrift. Es ist der kleine Deutschführer, den wir auf der Fähre zusammengestellt haben. Beim Durchlesen stelle ich fest, dass die frische Seeluft offenbar keinen guten Einfluss auf meine Deutschkenntnisse hatte. "Da sind Fehler drin", gebe ich betreten zu. "Ich weiß!", antwortet er und lacht." - Ja sicher war es dir Seeluft.. "Er geht zum Kühlschrank, nimmt sich ein Bier und öffnet es gekonnt mit dem Feuerzeug. Wenn das mal nicht ein gutes Zeichen im laufenden Integrationsprozess ist" ""Das Wichtigste ist die Sprache", sagt er. Auf Deutsch. "Leute, die hier leben wollen, MÜSSEN die Sprache lernen." In linken Kreisen ist das mit dem MÜSSEN ein Reizthema. Kann ich einen Menschen dazu zwingen, eine Sprache zu lernen? Ich schlucke meinen vorformulierten Protest herunter, einfach, weil er mir sinnlos erscheint. Vor mir sitzt kein konservativer Politiker oder irgendein Stammtischheinze aus Franken, sondern Soumar. Muttersprache Arabisch."
This book by Florian Schmitz is an interesting mix of interview and narrative that I very much enjoyed. Florian not only tells us about his friendship with Soumar that developed after they met in Greece, but he focuses on Soumar, his experiences as a refugee, and a citizen in Germany, the country where Florian moved away from. Throughout the book and thus, this friendship, Florian interviews Soumar about his experiences, his life and his beliefs. They go to different places together such as the concentration camp Bergen-Belsen and he explores the experience of Soumar and tries to understand more and more the situation Soumar finds himself in and with that, Florian himself connects more again with his country of origin. I think it is a very interesting book about the individual experiences that tend to get overlooked when talking about the 'European refugee crisis' and I highly recommend reading it.