Eigentlich soll Phillip eine Ausbildung zum Fotografen bei seinem Vater beginnen. Er würde zwar lieber studieren – aber reicht sein Talent dafür? Er geht der Entscheidung aus dem Weg und macht es sich bei Freunden in der Hängematte bequem. Dort trifft er den attraktiven, ungezwungenen Seth. Phillip stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre, aber Seth bewahrt lieber seine Geheimnisse. Und dann sind da noch seine Gastgeber Benjamin und David, die auf Phillip schon lange eine starke Anziehungskraft ausüben.
„Phillips Bilder“ kehrt zurück in die Welt von „Benjamins Gärten“, erzählt aber eine eigenständige Geschichte.
Die 1. Ausgabe des Coming-of-age-Romans erschien 2013 im Dead soft Verlag.
J. Walther wurde 1977 in der Oberlausitz geboren, wo sie immer noch im Haus ihrer Vorfahren lebt. Nach dem Studium der Sozialpädagogik Arbeit mit Suchtkranken und Straffälligen. Seit 2008 erschienen Beiträge in verschiedenen Anthologien, darunter in zahlreichen Ausgaben von "Mein heimliches/lesbisches/schwules Auge" (Konkursbuchverlag) sowie in der Queer-Reihe des Größenwahnverlages ("Liebe und andere Schmerzen").
Ihr erster Roman "Benjamins Gärten" erschien 2010 im Debütverlag, 2011 folgte "Im Zimmer wird es still" (B. Gmünder Verlag) und "Phillips Bilder" 2013 im Dead soft Verlag. Im August 2014 erschien ihr letzter Roman "Nur eine Frage der Liebe". Ihrer Sommerleidenschaft frönte sie mit der Herausgabe der Anthologie "Sein schönster Sommer" (2017). ---
J. Walther is a German author within the LGBT-literature community. She was born in 1977 in a rural region of Germany, where she still lives and works as a social worker. Since 2008 her stories have appeared in over 20 anthologies, among them various publications in “Mein heimliches/lesbisches/schwules Auge” (Konkursverlag), as well as anthologies for the “mdr-literature prize” in 2011. The first novel “Benjamins Gärten” was published in “Debütverlag”, followed by “As Silence Fills the Room” (B. Gmünder Verlag) in 2011 and “Phillips Bilder” in 2013 by “Dead soft Verlag”. The latest book “Nur eine Frage der Liebe” in 2014 was self-published.
"As Silence Fills the Room" is the first translation of her books, published in July 2016, others will follow.
Die Geschichte „Phillips Bilder“ erzählt als unabhängige Fortsetzung von „Benjamins Gärten“ einen Ausschnitt aus Phillips Leben. Die Autorin versteht es wieder einmal mehr in geschriebenen Bildern eine ruhige, besonnene und „andere“ Geschichte zu erzählen.
Es handelt sich bei „Phillips Bilder“ nicht um eine klassische Liebesgeschichte. Eher erzählt sie uns die Aufarbeitung alter, noch nicht verarbeiteter Eindrücke, das Leben im “hier und jetzt” und dies hauptsächlich aus Phillips Sicht. Jedoch kommen auch die anderen Charaktere – die man ggf. schon aus Benjamins Gärten kennt – nicht zu kurz. Denn auch Benjamins und Davids Entwicklung wird „nebenher“ sehr feinfühlig erzählt. Vieles entknotet sich – was im vorangegangen Buch nur am Rande erzählt wurde – und wird somit zu einem schlüssigen Gesamtbild. Dennoch ist es nicht zwingend notwendig, die Vorgeschichte gelesen zu haben, verhilft einem aber zu einem besseren Verständnis.
J. Walther malt Bilder mit Worten, erzählt fast beiläufig wie es Phillips Freunden in den letzten Jahren ergangen ist. Die Entwicklung Phillips meint man selbst mit im Garten sitzend mitzuerleben. Nicht eine Szene ist reißerisch verfasst, alles liest sich weich, rund, stimmig und dies ohne kitschig zu sein.
In dem Moment, als Phillip entdeckt, dass ihm die Fotografie doch sehr viel bedeutet, öffnet sich sein Blick und sein Herz für das Wesentliche. Das Verhältnis zu seinem Vater bessert sich, seine Zukunftsaussichten werden klarer und alles was vor dem Eintreffen bei seinen Freunden grau in grau gezeichnet wurde, wird wieder bunt.
Wenn man das Buch am Ende “zuklappt”, wünscht man Phillip, dass ihm seine Freunde noch sehr lange erhalten bleiben, dass ihm seine Zukunft das bringt, was er sich erträumt und er endgültig seinen inneren Frieden findet. Es ist mit Sicherheit kein Buch, dass man mal schnell nebenbei liest. Vieles verbirgt sich zwischen den Zeilen.
Wem das Buch gefällt, dem kann ich „Nur eine Frage der Liebe“ empfehlen. Auch dieses Buch kann man unabhängig von den anderen lesen, ergänzt aber – in einem anderen Stil geschrieben – perfekt die Geschichte / den Lebensweg Phillips.
Die Autorin pflegt einen unverwechselbaren Stil. Ihre Sätze sind Miniaturen, ihr Buch wirkt wie ein Fotoalbum, so plastisch und deutlich habe ich die Szenen vor Augen. Diese Darstellungsweise passt sehr gut zum Protagonisten: Phillip fotografiert leidenschaftlich gern. Wir erleben seinen Blick auf die Welt durch den Sucher eines Fotoapparates. Aber nicht die Suche nach den passenden Motiven ist es, die ihn beschäftigt, sondern die Suche nach dem richtigen Lebensweg.
Als 20-jähriger steht er an der Schwelle zu seiner Zukunft. Zwei Optionen sind es, die sich ihm bieten. Mit in das Fotogeschäft seines Vaters einzusteigen und dort eine Ausbildung zu absolvieren oder ein Studium zu beginnen. Das Gefühl, Erwartungen des Vaters erfüllen zu müssen, eigene Träume und Wünsche, aber auch das mangelnde Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hüllen Phillip in einen Kokon der Unentschlossenheit.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Tod der Mutter das Verhältnis zwischen Vater und Sohn aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Phillip lebt ziemlich isoliert. Sein Coming-out hat zwischen ihm und seinem besten Freund Moritz eine Distanz bewirkt, unter der er leidet, gegen die er aber auch nichts unternommen hat.
Gerne nimmt Phillip die Einladung von Benjamin und David an, bei ihnen auf ein paar Tage zu bleiben. David ist der große Bruder seines Freundes Moritz. Was Phillip als Aufschub sieht, sich letztendlich der Entscheidung für seinen Lebensweg zu stellen, wird zur Katharsis.
Phillip lernt Seth kennen und ist von ihm fasziniert. Doch dessen unverbindliches Benehmen und seine Marotte, zu kommen und zu gehen wie es ihm beliebt, stürzen Phillip in ein Gefühlskarussell der ganz anderen Art. David und Benjamin nehmen in diesem Chaos eine beschützende und Halt gebende Rolle ein.
Es ist Sommer und das Geschehen des Romans findet fast ausschließlich im Freien statt. Ich habe beim Lesen geschwelgt in Stimmungen und Bilderfluten. An Seiten ein knappes Buch, ist es doch übervoll an sinnlichen Empfindungen. Jedes Wort sitzt, hat seine Berechtigung und gleichzeitig Bedeutung. Hier wurden Sätze destilliert und gerade deshalb liegt in dieser Geschichte viel Intensität.
„Phillips Bilder“ ist nur eine lose Fortsetzung von „Benjamins Gärten“ und kann eigenständig gelesen werden. Trotzdem bin ich froh, die Reihenfolge beim Lesen eingehalten zu haben und Benjamins Schicksal aus dem ersten Band hier wunderbar weitergeführt lesen zu können.
Dieses Buch habe ich ebenso vom Dead Soft Verlag bekommen und deswegen gilt mein Dank in erster Linie natürlich dem erwähnten Verlag. Phillips Bilder ist quasi ein Nachfolger von Benjamins Gärten, auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, diesen Band auch zu lesen.
Phillip fotografiert unglaublich gerne und was liegt dort nahe, als eine Ausbildung zum Fotografen zu machen. Zumindest, wenn es nach seinem Vater ginge. Er selbst würde viel lieber studieren, zweifelt aber daran, ob sein Talent dafür ausreicht. Um der Entscheidung nicht gerecht werden zu müssen, geht er seinem Vater aus dem Weg und quartiert sich kurzerhand bei Davis und Benjamin ein, welche er doch durchaus anziehend findet. Recht schnell trifft er auch auf einen gemeinsamen Freund der beiden - Seth - und stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre. Aber reicht ihm diese? Und was wird aus seiner Ausbildung als Fotograf?
Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte Probleme mit diesem Buch. Ich kam schlecht rein, der Schreibstil war anfangs etwas holprig und allgemein vom Stil der Geschichte her, war es einfach nicht meines. Phillips und Seth's Begegnungen haben mich so manches Mal mit der Stirn runzeln lassen und ich konnte weder die Handlungen von Phillip, noch von Seth nachvollziehen. Wie genau Phillip zu den anderen beiden - also David und Benjamin steht - war mir anfangs auch ein großes Rätsel, zumal das doch alles wirklich sehr über Freundschaft hinaus ging.
Seth ja... Seth war der Mann mit den Geheimnissen. Der Charakter, der in fast jedem Buch kommt und den am Ende der Hauptprotagonist bekommt. Mit ihm konnte ich mich so gar nicht anfreunden, seine Aktionen waren teilweise total.. ich will nicht sagen überflüssig, aber ich konnte sie einfach nicht nachvollziehen, gerade was die Reise nach Italien anging.
Alles in allem würde ich dieses Buch nicht empfehlen, wenn man gerade in die Gay- Romance - Szene einsteigen möchte. Für zwischendurch reicht es allemal, für mehr aber auch nicht. Leider hat es mich nicht sonderlich gefesselt oder vom Hocker gehauen, sodass es von mir nur 2 von 5 Sonnenblumen bekommt.