Wer Syrien verstehen will, muss jenes Syrien kennen lernen, als es noch nicht zerstört war: Seine Geschichte, seine Politik, seine Religion. Dann wird deutlich, wie sehr der gesamte Nahe Osten von der Lage in Syrien abhängt. Die syrische Katastrophe droht zum Unheil für den nervösesten Unruheherd unserer Welt zu werden.
Syrien – seit drei Jahrtausenden Schmelztiegel östlicher und westlicher Kulturen, einst Hochburg des Christentums, dann ein Kernland des Islam, Schauplatz der Kreuzzüge, deren verhängnisvolle Nachwirkungen bis heute zu spüren sind, Brennpunkt der Religionsspaltung in Sunniten und Schiiten, unseliger Hort der Muslimbrüder, Kampfgebiet der Rebellen, des Islamischen Staates. Syrien wurde im 20. Jahrhundert zu einer Keimzelle des arabischen Nationalismus wie des islamischen Fundamentalismus. Die westliche Berichterstattung reduzierte den Nahostkonflikt lange Zeit auf die Krisenherde Israel und Palästina. Syrien ist unter der Diktatur der Assads zur Geisel der Gewalt geworden, geht in einem Bürgerkrieg unter – und die Welt schaut zu. Das Syrien der Assads versuchte sich schon lang, den Libanon als »Provinz« einzuverleiben. Auf jeden Fall will auch Baschar al-Assad als entscheidender politischer »player« wahr- und ernstgenommen. Dass der großsyrische Nationalismus zu lange unterschätzt wurde, führte zu der jetzigen Katastrophe, die den Nahen Osten, Europa und die Welt noch lange Zeit in Atem halten wird.
Ein Stern Abzug, da der Großteil des Buchs in den 90ern geschrieben und nicht aktualisiert wurde, auch die Argumentation am Ende kann mich nicht überzeugen.
Das Buch vermittelt dem Leser einen soliden Überblick über die syrische Geschichte. Man erhält ein weitgehendes Wissen über Religionsgeschichte des multireligiösen Syriens und den daraus resultierenden Spannungen. Auch die moderne Geschichte Syriens im 20. Jahrhundert ist gut aufgearbeitet. Leider sind dabei die aktuellen Entwicklungen sowie der Ausblick auf Syriens politische Zukunft etwas vernachlässigt worden. Darüber hinaus ist zu bemängeln, dass Schweizer gewisse Schwierigkeiten in der exakten Verwendung von politikwissenschaftlichen Begriffen hat. Daraus resultiert ein Mangel an analytischer Schärfe. Angesichts der Bedeutung des syrischen Bürgerkriegs ist ein Buch mit dem Titel und Programm "Syrien verstehen" eine große Bereicherung für den politisch interessierten Leser - jedoch wäre es wünschenswert gewesen, dass ein echter Kenner des Landes ein solches vorgelegt hätte - etwa der im Buch häufig zitierte Bassam Tibi.
Interessante libro, che richiede un certo tempo per la lettura, che nasce da una prima scrittura che si fermava ad anni fa: non è solo la Siria, ma in genere l'Islam mediorientale che viene descritto nelle sue articolazioni, correnti, etnie e confessioni. Poi alla fine un ultimo capitolo aggiorna alla situazione attuale, fino al 2017. Tutte le analisi che leggo mi sembra che sorvolino abbastanza sui regni hascemiti, sui re di Iraq, Giordania e pur e proposti per la Siria e spodestati- con la connivenza delle potenze occidentali- dai Sauditi wahabiti in Arabia.
Das Buch gibt eine sehr gute Darstellung zum historischen Gebiet Syrien. Es geht auf die Besonderheiten von Syrien und den Syrer ein. Der Autor analysiert die Gründe der momentanen Entwicklungen in Syrien. Ich finde das Buch sehr informativ und den Autor würde ich als sehr guten Syrien Kenner sehen. An machen stellen habe ich mir mehr Detail gewünscht aber zusammengefasst ist das Buch zu empfehlen.