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Kraft

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Richard Kraft, Rhetorikprofessor in Tübingen, unglücklich verheiratet und finanziell gebeutelt, hat womöglich einen Ausweg aus seiner Misere gefunden. Sein alter Weggefährte István, Professor an der Stanford Uni­versity, lädt ihn zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Preisfrage ins Silicon Valley ein. In Anlehnung an Leibniz’ Antwort auf die Theodizeefrage soll Kraft in einem 18-­minütigen Vortrag begründen, weshalb alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können. Für die beste Antwort ist eine Million Dollar ausgelobt. Damit könnte Kraft sich von seiner anspruchs­vollen Frau endlich freikaufen …

Komisch, furios und böse erzählt Jonas Lüscher in diesem klugen Roman von einem Mann, der vor den Trümmern seines Lebens steht, und einer zu jedem Tabubruch bereiten Machtelite, die scheinbar nichts und niemand aufhalten kann.

237 pages, Hardcover

First published January 1, 2017

23 people are currently reading
520 people want to read

About the author

Jonas Lüscher

7 books33 followers
Jonas Lüscher, geboren 1976 in der Schweiz, lebt in München. Nach einer Ausbildung als Primarschullehrer in Bern und einigen Jahren in der deutschen Filmindustrie studierte er an der Hochschule für Philosophie in München. Derzeit arbeitet er als Doktorand am Lehrstuhl für Philosophie der ETH Zürich. 2013 erhielt er den Berner Literaturpreis und den Bayerischen Kunstförderpreis. Sein Debüt Frühling der Barbaren stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.

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Community Reviews

5 stars
67 (12%)
4 stars
198 (35%)
3 stars
179 (32%)
2 stars
86 (15%)
1 star
28 (5%)
Displaying 1 - 30 of 72 reviews
Profile Image for J M Notter.
83 reviews12 followers
October 15, 2025
3.5* Die Geschichte über Richard Kraft, ein wirtschaftsliberaler Rhetorikprofessor, der für einen Wettbewerb nach San Francisco reist. Es gibt neben der Gegenwart im Silicon Valley und der Stanford University auch viele Rückblenden auf das Leben von Kraft. Das Buch ist teilweise hoch theoretisch, aber auch immer mal wieder humorvoll.
Profile Image for Ron Charles.
1,166 reviews51k followers
November 18, 2020
Some books are a hard sell. Some are well nigh impossible to recommend.

And then there’s Jonas Lüscher’s “Kraft.” It’s an exceedingly cerebral comic novel about Leibnizian optimism translated from the German.

Gott im Himmel!

This is the kind of review in which I have to say things like “Kraft” is the best novel about theodicy I’ve read all year!

Hooked yet? Hear me out.

These long winter nights offer a chance to burrow into literary challenges — this winter especially. And though “Kraft” may sound far afield from your usual reading choices, much of it takes place in America and revolves around the promise of Reaganomics. In other words, the perspective is foreign, but the setting familiar.

Our hero is Richard Kraft, an ambitious professor in Germany whose academic career soared after the fall of the Berlin Wall. Nowadays, though, his once-radical ideas on laissez-faire economics have grown as comfortable as an old sofa, and Kraft finds himself struggling to generate the same attention. Worse: He’s trapped in his second failing marriage and desperate for cash.

His solution to this existential crisis is to enter a philosophy contest founded by a Silicon Valley mogul. The grand prize is $1 million. Each entrant must produce a brief essay that explains “Why whatever is, is right and why we still can improve it.” Picture Alexander Pope giving a TED Talk. . . . .

To read the rest of this review, go to The Washington Post:
https://www.washingtonpost.com/entert...
Profile Image for Jodi.
2,289 reviews43 followers
December 10, 2017
Nach meinem traumatisierenden Erlebnis mit Paul Auster fürchtete ich mich vor einem weiteren Ausflug ins literarische Feuilleton, trotzdem sah meine Leseliste für den Monat Juni Jonas Lüschers aktuellen Roman "Kraft" vor. Da an der Leseliste grundsätzlich selten was zu Rütteln gilt, nahm ich mir das Buch vor.

Lüscher hat mir vor einigen Jahren bereits stark imponiert, als er "Frühling der Barbaren" veröffentlichte. Dann war es lange ruhig um den Autoren und kommt er mit voller Wucht zurück. Herr Lüscher, vielen Dank, dass Sie anstelle einer Dissertation dieses Werk geschrieben haben. Vielen Dank dafür, dass Sie mein blutendes literarisches Herz geheilt und wieder ganz gemacht haben.

Wie ihr seht, bin ich mehr als nur begeistert von Lüscher und seinem Protagonisten Kraft. Lüscher webt ein feines Netz, mit dem er mich bereits nach den ersten Sätzen gefangen hatte. "Kraft" ist eines jener Bücher, die mir auch jetzt noch im Kopf herumgeistern. Und wie auch schon das Erstlingswerk wirft das Buch elementare Fragen auf, reisst uns den Boden unter den Füssen weg und dringt bis tief in den Kern des Wesentlichen vor.

Dabei haftet diesem Werk schon etwas Metaphysisches an. Schafft es Kraft, inmitten einer Lebenskrise, zu beweisen, dass alles gut ist? Ist überhaupt alles, das ist, gut? Nicht nur Lüschers Hauptcharakter schlägt sich mit diesen Fragen um - früher oder später kommt auch der Leser nicht umhin, sich ebenfalls mit diesen Themen zu beschäftigen.

Auch die Umgebung, in der sich Kraft bewegt, greift diese Gedanken auf und spiegelt sie auf den Leser zurück. Kraft, unterdessen kraftlos, irrt durch das Silicon Valley, wo er auf eine junge Generation trifft, die in völlig anderen Dimensionen denkt. Hier knallen Welten aufeinander, diese Erschütterungen übertragen sich aufs Papier und so auch auf den Leser.

An einigen Stellen wirkt unser Kraft fast schon faustisch - er sammelt sein Wissen, häuft es an, und kommt doch nicht vom Fleck. Er scheitert an einer Aufgabe, von der alle erwarten, dass er sie lösen kann. Er wälzt alle Fakten und Vorlagen, dennoch bleibt ihm die Antwort verborgen. István dagegen wirkt fröhlicher, aufgestellter, lebendiger. Er ist immer wieder der Auslöser, übernimmt somit die Rolle des Mephisto, wenn auch in einer weicheren, sanfteren Form.

Was mich danach umso mehr überraschte, war Lüschers Humor. Trotz des schweren Themas des Buches dringt immer wieder der Schalk durch. Der Autor teilt immer wieder kleine Seitenhiebe aus, nimmt vieles nicht so Ernst wie es Kraft tut und sieht das Absurde in unserem Alltag. Nur schon die Geschichte, wie István zum Desserteuer wurde, ist eine kleine erzählerische Glanzleistung.

Lüschers "Kraft" ist für mich definitiv ein Jahreshighlight, sodass sich der Autor spielerisch und ohne Mühe in den Rang eines Lieblingsautoren hochgeschrieben hat. Dort kann er nun den Platz ausfüllen, der zuvor Paul Auster gehört hatte. So geht es nun mal zu im Leben und in der Literatur.
Profile Image for yexxo.
907 reviews27 followers
June 4, 2018
Kraft, eigentlich erfolgreicher Professor in Tübingen, braucht dringend Geld. Seine zweite Ehe steht kurz vorm endgültigen Scheitern, vier Kinder und zwei (Ex)-Ehefrauen müssen versorgt werden. Und die teure Wohnung ist auch noch nicht abbezahlt. So nimmt er sich in den USA bei seinem ehemals besten Freund Ivan zwei Wochen Auszeit, um sich auf eine Preisfrage vorzubereiten, die als Gewinn eine Million Dollar bietet. Doch eine mögliche Antwort fällt ihm deutlich schwerer als er es sich vorgestellt hat.
Während sich Kraft in der Gegenwart mühsam mit der Beantwortung der Frage 'Why whatever is, is right und why we still can improve ist?' abmüht, wird parallel dazu sein Leben geschildert, das sich hauptsächlich an 'seinen' Frauen ausrichtete. Kraft ist ein Schwafler sondergleichen, was sich in seinem Berufsleben bislang eher positiv auswirkte, in seinem Privatleben hingegen verheerend. Obwohl in Wissenschaftskreisen seine Person hochgeschätzt wurde und wird, bleiben im Rückblick (so erschien es mir nach der Beendigung des Romans) in erster Linie für sein Leben seine Beziehungen bestimmend, die durchweg nicht glücklich endeten - seine Schwafelei hatte vermutlich keinen kleinen Anteil daran.
Der gesamte Roman ist in einem solch schwafelnden Tonfall geschrieben, wobei er durchaus mit einer Menge Ironie versehen ist wie in diesem Textauszug, als Kraft den Stanfordcampus durchquert, während dort ein Attentäter unterwegs sein soll:
"Andererseits, so rechnet er (Kraft) sich aus, wird er, wenn alles gut geht, den Schuss gar nicht mehr hören. Kraft versteht zwar nichts von Ballistik, aber er ist sich doch sicher, dass die Kugel schneller sein wird als der Schall ... Überlegungen dieser Art anstellend, gelangt er zum Shopping Center, um etwas enttäuscht festzustellen, dass dort reger Betrieb herrscht und der Alarm für diese Gegend nicht gilt … Allerdings so muss er zugeben, wäre es für seine Biographie kein besonders würdiger Schlusspunkt, zwischen Victorias Secret und einem Dunkin' Donut zu verbluten, zumindest wesentlich unpassender als der Tod auf einem Universitätscampus."
Doch irgendwann nutzt sich dieser Tonfall ab und die endlos langen Schachtelsätze (teilweise deutlich länger als eine Seite) wirkten trotz aller Ironie und Spott nur noch ermüdend. Schade, denn dem Autor gelingt es ohne jede Gehässigkeit zu zeigen, dass nicht hinter jedem erfolgreichen Start-up und Jungmillionär auch ein großer Geist steckt. Selbst in Silicon Valley findet sich jede Menge hohles Geschwätz und Geschwafel.
Profile Image for Jörg.
482 reviews52 followers
April 24, 2024
Kraft has one of the most interesting acknowledgments I ever read. In essence, Lüscher was working on his PhD in philosophy, endowed with a scholarship of 3 years by the ETH Zurich, a stipend allowing him to work and live at Stanford for 9 months as well as a writer's grant. He never finished his PhD but as a byproduct, this book resulted, incorporating some content from his failed thesis. Accordingly, there is more in-depth philosophy in here than can be expected. Nonetheless, as the sole result of more than three years of sponsorship, this book is surprisingly thin.

The central topic is a modern variation on Leibniz' theodicy. A Silicon Valley venture capitalist invites philosophers from all over the world to give a short presentation of 18 minutes to argue why we live in the best of all worlds and how it always is getting better. The winner will be awarded a prize of one million dollars. Within this framework, Lüscher confronts the world of German/Swiss academia with the ultraliberal digital economy. It's certainly no coincidence that the internet mogul bears the features of Peter Thiel while Kraft is known as a conservative provocateur since his student days.

Lüscher's own failure in finishing his PhD finds his equivalent in Kraft's failure to prepare his presentation. He's torn between contempt for the inhuman egotistical philosophy of the contest sponsor and his own material predicament of needing the money to find a way out of his unhappy marriage with a demanding wife. Morality or materiality? Kraft ultimately breaks down in his effort to combine them.

I enjoyed this book. But I neither could connect to the academic side shown here nor to the ultra-capitalist one. Also, the ending is too forced and simple. Understandable given the nature of the central question. It would have been a miracle if Lüscher had found a satisfying answer through Kraft to this century-old challenge. But he went for a too cheap cop-out. Somehow similar to his earlier book Frühling der Barbaren in which he used the fast track and hurried up developments too much. He's addressing exciting big questions in his novels but lacks the skills yet for fully satisfying resolutions.
Profile Image for MaggyGray.
673 reviews31 followers
June 20, 2018
Ab der Hälfte mehr oder weniger nur noch quergelesen.
Die Idee klingt nicht schlecht: eine Million für die perfekte Antwort auf die Frage: was wir warum tun und wie wir es besser machen können (oder so ähnlich). Kraft, ein midlifecrisis geplagter Mann, der in seinem persönlichen Ehe-Hamsterrad gefangen ist, möchte sich das Geld holen, um sich "frei zu kaufen".
Die Erzählung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, und mit der Zeit bekommt man ein Bild von Krafts psychisch desolatem Zustand. Dabei konnte ich mich aber nie in ihn hineinfühlen, sein ewiges lamentieren und schwafeln gingen mir irgendwann nur noch auf den Keks. Wieder einmal jemand, der in seinem Leben ein paar falsche Entscheidungen trifft, und dafür - in diesem Fall - die (Ex-)Frauen verantwortilch macht. Selbst ist man ja immer nur das arme Opfer. So ist denn auch der Schluss zwar unausweichlich, für mich aber trotzdem ein bisschen zu melodramatisch.
Ganz knappe zwei Sterne.
Profile Image for Kuszma.
2,857 reviews290 followers
October 15, 2023
Ritka madár az efféle stíl az európai prózában, bár amerikai epika gyakran szólal meg így, elég csak Philip Rothra gondolni. Intellektuálisra hangszerelt értelmiségi regény, amely mindazonáltal egyben saját intellektualizmusának görbe tükre is, főszerepben a professzorral, akinek tudományos fegyverarzenálja bámulatra méltó, mégis: saját életében kábán, szánandón botladozik. Ironikus szöveg az ész határairól, ami nincs híján az együttérzésnek sem.

Kraft (beszélő név), a tübingeni egyetem retorikai tanszékének agytrösztje a Szilícium-völgybe érkezik. Célja, hogy ringbe szálljon az egymillió dolláros pályadíjért, amelyet egy habókos milliárdos tűzött ki jutalmul annak, aki legjobban alátámasztja a Leibniz-féle állítást, miszerint ez a világ a létező világok legjobbika. Ez gyerekjáték kell legyen Kraftnak, aki a reggeli kávé előtt képes lyukat beszélni még Szauron hasába is. (Vagy nem.) Mindenesetre hősünk megérkezik egykori barátjához, a magyar emigráns Pánczél Istvánhoz*, és annak kaliforniai otthonában elkezdi papírra hordani mindazt a hetet és havat, ami majd meghozza neki a diadalt.

Csak hát közben történik egy s más. Kraft, aki azt hitte, a történelem hajójának vitorláiba ő fújta a szelet, és ő ácsolta azt a filozófiai talapzatot, amire a neoliberális szabadpiaci kapitalizmust emelték, egyszeriben azon kapja magát, hogy nem ért semmit. Nem érti, mi az applikáció, a livestream, a startup – pedig ő építette a jövőt, erre tessék, a jövő itt van az orra előtt, de rémisztő és végtelenül idegen. El lehet ezt viselni? Hogy amit eddig tettünk, sumákolás volt, de legjobb esetben is intellektuális léggitározás? Lehet blöffölni tovább, hogy legalább a zsebünket megtömhessük, ha már a gondolataink kiürültek?

Veszettül aktuális könyv. Az aktuális könyvektől pedig félni kell, mert a jelenhez szólva gyakran elfelejtik, hogy a jövőben is – mint irodalom – érvényesnek kell maradniuk. Lüscher ezt a lécet bőven megugorja, mert elég okos és frappáns ahhoz, hogy éles kérdésfeltevésein túl egyszerűen jó regény maradjon. Szerintem. De erre a kérdésre térjünk vissza mondjuk 30 év múlva.

* Pánczél nagy figura: a magyar sakkválogatott lótifutijaként érkezik Nyugat-Berlinbe a ’80-as években, ám társai egyszerűen elfelejtik felébreszteni hazautazáskor, így ott ragad. De ha már így alakul, feltalálja magát: felölti a politikai menekültek pompázatos egyenruháját, és a hős disszidens szerepében tündököl. Nehéz nem arra gondolni, hogy ez egyben a magyarság metaforája is lehetne: az ország, akiről elfeledkeztek, erre elkezdi azt játszani, hogy kitaszítottsága valójában önként vállalt nemzeti szuverenitás.
Profile Image for Kasa Cotugno.
2,760 reviews589 followers
September 1, 2020
This is a highly intelligent novel, one that charts the era of Perestroika as experienced in Berlin, the fall of the Wall and the socio-economic forces that led up to it. Interwoven in the pages are the picaresque adventures of a modern day Candide by the name of Kraft. I only make this connection because of Kraft's seeming propensity to experience first-hand, Zelig-like, many of the significant events in the Berlin of the early 1980's. Also because there are several references, some with a great deal of irony, about "the best of all possible worlds."

The novel shifts between this illustrious past and the uncertain present, in which thirty years on, Kraft is at Stanford University, attempting to change his life for the better by winning an improbable contest by creating a presentation defining the existence of evil. At points I almost felt this was a schizophrenic work in that the heavy parts dealing with history contrast with some scenes of high comedy, beautifully rendered farce. And I will venture to say that the conclusion angered me.
Profile Image for Turicum.
27 reviews1 follower
October 11, 2022
"Das wird mein Opfer sein, und wie du siehst, lieber Richard, wird es wieder kein echtes sein. Das ist das Elend meiner Existenz, dass mir partout kein Opfer gelingen will."

Prätentiöses Philosophiere uf höchster Ebeni und drumm leider genau mis Ding. Dezue no es buech über Problem bim Verfasse vo akademischer Arbeite.
66 reviews
January 10, 2019
1.75 Sterne

Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen. Leider. Ich fand es einfach nur eine Qual, dieses Buch zu lesen. In seiner Danksagung erwähnt der Autor, dass dieses Buch entstanden ist, während er eigentlich seine Dissertation schreiben wollte, was man klar am Schreibstil merkt. Es liest sich weniger wie ein Roman, sondern vielmehr wie eine kreative Seminararbeit. Die Wortwahl ist meist viel zu hochgestochen und auf negative Weise außergewöhnlich und die Sätze sind einfach viel zu lang. Wenn ein Satz über eine halbe Seite lang ist und zum Großteil nur etwas beschreibt, verliert man sich darin und weiß am Ende nicht mehr, was der Satz denn jetzt eigentlich sagen wollte.
Hinzukommt, dass der Protagonist absolut furchtbar ist. Ich mochte keinen einzigen Aspekt des Charakters und fand ihn einfach nur arrogant. Desweiteren fand ich es überaus nervig, dass der Hauptcharakter die Frauen in seinem Leben für all seine Probleme verantwortlich macht. Es war ein ständiges Gejammer mit einer widerlich prätentiösen Einstellung.
Ich gebe dem Buch noch 1.75 Sterne, weil ich das Thema kurzzeitig ein Interesse in mir geweckt hat. Die Idee des Buches, eine Antwort auf die Frage, warum alles, das gut ist, gut ist, in Anlehnung an die Theodizee, war eigentlich ganz interessant. Gleichzeitg hat die Geschichte es geschafft, diese Frage und dieses Thema zu umgehen. Es gab einfach keine ernste Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern nur Krafts Geheule über seine Frauen.
Profile Image for Nadia.
1,541 reviews546 followers
February 24, 2022
رحلة ريتشارد كرافت "أستاذ جامعي" لكسب مليون دولار في إطار مناظرة فلسفية حول الله و الشر في العالم في تواز مع رحلته الداخلية لاسترجاع الذكريات و قراءات الواقع السوسيو_اقتصادي لألمانيا قبل و بعد توحيدها و قراءة و تأمل في مشروع حياته.
الحضور للفكر الفلسفي و السياسي موظف بطريقة جميلة باعتبار أنها صادرة عن أستاذ فلسفة .
النهاية متوقعة لبناء الشخصية الرئيسية و الا فقد العمل فكرته .
Profile Image for Michael Bohli.
1,107 reviews54 followers
February 21, 2018
Jonas Lüscher gewann mit seinem neusten Roman "Kraft" nicht nur den Schweizer Buchpreis, er hat auch ein Werk verfasst, dass erstaunlich tiefgründig, vielschichtig, philosophisch und absurd komisch ist. Zwar ist die Sprache zu Beginn eine Hürde und Lüscher lässt seine Sätze in ungewohnter Weise entstehen, schon bald aber wird dies zu einem grossen Genuss und die einzige Weise, die hier dargebotene Handlung in Worte zu fassen.

Denn Richard Kraft lädt nicht nur zur politischen und wirtschaftlichen Bestandesaufnahme der westlichen Welt und der letzten 40 Jahre ein, sondern unternimmt den Versuch, das Theodizee-Problem zu lösen. In seinen Versuchen, die Leidensfrage vor einer Allmacht zu klären, scheitert Kraft aber nicht nur an seiner eigenen Unfähigkeit, sondern auch Mutlosigkeit und fehlendem Konfliktdenken.

Jonas Lüscher bleibt mit seiner Erzählung dabei immer gnadenlos, vergisst aber nie seinen eigenen Text und die Geschehnisse immer wieder frech und gnadenlos aufzubrechen und auseinander zunehmen. Das Buch endet schliesslich auch genau da, wo Kraft und all seine Wirrungen hinzielen: Bei der letzten Aussage des Theodizee-Widerspruchs und in der grossen Leere.
Profile Image for Robert Wechsler.
Author 10 books146 followers
tasted
December 14, 2022
Lewis's translation is good, and the novel got off to a promising start, but as often happens with two time periods between which a novel bounces back and forth, one (the past) was far inferior to the other. The characters were also just too inane, and what could have been their refreshing conservative politics were not made interesting at all. Just inane. Nearly halfway through, I moved on.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
May 21, 2017
„Theodicy and Technodicy: Optimism for a Young Millennium“ – diese Fragestellung ist es, die den Rhetorikprofessor Richard Kraft aus seiner finanziellen Not retten soll. In einer guten Viertelstunde soll in der ehrwürdigen Stanford Universität von den Bewerbern die Frage erörtert werden, dem Sieger winkt eine Million Dollar gestiftet von einem Internet Milliardär. Da er sich in seinem Tübinger Zuhause nicht in der Lage sieht, angemessen konzentriert an die Arbeit zu gehen, fliegt Kraft schon zwei Wochen vor der Veranstaltung nach Kalifornien und wohnt dort bei seinem Freund István, mit dem er einst in der Westberliner Enklave das Leben studierte und die Politik diskutierte. Bei der Suche nach der Frage, weshalb alles, das ist auch notwendigerweise gut ist, kehrt Kraft gedanklich auch immer wieder in seine Vergangenheit zurück und lässt seine Zeit mit István ebenso Revue passieren, wie die Zeit mit den drei Frauen, die sein Leben geprägt haben. Je näher der Tag der Präsentation rückt, desto weiter entfernt sich Kraft von der Überzeugung, dass in seinem Leben und in der Welt alles zum Besten steht.

Der Roman des Schweizer Autors Jonas Lüschers ist vom Feuilleton direkt nach Erscheinen begeistert aufgenommen worden. Es ist vermutlich die erstaunliche Verbindung, die Lüscher in „Kraft“ schafft zwischen der philosophischen Frage nach der Gerechtigkeit Gottes, der politischen Lage eines geteilten Deutschlands, das dem angloamerikanischen Neoliberalismus zu Beginn der 80er Jahre nur Helmut Kohl entgegensetzen kann, den weltbeherrschenden Internetgiganten des Silicon Valley und dem Leben eines einzelnen Mannes, der immer dann beruflich auf der Karriereleiter emporsteigt, wenn gleichzeitig die Frau an seiner Seite den Abstieg hinnehmen muss. Hierin Sinn zu finden und zu begründen, dass dies die bestmögliche aller Welten ist – kein leichtes Unterfangen, wie der Protagonist zunehmend verzweifelt feststellen muss.

Der sprechende Name des Protagonisten dient hervorragend als Ausgangspunkt zur Dekonstruktion des Romans. Richard Kraft – steht der Vorname für die Eigenschaften reich, mächtig und stark, fügt der Nachname diesen Einfluss, Wirkungsfähigkeit und Veränderungsfähigkeit hinzu. Sieht man sich die Figur an, so ist Kraft zunächst einmal finanziell abgebrannt. Zwei Ehen und vier Kinder haben ihn ruiniert, er ist dringend auf eine Geldspritze angewiesen. Macht und Stärke hat er eigentlich qua Profession, er war im frisch vereinten Deutschland eine Größe auf seinem Gebiet, scheint aber seine große Zeit hinter sich zu haben und nur wenige ergiebige Gedanken produzieren zu können. Mit dem Vortrag in Stanford erhält er die Chance seinen Einfluss geltend zu machen, eine positive Wirkung auszuüben und etwas an den bestehenden Verhältnissen zu ändern. Doch statt in der Ferne neue Gedanken zu kultivieren, sinkt er Grübelei und hängt der Vergangenheit nach. Eine Lücke klafft zwischen dem, was ist und dem, was sein könnte; ein Riss, der den Protagonisten selbst durchläuft und sehr passend auch auf dem Cover stilisiert ist.

Der eigentlich leistungsstarke und intelligente Mann wird überrollt – so wie in seinen Gedanken San Francisco von einer mörderischen und zerstörerischen Welle erfasst und zerstört wird, kann auch er den globalen Trends gesteuert durch die Ökonomie der Internetfirmen nichts entgegensetzen. Hat Gott den Menschen nach seinem Bild erschaffen, so erschafft nun der Mensch den Roboter, der alsbald droht die Macht zu übernehmen und als das bessere Wesen zu regieren. An dieser Stelle wird Kraft zum Sinnbild des modernen Menschen, der sich machtlos ausgeliefert fühlt und für den sich nicht erschließt, weshalb diese Welt, die bestmögliche sein soll.

Ein starker Roman, der sich nicht einfach nebenbei weglesen lässt, sondern immer wieder komplexe Diskurse mit dem Leser führt und ihn so mit der Ausgangsfrage konfrontiert.
Profile Image for Wandaviolett.
470 reviews67 followers
November 20, 2017
Überflüssiger Wortschwall!

Die Nominationen des Deutschen Buchpreises 2017 "schaffen einen" - bis auf wenige Ausnahmen.

Von den elf von mir bisher gelesenen nominierten Romanen des Deutschen Buchpreises 2017 haben mich bisher überzeugt: „Die Hauptstadt“; Robert Menasse; „Das Floß der Medusa“, Franzobel; „Onkalo“, Kerstin Preiwuß und „Sieh mich an, wenn ich mit dir rede“, Monika Helfer. „Kraft“ gehört nicht dazu.

Im Einzelnen: Inspiriert unter anderem durch einen eigenen mehrmonatigen Aufenthalt an der Stanford Universitiy, USA, Kalifornien, verbringt der Lüschersche Antiheld Richard Kraft zwei Wochen am Hoover Institution on War, Revolution and Peace. In der dortigen Bibliothek bereitet sich der Geisteswissenschaftler auf einen Vortrag vor, einen geisteswissenschaftlichen Contest, der von einem überspannten Milliardär mit einer Million Dollar dotiert ist. Gelöst werden soll die Frage nach der Theodizee, etwas gekürzt auf die Formel gebracht: Warum ist alles gut, was ist?

Der Held Professor Kraft, ein Schwafler vor dem Herrn und ein Versager auf allen Gebieten, so lässt der Autor ihn auftreten, überdenkt in Assoziationen sein bisheriges Leben und präsentiert schließlich auf die eigentlich unlösbare Problemstellung hin eine überraschende Darbietung.

Wenn man die Geschichte ihres Fleisches entkleidet, was heißt, Wortschwälle und Satzungetüme wegstriche, käme als Skelett durchaus eine originelle, aber sehr kleine Story heraus. Warum Richard aber so ist, wie er ist und warum er sein eigentlich ganz behagliches Leben in den Sand setzt, bleibt unbesprochen.

Das Überkleiden mit Worten scheint das eigentliche Anliegen des Buches zu sein. Es streift in den Lüscherschen Satzergüssen allerhand gesellschaftsrelevante Themen und zynisch schlaglichternd reichen die schwadronierenden Einstreuungen von der deutschen Politik der 70er Jahre bis hin zu den Auswüchsen der Technikhörigkeit Silikonvalleys.

Darin enthalten sind ein gewisser Witz, Ironie, Zynismus und Gesellschaftskritik, aber im Gesamten gesehen, sind weder die Story per se noch Lüschers Anmerkungen zur Historie besonders erhellend oder interessant, auf den Punkt gebracht: zynisch und banal. Was dieser Roman deshalb auf der Longlist des Deutschen Buchpreises zu suchen hatte, ist mir unerklärlich.

Fazit: Die Story ist ein bisschen witzig und enthält einige Überraschungseffekte, bleibt aber klein und ist psychologisch nicht unterfüttert, die Einbettung in einen gigantischen Redefluss nervig und überflüssig.

Verlag: C.H. Beck, 2017
Kategorie: Anspruchsvolle Literatur // Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017
Profile Image for Kisxela.
232 reviews12 followers
October 15, 2023
Narcissistic, obnoxious characters, philosophical thoughts piled on top of each other that do not add up, do not form unity. I didn't understand Kraft's personality, I didn't understand the driving forces of his actions, his emotions, his thoughts. To me, this is a German whining about why everyone is unhappy, why things are going in the wrong direction, while we should be saying and proving that everything is beautiful and wonderful.
Profile Image for Urs.
136 reviews1 follower
December 17, 2022
Jonas Lüscher schreibt gewiss grossartig, allerdings langweilte mich das Buch nach anfänglicher Euphorie zunehmend. Die Geschichte hat zu wenig Drive. Eine nette Ansammlung von Episoden, deren Zusammenhang mir nicht klar ist. Dennoch habe ich wegen der hervorragenden Sprache fertig gelesen. Und weil ich bei der Beschreibung des Hauptdarstellers oft schmunzeln musste.
Profile Image for Csabi.
121 reviews34 followers
January 7, 2020
Leibniz tézisét már Candide is nevetség tárgyává tette, akkor mégis, miért akarja egy ilyen ízig-vérig értelmiségi író újra elővenni a bizonyítást, miszerint „az adott világ a lehetséges világok legjobbika”? Talán mert manapság kevesen olvassák Voltaire-t, és ismétlés a tudás anyja. Vagy ebben a rohadt nagy fejlődésben már tényleg közelítjük a tökéletest? A svájci hegyekből erre biztos jobb a rálátás, mint a Pusztából.
A regény alapja, hogy egy kaliforniai milliárdos pályázatot hirdet, be kell bizonyítani, természetesen teoretikusan, hogy ez a lehetséges világok legjobbika. Főhősünk, Kraft, nem idealista, nem is debil, csak nagyon kell neki az egymilliós fődíj, hogy kulturált körülmények között szabadulhasson meg a feleségétől. Aki attól tart, hogy a regény filozófiai fejtegetések sorozata, azt meg kell nyugtassam (avagy ki kell ábrándítsam), hogy Kraft sokkal többet töri a fejét jelenlegi helyzetén, és azon, hogyan jutott idáig, mintsem a bizonyításon. A ’80-as évekig megyünk vissza a múltba, ahol feltűnik Kraft legjobb barátja is, az egykori disszidens Pánczél István, kibontakozik előttünk az egész életút, súlyosan megterhelve a német politika változásaival, Thatcherrel és Reagannel, a liberális és konzervatív eszmék ütközésével.
A jelenben pedig Kraft elutazik Kaliforniába, és képet kapunk a Szilícium-völgy által kitermelt jövőképek elrettentő világáról. Akárcsak Candide, Kraft is inkább a tézis ellentétét hiszi, de ez, gondolom nem fog meglepetést okozni egyetlen olvasójának sem, ezért aztán Lüscher nem is nagyon foglalkozik magával a tézis bizonyításának nehézségeivel, ami számomra kissé csalódás volt, csupán a végén dob össze egy anyagot közhelyes panelekből. Ettől függetlenül végig izgalmas szellemi kaland ez a könyv, csak azt a melodramatikus véget tudnám feledni.
Profile Image for Liedzeit Liedzeit.
Author 1 book108 followers
January 8, 2018
Eine Million Preisgeld für einen Vortrag über die Theodizee. Das ist schon einmal eine hervorragende Ausgangsstellung. Warum wir in der besten aller möglichen Welten leben, und warum sie dennoch besser werden wird.
Unser Held, Richard Kraft, ist ein nicht sehr glücklicher Rhetorikprofessor aus Tübingen (genau, Nachfolger von Walter Jens!), der wegen finanzieller Nöte diesen Preis, ausgelobt von einem amerikanischen Internet-Milliadär, unbedingt gewinnen möchte.
Nun hatte ich philosophische Reflexionen zu dem Thema erwartet, die mal mindestens auf dem Stand von Leibniz wären. Das liefert Lüscher leider nicht, ein paar ganz nette Mätzchen zum Thema, aber nichts Substantielles. Am besten, das Odo Marquard-Zitat: "Theodizee gelungen, Gott tot".
Dass der Roman dennoch gelungen ist, ist schon bemerkenswert. Aber Lüscher gelingt es, die Geschichte des Mannes, insbesondere die Beziehungen zu den verschiedenen Frauen, schön langsam und spannend aufzudröseln.
Und am allerbesten hat mir gefallen, dass der Held, und noch mehr sein ungarischer Freund, fanatische Neoliberale sind. Also Menschen, die allen Ernstes an trickle down glauben, und für die Reagan und Thatcher echte Helden sind.
Zum Ende der sozialliberalen Koalition pilgern sie darum nach Bonn, um dabei zu sein, als Herr Schmidt durch Herrn Kohl abgelöst wird. Wie ein Nachgeborener, wie Herr Lüscher, das so plastisch erzählen kann, ist fast so erstaunlich, wie die Tatsache, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben.
51 reviews2 followers
April 16, 2020
leider nicht mein fall. vielversprechende geschichte, aber wirklich anstrengend geschrieben, ich glaube im ganzen buch kommt keine einzige direkte rede vor. ist wirklich okay wenn du was literarisches lesen willst vermutlich, dann ist es grosse kunst. wenn du was unterhaltsames nicht deprimierendes lesen willst, für die sbahn zur schule zum beispiel, dann oh je.
Profile Image for Anna Cresswell.
46 reviews2 followers
April 5, 2020
An den Erzählstil musste ich mich erst gewöhnen, war aber nach wenigen Kapiteln begeistert. Das Buch beschreibt eine absurde Szene nach der nächsten und macht sich dabei (subtil oder weniger subtil) über die deutsche und amerikanische Gesellschaft sowie über unsere Generation und die vorige lustig.

Wahrscheinlich hat mir das Buch auch deshalb gut gefallen, weil die Geschichte bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt. Die Perspektive ist einzigartig und es lohnt sich, am Anfang geduldig zu bleiben, bis die Geschichte sich entfaltet.
Profile Image for Arno.
5 reviews
January 3, 2021
Wunderbares Buch, Lüscher ist wirklich ein Künstler der deutschen Sprache. Ich liebe diese langen Sätze und den intellektuellen Charme. Das ein oder andere Mal kam ich beim Googeln vom Hundertsten ins Tausendste. Sehr lebensnah erzählt, urkomische Pointen. Die ein oder andere Stelle habe ich abends meiner Partnerin vorgelesen und wir haben herzhaft gelacht.
Schön auch der Bezug zur Politik und Wirtschaftsgeschichte.
Die Vorstellung vom Untergang des Silicon Valleys wurde so real gezeichnet, dass mir Angst und Bange wurde. Erschreckendes aber passendes Ende.
Absolute Empfehlung.
Profile Image for Jean.
373 reviews6 followers
January 28, 2021
It's not you, Jonas Luscher...it's me. I tried to finish this book, but it's just too dang high-brow for me. (I could have saved some time if I'd stopped a "rhetoric professor" in the description.) I got close enough to consider it read. Pretty brilliant writing, but way over my noggin.
Profile Image for Felix Fischer.
19 reviews
December 27, 2020
oft eine wahrer Genuss solch hochstehendes deutsch zu lesen aber uber die Laenge und angesichts der fehlenden Spannung doch eher eine Qual.
Profile Image for Thomas Hettich.
157 reviews4 followers
May 5, 2019
Another book I read for our book club. Initially I liked the story of a professor presently in Silicon Valley preparing a talk to win a financial prize. Most of the other participants of our club also started out enjoying the book. However, well into the story the writing (as it is with the mindset of the protagonist) becomes less coherent and less rewarding for me and most us. (Actually, most of us had only read 1/2 - 2/3 of the book by the time of our joint discussion - I only finished reading the book today, more than a month later.)

The book is mostly written from the point of view of the professor Kraft. Sometimes the author breaks and writes in his own voice. Sometimes this is illuminating (for example when the reason for his financial malaise is explained), but mostly it is not, such as when the author recognizes drivers in Krafts live, that the person in the story himself is not seeing (page 110-111).

There are several moments that capture a certain feeling and makes me drift of to own long past memories, such as (page 33) "Kraft steckt sich je eine der weiss lackierten Stangen der Bettstatt zwischen die Zehen, presst seine erhitzten Sohlen flach an das kühle Eisen und spürt mit einem Gefühl der Enttäuschung, wie das Material sich rasch erwärmt und die angenehme sensorische Diskrepanz zwischen seiner organischen Hitze und der leblosen Kälte, nach der er sich so sehnt, schwindet." This is wonderful. And other moments that I find profound (as this has happened to myself), such as (on page 202) when the story the protagonist has been telling himself might actually be a complete fabrication ("Ob er sich wirklich so an diese Geschichte erinnere?, wollte sie wissen.").

There are moments of comical release such as (on page 69-70) when Kraft feels the rush of a potential mass shooting and his own passing juxtaposed with the soon-to-commence conference on positivity. Then he (page 72) reconsiders his fate as he imagines bleeding out between a Dunkin Donuts and Victorias Secret shop. His observations of commerce are sometimes poignant and funny, such as (on page 72) when Kraft goes into an Apple store and the employee offers his help and apparently also his friendship.

There are also some noteworthy what I would describe as "cup half-full, half-empty" moments. For example when Kraft describes (as an extension of the benefits of technological progress) that the positives outweigh the negatives of the Hiroshima bomb (page 183) and on one of the final pages it becomes clear why Kraft is so confused (on page 227) as he recollects the arguments why things are getting worse, not better, and it all seems to make much more sense to him...

Note to self: I placed about 20 bookmarks throughout the book. Maybe because it has taken me about 1/2 year to read it, re-reading the bookmarked passages now does very little for me. Several of them I simply discard, not quite understanding what led me to set the bookmark in the first place (maybe my daugther at some point got a hold of the book and replaced some of the bookmarks - I know, a sorry excuse for what in all likelyhood is just a deteriorating memory). Maybe I need to write down my thoughts on the bookmarked passages soon after I place them...
Profile Image for Gerj.
79 reviews8 followers
December 24, 2022
Lüscher has something profoundly fascinating in this phenomenally dense, philosophical, winding novel. I've categorized this as an instance of 'autofiction,' given the author's admission that this book contains a variety of insights and feelings from his unfinished doctoral studies, even though it is fictional.

The long of the short of it is that I enjoyed this book a great deal, even as I struggle to fully conceptualize and wrestle what it is trying to say.

From one angle, it is a story of a cynical, pompous, weak-kneed man who, despite a profound brilliance and zest to understand the world, develops a contrarian, mean-spirited worldview that he carries with him tortuously wherever he goes. The inherent contradictions of his profoundly fragile world-system are put on full display when he has to answer the philosophical prompt from an autistic-coded Silicon Valley entrepreneur who feels like a very thinly veiled reference to Peter Thiel. In trying to respond to the prompt “Why whatever is, is right and why we still can improve it," the novel's title character, the aging, now-doubtful Reaganite Professor of Rhetoric quickly finds his worldview philosophically unsustainable under the omnipresent awfulness of both the actual world and Kraft's perceptions of everything else.

At a higher level, the story is a narrative about philosophy itself; Isaiah Berlin's metaphor of foxes (adaptive, understanding of uncertainty and contingency) and hedgehogs (simple, rooted, open to uni-dimensional understandings) creating the scaffolding for a series of Socratic characters to argue out whether or not the world is in fact good, or whether progress is itself conceptually even possible. That Kraft commits suicide in the end seems intended as confirmation - though masked with some dark comedy - of the impossibility of resolving either belief.

Though omnipresent, the second angle of the book is about the string of failed relationships that plague Kraft's life. His inherent selfishness and tendency to over-analyze every aspect of his life means he is fundamentally unable to understand the women, or almost anyone else around him. Kraft despises psychology and would be loath to know I found his whole organizing internal system profoundly anxious and co-dependent and in stark contrast to the steady, stable intellectualized image that he has painstakingly developed for himself (and which he often uses military and architectural metaphors - "fortress," "battlements" -- to describe). His way of being with others, though sympathetic in its anxious style, ultimately makes him boorish, mean-spirited, and, occasionally amusing to watch fail.

In the end, I enjoyed this strange piece, but can't say yet whether or not I would recommend it.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Eff.
69 reviews6 followers
January 31, 2018
"Es gibt immer den Erfolg, den einem die anderen zumessen und jenen, den man sich selber zurechnet, und je angestrengter man versucht, beide zur Deckung zu bringen, desto offensichtlicher wird es, dass man keine Ahnung hat, für wie erfolgreich einen die anderen halten; das kann man schlicht nie wissen, weil man immer mit Lüge, Niedertracht und Neid rechnen muss, und genau deswegen bleibt einem nichts anderes übrig, als sich auf sein eigenes Gefühl zu verlassen, und dieses pendelt, das hatte Kraft schon als Pubertierender begreifen müssen, stets zwischen Selbsthass und Größenwahn."

Kraft hat ein Problem. Er ist ein erfolgreicher Professor für Rhetorik, aber das ist eigentlich auch schon alles. Und selbst da ist er nicht mehr so sicher. Seine Familie zerbröselt ihm unter den Fingern. Sein einziger Freund ist ihm irgendwie fremd geworden. Und die Wissenschaft? Nun, er kann nach wie vor spielerisch alle wichtigen Zitate aller wichtigen Denker und Philosophen mühelos aneinander reihen, aber es ergibt irgendwie kein Bild. Doch es muss ein Bild ergeben, denn er braucht DEN Essay, DIE zündende Argumentationskette. Es müsste doch ganz einfach sein. Einfach nur die brillanteste Antwort auf die Eine-Million-Dollar-Frage: Warum ist alles, das ist, gut?

Das ist die Geschichte, die Jonas Lüscher in seinem Roman vordergründig erzählt. Ein alternder Professor, der nach der wissenschaftlichen Weltformel sucht und dabei in schöner Regelmäßigkeit sein Privatleben schrottet und neu aufbaut, muss mal wieder ausbrechen. Aus diesem privaten Passt-irgendwie-nicht-Schlamassel. Doch dafür braucht er die Million. Und dafür wiederum muss er eigentlich nicht mehr tun als das, wovon er glaubt, es am besten zu können: Kluge Gedanken aneinanderreihen. Allein, es fällt ihm nichts ein. Und je länger er nachdenkt, je verzweifelter er auf die Million hinzudenken versucht, desto mehr fällt ihm auf, dass eigentlich gar nichts gut ist.

Ja, Lüscher schreibt einen verkopften, in langen Reihen aneinander geketteten Satzkonstruktionen erzählten, Roman über einen alten, weißen Mann in einer Lebenskrise. Das klingt im ersten Moment nach "nicht schon wieder" oder "Man, immer nur noch Befindlichkeitsprosa". Aber das ist es nicht. Denn Lüscher nutzt das Gedankenkarussell seiner Hauptfigur, um ein Panorama der vergangenen Jahrzehnte im von der DDR eingekesselten Westberlin zu erzählen. Er schreibt über die Bonner Republik, über den Wandel der großen Denkmuster, erinnert an eine sozialliberale FDP und an das Gefühl, ein Paradies gehe mit dem Mauerfall verloren, als Westberlin seine Insellage aufgeben musste. Lüscher garniert seine Geschichte vom jaulenden Kraft mit Anspielungen an Goethes Faust, an die Bibel, an frühere und heutige Gesellschafts- und Kapitalismuskritiker. Damit legt er die Spur, dass sich die Welt stetig wandelt, der Mensch aber immer wieder um die gleichen Probleme und Selbstbefindlichkeiten zu kreisen - und auf der Suche nach der Sinnsuche letztlich doch nie weiterzukommen scheint.

Das ist klug gemacht. So klug sogar, dass man über das beständige Scheitern des Herrn Kraft am Alltag, an der Millionenfrage wie am Leben an sich regelmäßig kichernd und lachend begleiten muss. Weil Lüscher eben gelingt, seinen (Anti-)Helden gleichermaßen mit Tragik und Komik zu verbinden. Das ist fast so kurzweilig, klug und unterhaltsam wie Lüschers Novelle "Frühling der Barbaren", aber eben nur fast.
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