Sommer in Schattin, Landkreis Nordwestmecklenburg. Christin ist gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Jugend prägten, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Unüberwindbar scheinen die Grenzen, und so bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirsch aus dem Konsum. Bis Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht und Christin glaubt, einen Fluchtweg gefunden zu haben. Unerschrocken und mit großer Wucht erzählt Alina Herbing vom Landleben, wie es wirklich ist, von einer Jugend ohne Zukunft und einer vergessenen Region zwischen Ost und West.
Das Landleben hat Konjunktur. Zahllose Zeitschriften schießen wie Pilze aus dem Boden und lobpreisen das idyllische und naturnahe Leben fern der Großstadt; viele träumen von einem Zuhause weit weg von Hektik und Autolärm. Dass das Leben fern von jeglichem Trubel aber auch ganz anders aussehen kann, zeigt die junge Autorin Alina Herbing sehr überzeugend in ihrem ersten Buch. Christin ist die Hauptperson, Mitte 20, die im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns aufgewachsen und nie von dort weggekommen ist. Man erlebt ihre Welt aus ihrer Perspektive und die ist sehr häufig alles andere als erfreulich. Seit kurzem lebt sie mit ihrem Freund zusammen, der einen Milchviehbetrieb gemeinsam mit seinem Vater führt, der nicht sehr erfreut ist über die Wahl seines Sohnes. Denn Christin interessiert sich weder für die Kühe noch mag sie die Hofarbeit. Am liebsten würde sie in der Stadt einen Bürojob haben, Mittags einen Cappucchino trinken und abends in einem schönen Kleid ausgehen. Doch in Schattin, wo sie lebt, ist das undenkbar. Man könnte Mitleid mit dieser jungen Frau haben, wenn, ja wenn sie nicht so unglaublich gefühlsarm und verantwortungslos wirken würde, sich aber gleichzeitig ohne Protest erniedrigen lässt. Sie lügt, betrügt, trinkt viel zu viel, wird geschlagen und überwacht - und es wird bald deutlich, dass dies nichts Ungewöhnliches ist. Nach dem ersten Drittel war ich sicher, dass Christin eine völlig unsympathische Person ist, während ich die Darstellung des sonstigen Landlebens und seiner BewohnerInnen etwas überzogen fand. Doch ich musste meine Meinung revidieren. Denn nach und nach kamen Einzelheiten zum Vorschein, so beiläufig wie Nebensächlichkeiten, die in einem halbwegs intakten sozialen Umfeld für tagelangen Gesprächsstoff und Handlungsbedarf sorgen würden. Von Christins SchulfreundInnen sind bereits drei gestorben, Alkoholmissbrauch ist eine Selbstverständlichkeit, auf kriminelle Energien ist man stolz usw. Je länger ich durch ihre Augen in diese Welt blickte, umso mehr begann ich ihre Handlungsweisen zu verstehen, auch wenn ich sie bestimmt nicht gutheißen konnte. Die Autorin schildert Christins Erleben so überzeugend authentisch, dass man wirklich mit ihr lebt und leidet - teils auch voller Abneigung. Es ist ein tolles, ein schreckliches Buch, das uns eine Welt zeigt, die es hier, bei uns, auch gibt. Und sie ist gar nicht so weit entfernt, obwohl sie nur sehr selten wahrgenommen wird, wenn überhaupt. Danke für diesen Einblick! Und ich warte gespannt auf das nächste Buch dieser tollen Autorin!
This is the Dutch translation of this German book. So far, there's nog Englis translation available. This is the debut novel of Alina Herbing who picture the hard life of a farmer. It's a dark, grim book, which, by reading the cover, you expect for a bit, but it's not until you've read the book, that it hits you fully. The main character is Christin. She likes music, gossip magazines, make up, nice clothes,...but she's stuck in a little German village, on the dairy farm of her boyfriend Jan and his father and wife. Life is hard there and alcohol seems the only way to escape. Christin has an affair with another man and she just wants to escape the hard life there. She gets suffocated by the hard farming life and the abuse of Jan at the end, when he knows about her affaire, is the figurative drop in the bucket to leave everything behind. The book pictures the real life of a farmer: fighting against the low milk prices, the wind turbines, the depression, alcoholism, high suicide rates in the farming business... It's not until you actually start reading the book that you see how dark and real the story is.
Was für ein „krasser Scheiß“ ist denn bitte „Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing??? Und „krasser Scheiß“ ist hier keinesfalls komplett negativ gemeint. Vermutlich muss man das Buch gelesen haben, um nachvollziehen zu können, wie ich das meine. Aber würde ich das Buch uneingeschränkt empfehlen? Eher nicht. Und wenn ich es doch empfehlen würde, wem würde ich da denken? Mir fallen vielen Lesefreundinnen ein, denen ich es auf keinen Fall empfehlen würde. Aber gibt es überhaupt jemanden, dem ich es jetzt mit meinem Wissen empfehlen würde. Ich weiß es nach wie vor nicht. Auf jeden Fall darf man nicht zartbesaitet sein oder sich von körperlicher Gewalt und (unötiger) Grausamkeit (u.a. auch gegenüber Tieren) triggern lassen.
Ich weiß auch knapp ein halbes Jahr nachdem ich das Buch beendet habe immer noch nicht, ob ich es feiern oder verdammen soll. Ich bin nach wie vor SO SAUER auf die Protagonistin und eigentlich hätte ich das Buch nach einer bestimmten Szene (ca. 30 Seiten vor Schluss) abbrechen MÜSSEN, denn was sie da tut, ist absolut NICHT AKZEPTABEL oder gar verständlich. Trotzdem habe ich das komplette Buch über ein gewissen Maß an Mitleid mit ihr empfunden– ob sie das verdient hat, wohl eher nicht. Denn auch die Protagonistin hätte ein anderes Leben führen können, wenn sie sich die wenigen Gehirnzellen nicht kaputt gesoffen und ein klitzekleines bisschen Selbstwertgefühl gehabt hätte.
Auf jeden Fall ist das Buch grandios gut geschrieben auch wenn die Sprache keineswegs extrem literarisch „hochwertig“ oder schön war. Viel eher war sie knallhart und echt. Und dieses Buch war definitiv nicht das, was ich gebraucht habe, als ich die Buchhändlerin meines Vertrauens nach einem „Wohlfühlbuch mit Tiefgang“ oder aber nach einem Buch wie „Mühlensommer“ von Martina Bogdahn gefragt habe. Meine Buchhändlerin hat mich zwar vorgewarnt, dass das Buch zwar auf dem Land in Mecklenburg Vorpommern spielt, aber sie hat auch gesagt, dass dieses Buch „anders“ ist, als alles was man bislang in Sachen Dorf-Roman gelesen hat. Hier bekommt man definitiv keine Dorfidylle und schon gar keine Wohlfühlmomente, aber die Sogwirkung war dennoch von Anfang an da.
Das Buch weckt nach wie vor extreme Gefühle in mir, sowie daran denke und das ist ein Zeichen für mich, dass die Autorin hier echt so gut wie alles verdammt gut gemacht hat. Sie geht nicht an die Grenzen, sie geht über Grenzen hinaus und das muss man auch als Leser*in aushalten können.
Ob ich das Buch gelesen hätte, wenn ich gewusst hätte, was genau passiert? Sicherlich nicht. Das war ein Buch so komplett aus meiner Comfort-Zone heraus und bei dem ich extremen Gesprächsbedarf hatte während des Lesens und immer noch habe. Krasser, extrem unbequemer aber ganz besonderer „Scheiß!“ Ein großes Dankeschön an meine Buchhändlerin, ohne die ich dieses Buch vermutlich nie entdeckt, diese besondere Leseerfahrung nie gemacht hätte.
Christin ist unzufrieden mit ihrer momentanen Lebenssituation und fühlt sich auch auf dem elterlichen Hof ihres Freundes Jan unwohl. Eigentlich träumte sie immer davon in einer großen Stadt zu leben, einem Bürojob nachzugehen und das Leben zu genießen. Stattdessen sitzt sie ohne abgeschlossene Ausbildung in der Einöde Mecklenburg-Vorpommerns fest und fühlt sich wie im Hamsterrad. Als sie den Windkrafttechniker Klaus kennenlernt, sieht sie darin einen Hoffnungsschimmer zur Flucht und es beginnt ein Versteckspiel aus Lügen und Geheimnissen.
Auf dieses Buch hatte ich mich richtig gefreut, da ich einerseits die Region etwas kenne und das ländliche Leben, aber auch irgendwie eine selbstbewusste junge Frau erwartete, die vielleicht doch noch Gefallen findet am Leben auf dem Bauernhof. Doch damit lag ich leider komplett verkehrt und so hinterließ diese Geschichte einen merkwürdigen Nachgeschmack bei mir. Desweiteren bin ich mehr als schockiert über einige Lesermeinungen und Berichte, in denen das hier dargestellte Frauenbild als typisch oder häufig vorkommend empfunden wird. Als wäre es charakterisierend für diese Region und für die Frauen, wie die hier dargestellte Christin, dort das Normalste der Welt.
Christin stammt aus schwierigen Verhältnissen, ihr Vater ist Alkoholiker und lebt als einer der letzten Mieter in einem Wohnblock, der modernisiert werden soll. Die Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Jan ist mehr eine Zweckgemeinschaft und während dieser sich wünscht, den elterlichen Hof zu übernehmen und sich Nachwuchs wünscht, möchte Christin weg vom Dorf und sich nicht zweckmäßig kleiden, sondern schöne Kleider tragen und sich stylen. Jan ist schrecklich eifersüchtig und kontrolliert sie ständig, weshalb es auch immer wieder zum Streit kommt, da auch sein Vater wenig von seiner Freundin hält. Er sieht sein Erbe in Gefahr.
Über die restlichen Charaktere, wie zum Beispiel die junge Freundin von Jans Vater oder ihre beste Freundin, hätte ich gerne noch mehr erfahren, da sie mir etwas zu blass und charakterlos wirkten, obwohl sie im Leben von Christin doch eine größere Rolle spielen sollten. Allerdings konnte man so besser nachempfinden, wie einsam sich der Hauptcharakter fühlen muss und wie ausweglos ihr ihr Leben in dieser verlassenen Region erscheint. Ich fand sie bis zu einem gewissen Punkt sehr bemitleidenswert, doch dann kam die Szene mit der Brandwunde und sie freute sich darüber wie über eine Auszeichnung oder ein besonderes Andenken, und ich war einfach nur noch angewidert. Im Nachhinein zerbreche ich mir den Kopf, welche Optionen Christin gehabt hätte, da sie mir auch nicht dumm erschien, aber das ändert leider nichts mehr an meiner Meinung über diese Geschichte.
Die Sprache ist schonungslos und oftmals sehr derb, aber man hat aufgrund des bildhaften Schreibstils sofort eine Darstellung dieses Bauernhofs sowie seiner Umgebung vor Augen. Ich persönlich hätte mir jedoch etwas mehr Spannung gewünscht und vorallem ein anderes Ende des Ganzen.
Mein Fazit:
Für mich war dieses Buch leider ein recht enttäuschendes Leseerlebnis, denn trotz einiger guter Anfänge, konnten mich weder die Charaktere überzeugen, noch die Handlung insgesamt. Ich hatte mir aufgrund des vielversprechenden Klappentextes wesentlich mehr erhofft. Das Landleben hat auch viele schöne Seiten und bemerkenswerte Menschen zu bieten, die hier jedoch gänzlich fehlten.
El tercer libro que leo de esta editorial destinada a difundir libros relacionados con la naturaleza es el menos “natural” de ellos y sí el más rural. Aquí se habla de relaciones complicadas , vidas problemáticas, noches de adicciones y situaciones sociales complejas en un entorno rural, no tanto natural, eso sí en un paisaje agrícola y ganadero que sirve a la editorial para incluirlo en su colección. La protagonista es una joven que vive de una manera precaria, como parte de sus amistades, y en pareja con otro joven dedicado a sus terneros. Una vida dura y difícil que amplifica los deseos de huir hacia las luces de neon atrayentes que las ciudades alemanas poseen. Y en ese barrido rápido al mural de personajes y vidas es donde esta ágil y briosa novela es contundente, en los sueños urbanistas de estos personajes sencillos y francos como suelen ser los personajes de campo. Y esos sueños destinan a huir, no puede haber otro final, huir y vaciar, aunque parece que no lo queramos es lo que ocurre. De eso habla este libro. De sueños. ¿Iríais del campo a la ciudad a vivir? ¿Y de la ciudad al campo?
Die drei Sterne gebe ich ausschließlich für die ausdrucksstarke, poetische Sprache. Die Autorin sieht ihren Roman als Milieustudie des täglichen Existenzkampfes des Landlebens irgendwo im tiefsten Mecklenburg Vorpommern. Die junge Christin, Hauptcharakter des Buches, lebt mit ihrem Freund auf dessen Hof. Sie kann weder dem tristen Landleben, noch der Milchwirtschaft etwas abgewinnen und träumt von einem Job in Hamburg. Die Autorin will mit diesem Buch ein klares Gegenstück zu den zahlreichen, auf dem Buchmarkt befindlichen Romanen über ein romantisches Landleben mit Happy-End aufzeigen. Leider ist sie hier zu bemüht, es gibt in diesem Buch kaum eine positive Stelle, ausschließlich destruktive Charaktere, die sich irgendwie mit ihrem Leben abfinden. Lediglich Christin träumt von einem anderen Leben, jedoch sind ihre Handlungen ebenfalls destruktiv und verstörend und für mich nicht nachvollziehbar. Ich fand daher auch keinen Zugang zu ihrer Figur. Schade! Abgesehen von der sprachlichen Qualität gebe ich diesem Buch einen Stern.
Met haar debuut Er is niemand bij de kalveren raakte Alina Herbing een gevoelige snaar in Duitsland. De roman kreeg veel media-aandacht en werd genomineerd voor verschillende literaire prijzen. De cover geeft weg dat het over een boerenleven zal gaan en uit de achterflap blijkt dat het hoofdpersonage, Christin, niets liever wilt dan dat bestaan te ontvluchten. Wat pas tijdens het lezen blijkt is hoe duister het boek is en hoe goed de auteur er in slaagt om die sfeer op de lezer over te brengen.
'Er is niemand bij de kalveren' is qua sfeer te vergelijken met 'Het smelt' van Lize Spit en 'De avond is ongemak' van Marieke Lucas Rijneveld. Het platteland is ook hier geen idyllische, romantische omgeving om in op te groeien. Het boerenleven is keihard, eentonig, verstikkend voor een jonge vrouw met andere verwachtingen van het leven. Christin zit gevangen in deze afstompende omgeving en zoekt krampachtig naar een uitweg. Maar de uitweg vinden is allesbehalve evident en het lot van Christin greep mij wel erg aan. Absoluut geen vrolijk boek maar wel een knap geschreven debuut!
Das Buch ist toll geschrieben, das muss man ihm lassen. Ansonsten macht es, was mir zu viele gerade tun: Es charakterisiert einen Haufen lebensmüder und destruktiver Personen, die durch ihr Handeln sich selbst oder andere verletzen. Ausnahmslos. Auf die Beschreibung von Emotionen wird dabei weitestgehend verzichtet, wohl um der depressiven Stimmung Ausdruck zu verleihen. Tatsächlich macht das die Figuren aber unnahbar. Und davon abgesehen, Fiktion oder nicht, möchte ich persönlich nichts mehr über emotional erstarrte, sich selbst bemitleidende Protagonisten sehen oder lesen, die angeblich unsere Gesellschaft so gut beschreiben. Das macht mich schlicht wütend.
Net drie sterren, want mooi, beeldend en sfeervol geschreven. Maar ik kon geen grip krijgen op het boek krijgen, en het verhaal valt net te veel als los zand uiteen.
LESETIPP FÜR??? Chaotische Jugendliche, die die Schuld bei anderen suchen … für mich kein empfehlenswertes Buch. Nervige Figuren, chaotische Geschichte und keine Sympathie und Spannung.